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Produktivität - ein unklarer, aber erklärbarer Begriff

Titel: Produktivität - ein unklarer, aber erklärbarer Begriff

Hausarbeit , 2009 , 17 Seiten , Note: 2,1

Autor:in: Vincenza Incorvaia (Autor:in)

Romanistik - Italianistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Stellen wir uns vor, wir befinden uns in einem Gespräch und möchten etwas ausdrücken, wozu uns aber im wahrsten Sinne des Wortes 'die Worte fehlen'. Wie finden wir den Ausdruck, den wir suchen, um genau das sagen zu können, was wir sagen möchten?
Aronoff und Fudemann (2007) sprechen folgende Theorie an, die davon ausgeht, dass wir drei Möglichkeiten haben, um zu dem gesuchten Wort zu gelangen: Zum einen durchsuchen wir unser mentales Lexikon nach dem passenden Ausdruck. Das mentale Lexikon ist unser persönlicher Wortschatz, den wir uns seit unserer Geburt angeeignet haben und ständig erweitern. Die zweite Möglichkeit ist, einen Ausdruck mithilfe von uns bereits bekannten Regeln zu bilden und die dritte besteht darin, einen neuen Ausdruck mithilfe der Analogie zu kreieren.
Doch nach welchen Kriterien produzieren wir neue Ausdrücke? Wonach suchen wir uns die jeweiligen Affixe aus, mithilfe derer wir neue Lexeme erfinden? Und warum gibt es Affixe, die häufiger in einem Sprachgebrauch vorkommen als andere?
Mit all diesen Fragen beschäftigt sich unter anderem die Produktivität in der Morphologie. Es ist sicher nicht falsch zu behaupten, dass Produktivität zu einem der unklarsten Begriffe in der Linguistik gehört. So meint auch Mayerthaler (1981: 124): “'Productivity' is among the least clear concepts in linguistics.“
Dennoch ist es möglich, Produktivität zu beschreiben und sie mithilfe neuer Erkenntnisse immer wieder ein Stückchen mehr zu präzisieren, um eine klare Vorstellung zu bekommen.
In dieser Arbeit geht es darum, anhand von verschiedenen Theorien, Ansätzen und Beispielen Produktivität näher zu erläutern. Des weiteren möchte ich zeigen, dass Produktivität nichts total Abstraktes ist und sich durchaus auch regelmäßige Muster erkennen lassen. Hierfür sollen auch die Beschränkungen angeführt werden, die erklären, warum manche mögliche Neologismen in der Sprache nicht realisiert werden. So soll letztlich festgestellt werden, dass, so unklar der Begriff auch sein mag, er gewisse Strukturen beinhaltet, die zeigen, dass Produktivität ein wichtiger Bereich der Morphologie ist, den es zu erforschen gibt und der mit zunehmender Zeit immer klarer definiert wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0.Einleitung

1. Produktivität

1.1. Aktuale und usuelle Lexeme

1.2. Verschiedene Definitionen

1.2.1. Haspelmath (2002)

1.2.2. Rainer (1993)

1.2.3. Was ist produktiv?

2. Grade der Produktivität

2.1. Booij (2005)

2.2. Aronoff und Anshen (1988)

3. Beschränkungen der Wortbildungsregeln

3.1. Phonologische Beschränkungen

3.2. Morphologische Beschränkungen

3.3. Syntaktische Beschränkungen

3.4. Semantische Beschränkungen

3.5. Pragmatische Beschränkungen

3.6. Blocking

4. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, den in der Linguistik oft als unklar bezeichneten Begriff der Produktivität innerhalb der Morphologie zu definieren und durch verschiedene theoretische Ansätze sowie empirische Beispiele greifbarer zu machen. Dabei wird untersucht, welche regelmäßigen Muster der Wortbildung existieren und warum bestimmte mögliche Neologismen in der Sprache keine Realisierung finden.

  • Grundlagen der Produktivität und Differenzierung von Lexemtypen
  • Methodische Ansätze zur Messung von Produktivität (Haspelmath, Rainer, Booij)
  • Die Rolle der Analogie vs. morphologischer Regeln
  • Klassifizierung verschiedener Beschränkungen der Wortbildung
  • Theoretische Konzepte wie Blocking und deren Funktion im Lexikon

Auszug aus dem Buch

1.1. Aktuale und usuelle Lexeme

Untersucht man die Morphologie einer Sprache, so untersucht man im Grunde das Bewusstsein des Sprechers dieser Sprache für die Struktur und die Bildung komplexer Worte. Außerdem ist die Überlegung, dass in der Morphologie manches wahrscheinlicher ist als anderes. Es gibt zwar eine ungeheure Zahl an möglichen, potentiellen Lexemen, aber vermutlich werden nicht alle potentiellen Lexeme auch zu aktualen Lexemen (Aronoff und Fudemann 2007: 211).

Auch Haspelmath (2002: 39) unterscheidet hierbei zwischen zwei verschieden Arten von Lexemen: Zum einen gibt es die aktualen Lexeme, die im Lexikon stehen, uns zum größten Teil bekannt sind und im Sprachgebrauch häufig verwendet werden. Zum anderen nennt er die usuelles Lexeme, die auch er alternativ potentielle oder mögliche Lexeme nennt. Diese stehen nicht im Lexikon.

Verbreitet nun ein Sprecher ein usuelles Lexem so, dass es sich im Wortschatz vieler Sprecher verankert, so kann es zu einem aktualen Lexem werden. Haspelmath (2002: 39) führt als Beispiel hierfür das Wort bagelized ein: Bagelized existiert (bisher) nicht als aktuales Wort. Trotzdem können wir uns vorstellen, dass es etwas mit dem essbaren Bagel, einem Gebäck aus Hefeteig, zu tun hat. Außerdem deutet -ized auf die Partizipform eines englischen Verbs an. Das sagt uns unsere Kenntnis über die morfologische Struktur der englischen Sprache. Wir betrachten es also als usuelles, mögliches Wort. Usuelles Wort, da es uns unbekannt ist, wir es also in keinen Bezug zu etwas stellen können und den Ausdruck folglich auch nicht zur Kommunikation gebrauchen.

Zusammenfassung der Kapitel

0.Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und erläutert die Ambivalenz des Begriffs Produktivität in der Linguistik sowie die Zielsetzung der Arbeit.

1. Produktivität: Hier werden die Grundlagen erarbeitet, insbesondere der Unterschied zwischen aktualen und usuellen Lexemen sowie verschiedene wissenschaftliche Definitionen.

2. Grade der Produktivität: Dieses Kapitel befasst sich mit der graduellen Natur der Produktivität und stellt quantitative Messmethoden sowie experimentelle Ansätze vor.

3. Beschränkungen der Wortbildungsregeln: Es werden diverse Restriktionen analysiert, die verhindern, dass alle theoretisch möglichen Wortbildungen auch tatsächlich in der Sprache realisiert werden.

4. Schlussbemerkung: Das Fazit fasst zusammen, dass Produktivität trotz ihrer Komplexität strukturierten Mustern folgt und ein zentrales Feld der morphologischen Forschung darstellt.

Schlüsselwörter

Produktivität, Morphologie, Wortbildung, Neologismen, Lexikon, Analogie, Beschränkungen, Hapax legomena, Sprachgebrauch, Linguistik, usuelles Lexem, aktuales Lexem, Blocking.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den linguistischen Begriff der Produktivität in der Morphologie und erforscht, wie neue Wörter entstehen und welchen Mustern oder Beschränkungen dieser Prozess unterliegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Einordnung der Produktivität, die Abgrenzung von Lexemtypen, Methoden zur Messung von Produktivität sowie die Analyse von Restriktionen in der Wortbildung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den oft als unklar beschriebenen Begriff der Produktivität durch eine systematische Analyse von Theorien, Beispielen und Beschränkungen präziser fassbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse linguistischer Fachliteratur, dem Vergleich verschiedener Expertenmeinungen sowie der exemplarischen Anwendung morphologischer Modelle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Produktivität, die Diskussion über deren Gradualität und eine detaillierte Aufarbeitung phonologischer, morphologischer, syntaktischer, semantischer und pragmatischer Beschränkungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Produktivität, Morphologie, Wortbildung, Neologismen, Lexikon, Analogie, Blocking und diverse linguistische Beschränkungsarten.

Was unterscheidet ein aktuales von einem usuellen Lexem?

Aktuale Lexeme sind bereits etablierte Wörter im Lexikon, während usuelle (oder potentielle) Lexeme zwar nach Regeln gebildet werden können, aber bisher nicht im allgemeinen Sprachgebrauch verankert sind.

Warum gibt es keine "Käferin" oder "Wurmin" im Deutschen?

Dies wird auf pragmatische Beschränkungen zurückgeführt; das Konzept der Unterscheidung von männlichen und weiblichen Tieren ist für Käfer oder Würmer im allgemeinen Sprachgebrauch nicht relevant genug.

Was versteht man unter dem linguistischen Phänomen "Blocking"?

Blocking dient der Ökonomie des Lexikons: Wenn bereits ein Ausdruck für einen Begriff existiert, wird die Bildung eines neuen, synonymen Begriffs durch eine bereits vorhandene Form blockiert.

Welche Rolle spielt die Analogie bei der Wortneubildung?

Die Analogie ermöglicht es Sprechern, neue Wörter in Anlehnung an bereits bekannte Muster oder einzelne Wörter zu bilden, auch wenn kein strenges formales morphologisches Regelwerk vorliegt.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Produktivität - ein unklarer, aber erklärbarer Begriff
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Romanistik)
Veranstaltung
Proseminar
Note
2,1
Autor
Vincenza Incorvaia (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V187997
ISBN (Buch)
9783656115939
ISBN (eBook)
9783656116066
Sprache
Deutsch
Schlagworte
produktivität begriff
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Vincenza Incorvaia (Autor:in), 2009, Produktivität - ein unklarer, aber erklärbarer Begriff, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/187997
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Leseprobe aus  17  Seiten
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