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Eine mulattische Avantgarde?

Zur Emanzipationsbewegung der dominikanischen Farbigen 1788 - 92 und ihrem Einfluss auf die Sklavenrevolte in Saint Domingue

Title: Eine mulattische Avantgarde?

Term Paper , 2011 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Konrad Reinhold (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization

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Summary Excerpt Details

Wir kennen Haiti als den Schauplatz des einzig erfolgreichen Sklavenaufstands, als erstes Land Amerikas, welches offiziell die Sklaverei abschaffte, schließlich als ersten unabhängigen Staat Südamerikas. Ehe es soweit kommen konnte, musste die ehemalige Kolonie Saint Domingue einige Stationen und Konflikte durchlaufen, die den Boden für den späteren Freiheitskampf der schwarzen Sklaven legten. Zeitlich verorten lassen sich diese Entwicklungen in den Jahren zwischen 1788 und 1792, also in der Anfangsphase der Französischen Revolution. Einer der Hauptkonflikte jener Jahre kreiste um die Frage, ob man den freien Farbigen jener Kolonie Bürgerrechte zuerkennen sollte oder nicht. Das freie, mulattische Besitzbürgertum Saint Domingues forderte diese Rechte ein, die weiße Pflanzeraristokratie verweigerte sie. Beide Seiten nutzen die im Zuge der Französischen Revolution entstanden neuen Plattformen politischer Öffentlichkeit, um ihre Anliegen im Mutterland voranzubringen. Folglich nahmen sich verschiedene Interessenverbände und Gruppierungen der frühen Revolutionsjahre der Forderungen beider Seiten an, nicht zuletzt deshalb, weil in diesem Streit grundlegende Prinzipien der Revolution berührt wurden. Die Frage der Sklaverei sollte bei all diesen Diskussionen bewusst ausgespart bleiben; zu viele der Protagonisten waren selbst Sklavenhalter. Doch war das überhaupt möglich? Musste ein öffentlicher Streit um Fragen der politischen Gleichheit, die eine Sklavenhaltergesellschaft wie jene Saint Domingues betrafen, nicht automatisch Sklaverei und Sklavenbefreiung in den Fokus rücken? Muss man den Emanzipationskampf der freien Farbigen als direkten Vorgänger der Sklavenbefreiung sehen; die Mulatten Saint Domingues als Avantgarde der Sklavenrevolution?

Die folgende, kurze Arbeit wird sich bemühen diese Fragen zu klären. Dabei wird sie zunächst einen Überblick über die wirtschaftliche und gesellschaftliche Verfassung der Kolonie in den letzten Jahren vor der Revolution geben, wobei der Schwerpunkt auf den Farbigen liegen wird. Im zweiten Teil wird es um die verschiedenen Versuche der Pariser Nationalversammlung gehen, das Problem zu lösen, um die politischen Absichten der Beteiligten und um die Bedeutung der Frage für die frühe Revolution. Abschließend wird zu entscheiden sein, ob eine direkte Verbindung zum Sklavenaufstand bestand oder nicht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Die Kolonie Saint Domingue am Vorabend der Französischen Revolution

Die gens de couleur und die Nationalversammlung

Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Rolle der freien Farbigen (gens de couleur) im Kontext der frühen Phase der Französischen Revolution in Saint Domingue und analysiert, inwiefern ihr Emanzipationskampf als Auslöser oder Katalysator für die nachfolgende Sklavenrevolution fungierte.

  • Wirtschaftliche und gesellschaftliche Struktur von Saint Domingue vor 1789
  • Die politische Interessenvertretung der freien Farbigen in der französischen Nationalversammlung
  • Interessenkonflikte zwischen freien Farbigen, weißen Plantagenbesitzern und dem französischen Mutterland
  • Die Auswirkungen der revolutionären Rhetorik und der Dekrete auf die Stabilität der Kolonie
  • Der Zusammenhang zwischen dem gescheiterten Emanzipationskampf der Farbigen und dem Ausbruch der Sklavenrevolution

Auszug aus dem Buch

Die gens de couleur und die Nationalversammlung

Für ihre politische Gleichberechtigung hatten die affranchis schon in den späten Jahren des ancient regime gekämpft; auch einige der königlichen Ministerien hatten sich schon mit Plänen für eine Aufweichung des rassistischen Kastenwesens beschäftigt..10 Mit dem Beginn der Französischen Revolution und der Konstituierung der Nationalversammlung bot sich ihnen jedoch eine völlig neue Plattform. Sie verfolgten vor allem ein Ziel: gleichberechtigt im Rahmen der neuen politischen Organe von ihren Bürgerrechten Gebrauch zu machen. Dabei schafften sie es sich die Unterstützung zweier Gruppen zu sichern. Einerseits die der Abolitionisten, deren bekannteste Vertreter sich in der Société de Amis des Noirs gesammelt hatten und die die Gleichberechtigung der gens de couleur als Vorstufe zur Abschaffung des Sklavenhandels sahen, die noch in scheinbar weiter Ferne lag. Zweitens die der Jakobiner, die die Gleichberechtigung schwarzer Besitzbürger als Feuerprobe für die Prinzipien der Revolution ansahen, deren Gefährdung sich im Jahr 1791 abzuzeichnen begann.

Schon im Februar 1788 wurde die Societe des Amis de Noirs von Jaques-Pierre Brissot als Interessenvertretung der freien Farbigen in Paris gegründet. Zu den Mitgliedern zählten unter anderem Mirabeau, Abbé Gregoire und Condorcet, der in seiner „Histoire de deux Indes“ die Sklavenwirtschaft in Frage gestellt hatte. Das Fernziel dieser Vereinigung philanthropischer Aristokraten war das Ende des Sklavenhandels und die Gleichberechtigung der freien Farbigen, nicht aber die zeitnahe Abschaffung der Sklaverei. Dennoch wurden ihre Aktivitäten mit Misstrauen verfolgt. Es sollte nur wenige Monate dauern, bis eine Interessenvertretung der weißen Pflanzer, das Comité colonial, folgte. Deren erklärtes Ziel war es eigene Abgeordnete in die vom König einberufene Ständeversammlung entsenden zu dürfen, aber Ludwig XVI. lehnte ab – eine Repräsentation der Kolonien war nicht vorgesehen. Doch sollte sich das schnell ändern. Am 20. Juni nahmen die Deputierten Saint Domingues am Ballhausschwur teil und wurden daraufhin per Akklamation in der Nationalversammlung zugelassen, nicht ohne vom Vorsitzenden Mirabeau kritisiert zu werden.11 Gleichzeitig waren die Amis des Noirs nicht untätig: Brissot ließ ein Pamphlet unter den Abgeordneten zirkulieren, in dem er sie darauf hinwies, dass sie den Kolonien soviel Aufmerksamkeit wie dem Mutterland schuldeten und dem schwarzen soviel wie dem weißen Franzosen.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Das Vorwort legt die historische Relevanz von Saint Domingue als Schauplatz der Sklavenrevolution dar und führt in die Fragestellung ein, inwiefern der Emanzipationskampf der freien Farbigen als Wegbereiter für die Sklavenbefreiung zu verstehen ist.

Die Kolonie Saint Domingue am Vorabend der Französischen Revolution: Dieses Kapitel analysiert die hochproduktive, auf Sklaverei basierende Plantagenwirtschaft und die komplexe gesellschaftliche Schichtung, insbesondere die Rolle der wohlhabenden, freien Farbigen innerhalb des kolonialen Systems.

Die gens de couleur und die Nationalversammlung: Der Hauptteil beleuchtet die politischen Bestrebungen der freien Farbigen in Paris, ihre Unterstützung durch verschiedene französische Interessengruppen und die daraus resultierenden parlamentarischen Debatten, die schließlich zur Zuspitzung der Situation in der Kolonie führten.

Fazit: Das Fazit bewertet den Einfluss des Emanzipationskampfes der Farbigen auf die Sklavenrevolution und kommt zu dem Schluss, dass dieser Kampf zwar nicht die direkte Ursache, aber ein wesentlicher Auslöser für die destabilisierenden Ereignisse war.

Schlüsselwörter

Saint Domingue, Französische Revolution, Sklaverei, freie Farbige, gens de couleur, affranchis, Plantagenwirtschaft, Sklavenrevolution, Bürgerrechte, Nationalversammlung, Kolonialismus, Code Noir, Abolitionisten, Club Massiac, Emanzipation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der freien Farbigen in der französischen Kolonie Saint Domingue während der Anfangsjahre der Französischen Revolution und deren Einfluss auf die darauffolgenden Sklavenunruhen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die wirtschaftliche Bedeutung von Saint Domingue, die gesellschaftliche Hierarchie zwischen weißen Pflanzern, freien Farbigen und versklavten Menschen sowie die politische Dimension ihrer Interessenvertretung in Paris.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das Ziel ist es zu klären, ob der Emanzipationskampf der freien Farbigen als „Avantgarde“ oder direkter Vorgänger der Sklavenrevolution betrachtet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von zeitgenössischen Quellen, parlamentarischen Debatten und wissenschaftlicher Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Jahre 1788 bis 1792, die Gründung von Interessenvertretungen in Paris sowie die konfliktreichen Versuche der Nationalversammlung, den Status der Kolonien und der freien Farbigen rechtlich zu regeln.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem gens de couleur, affranchis, Sklavenemanzipation, Kolonialversammlungen und der Club Massiac.

Welche Rolle spielte der „Code Noir“ im sozialen Gefüge der Kolonie?

Der Code Noir bildete den rechtlichen Rahmen für den Umgang mit Versklavten, wurde jedoch in der Praxis häufig umgangen, was unter anderem zur Entstehung einer wohlhabenden Schicht freier Farbiger führte.

Warum war der Tod von Vincent Ogé für den weiteren Verlauf der Ereignisse bedeutsam?

Sein Tod fungierte als emotionales Symbol, das die Spannungen zwischen den Gruppen verschärfte und bei den Jakobinern in der Nationalversammlung den Druck zur rechtlichen Gleichberechtigung der Farbigen erhöhte.

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Details

Title
Eine mulattische Avantgarde?
Subtitle
Zur Emanzipationsbewegung der dominikanischen Farbigen 1788 - 92 und ihrem Einfluss auf die Sklavenrevolte in Saint Domingue
College
Technical University of Chemnitz  (Institut für Europäische Geschichte)
Grade
1,7
Author
Konrad Reinhold (Author)
Publication Year
2011
Pages
17
Catalog Number
V189720
ISBN (eBook)
9783656140771
Language
German
Tags
eine avantgarde emanzipationsbewegung farbigen einfluss sklavenrevolte saint domingue
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Konrad Reinhold (Author), 2011, Eine mulattische Avantgarde?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/189720
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