In den vergangenen Jahren hat sich in unserer Gesellschaft eine schnelle, rasante Veränderung vollzogen.
Die Einführung neuer Kommunikations- und Informationstechnologien haben die Berufs- und Arbeitswelt stark beeinflusst, wodurch der Wandel von der Industriegesellschaft hin zur Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft vorangetrieben wurde.
Aufgrund dieser Veränderungen hat sich für die Schülerinnen und Schüler der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt erschwert.
Eine Schülerin einer neunten Klasse Hauptschule entgegnete mir während einer Unterrichtsstunde: „Wir bekommen doch sowieso keine Ausbildungsstelle, warum sollen wir dann überhaupt im Unterricht mitmachen?“
Durch die Schüleraussage wurde mir bewusst, wie unmotiviert, planlos, desinteressiert und perspektivenlos viele Jugendliche sind. Einige sind sich ihrer Stärken und Schwächen nicht bewusst, haben ein geringes Selbstwertgefühl und oft ein schlechtes Selbstbild.
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Schülerinnen und Schüler sich durch die Förderung der Eigenaktivität, ermutigende Bestätigung, Unterstützung und Begleitung durch die Lehrperson aktiv, interessiert und begeistert am Unterricht beteiligen.
Diese Erfahrung löste in mir die folgende Fragestellung aus:
Was hat sich in der Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft verändert und wie kann die Schule die Schülerinnen und Schüler angemessen auf den Übergang von der Schule in die Berufs- und Arbeitswelt vorbereiten?
Nimmt der Bildungsplan der Hauptschule Bezug auf den Übergang von der Schule in die Erwerbstätigkeit?
Inhaltsverzeichnis
1. Anmerkungen
2. Einleitung
3. Zum Begriff Berufsvorbereitung und Berufsorientierung
3.1 Berufsvorbereitung
Berufswahl
3.2 Berufsorientierung
Bedeutungsvarianten von Berufsorientierung
4. Berufsorientierung in der Wissensgesellschaft
4.1 Dominierende Trends für die Zukunft der Erwerbsarbeit
Aufgaben der sieben Trends
Erläuterung der sieben Trends
4.2 Resümee
5. Eckpunkte einer zeitgemäßen schulischen Berufsorientierung
5.1 Von der Abschlussorientierung zur Anschlussorientierung
5.2 Eigeninitiative und Selbstverantwortung
5.3 Vernetzung nach innen und außen
5.4 Systemenergie nutzen, Lernchancen erhöhen
5.5 Resümee
6. Berufsorientierung und Berufsvorbereitung in Bezug zum Bildungsplan 2004
6.1 Einführung
6.2 Der Auftrag der Schule
Persönliche Bildung
Praktische Bildung
Politische Bildung
6.3 Erziehungsanspruch und Bildungsanspruch
6.4 Ziele die Schülerinnen und Schüler erreichen sollen
Einstellungen
Fähigkeiten
Kenntnisse
6.5 Didaktische und methodische Prinzipien
6.6 Maßnahmen und Einrichtungen zur Sicherung des Auftrags, der Bildungsziele, der didaktischen und methodischen Prinzipien
7. Berufsvorbereitung und Berufsorientierung in Bezug zu einzelnen Fächern
7.1 Deutsch
7.2 Informationstechnische Grundbildung
7.3 Wirtschaft-Arbeit-Gesundheit
8. Bezüge zu EW - Lehrveranstaltungen
8.1 Lehrveranstaltung: Differenzierung im Unterricht
8.2 Lehrveranstaltung: Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in der Schule
9. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Schule in einer sich wandelnden Wissensgesellschaft Jugendliche angemessen auf den Übergang von der Schule in die Berufs- und Arbeitswelt vorbereiten kann, wobei ein besonderer Fokus auf dem Bildungsplan 2004 und den spezifischen Herausforderungen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund liegt.
- Analyse der Trends in der Wissensgesellschaft und deren Auswirkungen auf die Berufsbiografie.
- Erarbeitung von Eckpunkten für eine zeitgemäße schulische Berufsorientierung.
- Untersuchung des Bildungsauftrags der Schule hinsichtlich Berufsvorbereitung.
- Förderung von Eigeninitiative, Selbstverantwortung und Orientierungskompetenz bei Jugendlichen.
- Differenzierungsansätze im Unterricht zur individuellen Förderung.
Auszug aus dem Buch
1. Informatisierung
Wirtschaft und Gesellschaft bewegen sich weg von der Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft hin zur Wissens- und Informationsgesellschaft. Über 50% der Erwerbstätigen üben Informationstätigkeiten aus, dagegen nimmt der Anteil der Produktionstätigkeiten stetig ab.21 Grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten im Einsatz der modernen Kommunikationsmittel, wie der Umgang mit programmgesteuerten Arbeitsmitteln und das Erstellen, Sammeln und Verarbeiten von Informationen mit dem Computer werden an vielen Arbeitsplätzen vorausgesetzt.22
Damit die Schülerinnen und Schüler sich in einer durch die modernen Kommunikationsmittel bestimmten Arbeits- und Berufswelt orientieren können muss Berufsorientierung die Medienkompetenz der Jugendlichen verstärkt fördern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Anmerkungen: Erläuterung der verwendeten geschlechtsneutralen Bezeichnungen.
2. Einleitung: Problematisierung des Übergangs von der Schule in die Arbeitswelt vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen und Formulierung der Forschungsfragen.
3. Zum Begriff Berufsvorbereitung und Berufsorientierung: Definition der beiden Begriffe und Klärung der Bedeutungsvarianten der Berufsorientierung.
4. Berufsorientierung in der Wissensgesellschaft: Analyse dominierender Trends für die Zukunft der Erwerbsarbeit wie Informatisierung, Globalisierung und neue Erwerbsformen.
5. Eckpunkte einer zeitgemäßen schulischen Berufsorientierung: Vorstellung grundlegender Prinzipien wie Anschlussorientierung, Selbstverantwortung und Vernetzung.
6. Berufsorientierung und Berufsvorbereitung in Bezug zum Bildungsplan 2004: Einordnung der Berufsorientierung in den offiziellen Bildungsauftrag sowie die Ziele hinsichtlich Einstellungen, Fähigkeiten und Kenntnisse.
7. Berufsvorbereitung und Berufsorientierung in Bezug zu einzelnen Fächern: Konkreter Bezug der Berufsorientierung auf die Fächer Deutsch, Informationstechnische Grundbildung und den Fächerverbund Wirtschaft-Arbeit-Gesundheit.
8. Bezüge zu EW - Lehrveranstaltungen: Darstellung von Differenzierungsmöglichkeiten im Unterricht sowie spezifische Ansätze für Jugendliche mit Migrationshintergrund.
9. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse über das Anforderungsspektrum einer zeitgemäßen Berufsorientierung.
Schlüsselwörter
Berufsorientierung, Berufsvorbereitung, Übergang Schule-Beruf, Wissensgesellschaft, Bildungsplan 2004, Anschlussorientierung, Eigeninitiative, Selbstverantwortung, Medienkompetenz, Differenzierung, Migrationshintergrund, Erwerbsbiografie, Schlüsselqualifikationen, Handlungsfähigkeit, Schulentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Herausforderung, Schülerinnen und Schüler der Hauptschule effektiv und zeitgemäß auf den Übergang von der Schule in die berufliche Ausbildung und die moderne Arbeitswelt vorzubereiten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen der Wissensgesellschaft auf die Berufswelt, die Neuausrichtung schulischer Berufsorientierung, die Verankerung im Bildungsplan sowie Strategien zur individuellen Förderung, inklusive spezifischer Maßnahmen für Jugendliche mit Migrationshintergrund.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schule durch eine optimierte Berufsorientierung junge Menschen bei der Lebenswegplanung unterstützen und ihre Handlungsfähigkeit in einer komplexer werdenden Arbeitswelt fördern kann.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich primär um eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema, gestützt durch Literaturanalyse, die Einbeziehung offizieller Bildungspläne sowie ergänzende Reflexionen aus universitären Lehrveranstaltungen.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse globaler Trends der Arbeitswelt, die Ableitung von Eckpunkten für eine moderne Berufsorientierung, die pädagogische Einbettung in den Bildungsplan 2004 sowie die praktische Umsetzung durch Differenzierung im Unterricht.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind Berufsorientierung, Anschlussorientierung, Eigenverantwortung, Medienkompetenz und die gezielte Förderung der Berufswahlkompetenz im schulischen Kontext.
Wie unterscheidet sich die "Anschlussorientierung" von der klassischen "Abschlussorientierung"?
Während die Abschlussorientierung den Schulabschluss als Endpunkt betrachtet, definiert die Anschlussorientierung diesen als Meilenstein, wobei der Fokus auf dem erfolgreichen Übergang in die weiterführende berufliche oder schulische Laufbahn liegt.
Welche Bedeutung haben "neue Erwerbsformen" für die Berufsorientierung?
Da traditionelle Berufsbiografien seltener werden, muss Schule Schüler dazu befähigen, flexibel zu sein, Eigeninitiative zu zeigen und das eigene Berufsleben als fortlaufenden Prozess der Qualifizierung zu begreifen.
Welchen speziellen Ansatz empfiehlt die Autorin für Schüler mit Migrationshintergrund?
Es wird betont, dass neben einer berufsbezogenen Sprachförderung auch die Eltern stärker in den Berufswahlprozess eingebunden werden müssen, da diese für Jugendliche aus bildungsfernen Familien eine zentrale Rolle spielen.
- Arbeit zitieren
- Katrin Fabritius (Autor:in), 2009, Berufsvorbereitung und Berufsorientierung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/189421