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Massenmedien als Selekteure von Bildern des kollektiven Gedächtnisses

Am Beispiel der Fotos aus Abu Ghraib

Title: Massenmedien als Selekteure von Bildern des kollektiven Gedächtnisses

Term Paper , 2010 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Moritz Homann (Author)

Sociology - Media, Art, Music

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Summary Excerpt Details

Obgleich mehrere Studien gezeigt haben, welche Auswirkungen Fotos in Massenmedien auf die
Perzeption des Betrachters haben können, nimmt die Untersuchung der
Bedeutung von Fotos in den Nachrichten für den Medienkonsumenten im Allgemeinen und für das
gesellschaftliche Kollektivgedächtnis im Speziellen bisher verhältnismäßig wenig Raum ein. Zwar gibt es Theorien zur medialen Vermitteltheit des kollektiven Gedächtnisses, jedoch fehlt es an einer genaueren
Ausarbeitung des Effekts der Auswahl von Fotos in den Massenmedien. Das Foto ist eines der
mächtigsten Werkzeuge, um bei Menschen Emotionen hervorzurufen. Gleichermaßen können sich
Menschen insbesondere nach längerer Zeit eher an Bilder aus Medien erinnern als an den Text. In
einigen Fällen vermischt das Gedächtnis sogar textuelle Information mit visuellen Informationen,
teilweise kann man sogar von einer Dominanz des Bildes über den Text sprechen.

Hier soll untersucht werden, unter welchen Umständen ein Foto in den Medien zu
einem Bild des kollektiven Gedächtnisses werden kann und welche Rolle die Auswahl der Bilder
seitens der Massenmedien spielt. Es stellt sich die Frage, ob Massenmedien, insbesondere
Zeitungen, Einfluss darauf ausüben können, welche Bilder sich in das kollektive Gedächtnis
einbrennen. Diese Frage soll am Beispiel der Folterfotografien aus dem Kriegsgefängnis Abu
Ghraib während der Besetzung des Irak diskutiert werden. Zunächst werden Theorien zu
Massenmedien und dem kollektiven Gedächtnis erörtert und die Voraussetzungen für das Entstehen
von Bildern des kollektiven Gedächtnisses beschrieben, um schließlich das Genannte an den Fotos
aus Abu Ghraib konkret zu verdeutlichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung

Die konstruierte Realität der Massenmedien

Fotos in Massenmedien

Ikonische Fotos des kollektiven Gedächtnisses

Die Folterfotos aus Abu Ghraib

Der Mann mit der Kapuze

Der Einfluss der Bilder und die Rolle der Medien

Die Wichtigkeit des Visuellen für die Gedächtnissoziologie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Massenmedien als Selekteure bei der Konstruktion des kollektiven Gedächtnisses durch Fotografie, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, unter welchen Bedingungen Pressefotos zu ikonischen Bildern werden und welchen Einfluss die mediale Auswahl auf die gesellschaftliche Erinnerung ausübt.

  • Die theoretische Einordnung der konstruierten Realität in Massenmedien nach Luhmann.
  • Die Analyse der Wirkungsweise von Fotografien in der Nachrichtenberichterstattung.
  • Die Bestimmung von Kriterien für ikonische Fotos des kollektiven Gedächtnisses.
  • Eine Fallstudie zu den Folterbildern aus dem Kriegsgefängnis Abu Ghraib.
  • Die Untersuchung der symbolischen Bedeutung des "Mannes mit der Kapuze".

Auszug aus dem Buch

Der Mann mit der Kapuze

Es gibt ein Foto unter den Folterbildern aus Abu Ghraib, das sich stärker als alle anderen durchgesetzt hat: Das Foto eines Häftlings mit Kutte und Kapuze, auf einer Kiste stehend, an den Fingern mit Drähten verbunden, wurde zum symbolhaftesten Bild des Folterskandals (Andén-Papadopoulos 2008: 16; Halawa 2009: 45). Der SPIEGEL druckte es in seiner Ausgabe 19/2004 unter der Überschrift „Die Folterer von Bagdad“ als Titelbild, zahlreiche andere Zeitungen und Fernsehmedien weltweit räumten ihm prominenten Platz ein.

Es ist bekannt, dass dieses Bild bei weitem nicht das schockierendste aus der Reihe der Abu Ghraib-Fotos ist. Ein Foto von einer US-Soldatin, die neben einer in Eisbeuteln steckenden Leiche posiert, hat bei weitem nicht die Bekanntheit wie das Bild des Kapuzenmanns erlangt. Andere Fotos zeigen schlimmere Folterungen, den Einsatz von Hunden, Blut auf dem Boden, Fäkalien und anderes (Gourevitch/Errol 2009: 194). Dass diese Bilder nicht verwendet wurden, kann unter anderem mit dem unsichtbaren Kodex der Massenmedien erklärt werden, Abbildungen von grober Gewalt, wenn keine Notwendigkeit besteht. Allerdings erklärt das noch nicht, wieso unter den harmloseren Bildern ausgerechnet dieses zur Ikone wurde.

Das Foto des Kapuzenmanns weist einen vergleichsweise harmlosen Kontext auf. Das Stehen auf einer Kiste etwa gehörte zum Standardprozedere für Häftlinge in Abu Ghraib, genauso wie das Überziehen einer Kapuze. Der Poncho, den der Kapuzenmann trug, ging sogar auf das Wohlwollen eines US-Soldaten zurück: Weil es nachts so kalt war, hatte er ihm einen Poncho übergezogen. Ein anderer US-Soldat hatte sichergestellt, dass die Drähte an den Fingern des Häftlings nicht unter Strom standen. Auch hat der Kapuzenmann offenbar weit weniger als andere unter seiner Folter gelitten (Gourevitch/Errol 2009: 193).

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Die Einleitung skizziert die Bedeutung von Fotos für das kollektive Gedächtnis und stellt die Untersuchung der medialen Bildselektion am Beispiel der Abu-Ghraib-Folterfotos vor.

Die konstruierte Realität der Massenmedien: Basierend auf Niklas Luhmann wird erläutert, wie Medien durch ihre systemeigenen Codes eine eigene Realität konstruieren und maßgeblich zur Genese des kollektiven Gedächtnisses beitragen.

Fotos in Massenmedien: Dieses Kapitel behandelt die zunehmende Bedeutung visueller Informationen in Nachrichten und die bislang fehlende Etablierung klarer Leitlinien für den journalistischen Umgang mit Krisenfotografie.

Ikonische Fotos des kollektiven Gedächtnisses: Hier werden Kriterien für ikonische Bilder definiert, wobei vor allem die Reduktion auf einfache, emotionale und interpretierbare Motive (z.B. "About-to-die"-Momente) hervorgehoben wird.

Die Folterfotos aus Abu Ghraib: Das Kapitel analysiert, wie die Aufnahmen aus dem Gefängnis durch mediale Verbreitung zu Ikonen des gesellschaftlichen Traumas und politischen Protests wurden.

Der Mann mit der Kapuze: Diese detaillierte Untersuchung erklärt, warum gerade dieses vergleichsweise "harmlose" Bild zur zentralen Ikone des Skandals wurde, bedingt durch seine hohe Kontingenz und Ästhetik.

Der Einfluss der Bilder und die Rolle der Medien: Es wird diskutiert, wie Medien als Transmissionsriemen fungieren und inwieweit die Selektion von Bildern eher unintendiert durch deren intrinsische Eigenschaften als durch bewusste Steuerung erfolgt.

Die Wichtigkeit des Visuellen für die Gedächtnissoziologie: Das abschließende Kapitel fasst die Schlüsselfunktion des Visuellen zusammen und mahnt eine stärkere soziologische Auseinandersetzung mit der Bildwirkung im kollektiven Gedächtnis an.

Schlüsselwörter

Kollektives Gedächtnis, Massenmedien, Abu Ghraib, Fotografie, Ikonisierung, Bildwirkung, Systemtheorie, Niklas Luhmann, visuelle Kommunikation, About-to-die-Bilder, soziale Konstruktion, Medienethik, Bildberichterstattung, Kontingenz, Folterskandal.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Massenmedien als Selekteure von Fotografien agieren und welche Rolle diese Bilder bei der Bildung und Strukturierung des gesellschaftlichen kollektiven Gedächtnisses spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Medientheorie (Luhmann), die Bildsoziologie, die Funktion von Ikonen in der kollektiven Erinnerung sowie die ethische und politische Dimension von Pressefotografie in Krisenzeiten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, unter welchen Umständen ein Foto in den Massenmedien zu einem Bild des kollektiven Gedächtnisses wird und wie stark der Einfluss der Medien bei dieser Auswahl ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medien- und gedächtnissoziologische Untersuchung, die theoretische Ansätze mit einer Fallstudie (Abu-Ghraib-Fotos) verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über mediale Realitätskonstruktion, die Analyse der Wirkungsmacht von Pressefotos und eine detaillierte Fallstudie zu den Abu-Ghraib-Folterbildern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Kollektives Gedächtnis, Bildikone, Massenmedien, Konstruktion von Wirklichkeit und visuelle Kommunikation.

Warum wurde das Foto des "Mannes mit der Kapuze" zur Ikone?

Das Foto weist eine hohe "Kontingenz" auf, lässt viel Interpretationsspielraum, erinnert visuell an ikonische historische Vorbilder wie die Kreuzigung und steht sinnbildlich für die Unbegreiflichkeit des Skandals.

Spielt der journalistische Nachrichtenwert bei der Bildauswahl die wichtigste Rolle?

Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Bilder oft aufgrund ihrer intrinsischen ikonischen Eigenschaften ausgewählt werden, die sie für das kollektive Gedächtnis besser geeignet machen als rein informativere oder schockierendere Aufnahmen.

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Details

Title
Massenmedien als Selekteure von Bildern des kollektiven Gedächtnisses
Subtitle
Am Beispiel der Fotos aus Abu Ghraib
College
LMU Munich  (Institut für Soziologie)
Course
Soziologische Zugänge zum Gedächtnis
Grade
1,0
Author
Moritz Homann (Author)
Publication Year
2010
Pages
16
Catalog Number
V187775
ISBN (eBook)
9783656115519
ISBN (Book)
9783656117063
Language
German
Tags
medien gedächtnis bilder titelseite abu ghraib luhmann zelizer massenmedien medientheorie 9/11 fotografie about-to-die
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Homann (Author), 2010, Massenmedien als Selekteure von Bildern des kollektiven Gedächtnisses, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/187775
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