Durch die gestiegene Informationsintensität innerhalb der Gesellschaft, wird Informationsmanagement eine immer größere Bedeutung zugemessen. Informationsmanagement hat unmittelbaren Einfluss auf den Unternehmenserfolg.
Unter Information versteht man „zweckorientiertes Wissen“, deren Zweck es ist, zielgerichtete Handlungen abzuleiten. Wenn Unternehmen die Informationsflut richtig auswerten und nutzen können, ergeben sich daraus erhebliche Wettbewerbsvorteile. Dies kann durch ein strategisch, in das Unternehmen integriertes Informationssystem geschehen.
„Informationsmanagement ist die wirtschaftliche (effiziente) Planung, Beschaf-fung, Verarbeitung, Distribution und Allokation von Informationen als Ressource zur Vorbereitung und Unterstützung von Entscheidungen (..) sowie die Gestaltung der dazu erforderlichen Rahmenbedingungen.“ Strategisches Informationsmanagement hat die Aufgabe, Voraussetzungen für ein operatives Informationsmanagement zu schaffen. Bei vielen Unternehmen ist die Errichtung eines effektiven Informationssystems noch nicht gelungen und so konnte von diesen Unternehmen der strategische Wettbewerbsvorteil, der durch eine systematische Auswertung von Informationen zu erlangen ist, noch nicht realisiert werden. Momentan fehlt es nicht an der Menge an Daten und Informationen, sondern an Instrumenten, durch die man Daten filtern und die relevanten aussortieren kann. Oftmals sind Informationen bereits im Unternehmen vorhanden und aufgrund eines mangelnden Informationssystems werden genau die gleichen Informationen zusätzlich extern hinzugekauft, was unnötige Kosten verursacht. So geben nach einer Studie von Informix² nur 21% der in Deutschland befragten Manager an, dass ihnen bei fundierten Geschäftsentscheidungen immer ausreichende Informationen zur Verfügung standen. Aus dieser Studie ergab sich, „dass in deutschen Unternehmen die Entscheidungsfindung von der informationellen Grundlage her nicht in wünschenswerter Weise abgesichert ist.“ Aufgabe des strategischen Informationsmanagements ist es, diesen Sachverhalt zu ändern und die nötigen Voraussetzungen für eine informations- bzw. wissensbasierte Entscheidungsfindung zu schaffen.
Gerade für Versicherungsunternehmen hat Informationsmanagement eine herausragende Bedeutung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die strategische Bedeutung des Informationsmanagement im Unternehmen
2.1 Aufgabenbereiche des strategischen Informationsmanagements
2.1.1 Informationsverarbeitungs- Planung
2.1.2 Informationsverarbeitungs- Controlling
2.1.3 Informationsverarbeitungs- Qualifizierung
2.1.4 Informationsverarbeitungs- Organisation
2.2 Die strategische Rolle des Informationsmanagements in Unternehmen
2.3 Grundformen der Wettbewerbsstrategie
2.3.1 Kostenführerschaft
2.3.3 Fokussierung
2.3.4 Hybride Wettbewerbsstrategien
2.4 Informationsmanagement in Versicherungsunternehmen
2.5 Strategische Informationsplanung
2.6 Bisherige Probleme des strategischen Informationsmanagement
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die strategische Rolle des Informationsmanagements in Versicherungsunternehmen. Dabei liegt der Fokus darauf, wie eine strukturierte Informationsverarbeitung als Wettbewerbsfaktor genutzt werden kann, um in einem gesättigten Markt Kunden gezielt zu binden und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens durch datengestützte Entscheidungen zu sichern.
- Strategische Bedeutung des Informationsmanagements
- Aufgabenbereiche der Informationsverarbeitung (Planung, Controlling, Organisation etc.)
- Wettbewerbsstrategien und deren Einfluss auf Informationssysteme
- Herausforderungen in der Versicherungsbranche bei der Kundengewinnung und -bindung
- Problematiken bei der Nutzung und Externalisierung von implizitem Wissen
Auszug aus dem Buch
2.4 Informationsmanagement in Versicherungsunternehmen
Gerade für Versicherungsunternehmen hat Informationsmanagement eine herausragende Bedeutung. Dies hängt mit dem Versicherungsprodukt zusammen, welches ein immaterielles, erklärungsbedürftiges Gut ist. Durch den immateriellen Charakter des Gutes, die mangelnde sinnliche Wahrnehmbarkeit und dem damit verbundenen mangelnden Kaufreiz, ist es nötig, dass der Kunde den Produktnutzen versteht. „Versicherungsschutz als Ganzes besteht somit aus den gleichberechtigt nebeneinanderstehenden Teilbereichen Deckung und Verstehen.“ Für das Zustandekommen eines Geschäfts im Versicherungsbereich ist der Austausch von Informationen unumgänglich. Gerade deshalb ist ein funktionierendes Informationssystem für den reibungslosen Austausch von Informationen von größter Wichtigkeit. Durch Information und Kommunikation kann die sachliche Distanz zum Kunden, die aus der Erklärungsbedürftigkeit des Versicherungsproduktes entsteht, überwunden und der Kunde auf einer emotionaleren Ebene angesprochen und erreicht werden. Die Bedeutung von Informationsmanagement in der Versicherungswirtschaft lässt sich auch daraus ableiten, dass die Branche rund dreimal so viel in den Ausbau und Betrieb entsprechender Technik investiert, wie der Durchschnitt der gesamten Wirtschaft.
Informationsmanagement ist für Versicherungsunternehmen auch noch aus einen anderen Grund von größter Wichtigkeit. In der Versicherungsbranche haben viele Wettbewerber die gleiche Ausstattung, die Produkte differieren kaum. Durch Informationssysteme ist es möglich, sich vom Markt abzuheben, den Kunden gezielt anzusprechen und ggf. auch Kunden der Konkurrenz abzuwerben. Ein weiterer Grund ist, dass die Konkurrenz im Versicherungsmarkt zunehmend größer wird und die Nachfrage an Versicherungen zurückgeht. Die zunehmende Konkurrenz entsteht aus mehreren Gründen, wie die Internationalisierung des Versicherungsmarktes, die zunehmende Sättigung in der Branche oder neue, zusätzliche Anbieter, wie Finanzdienstleistungsunternehmen, aber auch Branchenfremde, wie Versandhäuser. Die Bindung von Bestandskunden wird somit immer wichtiger. Die Bindung von Bestandskunden verursacht deutlich weniger Akquisitionskosten, als die Gewinnung von Neukunden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung des Informationsmanagements als Erfolgsfaktor und definiert die Herausforderungen für Unternehmen bei der systematischen Nutzung von Daten zur Erzielung von Wettbewerbsvorteilen.
2. Die strategische Bedeutung des Informationsmanagement im Unternehmen: Dieses Hauptkapitel analysiert die verschiedenen Aufgabenfelder des Informationsmanagements sowie dessen zentrale Rolle in der Verknüpfung mit Unternehmens- und Wettbewerbsstrategien.
2.1 Aufgabenbereiche des strategischen Informationsmanagements: Es werden die spezifischen Teilbereiche wie Planung, Controlling, Qualifizierung, Organisation und Sicherheit als wesentliche Pfeiler eines effektiven Informationsmanagements detailliert betrachtet.
2.2 Die strategische Rolle des Informationsmanagements in Unternehmen: Das Kapitel verdeutlicht, wie Informationen als Ressource genutzt werden können, um Umweltveränderungen frühzeitig zu erkennen und das Unternehmen effizient zu steuern.
2.3 Grundformen der Wettbewerbsstrategie: Hier werden bekannte Strategieansätze wie Kostenführerschaft, Differenzierung und Fokussierung im Kontext ihrer Anforderungen an das Informationsmanagement beleuchtet.
2.4 Informationsmanagement in Versicherungsunternehmen: Der Autor erläutert die Besonderheiten des Versicherungsprodukts und die daraus resultierende Notwendigkeit, mittels Informationsmanagement Kundenbeziehungen langfristig zu festigen.
2.5 Strategische Informationsplanung: Dieses Kapitel diskutiert die Notwendigkeit, Informationssysteme eng an der Unternehmensstrategie auszurichten, um technologische Potenziale optimal für den Geschäftserfolg zu nutzen.
2.6 Bisherige Probleme des strategischen Informationsmanagement: Es werden kritische Hürden aufgezeigt, wie etwa der Umgang mit implizitem Wissen, Akzeptanzprobleme im Management und die Schwierigkeiten bei der Erfassung schwacher Signale.
3. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass Informationsmanagement zwar als strategischer Erfolgsfaktor erkannt wurde, die praktische Umsetzung jedoch in vielen Unternehmen noch Defizite aufweist und Handlungsbedarf besteht.
Schlüsselwörter
Informationsmanagement, Strategisches Informationsmanagement, Versicherungsunternehmen, Wettbewerbsvorteil, Kundenbindung, Informationssysteme, Unternehmensstrategie, Informationsverarbeitung, Datenanalyse, Wissensmanagement, Effizienz, Wettbewerbsfähigkeit, Strategische Planung, Informationsasymmetrien, Kundennutzen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der strategischen Bedeutung des Informationsmanagements in Versicherungsunternehmen und untersucht, wie strukturierte Informationsprozesse maßgeblich zum Unternehmenserfolg beitragen.
Welche sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf den Aufgabenbereichen des Informationsmanagements, dem Zusammenhang zwischen Wettbewerbsstrategien und IT sowie der speziellen Herausforderung der Kundenbindung in der Versicherungswirtschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die strategische Rolle des Informationsmanagements darzustellen und aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Informationsnutzung Wettbewerbsvorteile erzielt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Auswertung existierender Studien und Literatur zum Informationsmanagement im betriebswirtschaftlichen und versicherungsspezifischen Kontext.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufgabengebiete des Informationsmanagements, die Verknüpfung von Unternehmensstrategie und Daten sowie die spezifischen Probleme und Anforderungen in der Versicherungsbranche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Informationsmanagement, Wettbewerbsvorteile, Kundenbindung, Strategische Planung und Informationssysteme sind die prägenden Begriffe dieser Arbeit.
Warum ist Informationsmanagement für Versicherungsunternehmen besonders kritisch?
Da Versicherungsprodukte immateriell und erklärungsbedürftig sind, ist der gezielte Informationsaustausch notwendig, um Vertrauen aufzubauen und Kunden langfristig an das Unternehmen zu binden.
Welche Probleme bestehen laut Autor bei der Umsetzung des Informationsmanagements?
Häufige Probleme sind implizites Expertenwissen, das bei Personalabgängen verloren geht, mangelnde Akzeptanz auf Führungsebene und Schwierigkeiten bei der systematischen Auswertung schwacher Signale für strategische Entscheidungen.
- Quote paper
- Master of Arts in International Insurance Isabel Kopitzki Kopitzki (Author), 2009, Die strategische Rolle des Informationsmanagement in Versicherungsunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/188063