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Der Zweikampf in Georg von Ehingens "Reisen nach der Ritterschaft"

Titel: Der Zweikampf in Georg von Ehingens "Reisen nach der Ritterschaft"

Seminararbeit , 2011 , 23 Seiten

Autor:in: Keno Peterson (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ich, Jörg von Ehingen, Ritter, bin in meiner Jugend geschickt worden alß ain knab an hof gen Yßbruck. Mit diesen Worten beginnt der schwäbische Ritter Georg von Ehingen seine autobiographischen Aufzeichnungen 'Reisen nach der Ritterschaft'. Mit diesem Werk steht Georg von Ehingen am Anfang einer vermehrten literarischen Auseinandersetzung von Adligen mit ihrer eigenen Geschichte in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Es ist die erste ritterliche
Autobiographie des ausgehenden Mittelalters und der frühen Neuzeit. Den Kern seines Selbstzeugnisses sind seine Reisen mit dem Ziel [s]ich in ritterlichen handlungen zuo gebruchen und alle ritterspil zuo lernen. Er berichtet von seiner Reise zur Erlangung wahrer Ritterlichkeit. Seine Reise steht in der Tradition der Pilgerfahrt und des Heidenkampfes, ergänzt durch den Besuch der
höfischen Zentren Europas. Die Suche nach der Aventiure und die Hervorhebung der persönlichen Ehre im idealisierten ritterlichen Sinne stellen wie bei vielen Zeugnissen der ritterlichen Welt im
Spätmittelalter zentrale Punkte dar. Diese Betonung des tradierten idealisierten Rittertums steht im Kontrast zu einem Wandel der Bedeutung und des Selbstverständnisses gerade des niederen Adels.
Wurde in der älteren Forschung die Idealisierung und Betonung des Ritterlichen im ausgehenden Mittelalter als Reaktion auf den wirtschaftlichen, sozialen und militärischen Niedergang des Adels
verstanden, so sieht die jüngere Forschung die Krise des Rittertums im ausgehenden Mittelalterdeutlich differenzierter. In Georg von Ehingens 'Reisen nach der Ritterschaft' ist die ambivalente
Situation eines niederadligen Ritters im 15. Jahrhundert deutlich zu erkennen: Er verbindet die literarische Tradition des Rittertums mit den neuen Einflüssen seiner Zeit und seinen persönlichen
Erlebnissen. Ruhm und Ehre stellen während des gesamten Mittelalters das erstrebenswerteste Ziel
für einen jungen Adligen dar. Die ritterlichste Form, seine Ehre und seinen Ruhm zu steigern, war der Kampf und Sieg gegen einen
ebenbürtigen Gegner. Der Zweikampf ist ein wichtiges Element im Selbstverständnis des mittelalterlichen Ritters.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlegendes zu den verwendeten Quellen

2.1. Die 'Reisen nach der Ritterschaft': Datierung, Überlieferung, Autorschaft und Struktur

2.2. Wolfram von Eschenbachs 'Parzival': Datierung, Autorschaft und Überlieferung

2.3. 'Pontus und Sidonia' (A): Datierung, Autorschaft und Überlieferung

2.4. Begründung der Quellenwahl

3. Vergleich der Zweikampfdarstellungen vor dem Hintergrund der literarischen Traditionen

4. Der Zweikampf vor Ceuta: Realität oder Fiktion?

5. Die Beeinflussung Georg von Ehingens durch die Höfe Innsbruck und Rottenburg

5.1. Georg von Ehingen und der Innsbrucker Hof

5.2. Georg von Ehingen und der Rottenburger Hof

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die autobiographischen Aufzeichnungen des schwäbischen Ritters Georg von Ehingen, 'Reisen nach der Ritterschaft', im Hinblick auf deren literarische Verankerung und die Authentizität der darin geschilderten Zweikampf-Ereignisse. Es wird analysiert, inwiefern literarische Vorbilder wie der 'Parzival' von Wolfram von Eschenbach oder der Roman 'Pontus und Sidonia' die Darstellung der ritterlichen Ideale und Kampfhandlungen beeinflusst haben.

  • Analyse der ritterlichen Autobiographie im ausgehenden Mittelalter.
  • Vergleichende Untersuchung von Zweikampfszenen in zeitgenössischer Literatur.
  • Diskussion über das Spannungsfeld zwischen literarischer Fiktion und historischer Realität.
  • Einfluss höfischer Zentren (Innsbruck und Rottenburg) auf die literarische Produktion Ehingens.

Auszug aus dem Buch

Vergleich der Zweikampfdarstellungen vor dem Hintergrund der literarischen Traditionen

„Da hetten die haiden ain andern berg in und war gar ain schön tall dar zwischen. Allß eß nun woll uff den abend ward, kamend ettlich der unsern und sagten, eß wer ain mechtiger haid, der begehrte ainß kristen ritterß der sich mitt im schlahen söllte, glychen platz zwischen bäden huffen. Allso batt ich den kapitany, daß er mir söllicheß zuo thon vergünden wöllt, dan ich war gar wol gerüst und gantz geregnig inn ring harnisch. So hette ich och ain starcken, werlichen jenetten, der mir vom küng geschengt ward Allso ließ unsser kapetany den scharmitzern abblasen. Die ruckten all zuo dem huffen. Da macht ich ain krütz mitt meinem spieß vir mich un ruckt all gemach von unserm huffen gegen dem häden zuo tall. Da die haiden das hersahen, rucktend sie och zuo irem huffen. Allso schicktt unser kapitany ain trumpter gegender haiden huffen; der bließ und gab zaichen.“ (S. 57-58)

In der Anfangspassage lassen sich einige Details erkennen, die für die Verwendung literarischer Vorlagen spricht: Die Verwendung französischer Lehnwörter wie kapitany, harnisch, scharmitzern, spieß weist auf die Chanson de Geste hin. Die Betonung des besonderen Kampfplatzes im schön tall, glychen platz zwischen bäden huffen folgt den Regeln des verabredeten Zweikampfes nach dem Vorbild des Tjostes. Unüblich ist, dass Ehingen seine Bereitschaft zum Kampf mit seiner vortrefflichen Ausrüstung begründet: dan ich war gar wol gerüst und gantz geregnig inn ring harnisch. So hette ich och ain starcken, werlichen jenetten. Er schmälert damit in gewisser Hinsicht den bevorstehenden Sieg allein durch göttlichen Beistand. Die Kreuzesgeste – da macht ich ain krütz mitt meinem spieß vir mich – betont den christlichen Kontext des Zweikampfes. Der Kampf gegen einen Heiden ist immer ein Kampf für den Glauben. Auch Pontus betont die Teilhabe des göttlichen Willens.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Werk von Georg von Ehingen als erste ritterliche Autobiographie des ausgehenden Mittelalters und dessen Einordnung in den literarischen Wandel der Epoche.

2. Grundlegendes zu den verwendeten Quellen: Darstellung von Datierung, Autorschaft und Überlieferungsgeschichte der 'Reisen nach der Ritterschaft', des 'Parzival' und des Romans 'Pontus und Sidonia' zur Vorbereitung des Vergleichs.

3. Vergleich der Zweikampfdarstellungen vor dem Hintergrund der literarischen Traditionen: Analyse der Zweikampfszenen bei Ehingen im Abgleich mit höfischen Literaturmustern, insbesondere hinsichtlich der Kampfphasen und der ritterlichen Ideale.

4. Der Zweikampf vor Ceuta: Realität oder Fiktion?: Kritische Prüfung der historischen Glaubwürdigkeit des Zweikampfs und Einordnung in den Kontext der Realität des 15. Jahrhunderts.

5. Die Beeinflussung Georg von Ehingens durch die Höfe Innsbruck und Rottenburg: Untersuchung des Einflusses der höfischen Umgebungen in Innsbruck und Rottenburg auf die Bildung und literarische Praxis von Ehingen.

6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung von Ehingens Werk als Schnittpunkt zwischen traditioneller ritterlicher Literatur und den neuen Einflüssen seiner Zeit.

Schlüsselwörter

Georg von Ehingen, Reisen nach der Ritterschaft, Mittelalter, ritterliche Autobiographie, Zweikampf, höfische Literatur, Parzival, Pontus und Sidonia, literarische Vorbilder, ritterliches Ideal, Aventiure, Spätmittelalter, Hofdienst, historische Identität, Heldenepik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Autobiographie 'Reisen nach der Ritterschaft' von Georg von Ehingen unter besonderer Berücksichtigung der darin enthaltenen Zweikampfschilderungen und deren Einbettung in literarische Traditionen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen ritterliche Lebensentwürfe des ausgehenden Mittelalters, der Einfluss der höfischen Kultur auf das Schreiben von Adelsautobiographien sowie der Abgleich zwischen literarischen Mustern und historischer Realität.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den literarischen Einflüssen auf die Zweikampfschilderungen Ehingens und untersucht, inwiefern diese auf literarische Vorbilder oder eigene Erlebnisse zurückzuführen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und historische Analyse, die einen komparativen Vergleich von Quellentexten (Ehingen, Wolfram von Eschenbach, 'Pontus und Sidonia') mit der Forschungsliteratur nutzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Quellengrundlagen, den detaillierten Vergleich von Zweikampf-Topoi, die Diskussion zur Faktizität der Ereignisse vor Ceuta sowie die Analyse der höfischen Einflüsse aus Innsbruck und Rottenburg.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie ritterliches Selbstverständnis, literarische Tradition, Aventiure, ritterliche Autobiographie und den Einfluss des Humanismus geprägt.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Höfe für Ehingen?

Die Höfe Innsbruck und Rottenburg werden als Orte literarischer Anregung diskutiert, wobei besonders für Rottenburg eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen literarischen Austausch durch bekannte Literaten der Epoche angenommen wird.

Gibt es einen klaren Beweis für den Zweikampf?

Nein, gesicherte Beweise fehlen. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass zwar eine zweikampfähnliche Auseinandersetzung stattgefunden haben könnte, die literarische Ausgestaltung jedoch stark den Mustern der Zeit folgt.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Zweikampf in Georg von Ehingens "Reisen nach der Ritterschaft"
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte II)
Veranstaltung
Kulturen des Krieges im Mittelalter
Autor
Keno Peterson (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
23
Katalognummer
V189532
ISBN (eBook)
9783656137139
ISBN (Buch)
9783656138907
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ehingen Individuum Pilgerfahrt Ritter Zweikampf Autobiographie Selbstzeugnis Spätmittelalter Spanien Muslime Islam Pilger Pilgerreise
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Keno Peterson (Autor:in), 2011, Der Zweikampf in Georg von Ehingens "Reisen nach der Ritterschaft", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/189532
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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