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Thomas Manns Deutschlandbild - Serenus Zeitblom und der Nationalsozialismus

Titel: Thomas Manns Deutschlandbild - Serenus Zeitblom und der Nationalsozialismus

Hausarbeit , 2011 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sven-Friedrich Pape (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Zeit und die Umstände, unter denen Thomas Mann seinen Roman „Doktor Faustus. Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde“ verfasste, waren für ihn geprägt von den Folgen der Herrschaft der Nationalsozialisten in Deutschland. Hier sind zum einen der Zweite Weltkrieg und dessen bis dato unbekannte und unvorstellbare Ausmaße, zum anderen aber auch das eigene, erzwungene Exil Manns in den USA zu nennen. Dass diese Zeitumstände und deren Vorgeschichte ihren Weg in den Roman finden sollten, stand für Thomas Mann von Beginn seiner Arbeit an fest. So schrieb er in „Die Entstehung des Doktor Faustus“ zur Konzeption des Romans: „Dies eine Mal wußte ich, was ich wollte und was ich mir aufgab: nichts Geringeres als den Roman meiner Epoche, verkleidet in die Geschichte eines hochprekären und sündigen Künstlerlebens.“
Die vorliegende Hausarbeit soll sich mit einem Aspekt dieser Epoche beschäftigen, nämlich mit dem im Roman zum Ausdruck kommenden Deutschlandbild des Autors, vor allem aber mit seiner Einstellung zum Nationalsozialismus, in dem dieses Bild seinen Kulminationspunkt findet.
Dazu soll zunächst auf die Beziehungen zwischen dem im Exil lebenden Mann und dem unter nationalsozialistischer Herrschaft stehenden Deutschland eingegangen werden, bevor in einem nächsten Schritt persönliche Übereinstimmungen zwischen dem Autor und dem Erzähler des „Doktor Faustus“, Serenus Zeitblom, gefunden werden sollen. Darauf aufbauend soll dann dessen Einstellungen zur nationalsozialistischen Herrschaft herausgestellt werden, um diese in einem letzten Schritt zurück auf Thomas Mann zu übertragen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Thomas Mann im Exil

2. Thomas Mann im „Doktor Faustus“

3. Serenus Zeitblom und der Nationalsozialismus

4. Thomas Mann und die Deutschen

III. Ergebnisse

IV. Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Deutschlandbild von Thomas Mann, wie es in seinem Roman „Doktor Faustus“ zum Ausdruck kommt, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf seiner Haltung zum Nationalsozialismus liegt. Ziel ist es, die persönlichen Übereinstimmungen zwischen dem Autor und seinem fiktiven Erzähler Serenus Zeitblom herauszuarbeiten, um daraus Rückschlüsse auf Manns eigenes Deutschlandbild in dieser Epoche zu ziehen.

  • Die Exilerfahrung von Thomas Mann während der Zeit des Nationalsozialismus.
  • Die Funktion und Rolle der Figur des Serenus Zeitblom im Roman „Doktor Faustus“.
  • Parallelen zwischen dem Schicksal des Komponisten Adrian Leverkühn und der politischen Entwicklung Deutschlands.
  • Die Analyse von Thomas Manns Vortrag „Deutschland und die Deutschen“ als Destillat seines Deutschlandbildes.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit dem deutschen „Sonderweg“ und der moralischen Niederlage durch den Nationalsozialismus.

Auszug aus dem Buch

Serenus Zeitblom und der Nationalsozialismus

Serenus Zeitblom, studierter Philologe, Paradebeispiel eines humanistischen Bildungsbürgers und bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten Gymnasiallehrer im bayrischen Freising, ist der eigentliche Erzähler der Biografie Adrian Leverkühns. Neben der Schilderung der Lebensgeschichte des Komponisten finden sich an vielen Stellen des Romans immer wieder Angaben und Reflexionen des Biografen über seine Lebensumstände im inneren Exil, vor allem aber über die Ereignisse in Deutschland während der letzten Jahre des Nationalsozialismus.

Schon zu Beginn des Romans erklärt er, dass er seinen Lehrerberuf aufgab, da er seine Ideale nicht mehr mit den Ansprüchen der geschichtlichen Entwicklung Deutschlands in Übereinstimmung bringen konnte. Im Folgenden hebt er hervor, dass vor allem die Behandlung der Juden durch die Nationalsozialisten ihn zu diesem Schritt bewegte, da er in seiner Kindheit durch die Bekanntschaft seines Vaters mit einem Rabbiner das Judentum kennengelernt hatte.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Prägung des Romans „Doktor Faustus“ durch die Exilerfahrung Thomas Manns und formuliert das Ziel, die Übereinstimmungen zwischen Autor und Erzähler im Hinblick auf das Deutschlandbild zu untersuchen.

II. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert Thomas Manns Exil, seine Spiegelung in der Figur des Serenus Zeitblom, dessen Verhältnis zum Nationalsozialismus und die zentrale Bedeutung von Manns Vortrag „Deutschland und die Deutschen“ für sein Verständnis der deutschen Geschichte.

1. Thomas Mann im Exil: Dieses Kapitel skizziert die Vertreibung von Thomas Mann aus Deutschland, seine Lebensumstände im Exil und die Bedeutung seiner öffentlichen Radioansprachen gegen das Naziregime.

2. Thomas Mann im „Doktor Faustus“: Hier werden die Parallelen zwischen dem Autor und seinem fiktiven Erzähler Serenus Zeitblom als „Doppelselbstporträt“ untersucht und die narrative Funktion Zeitbloms analysiert.

3. Serenus Zeitblom und der Nationalsozialismus: Dieses Kapitel widmet sich der Haltung von Zeitblom zur nationalsozialistischen Herrschaft, seinem inneren Exil und der moralischen Bewertung des deutschen Volkes.

4. Thomas Mann und die Deutschen: Der Fokus liegt hier auf dem Gesinnungswandel Manns, der Analyse des deutschen Sonderweges und seiner Hoffnung auf eine moralische Neuausrichtung des Landes.

III. Ergebnisse: Die Ergebnisse fassen zusammen, dass Mann den Nationalsozialismus als folgerichtige Zuspitzung der deutschen Geschichte sah und die Figur Zeitbloms nutzte, um sein Ringen um ein besseres Deutschland literarisch zu verarbeiten.

IV. Quellen- und Literaturverzeichnis: Hier sind die für die Arbeit herangezogenen Primärquellen sowie die einschlägige Forschungsliteratur aufgeführt.

Schlüsselwörter

Thomas Mann, Doktor Faustus, Serenus Zeitblom, Nationalsozialismus, Exil, Deutschlandbild, Adrian Leverkühn, deutscher Sonderweg, Innere Emigration, moralische Niederlage, Holocaust, Literaturanalyse, politische Geschichte, Humanismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Deutschlandbild Thomas Manns, das er in seinem späten Roman „Doktor Faustus“ verarbeitet hat, unter besonderer Berücksichtigung seiner kritischen Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Diktatur.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Exilerfahrung Thomas Manns, die Identität und Rolle seines fiktiven Erzählers Serenus Zeitblom, das Konzept des deutschen „Sonderwegs“ sowie das Verhältnis von deutscher Kulturgeschichte zur nationalsozialistischen Barbarei.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel der Arbeit ist es, die persönlichen Übereinstimmungen zwischen Thomas Mann und seiner Romanfigur Serenus Zeitblom zu identifizieren, um zu zeigen, wie der Autor seine eigene Haltung zum deutschen Schicksal im Nationalsozialismus literarisch spiegelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die den Roman „Doktor Faustus“ in den historischen Kontext von Manns Biografie und seinen essayistischen Äußerungen, insbesondere dem Vortrag „Deutschland und die Deutschen“, stellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Manns Exil, die Analyse von Zeitblom als Alter Ego des Autors, dessen spezifische Reflexionen über den Nationalsozialismus und abschließend die Untersuchung von Manns Reflexionen über das deutsche Wesen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben Thomas Mann und dem Roman „Doktor Faustus“ sind Begriffe wie Nationalsozialismus, Exil, Deutschlandbild und der fiktive Erzähler Serenus Zeitblom zentral.

Wie deutet der Autor das „Doppelselbstporträt“ im Roman?

Die Arbeit interpretiert sowohl Adrian Leverkühn als auch Serenus Zeitblom als Repräsentanten verschiedener Aspekte des deutschen Charakters und der persönlichen Zerrissenheit Thomas Manns während des Exils.

Warum spielt der Vortrag „Deutschland und die Deutschen“ eine so wichtige Rolle?

Er gilt in der Arbeit als das entscheidende Dokument, in dem Mann sein Verständnis der deutschen Geschichte als einen Weg beschreibt, der durch den Teufelspakt der Nationalsozialisten in die moralische Katastrophe führen musste.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Thomas Manns Deutschlandbild - Serenus Zeitblom und der Nationalsozialismus
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,0
Autor
Sven-Friedrich Pape (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V189998
ISBN (eBook)
9783656143970
ISBN (Buch)
9783656144656
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Thomas Mann Doktor Faustus Nationalsozialismus Adrian Leverkühn Serenus Zeitblom Exil USA Pacific Palisades Inneres Exil Deutschlandbild Sonderweg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sven-Friedrich Pape (Autor:in), 2011, Thomas Manns Deutschlandbild - Serenus Zeitblom und der Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/189998
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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