Die Arbeit soll sich mit den unterschiedlichen Entwicklungen der Liberalisierung im Telekommunikationsmarkt an den Beispielen von Mexiko und Deutschland befassen. Hierbei sollen zunächst die beiden Länder vorgestellt werden und dabei historische, gesellschaftspolitische, wirtschaftliche und soziale Aspekte herausgearbeitet werden. Der Telekommunikationsmarkt und dessen Liberalisierung der beiden Länder sollt untersucht werden bevor im letzten Kapitel die Gründe für die unterschiedlichen Entwicklungen erörtert werden. Die mexikanische Verfassung von 1917 ist die Grundlage für das heutige politische System in Mexiko mit der Trennung der Exekutive, Legislative und Judikative. In der Praxis überwiegt die Exekutive in Person des Präsidenten, der am Kopf der Regierung steht. Er hält auch teilweise legislative Ausführungsgewalten, die ihm vom mexikanischen Kongress zugewiesen werden können. Der Präsident wird für eine Amtsperiode von 6 Jahren gewählt und eine Wiederwahl ist nicht möglich.
Die Legislative wird verkörpert durch den „Congresso de la Union“ (Nationalkongress), der sich aufteilt in die „Camara de Senadores“ (Senat) und die „Camara de Diputados“ (Diputadorenkammer). Die 128 Senatoren werden ebenfalls für eine Amtszeit von 6 Jahren gewählt. Die 500 Diputadoren werden alle 3 Jahre neu gewählt, wobei 300 davon direkte Vertreter aus den Wahlkreisen sind und 200 der Sitze proportional zu den Gesamtwahlergebnissen vergeben werden. Diese 200 Sitze bieten hauptsächlich kleineren Parteien, die Möglichkeit in die Diputadorenkammer einzuziehen.
Die Judikative besteht aus Gerichten auf Bundes- sowie auf Bundesstaatenebene. Laut der Verfassung müssen alle Fälle, die eine Freiheitsstrafe ab zwei Jahren zur Folge haben könnten, innerhalb von 12 Monaten nach Einreichung der Klage verhandelt werden, was aber so gut wie nie durchführbar ist. Die Verurteilung erfolgt durch einen Richter und nicht durch die Geschworenen. Hohe Richter auf Bundesebene werden vom Präsidenten ernannt und durch den Senat bestätigt. [...]
Inhaltsverzeichnis
Einleitung und Überblick
Mexiko
Das politische System in Mexiko
Die wirtschaftliche Situation in Mexiko
Die mexikanische Gesellschaft
Der Telekommunikationsmarkt in Mexiko
Der Monopolist Telmex
Die mexikanische Regulierungsbehörde COFETEL
Aktuelle Marktsituation
Deutschland
Das politische System in Deutschland
Die wirtschaftliche Situation in Deutschland
Die deutsche Gesellschaft
Der Telekommunikationsmarkt in Deutschland
Der Monopolist Telekom
Die deutsche Regulierungsbehörde RegTP
Aktuelle Marktsituation
Zusammenfassung und Gründe für die unterschiedlichen Entwicklungen
Mexiko: Starke Verbindungen zwischen Politik und Wirtschaft
Gesellschaftspolitische Themen
Umwandlung in private Aktiengesellschaften
Die Stellung der Regulierungsbehörden
Wirtschaftskraft
Unterschiedliche Medienlandschaften
Verbraucherschutz
Mexiko: fehlende Ausbildung
Haltung gegenüber den Vereinigten Staaten
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Liberalisierungsprozesse im Telekommunikationsmarkt von Mexiko und Deutschland, um die historisch gewachsenen, gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Hintergründe der jeweiligen Marktentwicklungen zu analysieren.
- Historische Entwicklung der Telekommunikationsmärkte in beiden Ländern.
- Einfluss politischer Systeme und staatlicher Regulierungsbehörden auf den Wettbewerb.
- Rolle privater Monopolisten und deren Privatisierungsprozesse.
- Vergleich der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und des Verbraucherschutzes.
- Analyse der Abhängigkeiten zur US-amerikanischen Wirtschaft.
Auszug aus dem Buch
Die mexikanische Regulierungsbehörde COFETEL
Die mexikanische Regierung erließ 1995 ein neues Telekommunikationsgesetz, das die rechtliche Grundlage für einen freien Wettbewerb im Telekommunikationsmarkt legte. Dieses Gesetz wurde unter Mithilfe von Experten entwickelt und war zu dieser Zeit mit Gesetzen anderer Länder in diesem Bereich zu vergleichen, entsprach somit internationalem Standard und sollte für weitere Länder als Beispiel dienen. Die komplette Öffnung des Marktes war für Anfang 1996 vorgesehen. Ein wichtiger Grund für dieses Gesetz war die Bedeutung des privaten Sektors und ausländischer Investitionen für eine weitere Entwicklung einer starken Telekommunikationsinfrastruktur.
Anfangs der Liberalisierung war das Subsecretario de Comunicaciones (Kommunikationsressort) des Secretaría de Comunicaciones y Transportes, SCT (Ministerium für Kommunikation und Transport) die Institution, die Regulierungsaufgaben übernahm. Im August 1996 wurden Teile dieser Aufgaben an die Kommission für Telekommunikation (Comisión Federal de Telecomunicaciones, COFETEL), die im Telekommunikationsgesetz von 1995 vorgesehen war, übertragen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung und Überblick: Einführung in das Thema der Liberalisierung der Telekommunikationsmärkte in Mexiko und Deutschland.
Mexiko: Beschreibung des politischen Systems, der wirtschaftlichen Lage, der Gesellschaft sowie des Telekommunikationsmarktes, inklusive des Monopolisten Telmex und der Regulierungsbehörde COFETEL.
Deutschland: Analyse des politischen und wirtschaftlichen Umfelds sowie der Gesellschaft und des deutschen Telekommunikationsmarktes unter Berücksichtigung der Telekom AG und der RegTP.
Zusammenfassung und Gründe für die unterschiedlichen Entwicklungen: Synthese der Erkenntnisse und Erörterung der tieferliegenden Ursachen für die divergenten Liberalisierungsverläufe in den beiden Ländern.
Schlüsselwörter
Liberalisierung, Telekommunikationsmarkt, Mexiko, Deutschland, Telmex, Deutsche Telekom, COFETEL, RegTP, Privatisierung, Wettbewerb, Regulierung, Marktsituation, Infrastruktur, Telekommunikationsgesetz, Politische Einflüsse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die verschiedenen Wege und Entwicklungen der Telekommunikationsmärkte in Mexiko und Deutschland im Zuge der Liberalisierung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die politische Struktur, die wirtschaftliche Lage, die Rolle der jeweiligen Monopolisten sowie die Effektivität der nationalen Regulierungsbehörden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Gründe für die sehr unterschiedlichen Liberalisierungserfolge in den beiden Ländern herauszuarbeiten und die gesellschaftspolitischen Einflüsse zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine vergleichende Analyse, basierend auf einer Untersuchung der politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen in beiden Nationen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Märkte, der jeweiligen Gesetzgebung, der Rolle der Regulierungsbehörden sowie der gesellschaftlichen Einflussfaktoren in beiden Ländern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Liberalisierung, Telekommunikationsmarkt, Mexiko, Deutschland, Telmex, Deutsche Telekom, Regulierung und Wettbewerb sind prägend für die Arbeit.
Welche Rolle spielte Carlos Slim bei der Privatisierung von Telmex?
Carlos Slim, einer der reichsten Männer Lateinamerikas, spielte eine entscheidende Rolle bei der Privatisierung von Telmex und sicherte sich einen Großteil der Anteile.
Warum wird die Unabhängigkeit der COFETEL in Mexiko kritisiert?
Die COFETEL ist stark vom mexikanischen Transport- und Kommunikationsministerium (SCT) abhängig, was ihre Handlungsfähigkeit einschränkt und sie politisch beeinflussbar macht.
- Quote paper
- Peter Golibrzuch (Author), 2003, Die Liberalisierung im Telekommunikationsmarkt - ein Vergleich zwischen Deutschland und Mexiko, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/18941