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Ist der Mensch radikal böse? Eine Betrachtung von Kants Position

Title: Ist der Mensch radikal böse? Eine Betrachtung von Kants Position

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Marcus Gießmann (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)

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Kaum eine Frage hat die Menschheit so beschäftigt wie die, ob der Mensch gut oder böse ist. Ein kurzer Blick auf die Geschichte lässt keine Zweifel an der Tatsache, dass der Mensch zu Grausamkeiten fähig ist, die an moralischer Verwerflichkeit schwer zu überbieten sind: Von den grausamen Spielen im Circus Maximus über die Inquisition bis hin zur Endlösung der Nationalsozialisten – Folter, Mord und Krieg durchziehen die Menschheitsgeschichte wie ein roter Faden. Jüngste Ereignisse, wie z.B. die Anschläge in Norwegen am 22.08.2011 , werfen erneut die anthropologische Frage auf, ob der Mensch vom Wesen her, also radikal (lat. radix, radicis=die Wurzel) böse ist. Diese Frage hat Kant in seiner Religionsschrift aus dem Jahr 1793 „Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“ behandelt. Der Zweck dieser Schrift besteht grundsätzlich darin, zu zeigen, dass zum einen Moralbegründungen auch ohne einen Rekurs auf Religion möglich sind. Zum anderen beschäftigt er sich im ersten Stück von insgesamt vier Stücken von RbV mit der Frage, ob die Natur des Menschen böse ist. In den Kapiteln I und II des ersten Stücks von RbV beginnt Kant seine Untersuchung mit einer anthropologisch-analytischen Beschreibung der Anlage zum Guten sowie mit der des Hangs zum Bösen des Menschen. Die anthropologisch-analytische Beschreibung geht in III in eine apriorische Analyse über, in der Kant feststellt, dass der Mensch von Natur aus, also „radikal“ böse ist. Das erste Stück von RbV schließt mit Kapitel IV, in dem Kant bestimmt, wo der Ursprung des Bösen zu suchen ist: Befindet er sich in der Vernunft (intelligible Welt) oder in der Zeit (materielle Welt)?
In dieser Arbeit möchte ich beschreiben, wie Kant zu seiner Auffassung gelangt und diese Auffassung reflektieren. Arbeitsgrundlage hierfür ist das erste Stück von RbV der Weischedel-Ausgabe. In diesem Kontext sind für die Nachzeichnung von Kants Erläuterungen gewisse Elemente und deren Beziehung untereinander relevanter als andere und deswegen schlage ich folgende Gliederungspunkte vor, die dann anhand von Kants Argumentation versucht werden abzuarbeiten:

1. Was ist böse?
2. Das Wesen des Menschen
3. Worin hat das Böse seinen Ursprung?
4. Die Anlagen zum Guten
5. Der Hang zum Bösen
6. Ist der Mensch radikal böse?

Die sich an die Nachzeichnung von Kants Argumentation anschließende Reflexion wird alle Punkte – außer 2. – in eben dieser Reihenfolge behandeln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Was ist böse?

2. Das Wesen des Menschen

3. Worin hat das Böse seinen Ursprung?

4. Die Anlagen zum Guten

5. Der Hang zum Bösen

6. Ist der Mensch radikal böse?

7. Reflexion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Immanuel Kants Position zum radikalen Bösen in seiner Schrift „Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“. Ziel ist es, Kants Argumentation zur moralischen Natur des Menschen – insbesondere das Zusammenspiel von Anlagen zum Guten und dem Hang zum Bösen – nachzuzeichnen und kritisch zu reflektieren, wobei auch historische Hintergründe zur Zensurpolitik dieser Zeit einbezogen werden.

  • Kants Definition und Konzeption des „Bösen“ als Maxime.
  • Die anthropologische und apriorische Bestimmung des menschlichen Wesens.
  • Die Unterscheidung zwischen der Anlage zum Guten und dem Hang zum Bösen.
  • Die Frage nach der moralischen Verantwortung und Wahlfreiheit des Menschen.
  • Die historische Einordnung des Werkes als politisches Kampf- bzw. Zweckschrift.

Auszug aus dem Buch

6. Ist der Mensch radikal böse?

„Wenn nun ein Hang dazu in der menschlichen Natur liegt, so ist im Menschen ein natürlicher Hang zum Bösen; und dieser Hang selber, weil er am Ende doch in einer freien Willkür gesucht werden muß, mithin zugerechnet werden kann, ist moralisch böse. Dieses Böse ist radikal, weil es den Grund aller Maximen verdirbt; zugleich auch, als natürlicher Hang, durch menschliche Kräfte nicht zu vertilgen, weil dieses nur durch gute Maximen geschehen könnte, welches, wenn der oberste subjektive Grund aller Maximen als verderbt vorausgesetzt wird, nicht stattfinden kann; gleichwohl aber muß er zu überwiegen möglich sein […].“

Der Begriff „radikal“ bedeutet nicht, dass der Mensch durch und durch böse ist, sondern dass er wurzelhaft böse ist. Anders ausgedrückt bedeutet das, dass der Mensch wesentlich böse ist und d.h., dass das Böse ein Teil seines Wesens ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Was ist böse?: Kant definiert das Böse nicht primär über Taten, sondern als die bewusste Aufnahme der Abweichung vom moralischen Gesetz in die eigene Maxime.

2. Das Wesen des Menschen: Der Mensch wird als ein Doppelwesen aus Naturwesen (Sinnenwelt) und rationalem Wesen (intelligible Welt) bestimmt, wobei die Freiheit in der intelligiblen Welt verortet ist.

3. Worin hat das Böse seinen Ursprung?: Der Ursprung des Bösen liegt nicht in der empirischen Welt, sondern in einem zeitlosen „Vernunftursprung“, da eine zeitliche Herleitung zu einem unendlichen Regress führen würde.

4. Die Anlagen zum Guten: Kant identifiziert drei ursprüngliche Anlagen zur Tierheit, Menschheit und Persönlichkeit, die als notwendige Bedingungen für die menschliche Existenz und das Gute fungieren.

5. Der Hang zum Bösen: Der Mensch besitzt einen Hang zum Bösen, der als anthropologisches Faktum und bewusste Entscheidung für eine verkehrte Konstellation von Maximen verstanden wird.

6. Ist der Mensch radikal böse?: Die Radikalität des Bösen liegt in der Verderbnis des Grundes aller Maximen, was bedeutet, dass das Böse wurzelhaft zum menschlichen Wesen gehört.

7. Reflexion: Diese kritische Auseinandersetzung beleuchtet die logischen Probleme in Kants Theorie und interpretiert das Werk unter Berücksichtigung zeithistorischer Zensurzwänge als politische Zweckschrift.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft, radikal böse, Maxime, moralisches Gesetz, Vernunft, intelligible Welt, Anlage zum Guten, Hang zum Bösen, Willkür, Wahlfreiheit, Selbstliebe, Anthropologie, Zweckschrift, moralische Verantwortung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Untersuchung der menschlichen Natur bei Immanuel Kant, speziell mit der Frage, inwiefern der Mensch nach Kants Religionsschrift als „radikal böse“ zu bezeichnen ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Definition des Bösen, die Unterscheidung zwischen der Anlage zum Guten und dem Hang zum Bösen sowie die philosophische Verortung der menschlichen Freiheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die exakte Rekonstruktion von Kants Argumentationsgang sowie die kritische Reflexion der logischen Konsistenz seiner Thesen zum menschlichen Wesen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophische Textanalyse und systematische Interpretation der Primärquelle sowie den Einbezug der Sekundärliteratur zur historischen Kontextualisierung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die zentralen Begriffe und Konzepte Kants – wie Maxime, Vernunftursprung des Bösen, Naturwesen vs. rationales Wesen – sukzessive analysiert und kritisch hinterfragt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Kant, radikal böse, Maxime, Hang zum Bösen, Anlage zum Guten, Willkür, Vernunft und Wahlfreiheit.

Wie begründet Kant den Vernunftursprung des Bösen?

Kant argumentiert, dass das Böse keinen zeitlichen Anfang haben kann, da man sonst unendlich nach dessen Ursache suchen müsste; daher muss es einen zeitlosen Ursprung in der Vernunft haben.

Warum wird das Werk als „Zweckschrift“ bezeichnet?

Der Autor argumentiert, dass Kant Teile seines Werkes möglicherweise strategisch formulierte, um den Zensurbehörden (besonders der preußischen Politik) entgegenzukommen, während er den Kern seiner vernunftbasierten Moralphilosophie beibehielt.

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Details

Title
Ist der Mensch radikal böse? Eine Betrachtung von Kants Position
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Philosophie)
Grade
2,0
Author
Marcus Gießmann (Author)
Publication Year
2012
Pages
23
Catalog Number
V189477
ISBN (eBook)
9783656136033
ISBN (Book)
9783656136521
Language
German
Tags
Kant Moral radikal das Böse der Mensch Religion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcus Gießmann (Author), 2012, Ist der Mensch radikal böse? Eine Betrachtung von Kants Position, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/189477
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