Die Französin Sarah Bernhardt führte bei allen Reisen einen Sarg aus Rosenholz bei sich, weil sie einmal geträumt hatte, sie werde im Ausland sterben, was aber nicht eintraf. Die Italienerin Eleanora Duse lehnte bereits zu Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn Schminke und Maske ab und vertraute lieber ihrem sehr ausdrucksfähigen Gesicht mit den großen dunklen Augen. Die Deutsche Agnes Fink wurde zu Beginn ihrer Karriere vom Direktor des Heidelberger Theaters, an dem sie ihr Debüt feierte, als das Untalentierteste, was ihm je begegnet sei betrachtet und deswegen nach Hause geschickt. Diese und andere „Königinnen des Theaters“ wie Hedwig-Bleibtreu Paulsen, Elisabeth Flickenschildt, Therese Giehse, Luise Gottsched, Lotte Lenya, Adah Isaacs Menken, Friederike Caroline Neuber, Helene Weigel und Maria Wimmer werden in dem gleichnamigen Taschenbuch des Wiesbadener Autors Ernst Probst vorgestellt. Er veröffentlichte von 1986 bis heute rund 200 Bücher, Taschenbücher, Broschüren und E-Books. Eine seiner Spezialitäten sind Biografien berühmter Frauen.
Inhaltsverzeichnis
Sarah Bernhardt
Die „umjubelte Kameliendame“ / Seite 13
Hedwig Bleibtreu-Paulsen
Die große Künstlerin am „Wiener Burgtheater“ / Seite 21
Eleonora Duse
Die „Göttliche der Theaterbühne“ / Seite 25
Agnes Fink
Die große deutsche Tragödin / Seite 31
Elisabeth Flickenschildt
Die „Königin des Theaters“ / Seite 37
Therese Giehse
Die große deutsche Charakterdarstellerin / Seite 47
Luise Gottsched
Die Mitstreiterin der Bühnenreform / Seite 53
Lotte Lenya
Die berühmte Brecht-Interpretin / Seite 61
Adak Isaacs Menken
Der Showstar im Wilden Westen / Seite 71
Friederike Caroline Neuber
Die Theaterpionierin aus Sachsen / Seite 79
Helene Weigel
Die „Gralshüterin von Brecht-Inszenierungen“ / Seite 87
Maria Wimmer
Die „Callas des Theaters“ / Seite 93
Zielsetzung & Themen
Dieses Werk bietet eine biografische Aufarbeitung bedeutender Schauspielerinnen der Theatergeschichte. Ziel ist es, das Leben und Wirken dieser Künstlerinnen zu beleuchten, ihre künstlerische Entwicklung darzustellen und ihren jeweiligen Einfluss auf die Theaterlandschaft ihrer Zeit nachzuvollziehen.
- Biografische Skizzen bedeutender Theaterschauspielerinnen vom 18. bis zum 20. Jahrhundert.
- Analyse des künstlerischen Einflusses und der Innovationskraft auf die Bühnenentwicklung.
- Betrachtung von Lebenswegen in verschiedenen kulturellen und historischen Kontexten.
- Dokumentation von schauspielerischen Erfolgen und dem gesellschaftlichen Stellenwert der porträtierten Frauen.
Auszug aus dem Buch
Sarah Bernhardt
Frankreichs gefeiertste Schauspielerin um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war Sarah Bernhardt (1844–1923), eigentlich Henriette-Rosine Bernard. Die „göttliche Sarah“ brillierte in klassischen, modernen und sogar männlichen Rollen wie Hamlet. Besonders gelobt wurde ihre Rolle als „Kameliendame“ von Alexandre Dumas dem Jüngeren (1824–1895). Aus ihrer Feder stammen Lustspiele, Romane und Erinnerungen.
Henriette-Rosine Bernard kam vermutlich am 22. Oktober 1844 in Paris zur Welt. Als Geburtsdatum wird manchmal auch der 25. September 1844 genannt. Ihr Geburtsort ist ebenfalls nicht gesichert. Vier Städte – darunter sogar Frankfurt an der Oder – stritten sich schon um die Ehre, ihr Heimatort zu sein.
Erzogen wurde Henriette-Rosine Bernard im Kloster Grand-Champs in Versailles. Ab 1858 ließ sie sich am Pariser Konservatorium ausbilden. 1862 feierte sie als Iphigenie ihr Debüt an der „Comédie Française“, was jedoch vom Publikum kaum beachtet wurde. Auch ihre Auftritte am „Porte-Saint-Martin Theater“ und am „Theater du Gymnase“ fanden noch wenig Echo.
Zusammenfassung der Kapitel
Sarah Bernhardt: Die Biografie zeichnet das Leben der „göttlichen Sarah“ nach, von ihrer Ausbildung am Konservatorium bis zu ihrem weltweiten Erfolg als gefeierte Schauspielerin.
Hedwig Bleibtreu-Paulsen: Ein Porträt der bedeutenden Burgschauspielerin, die ihre Karriere bereits als Kind begann und über Jahrzehnte das Wiener Theaterleben prägte.
Eleonora Duse: Das Kapitel beschreibt den Aufstieg der italienischen Künstlerin, die als „Göttliche“ verehrt wurde und durch ihr ausdrucksstarkes Spiel neue Maßstäbe setzte.
Agnes Fink: Eine Darstellung des Lebenswegs der Tragödin, die sowohl auf der Bühne als auch im Fernsehen durch ihre intensive Charakterdarstellung überzeugte.
Elisabeth Flickenschildt: Diese Biografie würdigt die „magic lady“ des deutschen Theaters, die für ihre schauspielerische Brillanz und ihre enge künstlerische Verbindung zu Gustaf Gründgens bekannt war.
Therese Giehse: Das Kapitel beleuchtet das Leben und Wirken der großen Charakterdarstellerin, insbesondere ihre Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht.
Luise Gottsched: Eine Würdigung der bedeutenden Lustspieldichterin und ihrer zentralen Rolle bei der Reform des deutschen Theaters im 18. Jahrhundert.
Lotte Lenya: Porträt der Sängerin und Schauspielerin, die vor allem durch ihre Brecht-Interpretationen Weltruhm erlangte.
Adak Isaacs Menken: Eine Schilderung des turbulenten Lebens des Showstars im Wilden Westen und ihrer Karriere als Schauspielerin und Dichterin.
Friederike Caroline Neuber: Das Kapitel beschreibt die Leistungen der „Mutter des Deutschen Theaters“ und ihr Engagement für die Professionalisierung der Bühne.
Helene Weigel: Würdigung der Epochen-Schauspielerin und ihrer Rolle als Gralshüterin der Inszenierungen von Bertolt Brecht.
Maria Wimmer: Porträt der als „Callas des Theaters“ bezeichneten Tragödin, deren Karriere durch ihre heldischen und dämonischen Rollen geprägt war.
Schlüsselwörter
Biografien, Schauspielerinnen, Theatergeschichte, Bühne, Charakterdarstellung, Inszenierung, Regie, Tragödin, Bühnenreform, Brecht, Schauspiellaufbahn, Theaterkunst, Dramatik, Kulturgeschichte, Aufführungspraxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Buch grundsätzlich?
Das Buch versammelt biografische Porträts herausragender Schauspielerinnen, die die Theatergeschichte maßgeblich geprägt haben.
Welche Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit deckt verschiedene Epochen des Theaters ab und beleuchtet sowohl die künstlerischen Erfolge als auch die persönlichen Lebenswege der porträtierten Frauen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Leben und Wirken dieser Schauspielerinnen zu würdigen und ihren spezifischen Einfluss auf die Theaterkultur aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Quellenrecherche, um die Biografien historisch fundiert und faktentreu darzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden nacheinander die Lebensgeschichten von elf bedeutenden Theaterschaffenden detailliert dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Schlüsselbegriffe sind Theatergeschichte, Biografien, Schauspielkunst, Bühnenreform und Kulturgeschichte.
Wie war die Beziehung zwischen Elisabeth Flickenschildt und Gustaf Gründgens?
Sie verband eine tiefe Seelenverwandtschaft; Gründgens förderte sie künstlerisch und sie galt als die einzige Schauspielerin, die ihm ebenbürtig „an die Wand spielen“ konnte.
Welche Rolle spielte Luise Gottsched für das Theater?
Sie war eine bedeutende Lustspieldichterin und maßgebliche Mitstreiterin bei der von ihrem Mann Johann Christoph Gottsched initiierten Theaterreform im 18. Jahrhundert.
Was zeichnete das Spiel von Lotte Lenya aus?
Sie war besonders für ihre rauchige Stimme und ihre unverwechselbaren Interpretationen von Werken Bertolt Brechts und Kurt Weills bekannt.
- Arbeit zitieren
- Ernst Probst (Autor:in), 2012, Königinnen des Theaters, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/188907