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"Visuell ist der Faschismus keineswegs tot" - Zur Problematik der Verwendung visueller Quellen als ,Veranschaulichung’ von Geschichte (anhand einer Beispielfotografie)

Titel: "Visuell ist der Faschismus keineswegs tot" - Zur Problematik der Verwendung visueller Quellen als ,Veranschaulichung’ von Geschichte (anhand einer Beispielfotografie)

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 20 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Christoph Eyring (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die (Geschichts-)Forschung hat in den letzten Jahrzehnten eine Fülle an Publikationen hervorgebracht, die sich beschäftigen mit der Fotografie ,als solcher’ und mit der Frage der Verwendbarkeit von Fotografien als historische Quellen. Philosophische Ansätze existieren neben praktisch orientierten. „Der Macht und der Masse der Bilder nicht nur mit kulturkritischer Resignation zu begegnen ist eine gesellschaftliche Aufgabe, der sich auch die Geschichtswissenschaft nicht entziehen darf.“ Gegenstand der Untersuchungen ist oft auch die Frage, inwiefern sich das Medium Fotografie verwenden lässt, um mit seiner Hilfe Geschichte zu ,veranschaulichen’.
Besonders problematisch erscheint ein unreflektierter Umgang mit Fotografien, wenn diese zur ,Veranschaulichung’ nationalsozialistischer Geschichte herangezogen werden. Gerhard Paul konstatiert: „Nicht aus der Analyse von Reden und programmatischen Schriften, nicht mit den Mitteln der Ideologiekritik läßt sich das Wesen des deutschen Faschismus erfassen, sondern aus seinen öffentlichen Bildern und Inszenierungen.“ Weiterhin heißt es bei ihm: „Da die Bilder von damals nicht begriffen sind, werden sie kritiklos tradiert und mit ihnen ihre emotionale Faszinationskraft und die in ihnen enthaltenen Deutungs- und Orientierungsmuster. Visuell ist der Faschismus keineswegs tot.“
Inwiefern nationalsozialistische Deutungsmuster dadurch tradiert werden, dass Fotografien zur bloßen ,Veranschaulichung’ von Geschichte herangezogen werden, während eine differenzierte Analyse der Wirkungsmacht der Fotografie sowie von ihrem ,Status’ (vor allem innerhalb des Gesamtzusammenhangs, welcher in der Regel auch Text sowie weitere Quellen beinhaltet) ausbleibt, möchte ich im Folgenden beispielhaft ausführen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Fotografie

3. Bedeutungsgebung durch die Bildbeschriftung

4. Die Suggestivkraft der Fotografie

5. Die Fotografie und ihr propagandistischer Charakter

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch, inwieweit die Verwendung von Fotografien als bloße „Veranschaulichung“ historischer Ereignisse in Geschichtslehrbüchern problematisch ist. Anhand einer spezifischen Beispielfotografie, die den nationalsozialistischen Fackelzug am 30. Januar 1933 darstellen soll, analysiert der Autor, wie mangelnde Kontextualisierung und suggestive Bildbeschriftungen zur unreflektierten Tradierung ideologischer Deutungsmuster beitragen können.

  • Problematik der bildlichen „Veranschaulichung“ von Geschichte
  • Die Rolle der Bildbeschriftung bei der Deutung von Fotografien
  • Suggestivkraft und propagandistischer Charakter von NS-Bildmaterial
  • Notwendigkeit einer quellenkritischen Kontextualisierung im Unterricht
  • Manipulation durch mediale Inszenierungen und Sprachgebrauch

Auszug aus dem Buch

3. Bedeutungsgebung durch die Bildbeschriftung

Die Bedeutung wird der Fotografie also zum Einen durch die Bildbeschriftung gegeben. Diese selbst ist zweigeteilt: Sie besteht aus einem einzelnen unterstrichenen Begriff („Freudentaumel ...“) sowie weiteren, die Fotografie ,erläuternden’ Worten („Mit einem gigantischen Fackelzug, organisiert vom späteren Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, feierten die Nationalsozialisten die »Machtübernahme« am 30.1.1933 (Foto)“). In welcher Beziehung zueinander stehen nun die Fotografie und der hinzugefügte, sie begleitende bzw. beschriftende Text?

Roland Barthes untersucht in einer 1961 entstandenen Arbeit u. a. Text-Bild-Beziehungen im Hinblick darauf, wie Text (als eine grundsätzlich andere Struktur als das fotografische Bild) eine Fotografie mit einer bestimmten Bedeutung versehen, also konnotieren kann. Ganz allgemein erwähnt Barthes zunächst eine Umkehrung, die in Bezug auf Text-Bild-Beziehungen zu beobachten sei: Das Bild

„illustriert [...] nicht mehr das Wort; struktural gesehen parasitiert vielmehr das Wort das Bild; die Umkehrung hat ihren Preis: Bei den traditionellen Weisen der »Illustration« funktionierte das Bild als eine episodische Rückkehr zur Denotation, und zwar von einer Hauptbotschaft (dem Text aus), die als konnotiert empfunden wurde, da sie eben einer Illustration bedurfte; in der neuen Beziehung tritt nicht das Bild zur Erhellung oder »Realisierung« des Wortes hinzu; das Wort tritt zur Sublimierung, Pathetisierung oder Rationalisierung des Bildes hinzu; doch da diese Operation beiläufig geschieht, scheint diese neue Informationsmenge hauptsächlich auf eine objektive (denotierte) Botschaft gegründet, bei der das Wort nur eine Art zusätzliche, beinahe folgenlose Vibration ist; früher illustrierte das Bild den Text (ließ ihn klarer werden); heute belastet der Text das Bild [...]“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Herausforderung der Geschichtswissenschaft, Fotografien als historische Quellen jenseits bloßer „Veranschaulichung“ kritisch zu hinterfragen.

2. Die Fotografie: In diesem Kapitel wird das konkret analysierte Lehrbuch-Beispiel eingeführt, das einen Fackelzug verwendet, um die nationalsozialistische Machtübernahme zu illustrieren.

3. Bedeutungsgebung durch die Bildbeschriftung: Der Autor untersucht mithilfe von Roland Barthes' Theorien, wie Texte das Bild konnotieren und ihm von außen eine Deutung „überstülpen“.

4. Die Suggestivkraft der Fotografie: Dieses Kapitel analysiert, wie das Bild durch mangelnden Kontext eine suggestive Wirkung entfaltet und welche Rolle die bewusste Inszenierung bei der Manipulation des Betrachters spielt.

5. Die Fotografie und ihr propagandistischer Charakter: Es wird dargelegt, dass das verwendete Bild keine authentische Aufnahme des 30. Januar ist, sondern eine spätere Film-Inszenierung, was den propagandistischen Charakter der Quelle verdeutlicht.

6. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Fotografien ohne fundierte Quellenkritik und Kontextualisierung für den Geschichtsunterricht ungeeignet sind, da sie die historische Realität verzerren.

Schlüsselwörter

Fotografie, Geschichtsdidaktik, Nationalsozialismus, Quellenkritik, Bildbeschriftung, Machtübernahme, Propaganda, Inszenierung, Kontextualisierung, Deutungsmuster, Volksgemeinschaft, Roland Barthes, visuelle Quellen, Medienkompetenz, Dokumentarfotos.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Problematik des unkritischen Einsatzes von Fotografien in Geschichtslehrbüchern, insbesondere wenn diese lediglich als „Veranschaulichung“ ohne fundierte Kontextualisierung genutzt werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Bildanalyse von NS-Propaganda, die Rolle von Text-Bild-Beziehungen, die Bedeutung der historischen Quellenkritik und der Einfluss medialer Inszenierungen auf die Geschichtswahrnehmung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Fotografien durch suggestive Beschriftungen und fehlende Einordnung ideologische Deutungsmuster ungebrochen tradieren können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine geschichtsdidaktische Analyse, die unter anderem auf bildtheoretischen Ansätzen (u. a. Roland Barthes) und ideologiekritischen Methoden (nach Gerhard Paul) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse einer spezifischen Fotografie, deren Bildbeschriftung, deren propagandistische Entstehungsgeschichte als Standbild aus einem NS-Film sowie deren suggestive Wirkung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Quellenkritik, Propagandafotografie, Bilddidaktik, historische Deutungsmuster und mediale Manipulation.

Warum ist das verwendete „Dokumentarfoto“ im Lehrbuch inhaltlich falsch?

Es handelt sich nicht um eine Aufnahme vom 30. Januar 1933, sondern um ein Standbild aus dem Propagandafilm „Hans Westmar“, das erst im Sommer 1933 nachgestellt wurde.

Inwiefern beeinflusst der Begriff „Machtübernahme“ die historische Einordnung?

Der Begriff wurde von den Nationalsozialisten bevorzugt, um die „Legalität“ des Ereignisses zu betonen und Assoziationen zu aktiverem Widerstand oder Eroberung, wie sie der Begriff „Machtergreifung“ provoziert, zu vermeiden.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Visuell ist der Faschismus keineswegs tot" - Zur Problematik der Verwendung visueller Quellen als ,Veranschaulichung’ von Geschichte (anhand einer Beispielfotografie)
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Politiken und Praktiken des Sehens. Ausgewählte Fragen der deutschen Zeitgeschichte in visuellen Quellen
Note
1,7
Autor
Christoph Eyring (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
20
Katalognummer
V188635
ISBN (eBook)
9783656123644
ISBN (Buch)
9783656123965
Sprache
Deutsch
Schlagworte
visuell faschismus problematik verwendung quellen veranschaulichung’ geschichte beispielfotografie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christoph Eyring (Autor:in), 2011, "Visuell ist der Faschismus keineswegs tot" - Zur Problematik der Verwendung visueller Quellen als ,Veranschaulichung’ von Geschichte (anhand einer Beispielfotografie), München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/188635
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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