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Persönliche Tragödie oder kollektive Integration?

Darstellung behinderter Akteure in TV-Serien

Title: Persönliche Tragödie oder kollektive Integration?

Term Paper , 2011 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Moritz Homann (Author)

Sociology - Miscellaneous

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Summary Excerpt Details

Wie Niklas Luhmann in seiner Theorie über die Realität der Massenmedien bereits erörtert hat, stammt das Wissen über unsere Welt, in der wir leben, von den Medien. Natürlich bildet dieses Wissen unsere Welt nicht exakt ab, es ist nicht einmal so, dass das Bild verzerrt oder unzureichend wiedergegeben wird. Vielmehr schaffen Medien überhaupt erst eine eigene, andere Wirklichkeit. Durch alles, was Medien schreiben, drucken oder senden, schaffen sie ein neues Bild der Realität. Dieses Bild beeinflusst wiederum die eigentliche Realität. Das verdeutlicht die zentrale Rolle, die Massenmedien bei der Wahrnehmung unserer Gesellschaft durch unsere Gesellschaft spielen.

Die Wirkungsweise dieses Wahrnehmungsbilds wird vor allem bei Minderheiten essenziell. Gruppen von Menschen, mit denen weite Teile der Gesellschaft keinen direkten Umgang haben und auf keinerlei Erfahrungen zurückgreifen können, werden durch die von Massenmedien transportierten Bilder und Realitäten stark geprägt. Das kann sogar so weit führen, dass die Minderheiten selbst in möglicher Ermangelung von Austausch untereinander von den Darstellungen der Massenmedien geprägt werden, bestimmte Verhaltensmuster übernehmen und so dem vermitteln Bild entsprechen. Die Darstellung von Behinderten im Fernsehen, sei es in Deutschland oder weltweit, ist stark ambivalent. Oft werden Behinderte entweder als tragische Einzelfälle dramatisiert oder, diametral entgegengesetzt, als Superhelden mit besonderen Talenten und Eigenschaften stilisiert. Davon abgesehen herrscht noch immer eine gewisse Unsichtbarkeit von Behinderung im Fernsehen. Behinderung wird, vor allem in einem „normalen“ Kontext, weit weniger gezeigt als es der Anteil behinderter Menschen in der Bevölkerung nahelegen würde.

In dieser Arbeit sollen exemplarisch vier behinderte Akteure untersucht werden, jeweils zwei aus an der Realität orientierten „Daily Soaps“ und zwei aus komplett konstruierten Cartoonserien. Die zu prüfende These ist, dass die Akteure in den gezeichneten, weiter von der Realität abgekoppelten Zeichentrickserien eher inkludiert und mit einer gewissen Normalität dargestellt werden, während in den Beispielen aus den Soaps Behinderung vor allem als tragischer Einzelfall vermittelt wird und Behinderung das zentral definierende Merkmal dieses Charakters ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Bedeutung des Fernsehens

2. Das individuelle und das soziale Modell

3. Behinderung im Fernsehen

4. Gefilmte Serien: „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und „Marienhof“

4.1 Leon Moreno: Vom verbitterten Einzelgänger zum Helden

4.2 Frederik Neuhaus: Über die Behinderung hinaus

5. Gezeichnete Serien: „Family Guy“ und „South Park“

5.1 Joe Swanson: Wild, witzig, bestens integriert

5.2 Timmy Burch: Trotz weniger Worte ein cooler Typ

6. Fazit: Von großer Tragik zu großem Humor

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht exemplarisch die Darstellung behinderter Akteure in Fernsehserien, um zu prüfen, ob gezeichnete Serien eine inklusivere und normalere Repräsentation bieten als an der Realität orientierte Daily Soaps.

  • Vergleich zwischen medizinischem und sozialem Modell der Behinderung.
  • Analyse von Stereotypen in Daily Soaps anhand von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und „Marienhof“.
  • Untersuchung der humoristischen Darstellung in den Zeichentrickserien „Family Guy“ und „South Park“.
  • Hinterfragung der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Stigmatisierung durch Massenmedien.
  • Kritische Reflexion über die Wirkung von „Lachen über“ versus „Lachen mit“ behinderten Charakteren.

Auszug aus dem Buch

Joe Swanson: Wild, witzig, bestens integriert

Family Guy bedient sich eines Humors, der in den wenigsten Fällen als politisch korrekt bezeichnet werden kann. Die Serie macht sich lustig über Juden, Schwarze, Mexikaner, Homosexuelle, Fettleibige, Prominente und auch über Behinderte. Damit behandelt Family Guy das Thema Behinderung deutlich unverkrampfter als viele gefilmte Serien – indem es Behinderung und Humor nicht tabuisiert, sondern auf eine Ebene mit anderen humoristischen Themengebieten stellt und kein Blatt vor den Mund nimmt.

Der behinderte Charakter Joe Swanson ist Nachbar und guter Freund der Hauptfigur Peter Griffin. Bereits in der ersten Folge, in der Joe auftaucht („Der Held von nebenan“, Staffel 1, Folge 5), wird Joe als netter, sportlicher und sehr umgänglicher Mensch dargestellt, der schließlich Peter neidisch macht, weil er im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Bereits hier führt die Serie gängige Stereotype über Behinderung ad absurdum. Peter sagt zu seiner Frau: „Man soll Rollstuhlfahrer nicht bewundern, man sollte Mitleid mit ihnen haben. Seit wann ist nichts mehr dabei, behindert zu sein?“. Ein gängiges Konstrukt, dass Behinderte neidisch auf die Leistungen und Möglichkeiten Nicht-Behinderter sein können, wird hier einfach umgekehrt.

Insgesamt wird Joe in der Serie als temperamentvoller, witziger und sportlicher Polizist charakterisiert, den seine Behinderung etwa bei der Jagd auf Verbrecher kaum stört. Er mag Actionfilme und kann genauso Skifahren, Trampolinspringen oder Schlittenrodeln wie alle anderen Charaktere. Joe ist bestens in seinen Freundeskreis integriert und in den meisten Folgen wird seine Behinderung nicht explizit thematisiert oder herausgestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Bedeutung des Fernsehens: Erläutert die medientheoretische Rolle des Fernsehens bei der Konstruktion gesellschaftlicher Wirklichkeitsbilder und deren Einfluss auf die Wahrnehmung von Minderheiten.

2. Das individuelle und das soziale Modell: Stellt die zwei zentralen theoretischen Ansätze der Disability Studies gegenüber, wobei das individuelle Modell die Behinderung als Defizit und das soziale Modell die Gesellschaft als hindernden Faktor definiert.

3. Behinderung im Fernsehen: Analysiert, wie Behinderung in Medien meist durch Stereotypen wie Hilflosigkeit oder heroische Kompensation dargestellt wird, oft verbunden mit einer starken Dichotomisierung zum „Normalen“.

4. Gefilmte Serien: „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und „Marienhof“: Untersucht anhand der Charaktere Leon Moreno und Frederik Neuhaus die Darstellung in deutschen Seifenopern, die weitgehend im individuellen, medizinischen Modell verharrt.

5. Gezeichnete Serien: „Family Guy“ und „South Park“: Beleuchtet die unverkrampfte, humoristische Herangehensweise in Zeichentrickserien, die behinderte Charaktere wie Joe Swanson und Timmy Burch in den Alltag inkludieren.

6. Fazit: Von großer Tragik zu großem Humor: Fasst zusammen, dass Zeichentrickserien oft eine modernere, integriertere Sichtweise bieten als klassische Soaps, die Behinderung häufig als rein tragischen Einzelfall inszenieren.

Schlüsselwörter

Behinderung, Fernsehen, Disability Studies, Soziale Modelle, Stereotype, Inklusion, Medienrezeption, Daily Soaps, Zeichentrickserien, Humor, Stigmatisierung, Repräsentation, Soziologie, Integration, Massenmedien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, wie Menschen mit Behinderung in verschiedenen Fernsehformaten dargestellt werden und inwieweit diese Darstellungen den Alltag behinderter Menschen widerspiegeln oder durch Stereotype verzerren.

Welche zwei grundlegenden Modelle zur Betrachtung von Behinderung werden angewandt?

Der Autor stützt sich auf das individuelle (medizinische) Modell, das Behinderung als persönliches Defizit betrachtet, und das soziale Modell, das die Barrieren der Gesellschaft für die Behinderung verantwortlich macht.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu belegen, dass gezeichnete Serien eine inklusivere und normalere Darstellung von behinderten Akteuren ermöglichen als realitätsorientierte Serien, welche Behinderung häufig auf ein tragisches Schicksal reduzieren.

Welche methodische Vorgehensweise wählt der Autor?

Es wird eine qualitative Analyse von vier ausgewählten Charakteren aus zwei Daily Soaps (GZSZ, Marienhof) und zwei Zeichentrickserien (Family Guy, South Park) durchgeführt und mit mediensoziologischen Theorien verknüpft.

Was sind die thematischen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert die Inszenierung der Charaktere Leon Moreno, Frederik Neuhaus, Joe Swanson und Timmy Burch, wobei deren Integration in das soziale Umfeld und der Umgang mit ihrer jeweiligen Behinderung kontrastiert werden.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie mediale Repräsentation, Disability Studies, soziale Integration, Stereotypisierung und die soziologische Analyse von Massenmedien.

Wie unterscheidet sich die Darstellung in Daily Soaps von der in Zeichentrickserien?

Während Daily Soaps Behinderung oft als tragischen Einzelfall und als medizinisches Problem darstellen, behandeln Zeichentrickserien das Thema häufig humorvoll und integrieren die Charaktere als selbstverständliche Teile ihres sozialen Gefüges.

Warum spielt Humor in den untersuchten Zeichentrickserien eine so wichtige Rolle?

Humor dient in diesen Serien dazu, das gesellschaftliche Tabu um Behinderung aufzubrechen. Er erlaubt ein „Lachen mit“ statt „Lachen über“ und zeigt Behinderte als komplexe Individuen, die trotz ihrer Einschränkungen ein normales Leben führen.

Welche Rolle spielt die medizinische Sichtweise in den untersuchten TV-Formaten?

In den untersuchten Seifenopern dominiert das medizinische Modell, in dem die Hoffnung auf Heilung und der Leidensdruck des Behinderten im Zentrum stehen, während dieses Modell in den Zeichentrickserien oft karikiert oder ignoriert wird.

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Details

Title
Persönliche Tragödie oder kollektive Integration?
Subtitle
Darstellung behinderter Akteure in TV-Serien
College
LMU Munich  (Institut für Soziologie)
Course
"Behinderte Körper als soziales Phänomen"? – Eine Einführung in die Soziologie der Behinderun
Grade
1,3
Author
Moritz Homann (Author)
Publication Year
2011
Pages
18
Catalog Number
V187782
ISBN (eBook)
9783656115496
ISBN (Book)
9783656117049
Language
German
Tags
behinderung fernsehen rtl öffentlich-rechtlich individuelles modell soziales modell disability studies GZSZ Marienhof Family Guy South Park cartoons disability handicap
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Homann (Author), 2011, Persönliche Tragödie oder kollektive Integration?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/187782
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