Meine Seminararbeit befasst sich mit zwei Themen: Dem Tod von Kambyses und die Frage nach dem sogenannten falschen Smerdis. Dabei werden die grundlegenden Quellen vorgestellt, interpretiert und verglichen. Gleichzeitig werden Tendenzen der Forschung herangezogen, um ausgehend davon schließlich auf ein eigenes Fazit zu kommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorgeschichte: Die Regierungszeit des Kambyses
2.1 Die Eroberung Ägyptens durch die Perser
2.2 Kambyses‘ weitere Regierungsjahre: 525-522
2.3 Kritische Analyse des Kambyses-Bildes von Herodot
3. Vorstellung der wichtigsten Quellen
3.1 Die Felseninschrift von Behistun
3.3.1 Gestaltung von Relief und Inschriften
3.3.2 Bedeutung als historische Quelle
3.2 Die Historien von Herodot
3.3 Weitere Quellen
4. Der Tod von Kambyses – ein bislang ungelöstes Rätsel der historischen Forschung
4.1 Die Darstellung von Kambyses‘ Tod bei Herodot
4.1.1 Inhaltliche Paraphrase der Textpassage
4.1.2 Quellenkritische Interpretation
4.2 Fehlende Informationen in Dareios‘ Monument
4.3 Hypothese: Dareios hat Kambyses ermorden lassen
5. Die Identität des Pseudo-Smerdis
5.1 Die Ermordung von Kambyses‘ Bruder
5.2 Die Person des Usurpators in den Quellen
5.2.1 Gaumata bei Dareios
5.2.2 Der Magier Smerdis bei Herodot
5.3. Persönliche Stellungnahme in der Forschungskontroverse
6. Abschließendes Fazit
7. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt eine quellenkritische Analyse der Ereignisse des Jahres 522 v. Chr., wobei insbesondere der Tod von Großkönig Kambyses II. und die ungeklärte Identität des als "Pseudo-Smerdis" bekannten Usurpators untersucht werden, um die Glaubwürdigkeit der beiden Hauptquellen – der Felseninschrift von Behistun und der Historien des Herodot – zu bewerten.
- Quellenkritische Untersuchung von Dareios' Felseninschrift
- Analyse des Kambyses-Bildes bei Herodot
- Hypothesenbildung zur Todesursache von Kambyses
- Untersuchung der Usurpation durch den "falschen" Smerdis
- Vergleich konkurrierender Forschungspositionen zur Legitimität des Dareios
Auszug aus dem Buch
Die Felseninschrift von Behistun
Die Felseninschrift von Behistun wurde an der alten Heeresstraße angebracht, einer Verbindungsstrecke zwischen Medien und Babylon wegen dem „lebhaften Verkehr in beide Richtungen“ an einem Felsen, der nicht zufällig „Bagastana“, also „Ort der Götter“, heißt. Relief und Inschrift sind in mehreren Phasen entstanden. Das Relief zeigt Dareios mit einem Bogen in der Hand, seinen Fuß in einer Siegesgeste auf eine am Boden liegende Person gestellt, die als Gaumata ausgewiesen wird.
Hinter Dareios sind zwei Waffenträger abgebildet. Vor Dareios stehen acht weitere Gefangene, die mit einem Strick zusammengebunden sind, die zusammen mit Gaumata als die neun Lügenkönige bezeichnet werden. Sie sind „aller Herrschaftssymbole beraubt“ und deutlich kleiner dargestellt als der triumphierende monumentale Großkönig selbst. Über den Lügenkönigen ist eine schwer zu deutende Abbildung, die von der Historikerin Koch als das Symbol des Gottes Ahuramazdās gedeutet wird.
Die Inschrift selbst ist eine Trilingue: sie wurde dreisprachig verfasst in elamischer, babylonischer und altpersischer Sprache. Dabei handelt es sich nicht um Parallelversionen, sondern differieren die verschiedensprachigen Inschriften untereinander in einzelnen Details. Die altpersische Fassung ist zuletzt entstanden. Die altpersische Schriftsprache ist eigens für diese Inschrift entwickelt worden. Die elamische und babylonische Fassung enthalten jeweils 69 Paragraphen, die altpersische Fassung ist noch ein wenig länger mit Details aus Dareios‘ späterer Regierungszeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Geschichtsschreibung und Vorstellung der zentralen Forschungsfragen sowie der herangezogenen Quellen.
2. Vorgeschichte: Die Regierungszeit des Kambyses: Überblick über die Regierungsjahre des Kambyses, den Ägyptenfeldzug und die historische Verzerrung seines Bildes.
3. Vorstellung der wichtigsten Quellen: Kritische Würdigung der Felseninschrift von Behistun und Herodots Historien als historische Zeugnisse.
4. Der Tod von Kambyses – ein bislang ungelöstes Rätsel der historischen Forschung: Untersuchung der verschiedenen Hypothesen zum Tod des Großkönigs, inklusive der Vermutung einer möglichen Ermordung.
5. Die Identität des Pseudo-Smerdis: Analyse der Brudermord-Thematik und der Identität des Usurpators anhand der divergierenden Quellen.
6. Abschließendes Fazit: Zusammenfassende Bilanz über die Schwierigkeit, die Ereignisse des Jahres 522 v. Chr. aufgrund der widersprüchlichen Quellenlage historisch eindeutig zu rekonstruieren.
7. Anhang: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Kambyses II., Dareios I., Behistun, Herodot, Pseudo-Smerdis, Gaumata, Quellenkritik, Usurpation, Achämeniden, Perserreich, Historiographie, Brudermord, Hybris, Antike, Geschichtsfälschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht kritisch die Ereignisse des Jahres 522 v. Chr. im persischen Achämenidenreich, insbesondere den ungeklärten Tod von Kambyses II. und die Machtübernahme durch einen Usurpator.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Machtlegitimation des Dareios I., die historische Person des Kambyses, die Rolle des "falschen Smerdis" und die quellenkritische Einordnung antiker Berichte.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Ziel ist es, durch den Vergleich der Felseninschrift von Behistun mit den Berichten des Herodot herauszuarbeiten, inwieweit die Quellen historisch verlässlich sind und ob alternative Szenarien zum Tod des Kambyses plausibel erscheinen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Methode der quellenkritischen Analyse, bei der antike Texte und Denkmäler auf ihre historische Intention und Wahrheitsgehalt hin hinterfragt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Vorgeschichte unter Kambyses, die detaillierte Quellenvorstellung, die Untersuchung des mysteriösen Todes von Kambyses und die Klärung der Identität des Usurpators.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kambyses, Dareios, Behistun, Herodot, Pseudo-Smerdis, Gaumata, Quellenkritik und Usurpation.
Warum hinterfragt die Autorin die Darstellung von Dareios auf der Felseninschrift?
Die Autorin betrachtet die Inschrift als ein "Dokument großköniglicher Propaganda", da Dareios ein starkes Interesse daran hatte, seine illegitime Machtergreifung durch die Erzählung vom Sturz eines Betrügers zu rechtfertigen.
Welches Fazit zieht die Arbeit zur Todesursache von Kambyses?
Das Fazit bleibt aufgrund der schlechten Quellenlage offen: Es gibt keine gesicherten Belege für Unfall, Suizid oder Mord, wobei die Autorin die Möglichkeit einer Ermordung durch Dareios als eine historisch nicht abwegige Hypothese diskutiert.
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- Domenic Schäfer (Author), 2011, Kambyses und der "falsche" Smerdis, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/187615