Die Diskussion um die Ausgangsschriften ist groß und offensichtlich jederzeit aktuell.
Dies bestätigt auch die aktuelle Veröffentlichung des Grundschulverbandes „Grundschrift. Damit Kinder besser schreiben lernen“, herausgegeben von Horst Bartnitzky, Ulrich Hecker und Christina Mahrhofer-Bernt (vgl. Bartnitzky/ Hecker/ Mahrhofer-Bernt 2011). Dieser Band stellt die neu entwickelte „Grundschrift“ vor, die kurz gesagt eine handgeschriebene Druckschrift ist und den Verzicht auf eine normierte Ausgangsschrift ermöglichen soll.
Wie genau diese Schrift aussieht und wie sie sich von den anderen Schriften unterscheidet, wird in der vorliegenden Arbeit untersucht. Hierfür werden zunächst allgemeine Grundlagen zum aktuellen Stand der Ausgangsschriften gegeben, um den Unterschied zur Grundschrift zu verdeutlichen. Anschließend werden Beweggründe aufgeführt, die zur Entstehung dieses neuen Modells geführt haben, bevor das Modell an sich vorgestellt wird. Ergänzend dazu wird ebenso beleuchtet, wie sich die Herausgeber der Grundschrift deren Einbindung in den Schulalltag vorstellen.
Da die Grundschrift bereits jetzt – erst kurze Zeit nach ihrer Veröffentlichung – zu ausführlichen Diskussionen führt, gewährt ein anschließendes Kapitel Einblick in das aktuelle Medienecho. Hierdurch wird untersucht, welche Aspekte Befürworter und Gegner der Grundschrift zu ihren jeweiligen Meinungen bringen, um letzten Endes gegebenenfalls eine eigene Meinungsbildung zu ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Schrift in der Welt der Kinder
2.1. Die Diskussion um die Ausgangsschriften
2.2. Was sagen Rahmenplan und Bildungsstandards?
3. Die Grundschrift
3.1. Hintergründe zur Entstehung
3.2. Das allgemeine Konzept der Grundschrift
3.3. Aufbau des Modells
3.4. Die Grundschrift im Schulalltag
4. Das Medienecho
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept der "Grundschrift" des Grundschulverbandes im Kontext des Schriftspracherwerbs. Ziel ist es, die didaktischen Beweggründe für die Entwicklung dieser Schrift zu analysieren, den Vergleich zu traditionellen Ausgangsschriften zu ziehen und die kontroverse Debatte im Medienecho sowie die praktische Umsetzung im Schulalltag kritisch zu beleuchten.
- Schriftspracherwerb im Anfangsunterricht
- Kritische Auseinandersetzung mit traditionellen Ausgangsschriften
- Didaktisches Konzept und Aufbau der Grundschrift
- Diskurs und Medienecho zur Einführung der Grundschrift
- Integration und pädagogische Begleitung im Schulalltag
Auszug aus dem Buch
3.1. Hintergründe zur Entstehung
Einige Hintergründe wurden bereits in Kapitel 2 der vorliegenden Arbeit thematisiert. So zeigt auch der Versuch der Gesamtgrundschule Veen, den Kindern lediglich Druckschrift zu lehren, einige Kritikpunkte an den Ausgangsschriften auf. Gleiche Motive hatte auch der Grundschulverband und nennt es zunächst die „Überwindung des didaktischen Anachronismus“ (Bartnitzky/ Hecker/ Mahrhofer-Bernt 2011, S. 7). Damit betonen die Herausgeber, dass die drei Ausgangsschriften aus einer Zeit stammen, in der Lesen und Schreiben getrennt voneinander gelehrt wurden, was heutzutage nicht mehr der Fall ist. Wie Krichbaum greifen sie die Tatsache auf, dass die Druckschrift für Kinder die im Alltag vorzufindende Schrift ist.
Es wird betont, dass auch die Druckschrift die drei Kriterien erfüllt, welche von den Schreibschriften ebenso erfüllt werden: Beide Schriftarten haben eine Form, wodurch sie lesbar sind, sie werden durch Handbewegung erzeugt und sie vermitteln etwas, wodurch ihnen eine Funktion zugeschrieben wird. Die Buchstabenverbundenheit der Ausgangsschriften wird von Horst Bartnitzky ebenso kritisiert, da die Schreibanfänger trotzdem häufig zwischen den Buchstaben absetzen, wodurch diese Verbundenheit in schreibmotorischer Hinsicht eher überfordert als fördert (vgl. Bartnitzky 2011a, S. 16 f.). Auch Wolfgang Menzel setzt sich bereits seit den 1960ern mit den Verbindungen der Ausgangsschriften auseinander, seit er bei einer Doktorarbeit über die Vereinfachte Ausgangsschrift als Mitprüfer fungierte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Schriftspracherwerbs ein und stellt die Fragestellung nach der sinnvollsten Schrift für den Anfangsunterricht vor.
2. Schrift in der Welt der Kinder: Das Kapitel analysiert die Sichtweise von Kindern auf die Schrift und diskutiert kritisch die historischen und pädagogischen Rahmenbedingungen der klassischen Ausgangsschriften sowie die Vorgaben der Bildungsstandards.
3. Die Grundschrift: Hier wird das Konzept der Grundschrift detailliert vorgestellt, einschließlich ihrer Entstehungsgeschichte, der sechs zentralen Prinzipien, des Aufbaus der Lernmaterialien und der Integration in den Unterrichtsalltag.
4. Das Medienecho: Dieser Abschnitt beleuchtet die kontroversen Reaktionen auf die Einführung der Grundschrift in den Medien und gibt die Stellungnahmen sowohl der Kritiker als auch die Klarstellungen des Grundschulverbandes wieder.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet die Notwendigkeit der Diskussion im Hinblick auf den modernen Schriftspracherwerb und stellt fest, dass eine abschließende empirische Bewertung der Grundschrift noch aussteht.
Schlüsselwörter
Grundschrift, Schriftspracherwerb, Anfangsunterricht, Druckschrift, Ausgangsschriften, Handschrift, Schreibschrift, Didaktik, Grundschulverband, Schreibfluss, Buchstabenverbindungen, Medienkritik, Schriftgespräche, Schriftdidaktik, Lesekompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Einführung der sogenannten "Grundschrift" als Alternative zu traditionellen deutschen Ausgangsschriften im Grundschulunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Felder sind der Schriftspracherwerb, die didaktische Kritik an verbundenen Ausgangsschriften, die Konzeption der Grundschrift sowie die öffentliche und mediale Debatte über dieses Konzept.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, das Konzept der Grundschrift in Theorie und Praxis darzustellen und die Argumente der Befürworter sowie die Einwände der Kritiker wissenschaftlich einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine Literaturanalyse und die Auswertung didaktischer Publikationen des Grundschulverbandes sowie einschlägiger Fachartikel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Kapitel 2), die detaillierte Vorstellung des Grundschrift-Konzepts (Kapitel 3) und die Analyse der medialen Auseinandersetzung (Kapitel 4).
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Grundschrift, Ausgangsschriften, Schriftspracherwerb, Handschriftentwicklung und mediale Debatte geprägt.
Welche Kritikpunkte bringen Gegner der Grundschrift vor?
Gegner kritisieren unter anderem einen möglichen Verlust des Schreibrhythmus, eine befürchtete Verschlechterung des Bildungsniveaus und sehen in der Einführung ein wirtschaftliches Interesse der Verlage.
Wie reagiert der Grundschulverband auf die Vorwürfe der Kritiker?
Der Grundschulverband hat in einer offiziellen Pressemitteilung sechs Klarstellungen veröffentlicht, in denen er unter anderem betont, dass die Grundschrift keine neue Schrift sei, sondern eine Konsequenz aus der Schulpraxis zur Förderung einer flüssigen Handschrift.
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- Katharina Kühn (Author), 2011, Die Grundschrift - Damit Kinder besser schreiben lernen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/187492