In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, wie und unter welchen Bedingungen Evaluation zur Schulentwicklung beitragen kann. Dabei wird zunächst das Verhältnis von Erziehungswissenschaft auf bildungspolitische Entscheidungen, sowie die mit der Outputorientierung verbundene Neuorientierung des schulischen Bildungs-auftrags erläutert, um danach auf die Evaluation als wichtiges Instrument zur Qualitäts-sicherung und Qualitätsentwicklung einer Schule einzugehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Erziehungswissenschaft und Bildungspolitik
2.1 Verhältnis von Erziehungswissenschaft und Bildungspolitik
2.2 Der Bildungsauftrag der Schule und Bildungsstandards
2.3 Schülerleistungsvergleiche führen zu politischen Maßnahmen
3. Schulentwicklung durch Evaluation
3.1 Der Gegenstand schulischer Evaluation
3.2 Interne und externe Evaluation
3.3 Voraussetzungen und Merkmale guter Evaluation
4. Zusammenfassung
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Bedingungen der Qualitätsentwicklung von Schulen durch Evaluation, wobei die zentrale Forschungsfrage darauf abzielt, wie Evaluation effektiv zur Schulentwicklung beitragen kann. Dabei wird das komplexe Spannungsfeld zwischen erziehungswissenschaftlicher Forschung und bildungspolitischer Steuerung beleuchtet.
- Verhältnis von Erziehungswissenschaft und Bildungspolitik
- Einfluss von Leistungsvergleichsstudien auf die Schulentwicklung
- Unterscheidung zwischen interner Selbstevaluation und externer Fremdevaluation
- Qualitätskriterien und Gelingensbedingungen für schulische Evaluationsprozesse
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Gegenstand schulischer Evaluation
In Anbetracht der internationalen Vegleichsuntersuchungen der letzten Jahre sind Schulen miteinander in Konkurrenz getreten und müssen den Schülern, Eltern und der allgemeinen Bevölkerung regelmäßig Rechenschaft ablegen über ihre Qualität sowie die Bemühungen diese zu verbessern. Doch wie lässt sich die Qualität einer Schule überhaupt messen? Bevor die Merkmale und Kennzeichen schulischer Evaluation im Vordergrund stehen, muss zunächst betrachtet werden, was die zentralen Aspekte einer Evaluation sind und welche Bereiche im Hinblick auf die Qualitätsentwicklung an einer Schule evaluiert werden können.
Evaluation wird verstanden als „systematische Untersuchung eines Gegenstandes zum Zwecke seiner Bewertung und Verbesserung“ (Thonhauser 2004, S. 69). Im Schulkontext bedeutet dies die Bewertung von Arbeitsabläufen und Bildungsangeboten in einer Schule. Evaluation kann im Hinblick auf mehrere Schwerpunkte geschehen.
Sie ist vorstellbar als Bewertungsinstrument. In diesem Sinne verfügen Schulen über reichhaltige Erfahrungen im Hinblick auf Evaluationen, zumindest im Bereich der Schülerleistungen. Tests und Prüfungen sind Lernerfolgskontrollen und geben Auskunft über den Wissensstand eines Schülers. Und auch die Schulaufsicht beurteilt Lehrer nach einem gewissen Bewertungsmaßstab, der die fachlichen und didaktischen Fähigkeiten ebenso einschließt, wie institutionelle Vorgaben, also z.B. den Lehrplan. Die Selbstevaluation als Instrument zur Gestaltung und Entwicklung von Prozessen und der konkreten Situation spielt im Kontext der Schule eine besondere Rolle, da das sie aus eigenem Antrieb heraus durchgeführt wird und die Verfahren und Kriterien durch die Akteure der pädagogischen Institution selbst festgesetzt werden (vgl. Burkard 1998, S. 113ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Schulleistungsstudien den Bedarf an Schulreformen verdeutlicht haben und Evaluation als Instrument der neuen Steuerung dient.
2. Erziehungswissenschaft und Bildungspolitik: Das Kapitel analysiert das oft spannungsreiche Verhältnis zwischen wissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung und den strategischen Zielvorgaben der Bildungspolitik.
3. Schulentwicklung durch Evaluation: Hier werden die methodischen Ansätze der Evaluation, die Differenzierung zwischen interner und externer Bewertung sowie die Qualitätskriterien für erfolgreiche Schulentwicklung erörtert.
4. Zusammenfassung: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und konstatiert, dass Evaluation zwar zur Prozessoptimierung beitragen kann, deren tatsächliche Effektivität jedoch noch weiter erforscht werden muss.
Schlüsselwörter
Qualitätsentwicklung, Schulevaluation, Schulentwicklung, Bildungspolitik, interne Evaluation, externe Evaluation, Selbstevaluation, Schulleistungsstudien, Bildungsstandards, Bildungsauftrag, Schulmanagement, Unterrichtsentwicklung, Qualitätssicherung, Datenfeedback, Schulkultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Evaluationen bei der Qualitätsentwicklung an Schulen und untersucht, wie diese Verfahren zur Verbesserung der schulischen Arbeit eingesetzt werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Erziehungswissenschaft und Politik, der Stellenwert von Bildungsstandards, Leistungsvergleiche wie PISA sowie die Differenzierung zwischen interner und externer Evaluation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu klären, unter welchen Bedingungen Evaluation effektiv zur Schulentwicklung beitragen kann und welche Herausforderungen dabei für die Akteure in der Schule bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Analyse aktueller erziehungswissenschaftlicher Fachliteratur und bildungspolitischer Diskurse basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung des Verhältnisses von Politik und Wissenschaft, die Analyse von Schulleistungsstudien sowie eine tiefgehende Untersuchung schulischer Evaluationsinstrumente und deren Qualitätsmerkmale.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Qualitätsentwicklung, Schulentwicklung, interne und externe Evaluation sowie das neue Steuerungsmodell im Bildungswesen geprägt.
Warum ist die Unterscheidung zwischen interner und externer Evaluation so wichtig?
Während interne Evaluation als Selbstevaluation vor allem der Reflexion und Prozessgestaltung dient, fungiert die externe Evaluation als System der staatlichen Qualitätssicherung und liefert eine unvoreingenommene Außensicht.
Welche Rolle spielt das Schulprogramm bei der Evaluation?
Das Schulprogramm dient als Grundlage für die Schulentwicklung; es umfasst Leitbild, Profil und Entwicklungspläne und ist somit der Referenzrahmen, an dem sich Evaluationsmaßnahmen orientieren.
Was sind die größten Herausforderungen bei der schulischen Evaluation?
Zu den Herausforderungen zählen die Akzeptanz durch das Kollegium, die Vermeidung von Stress durch Überprüfung, der Ressourcenaufwand sowie die Verknüpfung der Evaluationsergebnisse mit konkreten Verbesserungsmaßnahmen.
- Arbeit zitieren
- Thomas Lauszus (Autor:in), 2011, Qualitätsentwicklung von Schulen durch Evaluation, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/188915