1. Einleitung
Im Rahmen meines Studiums zum Bankbetriebswirt an der Frankfurt School of Fi- nance and Management, stelle ich in dieser Seminararbeit, die Asset-Klasse der Ex- change Traded Funds (ETFs) dar.
Waren ETFs noch vor wenigen Jahren eine Anlageklasse, die hauptsächlich von in- stitutionellen US-Investoren genutzt wurde, so überholten sie, seit Ihrer erstmaligen Börsennotierung im XTF-Segment der Deutschen Börse im April 20001, andere An- lageklassen mit deutlichem Abstand.
Sprachen wir, Stand September 2007, in Euro- pa noch von einem Anlagevolumen in Höhe von ca. 60 Milliarden Euro2 in dieser Asset-Klasse, so hat sich dieser Wert im Jahr 2011 auf ca. 233 Milliarden Euro erhöht. Weltweit umfasst das Angebot an Exchange Traded Funds mittlerweile mehr als 2400 Produkte
und wird dadurch auch für Privatkunden immer interessanter. Im Jahr 2010 nutzen private Anleger passiv gemanagte ETFs erstmals stärker zur Kapitalanlage, als klassische, aktiv gemanagte Fonds und bestätigten damit den beschriebenen Trend, hin zu einfachen, transparenten und vor allem vergleichsweise kostengünstigen Fondsprodukten.
Wie bei vielen Anlageklassen in der Vergangenheit bringt auch bei den ETFs eine steigende Anzahl an Produktvarianten Kritiker hervor, die Parallelen zu den oft intransparenten und immer komplizierter werdenden derivativen Anlageformen am Kapitalmarkt sehen. Diese Seminararbeit thematisiert die beschriebene Entwicklung und beleuchtet ebenso mögliche Chancen und Risiken, die eine Anlage in Exchange Traded Funds mit sich bringen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen zu ETF's
2.1 Das Grundkonzept von ETFs
2.2 Die Entstehung von ETF's
2.2.1 Historische Betrachtung
2.2.2 Betrachtung im Rahmen des passiven Portfoliomanagements
2.3 Methoden der Indexierung
2.3.1 Full Replication
2.3.2 Optimised Sampling
2.3.3 Swap-basierte ETF's
3. Chancen und Risiken von ETF's
3.1 Vorteile von ETF's gegenüber aktiv gemanagten Aktienfonds
3.2 Risiken und Kritik
4. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Asset-Klasse der Exchange Traded Funds (ETFs) umfassend darzustellen, ihre Entwicklung zu beleuchten und eine differenzierte Analyse der Chancen und Risiken dieser passiven Anlageform durchzuführen.
- Grundlagen und Entstehung von Exchange Traded Funds
- Methoden der Indexierung (Full Replication, Optimised Sampling, Swap-basierte ETFs)
- Vorteile von ETFs im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds
- Systematische und unsystematische Risiken
- Kritische Würdigung der Marktentwicklung
Auszug aus dem Buch
2.3.3 Swap-basierte ETFs
ETFs auf Swap-Basis haben mit der reinen Nachbildung eines Index nur noch recht wenig zu tun und sind damit auch der größten Kritik ausgesetzt. Im Gegensatz zur „Full Replication“- oder „Optimised Sampling“-Methode, die beide den Benchmark-Index exakt bzw. näherungsweise abbilden, kann bei swap-basierten ETFs theoretisch in ein beliebiges Wertpapierportfolio investiert werden, welches aus Aktien und Anleihen besteht. Im Anschluss an die Zusammenstellung dieses sogenannten Basisportfolios, schließt die Fondsgesellschaft zusätzlich einen Swap (Tausch) mit einer Bank ab und tauscht damit die Wertentwicklung des Basisportfolios, gegen die Entwicklung des jeweiligen Index. Der Swap-Kontrahent der Fondsgesellschaft verpflichtet sich dadurch, die Performance des Index täglich bereit zu stellen.
Grundsätzlich sind in diesem Szenario zwei Konstellationen möglich: entweder das Basisportfolio weist eine positive Wertentwicklung auf, in diesem Fall müsste die Fondsgesellschaft den Wertzuwachs an die Bank als Swap-Partner zahlen, oder die Performance des Basisportfolios führt zu einer Wertminderung, dann hätte der ETF einen Zahlungsanspruch gegenüber der Bank.
Die Rendite des Anlagers besteht bei dieser Art von ETF in jedem Fall aus der Performance des Referenzindex, unabhängig davon, wie sich das tatsächliche Basisportfolio entwickelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Asset-Klasse ETFs ein, skizziert deren starkes Wachstum zwischen 2000 und 2011 und stellt die Forschungsfrage bezüglich der Chancen und Risiken.
2. Grundlagen zu ETF's: Dieses Kapitel erläutert das passive Portfoliomanagement, die historische Entstehung sowie die verschiedenen technischen Methoden der Indexnachbildung.
3. Chancen und Risiken von ETF's: Hier werden die Vorteile der Transparenz und Kosteneffizienz gegen systematische Risiken wie Länderrisiken sowie spezifische Index- und Kontrahentenrisiken abgewogen.
4. Schlussbemerkung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass ETFs eine ernst zu nehmende Investmentalternative darstellen, jedoch ein gewisses Maß an Fachwissen beim Anleger voraussetzen.
Schlüsselwörter
Exchange Traded Funds, ETFs, Passives Portfoliomanagement, Indexierung, Full Replication, Optimised Sampling, Swap-basierte ETFs, Transparenz, Kosteneffizienz, Marktrisiko, Länderrisiko, Indexrisiko, Kontrahentenrisiko, Diversifikation, Finanzmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Darstellung der Anlageklasse der Exchange Traded Funds (ETFs) und deren Bedeutung im modernen Portfoliomanagement.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Grundkonzept, der historischen Entstehung, den technischen Methoden der Indexierung sowie der Gegenüberstellung von Chancen und Risiken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Entwicklung der ETFs zu beleuchten und zu analysieren, welche Vor- und Nachteile sich für Anleger im Vergleich zu klassischen, aktiv gemanagten Fonds ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive Seminararbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung von Finanzmarktdaten basiert.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Indexierungsmethoden) und die kritische Analyse der Chancen (Transparenz, Kosten) sowie der Risiken (Länder-, Index-, Kontrahentenrisiken).
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind passive Anlagestrategie, Diversifikation, Transparenz, Kostenstruktur und Risikomanagement.
Wie unterscheiden sich Swap-basierte ETFs technisch von der Full Replication?
Während bei der Full Replication der Index direkt durch den Kauf der enthaltenen Einzelwerte abgebildet wird, nutzen Swap-basierte ETFs ein beliebiges Basisportfolio und tauschen dessen Performance über ein Swap-Geschäft mit einem Kontrahenten gegen die Rendite des Zielindex.
Warum wird die Komplexität moderner ETF-Produkte kritisch hinterfragt?
Die Kritik, unter anderem vom Financial Stability Board, richtet sich gegen die verminderte Transparenz synthetischer Produkte und die damit verbundenen, potenziellen systemrelevanten Kontrahentenrisiken.
Welche Rolle spielt die "Theorie der effizienten Märkte" in dieser Arbeit?
Sie dient als theoretische Rechtfertigung für das passive Portfoliomanagement, da sie die Schwierigkeit betont, langfristig eine Überperformance gegenüber dem Gesamtmarkt zu erzielen.
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- Tim Kapffenstein (Author), 2011, Exchange Traded Funds - Eine Darstellung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/188908