Die Zeiten steigenden Kostendrucks, Vertrauensrückgang der Kunden und die Verzahnung
mehrerer Anspruchsgruppen nehmen zunehmend und mit Nachdruck Einzug in den Bereich
des Gesundheitswesens. Auch wenn das Vorhandensein eines Qualitätsmanagementsystems
in einigen Bereichen dieser Branche bereits gesetzlich gefordert wird, bieten zertifizierte
Qualitätsstandards diesen Organisationen Vorteile bei der Verhandlung mit Kostenträgern und
eine bessere Stellung im Wettbewerb mit der Konkurrenz. In Addition mit
organisationsinterner Prozessoptimierung und Transparenzschaffung ebnen diese Instrumente
den Weg in eine qualitätsorientierte und –fordernde Zukunft. Wie sich diese
Managementmethoden ihren Weg in den betrieblichen Alltag einer gemeinnützigen
Gesellschaft mit beschränkter Haftung aus dem Raum Rheinhessen – Nahe bahnen, soll in der
vorliegenden Arbeit mit dem Titel „Qualitätsmanagement aus unterschiedlichen Perspektiven:
Einzug eines betriebswirtschaftlichen Steuerungsinstruments in das Gesundheitswesen“
erläutert werden.
In Anlehnung an das Prinzip vom „Allgemeinen zum Speziellen“ wird die Entstehung vom
Denken in Prozessen im ersten Kapitel zum Management als Basis organisatorischer
Optimierung vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Management als Basis organisatorischer Optimierung
2.1 Zur Geschichte des Managements
2.2 Managementansätze -instrumente und -funktionen
2.2.1 Innovationsmanagement
2.2.2 Wissensmanagement
3. Begriff und Geschichte des Qualitätsmanagements
3.1 Zum Qualitätsbegriff
3.2 Geschichte und Ursprünge des Qualitätsmanagements
3.3 Qualität als Unternehmensmaxime
3.4 Unternehmenszertifizierung
3.4.1 Die DIN EN ISO 9000 – Familie
3.4.2 Kurzbeschreibung der Zertifizierungsphasen am Beispiel des MDK RLP
3.4.3 Zertifizierungsboom
4. Qualitätsmanagement aus unterschiedlichen Perspektiven
4.1 Qualitätsmanagement aus Sicht der Gesundheitseinrichtung
4.2 Qualitätsmanagement aus Sicht der Mitarbeiter
4.3 Qualitätsmanagement aus Sicht der Kostenträger
5. Die DRK – Studie
5.1 Vorstellung der Studie
5.2 Ergebnisse der Studie und Interpretation
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Etablierung und Wirksamkeit von betriebswirtschaftlichen Qualitätsmanagement-Systemen (QM) im Gesundheitswesen, wobei insbesondere die Perspektiven von Einrichtungen, Mitarbeitern und Kostenträgern sowie die praktische Umsetzung anhand einer Fallstudie beleuchtet werden.
- Grundlagen des modernen Managements und Prozessoptimierung.
- Entwicklung und Bedeutung des Qualitätsmanagements und der DIN EN ISO 9000-Normen.
- Interessenkonflikte und Erwartungshaltungen der verschiedenen Akteure im Gesundheitssektor.
- Empirische Analyse des Qualitätsmanagements am Beispiel des DRK Rheinhessen-Nahe.
- Kosten-Nutzen-Aspekte und die Rolle des Qualitätsmanagements für die Zukunft des Gesundheitswesens.
Auszug aus dem Buch
3.1 Zum Qualitätsbegriff
Der Qualitätsbegriff leitet sich aus dem lateinischen Wort „qualitas“ ab und bedeutet zunächst einmal Beschaffenheit, Eigenschaft oder Zustand. Die Deutsche Industrie Norm DIN EN ISO 9000:2005 definiert Qualität in prägnanter Form als den Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale Anforderungen erfüllt. Als inhärent werden Merkmale bezeichnet, die einer Einheit ständig innewohnen und ihr nicht von außen zugeordnet werden. Somit umfasst der Qualitätsbegriff keine subjektiven oder bewertenden Merkmale wie beispielsweise den Preis eines Produkts oder dessen Schönheit. Dies ist die modernere Form der ursprünglichen Beschreibung von Qualität als Gesamtheit von Merkmalen einer Einheit bezüglich ihrer Eignung, festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen. Solche Einheiten können unter anderem Produkte, Dienstleistungen, Konzepte, Arbeitsabläufe, Verfahren und Prozesse sein. Qualität stellt also eine Funktion der Anspruchsklasse dar. Die Beziehung zwischen realisierter Beschaffenheit und Einzelforderungen steht dabei im Mittelpunkt der Qualitätsbetrachtung (vgl. www.quality.de). Bei der Verwendung des Qualitätsbegriffs ist es wichtig zu betonen, dass dieser – im Gegensatz zum alltäglichen Gebrauch des Begriffs – keine Wertung beinhaltet. Ist ein Produktionsprozess qualitativ hochwertig, muss es das Endprodukt nicht sein. Lediglich die Vorgehensweise bei der Herstellung entspricht dem geplanten Ablauf.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den steigenden Kostendruck und die Bedeutung von Qualitätsmanagement als betriebswirtschaftliches Steuerungsinstrument im Gesundheitswesen.
2. Management als Basis organisatorischer Optimierung: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung des Managements von bürokratischen Modellen hin zu modernen Ansätzen wie dem Innovations- und Wissensmanagement.
3. Begriff und Geschichte des Qualitätsmanagements: Es wird der Qualitätsbegriff definiert und die historische Evolution sowie die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9000 als wichtiges Führungsinstrument dargelegt.
4. Qualitätsmanagement aus unterschiedlichen Perspektiven: Hier werden die Erwartungen und Befürchtungen von Gesundheitseinrichtungen, Mitarbeitern und Kostenträgern bei der Einführung eines Qualitätsmanagementsystems analysiert.
5. Die DRK – Studie: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse einer empirischen Studie beim DRK Rheinhessen-Nahe zur Erfolgsmessung des dort eingeführten Qualitätsmanagementsystems.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz von Qualitätsmanagement für die Zukunft des Gesundheitswesens zusammen und betont die Notwendigkeit, Mitarbeiter bei diesem Veränderungsprozess einzubinden.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Gesundheitswesen, ISO 9000, Prozessorientierung, Total Quality Management, Zertifizierung, Organisationsentwicklung, Kostenmanagement, Mitarbeiterintegration, Dienstleistungsmanagement, DRK-Studie, Prozessdenken, Patientenzufriedenheit, Qualitätsnormen, Unternehmensführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie betriebswirtschaftliche Methoden des Qualitätsmanagements in Einrichtungen des Gesundheitswesens implementiert werden und welche Auswirkungen dies auf die Organisation sowie deren Umfeld hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Managementtheorie, der Entwicklung von Qualitätsbegriffen, der ISO-Normung sowie der multiperspektivischen Betrachtung von Qualitätsmanagement durch verschiedene Interessengruppen.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und inwiefern betriebswirtschaftliche Führungsinstrumente einen positiven Einfluss auf gemeinnützige Organisationen im Gesundheitswesen ausüben können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert theoretische Grundlagenanalysen mit einer empirischen Fallstudie, in der Mitarbeiter anderer Einrichtungen zu ihren Erfahrungen mit dem Qualitätsmanagement beim DRK befragt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung des Managements, die Definition von Qualität, die Bedeutung der Zertifizierung und die Analyse unterschiedlicher Perspektiven auf das Qualitätsmanagement.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Qualitätsmanagement, Gesundheitswesen, ISO-Zertifizierung, Prozessoptimierung und Stakeholder-Perspektiven.
Wie stehen Mitarbeiter zum Thema Qualitätsmanagement?
Die Studie zeigt, dass Mitarbeiter das Qualitätsmanagement zwar als Chance für positive Veränderungen sehen, jedoch oft mit Skepsis reagieren, da sie Zusatzbelastungen und eine zu starke Überwachung durch Vorgesetzte fürchten.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Kostenträger?
Kostenträger wie Krankenkassen fordern zunehmend Transparenz und Qualität, da diese langfristig Fehler reduzieren und so Kosten einsparen, was letztlich der Patientenversorgung zugutekommt.
- Arbeit zitieren
- Stefan Schad (Autor:in), 2008, Qualitätsmanagement aus unterschiedlichen Perspektiven: Einzug eines betriebswirtschaftlichen Steuerungsinstruments in das Gesundheitswesen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/187788