In der vorliegenden Hausarbeit wird der Schwerpunkt auf die Gewissensentfaltung und die Möglichkeiten einer Gewissensbildung von Jugendlichen gelegt, wobei auch die Möglichkeit einer „Erziehung“ zum Gewissen im schulischen Kontext durch die Lehrkraft hinterfragt und beleuchtet wird.
Während die Verfasserin dieser Hausarbeit am 22.06.2010 im Rahmen des o.g. Seminars besonders die durch die Entwicklungspsychologie benannten Stufen und Phasen der Gewissensentwicklung referiert hat, sollen diese zwar in dieser Arbeit zwar nochmals kurz erläutert werden, des Weiteren aber vor allem die Wichtigkeit einer Gewissensentfaltung in Relationen und mögliche Hilfestellungen zu einer Bildung des Gewissens von Jugendlichen durch die Lehrkraft (als eine Person, die als Erzieher in einer Beziehung zu seinem adoleszenten Gegenüber steht) aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Gewissen
2.1 Versuch einer Definition
2.2 Verschiedene Arten des Gewissensverständnisses:
theologisch, entwicklungspsychologisch, personal-relational
3. Der adoleszente Jugendliche
3.1 Charakterisierung der Jugendzeit
3.2 Entwicklungsaufgaben in der Adoleszenz
4. Gewissensentfaltung in Relationen
4.1 Erziehung als Hilfe zur Personalisation
4.2 Der Lehrer als Helfer bei der Gewissensbildung
4.3 Gewissensbildung im christlichen Sinn
5. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Gewissens als Instanz der Selbständigkeit und Beziehungsfähigkeit im Jugendalter sowie die Möglichkeiten, wie Lehrkräfte durch personale Beziehungen und gezielte Erziehung zur Gewissensbildung von Jugendlichen beitragen können.
- Theoretische Grundlagen des Gewissensbegriffs aus theologischer und psychologischer Sicht
- Entwicklungspsychologische Aspekte der Adoleszenz
- Die Rolle von Relationen und Beziehungen bei der moralischen Reifung
- Erziehung als Unterstützung zur Personalisation im schulischen Kontext
- Möglichkeiten und Bedeutung der christlichen Gewissenserziehung
Auszug aus dem Buch
2.1 Versuch einer Definition
Um aber trotzdem einige wichtige Gesichtspunkte dessen, was das Gewissen ist, herausheben zu können, soll an diese Stelle eine vorläufige Gewissensdefinition gestellt werden: „Gewissen ist die Eigenart bzw. der Akt der Person in ihrem Bezug zur Wirklichkeit, das eigene Handeln oder Unterlassen - appellierend oder beurteilend - nach einem ethischen Gütemaßstab - angesichts einer anderen Person - kognitiv und affektiv - eigene Betroffenheit auslösend - verbindlich wahrzunehmen und zu steuern. Im gewissenhaften Handeln verwirklicht sich der Mensch.“
Wichtige Begriffe und Feststellungen innerhalb dieser Definition sind fundamental: So ist etwa das Gewissen personal-sozial, da es eine Eigenart bzw. ein Akt der Person ist, während diese „mit anderen Personen und der ganzen Wirklichkeit in Beziehung“ steht, wobei es im Gewissen um das eigene Handeln und Unterlassen geht. Trotzdem gilt gleichzeitig, dass das „Gewissen (…) immer angesichts einer anderen Person, [und] nicht für sich allein“ fungiert.
Während allen Gewissensakten ein ethischer Gütemaßstab zu Grunde liegt, woraufhin der Gewissensspruch appellierend oder beurteilend ausfällt, sind für den Gewissensakt kognitive und affektive Komponenten nötig, um unterlassenes oder getätigtes Handeln wahrnehmen zu können. Der Mensch wird durch sein Gewissen verbindlich in die Pflicht genommen und, seiner Verantwortung bewusst, verwirklicht sich der Mensch im gewissenhaften Handeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Gewissensbildung Jugendlicher ein und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Hausarbeit im Kontext des Seminars.
2. Das Gewissen: Dieses Kapitel nähert sich einer Definition des Gewissens und beleuchtet verschiedene theologische sowie psychologische Perspektiven auf das Gewissensverständnis.
3. Der adoleszente Jugendliche: Hier werden die Merkmale der Jugendzeit sowie die zentralen Entwicklungsaufgaben beschrieben, die der Jugendliche im Übergang zur Erwachsenenwelt zu bewältigen hat.
4. Gewissensentfaltung in Relationen: Dieser Hauptteil analysiert die Bedeutung von zwischenmenschlichen Beziehungen und die Rolle von Lehrern bei der Erziehung und Bildung des Gewissens, auch unter Berücksichtigung christlicher Werte.
5. Resümee: Das Resümee fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer werteorientierten Begleitung Jugendlicher auf dem Weg zu einem mündigen Gewissen.
Schlüsselwörter
Gewissen, Gewissensbildung, Adoleszenz, Jugendalter, Personalisation, moralische Entwicklung, christliche Ethik, Beziehung, Erziehung, Lehrkraft, Selbständigkeit, Werteerziehung, Ethik, Sozialisation, Identitätsbildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entfaltung und Bildung des Gewissens bei Jugendlichen und der Rolle, die Lehrkräfte in diesem persönlichen Reifungsprozess einnehmen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentral sind der Gewissensbegriff, die Entwicklungsphasen der Adoleszenz, der Einfluss sozialer Beziehungen auf das moralische Lernen und spezifische Ansätze christlicher Gewissenserziehung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Jugendliche bei der Entwicklung eines mündigen, personalen Gewissens durch pädagogische Begleitung unterstützt werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung und Literaturanalyse ethischer, entwicklungspsychologischer und pädagogischer Konzepte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Charakterisierung der Jugendphase, der Notwendigkeit relationalen Lernens und der konkreten Aufgabe der Schule bei der Gewissensbildung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Gewissensbildung, Adoleszenz, Personalisation, Beziehung und christliche Ethik.
Warum spielt die Beziehung zum Lehrer bei der Gewissensbildung eine Rolle?
Da Moralität nicht isoliert gelernt wird, fungiert die personale Beziehung zwischen Erzieher und Heranwachsendem als notwendiger Rahmen für ethische Reifung und Selbstbestimmung.
Welche Bedeutung haben christliche Werte in diesem Kontext?
Christliche Gewissenserziehung bietet Orientierung und Anregung, indem sie das Gewissen als Instanz versteht, die den Menschen in eine Verantwortung über die Welt hinaus ruft.
- Arbeit zitieren
- Maria Elisabeth Reif (Autor:in), 2010, Entfaltung und Bildung des Gewissens im Jugendalter und die erzieherische Rolle der Lehrkraft, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/189051