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Die epistemologische Strategie der Unaufrichtigkeit in Sartres “Das Sein und das Nichts“

Titel: Die epistemologische Strategie der Unaufrichtigkeit in Sartres “Das Sein und das Nichts“

Hausarbeit , 2011 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Jerome Wittemann (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit soll der Frage nachgehen, inwiefern Sartres Ausführungen einer epistemologischen
Strategie der Unaufrichtigkeit eine Selbsttäuschung ermöglichen können und welche Probleme sich
daraus ergeben.
Da die Unaufrichtigkeit die menschliche Natur bzw. das Wesen des Bewusstseins als Nicht-
Koinzidenz ausnutzt, ist es zunächst notwendig, Sartres phänomenologische Bewusstseinstheorie
im Kontext seiner umfassenderen Ontologie darzulegen. Im Rahmen der sich daran anschließenden
Untersuchung der epistemologischen Unaufrichtigkeit wird im Besonderen auf die Implikationen
und Widersprüchlichkeiten eingegangen werden, die sich aus Sartres Feststellung, die
Unaufrichtigkeit könne nicht zynisch sein, ergeben. In diesem Zusammenhang soll zuletzt
aufgezeigt werden, welche konkretisierenden Annahmen für eine kohärente Argumentation
notwendig wären.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Sartres Bewusstseinstheorie im Kontext seiner Ontologie

Faktizität und Transzendenz des Menschen als Basisinstrument der Unaufrichtigkeit

Die Unaufrichtigkeit als epistemologische Haltung

Der Zynismus der Unaufrichtigkeit

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die epistemologische Strategie der Unaufrichtigkeit in Jean-Paul Sartres Werk "Das Sein und das Nichts". Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern diese Strategie eine Form der Selbsttäuschung unter der Bedingung eines ungeteilten Bewusstseins ermöglicht, ohne zwingend zynische Züge anzunehmen.

  • Sartres Ontologie und Bewusstseinstheorie (Für-sich vs. An-sich)
  • Die Rolle von Faktizität und Transzendenz als Instrument der Unaufrichtigkeit
  • Die Struktur des Glaubens bei Sartre
  • Die Problematik des Zynismus im Kontext der Selbsttäuschung

Auszug aus dem Buch

Die Unaufrichtigkeit als epistemologische Haltung

Sartre sieht die Problematik der Unaufrichtigkeit darin, dass sie ein Glaube ist. Sartre bezeichnet Glaube als das „Übereinstimmen des Seins mit seinem Gegenstand […], wenn der Gegenstand nicht oder undeutlich gegeben ist“ (eigene Hervorhebung) (SN : 154).

Unaufrichtigkeit widerfährt dem Bewusstsein nicht von außen, sondern das Bewusstsein „affiziert“ sich mit Unaufrichtigkeit, es „lässt sich unaufrichtig werden, so wie man einschläft“(SN : 156). Affiziert sich das Bewusstsein mit Unaufrichtigkeit, müsste man aufgrund der Transluzidität des Bewusstseins notwendig ein Bewusstsein davon haben. Da, wie Sartre ausführt, jedes reflektierte Vorhaben sich selbst belügen zu wollen zum Scheitern verurteilt ist (vgl. SN : 123), kann die Unaufrichtigkeit keine „reflektierte, willentliche Entscheidung“ (SN : 155) sein.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Unaufrichtigkeit bei Sartre und Darstellung der methodischen Herausforderungen durch die Sekundärliteratur.

Sartres Bewusstseinstheorie im Kontext seiner Ontologie: Darlegung der grundlegenden Seinsprinzipien "Für-sich" und "An-sich" sowie der Struktur des präreflexiven Bewusstseins.

Faktizität und Transzendenz des Menschen als Basisinstrument der Unaufrichtigkeit: Untersuchung der menschlichen Natur als Nicht-Identität, die den Spielraum für Unaufrichtigkeit eröffnet.

Die Unaufrichtigkeit als epistemologische Haltung: Analyse des Glaubensbegriffs bei Sartre und wie dieser in der unaufrichtigen Selbsttäuschung instrumentalisiert wird.

Der Zynismus der Unaufrichtigkeit: Kritische Auseinandersetzung mit der Frage, ob Unaufrichtigkeit notwendig zynisch sein muss oder ob sie als nicht-zynische "Halbüberredung" existieren kann.

Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse und die These, dass die Unaufrichtigkeit auf der Ebene des konkreten Bewusstseins ohne zynische Absicht funktionieren kann.

Schlüsselwörter

Unaufrichtigkeit, Sartre, Das Sein und das Nichts, Ontologie, Bewusstseinstheorie, Faktizität, Transzendenz, Präreflexives Bewusstsein, Selbsttäuschung, Glaube, Zynismus, Epistemologie, Selbstbewusstsein, Intentionalität, Nicht-Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Sartres Konzept der Unaufrichtigkeit im Hauptwerk "Das Sein und das Nichts" und untersucht deren epistemologische Funktionsweise.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die ontologische Struktur des menschlichen Bewusstseins, die Dynamik von Faktizität und Transzendenz sowie die Frage nach der Möglichkeit der Selbsttäuschung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, wie der Mensch sich selbst belügen kann, ohne in einen logischen Widerspruch zu geraten oder zwingend zynisch zu handeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine phänomenologische Analyse angewandt, die Sartres eigene methodische Ansätze nutzt, um die Strukturen der Unaufrichtigkeit offenzulegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Differenzierung von Seinsweisen, der Analyse der Unaufrichtigkeit als Glaubensform und der Debatte über das zynische Motiv.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Unaufrichtigkeit, Faktizität, Transzendenz, Selbsttäuschung und die ontologische Struktur des "Für-sich" charakterisiert.

Wie unterscheidet Sartre Unaufrichtigkeit von einer normalen Lüge?

In der Lüge gibt es eine Dualität zwischen Täuscher und Getäuschtem; bei der Unaufrichtigkeit findet der Prozess innerhalb eines einzigen Bewusstseins statt.

Welche Rolle spielt das Beispiel der "Frau im Café"?

Das Beispiel illustriert praktisch, wie Menschen ihre Faktizität und Transzendenz selektiv wahrnehmen, um sich selbst "Halbwahrheiten" zu suggerieren.

Warum wird die Unaufrichtigkeit als "Halbüberredung" bezeichnet?

Weil das Bewusstsein aufgrund seiner Struktur (Transluzidität) nie vollständig getäuscht werden kann, sondern eine Form der unsicheren Überzeugung wählt.

Kann Unaufrichtigkeit zynisch sein?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Zynismus ein reflexives Bewusstsein erfordert, während Unaufrichtigkeit primär ein spontaner, präreflexiver Vorgang ist.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die epistemologische Strategie der Unaufrichtigkeit in Sartres “Das Sein und das Nichts“
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1,0
Autor
Jerome Wittemann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V187710
ISBN (eBook)
9783656111993
ISBN (Buch)
9783656112303
Sprache
Deutsch
Schlagworte
strategie unaufrichtigkeit sartres sein nichts
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jerome Wittemann (Autor:in), 2011, Die epistemologische Strategie der Unaufrichtigkeit in Sartres “Das Sein und das Nichts“, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/187710
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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