In der folgenden Arbeit beschäftige ich mich mit der Immobilienkrise in den USA. Diese Krise wird auch Subprime- oder Hypotheken-Krise genannt, da die Gründe dafür bei der schlechten Bonität der Kunden im Subprime-Sektor und den dadurch zuhauf ausgefallenen Hypotheken zu finden sind. Subprimes sind Kredite an Kunden, die kaum oder gar keine Sicherheiten bieten können. Dadurch muss die Bank ein deutlich höheres Risiko als bei Kunden im Prime-Sektor eingehen.
Seit 2001 wurden jedoch vermehrt an ebensolche Kunden mit schlechter Bonität Kredite gegeben, weil auf dem Markt eine hohe Liquidität vorherrschte. Aufgrund einer hohen Nachfrage nach neuen Anlagemöglichkeiten mit hoher Rendite, wurden von den Banken neue
forderungsbesicherte Wertpapierkonstrukte entwickelt. In diesen neuen Finanzprodukten konnten Kreditgeber ihre Forderungen an Schuldner weiterverkaufen und so ebenfalls auch die Risiken abgeben. Dadurch wurden die Risiken weit verteilt, auch über die amerikanischen Grenzen hinweg. Mittlerweile weitet sich die Immobilienkrise zu einer Wirtschaftskrise in den USA aus, die das Wirtschaftswachstum ernsthaft gefährdet. Der Finanzmarkt wurde durch diese schwierig zu bewertenden Wertpapiere sehr unübersichtlich. Aufgrund dieser Komplexität sind bis jetzt alle Folgen sehr schlecht abzuschätzen.
Ich möchte vor allem die Ursachen der Immobilienkrise und deren Auswirkungen auf private Haushalte und auf die Wirtschaft untersuchen. Außerdem möchte ich die Lösungsversuche von unterschiedlichen Institutionen analysieren und auf ihre Wirksamkeit prüfen.
Inhaltsverzeichnis
1 Bibliografische Beschreibung
1.1 Referat
1.2 Abstract
2 Inhaltsverzeichnis
3 Verzeichnis über verwendete Abkürzungen
4 Der Weg in die Krise
4.1 The American Dream
4.2 Federal Funds Rate
4.3 Der Kredit- und Immobilienmarkt
4.4 Adjustable Rate Mortgages (ARM)
4.5 Forderungsbesicherte Wertpapiere
5 Die Krise macht sich bemerkbar
5.1 Zahlungsrückstände und Zwangsversteigerungen
5.2 Abschreibungen, Aktienkurse und Insolvenz
6 Lösungsversuche
6.1 Die Fed
6.2 Die amerikanische Politik
6.3 Banken und Unternehmen
7 Zusammenfassung und Ausblick
8 Literaturverzeichnis
9 Verzeichnis der Fachworterklärungen
10 Abbildungsverzeichnis
11 Anlagen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen, den Verlauf und die Auswirkungen der Immobilienkrise in den USA sowie die Wirksamkeit staatlicher und institutioneller Lösungsversuche auf die betroffenen Akteure und das Finanzsystem.
- Ursachenanalyse der US-Immobilienkrise (Subprime-Krise)
- Rolle der Federal Reserve (Leitzinspolitik)
- Mechanismen der Kreditverbriefung und deren systemische Risiken
- Sozioökonomische Auswirkungen auf private Haushalte
- Analyse von Rettungsprogrammen wie "FHASecure" und "HOPE for Homeowners"
Auszug aus dem Buch
4.5 Forderungsbesicherte Wertpapiere
Als Folge der Internetkrise 2001 herrschte auf dem Markt eine hohe Liquidität. Investoren, wie Hedgefonds, Versicherer und Investmentbanken, suchten nach neuen Anlagemöglichkeiten. Durch diese Nachfrage beflügelt, entwarfen Kreditinstitute immerneue Finanzprodukte; Forderungsbesicherte Wertpapiere, wie Collateralized Debt Obligations (CDOs), Asset Backed Securities und Mortgage Backed Securities (MBS) sind weit verbreitet. Banken und andere Finanzierer – Originatoren – können diese Nachfrage bedienen, indem sie Hypotheken und andere Kredite zu großen Paketen zusammenfassen und in handelbare Wertpapiere umwandeln. Dabei werden die Forderungen an Dritte – Investoren – verkauft. Diesen Vorgang nennt man Verbriefung der Kredite. Diese ABS wurden häufig noch weiter verpackt und mehrfach verkauft. Dadurch wurde das ganze Finanzsystem extrem undurchsichtig.
Trotzdem wurde die Verbriefung von Kreditforderungen als „die [wahrscheinlich] wichtigste Finanzinnovation der vergangenen Jahre“ (Schürmann, Welp: Elitärer Zirkel. S. 48) gefeiert, da sich die Finanzprodukte zu einem wichtigen Katalysator des lang anhaltenden Wirtschaftsboom in den USA entwickelten.
Zusammenfassung der Kapitel
4 Der Weg in die Krise: Dieses Kapitel erläutert die ideologischen und ökonomischen Grundlagen der Krise, insbesondere den "American Dream" und die Rolle der Leitzinspolitik.
5 Die Krise macht sich bemerkbar: Hier werden die konkreten Auswirkungen wie steigende Zahlungsrückstände, Zwangsversteigerungen und der daraus resultierende finanzielle Druck auf Banken analysiert.
6 Lösungsversuche: Dieses Kapitel bewertet die verschiedenen Strategien von der Fed, der Politik und privaten Finanzakteuren zur Eindämmung der wirtschaftlichen Turbulenzen.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Es erfolgt eine abschließende Synthese der Ereignisse und eine Einschätzung, ob die ergriffenen Maßnahmen die Krise effektiv adressieren konnten.
Schlüsselwörter
Immobilienkrise, Subprime, Hypotheken, Zwangsversteigerungen, Federal Reserve, Leitzins, Verbriefung, Finanzprodukte, CDOs, Wertverlust, Rettungsprogramme, Wirtschaftskrise, Kreditausfall, Investoren, Finanzmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entstehung und Ausbreitung der US-Immobilienkrise (auch Subprime-Krise genannt) und ihre Auswirkungen auf das globale Finanzsystem.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Entwicklung der Immobilienblase, die Rolle riskanter Finanzprodukte wie CDOs, die Auswirkungen steigender Zinsen auf Privathaushalte und die Rettungsbemühungen staatlicher Institutionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Untersuchung der Ursachen der Krise, ihrer Auswirkungen auf Haushalte und Wirtschaft sowie die Analyse der Wirksamkeit verschiedener Lösungsansätze.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, statistische Datenreihen und graphische Darstellungen zur Preisentwicklung und Kreditsituation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt den Weg in die Krise, die Zunahme von Zahlungsausfällen und Zwangsversteigerungen sowie die Lösungsversuche von Fed, Politik und Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Immobilienkrise, Subprime-Kredite, Verbriefung, Zwangsversteigerungen, Leitzinspolitik und Rettungsmaßnahmen.
Wie funktionierte das System der Kreditverbriefung?
Banken bündelten Kredite in Paketen und übertrugen diese an Zweckgesellschaften (SPVs), die daraus handelbare Wertpapiere an Investoren verkauften, wodurch Risiken verteilt, aber auch intransparent wurden.
Warum griffen staatliche Programme wie "FHASecure" ein?
Die Programme sollten einkommensschwache, aber zahlungswillige Haushalte durch Refinanzierung vor Zwangsversteigerungen bewahren, um so den Immobilienmarkt zu stabilisieren und Banken zu entlasten.
- Quote paper
- Kristina Riedel (Author), 2008, Die Immobilienkrise in den USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/187909