Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Ungleichheit in der Welt anhand von Einkommensverteilungen innerhalb der Weltbevölkerung über die zurückliegenden zwei Jahrhunderte hinweg. Damit einher geht die zentrale Fragestellung, ob sich die Kluft zwischen Arm und Reich weiter öffnet oder schließt. Als Grundlage dient der Text „Inequality Among World Citiziens: 1820 – 1992“ von Bourguignon und Morrisson, welcher 2002 in The American Economic Review veröffentlicht wurde.
Das erklärte Ziel dieser Arbeit ist es die Entwicklungen, welche für die Veränderungen der Ungleichheit des Einkommens in der Welt verantwortlich sind, mittels geeigneter Maße sichtbar zu machen und ihre Entstehung zu erklären. Im Gegensatz zu anderen Arbeiten, welche sich mit der Einkommensverteilung zwischen den Ländern beschäftigen, konzentriert sich die vorliegende Arbeit auf die Einkommensverteilung zwischen den einzelnen Individuen.
Deshalb beginnt diese Arbeit mit der Erklärung diverser theoretischer Konzepte, die im weiteren Verlauf benötigt werden. Danach werden die von den Autoren bei der Erstellung ihrer Berechnungen verwandten Methoden erläutert und die Vorgehensweise bei der Aufbereitung und Klassifizierung der herangezogenen Ausgangsdaten dargelegt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITENDE BEMERKUNGEN
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN, ANGEWANDTE METHODEN UND DATEN ZUR WELTEINKOMMENSVERTEILUNG
2.1 Theoretische Konzepte
2.2 Angewandte Methodik
2.3 Datengrundlage
3 DIE ENTWICKLUNG DES WELTEINKOMMENSVERTEILUNG SEIT 1820
4 URSACHEN FÜR DIE VERÄNDERUNG IN DER WELTEINKOMMENSVERTEILUNG
5 DIE LEBENSERWARTUNG ALS EIN WEITERER BESTANDTEIL DER UNGLEICHHEIT
6 ZUSAMMENFASSENDE ERGEBNISSE
7 KRITISCHE WÜRDIGUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der globalen Einkommensungleichheit zwischen 1820 und 1992, mit dem Ziel, die zugrunde liegenden Faktoren wie Wirtschaftswachstum und demografische Veränderungen zu identifizieren und mittels geeigneter Ungleichheitsmaße auf individueller Ebene sichtbar zu machen.
- Analyse der globalen Einkommensverteilung und Armutsentwicklung über zwei Jahrhunderte.
- Einsatz statistischer Methoden wie Lorenzkurven, Gini-Koeffizienten und Theil-Indizes.
- Untersuchung der Ursachen für die Spreizung zwischen Ländern und Regionen.
- Integration der Lebenserwartung als zusätzliche Dimension des Lebenseinkommens.
- Kritische Reflexion der Datengrundlage und Vergleich mit alternativen Forschungsansätzen.
Auszug aus dem Buch
Die Entwicklung der Welteinkommensverteilung seit 1820
Wie in Abbildung 2 ersichtlich wird, nimmt die Ungleichheit in der Welt von 1820 -1992 konstant zu. Während 1820 die Verteilung zwischen dem oberen Dezil und den unteren 8 Dezilen noch gleich war, driftet sie seitdem unaufhörlich auseinander. Ab 1950 lässt sich eine gewisse Bodenbildung der beiden unteren Dezilen erkennen, die ab 1970 zu einer Stabilisierung in diesem Bereich führt. Dennoch nimmt auch in diesem Zeitraum die Ungleichheit weiter zu, da das obere Dezil sein seit 1890 andauerndes Pendeln um den 50 Prozent Anteil nach 1960 wieder in einen Anstieg umwandelt. Dasselbe Bild vermittelt uns der Gini Index, welcher seit 1820 im Schnitt um 1 Prozentpunkt alle 10 Jahre anstieg und sich seit 1950 um einen Wert von 0,65 eingependelt hat. (vgl. Bourginon and Morrisson (2002b) Table 1)
In Abbildung 3 ist die Lorenz-Dominanz grafisch dargestellt. Die Lorenzkurve von 1992 wird von allen anderen dominiert, wohingegen die Lorenzkurve von 1820 alle anderen dominiert. Die Lorenz-Dominanz ist insofern interessant, da sie sich nur auf die Veränderung der relativen Verteilung des Einkommens konzentriert und die Zunahme des durchschnittlichen Einkommens vernachlässigt. Somit werden Veränderungen der Sozialleistungen aus der Verteilung herausgerechnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITENDE BEMERKUNGEN: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der globalen Kluft zwischen Arm und Reich vor und skizziert den Aufbau der Untersuchung basierend auf Bourguignon und Morrisson.
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN, ANGEWANDTE METHODEN UND DATEN ZUR WELTEINKOMMENSVERTEILUNG: Hier werden die mathematischen Instrumente wie Gini-Koeffizient und Theil-Index sowie die methodische Aufbereitung der historischen Daten aus Maddison (1995) erläutert.
3 DIE ENTWICKLUNG DES WELTEINKOMMENSVERTEILUNG SEIT 1820: Dieses Kapitel beschreibt den konstanten Anstieg der weltweiten Einkommensungleichheit über den gesamten Betrachtungszeitraum hinweg.
4 URSACHEN FÜR DIE VERÄNDERUNG IN DER WELTEINKOMMENSVERTEILUNG: Die Untersuchung analysiert, wie Bevölkerungswachstum und regionale Wirtschaftsentwicklungen die globale Ungleichheit vorangetrieben oder zeitweise gebremst haben.
5 DIE LEBENSERWARTUNG ALS EIN WEITERER BESTANDTEIL DER UNGLEICHHEIT: Hier wird die Lebenserwartung als zusätzliche, einkommensunabhängige Variable eingeführt, um ein breiteres Verständnis von Lebenseinkommen zu ermöglichen.
6 ZUSAMMENFASSENDE ERGEBNISSE: Das Fazit stellt fest, dass die Ungleichheit zwischen den Ländern die dominierende Kraft hinter der globalen Entwicklung ist und die individuelle Ungleichheit signifikant beeinflusst.
7 KRITISCHE WÜRDIGUNG: Der Autor hinterfragt die Belastbarkeit der verwendeten historischen Daten und diskutiert abweichende Forschungsergebnisse anderer Ökonomen.
Schlüsselwörter
Einkommensungleichheit, Welteinkommensverteilung, Gini-Koeffizient, Theil-Index, Lebenserwartung, Armutsentwicklung, Wirtschaftswachstum, Bevölkerungszahl, Kaufkraftparität, Bourguignon, Morrisson, Historische Statistik, Globalisierung, Wohlfahrtsstaat, Lebenseinkommen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die langfristige Entwicklung der weltweiten Einkommensungleichheit zwischen den Jahren 1820 und 1992 auf Basis von Länderdaten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Divergenz der Einkommen zwischen den Nationen, die Rolle der Armut, demografische Einflüsse und die Bedeutung der Lebenserwartung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Faktoren hinter der globalen Ungleichheitsveränderung mittels statistischer Maße zu quantifizieren und zu erklären, ob die Kluft zwischen Arm und Reich wächst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden klassische Ungleichheitsmaße wie Lorenzkurven, Gini-Koeffizienten und Theil-Indizes verwendet, kombiniert mit einer Analyse historischer statistischer Datenreihen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung der Einkommensverteilung, den ursächlichen Wachstumsunterschieden zwischen Weltregionen und der Erweiterung des Ungleichheitskonzepts um die Lebenserwartung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Welteinkommensverteilung, Gini-Koeffizient, Lebenserwartung und die historische Untersuchung der Disparitäten zwischen verschiedenen Weltregionen charakterisiert.
Warum wurde die Lebenserwartung in die Untersuchung einbezogen?
Der Autor führt die Lebenserwartung ein, da sie als einkommensunabhängiger Faktor eine präzisere Beurteilung des tatsächlichen Lebenseinkommens und der Lebensqualität über Generationen ermöglicht.
Was kritisiert der Autor an der verwendeten Datengrundlage?
Der Autor weist darauf hin, dass die historischen Daten von Maddison besonders für das 19. Jahrhundert auf sehr weiten Annahmen beruhen und es zu erheblichen Differenzen mit anderen Forschungsergebnissen, etwa von Sala-i-Martin, kommt.
- Arbeit zitieren
- Fabian Baeuerle (Autor:in), 2008, Inequality among World citizens: 1820-1992, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/188070