Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen

"Maria Stuart" - ein Trauerspiel: Ästhetische Reflexion einer Phase des Absolutismus

Titel: "Maria Stuart" - ein Trauerspiel: Ästhetische Reflexion einer Phase des Absolutismus

Forschungsarbeit , 1985 , 28 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: Prof. Dr. Erwin Leibfried (Autor:in)

Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Warum wieder Schiller? Es geht darum, ein Denkmal zu restaurieren, das mit Recht noch da steht Es geht darum, die Patina und den Dreck der Zeit abzuschmirgeln; denn was die Texte sagen, ist so gesagt, als sei es eigens uns gesagt. Brechts polemisch-hybrides Wort von den Klassikern, die im Krieg gestorben seien, ist halt schon im Literalsinn falsch : gestor¬ben sind faktisch auf dem Felde jene, die nicht in der Lage waren, die Lehre der Klassiker zu realisieren. Nicht die Klassiker haben versagt, sondern die, welche mit ihnen hätten etwas anfangen müssen.
Lehren ziehen aus dem Klassiker? Etwa diesen Kalibers: Die Mehrheit? Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn. Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen . Antidemokratisch; monarchistisches, präfaschistisches Bewußt¬sein. Und nicht zu entschuldigen als Frühwerk, Jugendsünde. Spätestes Pro¬dukt, Unwiderrufbar. Ohne Kommentar ist dazuzusetzen: Gegenwärtiges. E. Wiedemann, 'Spiegel'-Reporter, schreibt am Ende eines Berichts über die Ereignisse im Iran:
"Wahr ist allerdings auch: Die Massen stehen trotz allem hinter Cho¬meini. Die Linken und Liberalen bringen zusammen selten mehr als 50 000 Demonstranten auf die Straße. Wenn aber Chomeini ruft, marschieren immer noch Millionen "
Prämisse der vorgelegten Analysen ist, daß - Autonomie hin, Form her - Dichtung in sich - geschichtliche Erfahrung hat, daß, erkennt man Dich¬tung, man erkennt, was der Mensch sei und was Geschichte. Wobei, schlimm daß man es sagen muß, Geschichte nicht die Zeitgeschichte des Autors ist: so als habe Schiller im 'Wallenstein' nacherzählt, was der französische Gene¬ral Dumouriez trieb, als er die Revolutionstruppen verließ und zum deutschen Feind überlief. Deshalb sind auch kluge Sätze, daß Schillers Dichtungen sich mit der Revolution auseinandersetzen, so klug wiederum nicht. Der Karis¬schüler brauchte die Revolution nicht, um zu merken, was Sache ist: die mundane, gesellschaftliche Verfassung der Menschheit, im Blick auf das, was die zeitgenössische Philosophie Kants als einen der Schlußsteine ihres Systems erarbeitet hatte: Freiheit Der 'Karlos', ebenso wie die anderen frühen Stücke, lange vor der Großen Revolution konzipiert und aufgeführt, verhandeln dies Problem poetisch vor dem Forum der Humanität.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

(1)

Schwierigkeit der Thema-Bestimmung - Dessen subjektive und objektive Dimension

Die objektiv-politische Thematik: Entstehung des Absolutismus - Dessen geschichtliche Funktion: innerer Friede nach den religiösen Bürgerkriegswirren - der Herrscher als deformierter Mensch - Macht vs. Recht - die Rolle des Untertan - Ambivalenz Marias

(2)

Staatsräson vs. Herz - natürliche Rolle der Frau - Kritik positiver Religion - Täuschung, Verstellung - Öffentlichkeit - Reminiszenzen barocker Anthropologie - Aufklärerische Theoreme - Probleme der absolutistischen Doktrin

(3)

Muster scheiternder Kommunikation - asymmetrische Sprechsituation - Könige als Menschen - bürgerliches Trauerspiel - Erschütterung der Position des Souveräns - Schickung und Schuld - katholisches Wesen - Herzlosigkeit - Rolle als Königin und Rolle als Schwester - barocke Ethik als Ideologie - Freiheit

(4)

Rodeo der Nebenfiguren - der Wandel Mortimers - Wahrheit des Fanatismus - Tragik der Maria: Retter und Bedroher - Maria Helena Stuart - Mortimer als Posa-Travestie - Leicester und das Scheitern menschlicher Pläne - Burleigh als machiavellistischer Berater - Shrewsbury als aufgeklärter Adliger - Konsensus-Theorie von Wahrheit - Elisabeth als melancholische Herrscherin - Klassische Transponierung des Einzelnen ins Allgemeine - Davison und die Problematik des Handelns

(5)

Barocke und tragische Weltsicht - Opposition Himmel vs. Erde - Problematik der Himmelfahrt. Bedeutung des Todes - Vergötterung als Humanisierung - Motivik des bornierten Glaubens - Ästhetisierung des Religiösen - Kritik bornierter Religiosität - Maria als negative Heldin - Zerstörung der Subjekte - Elisabeth als letzte auf der Bühne

(6)

Maria Stuart: eine Phase der Menschheitsgeschichte, poetisiert im historischen Drama - zentrale Punkte - Abstrakte, d.i. falsche Entsagung der Maria - Lektüre contra legem

(7)

Maria Stuart im Horizont der Gattungsgeschichte - Wielands Lady Johanna Gray - Stoff aus der englischen Geschichte - Aufklärerisches - Empfindsamkeit - barocke Traditionen - Tod als erlösende Erfüllung - Welt als Grab - Platonisches - Schwierigkeiten der Ideologiekritik

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Schillers Drama „Maria Stuart“ als ästhetische Reflexion des Absolutismus und analysiert, wie historische politische Strukturen, insbesondere die Entmenschlichung des Herrschers, poetisch im Drama verarbeitet werden.

  • Die Genese des Absolutismus aus der Krise des religiösen Bürgerkriegs.
  • Die Spannung zwischen privater Menschlichkeit und öffentlicher Staatsraison.
  • Die Analyse von Kommunikation als scheiternde Interaktion zwischen den Figuren.
  • Der Stellenwert des Todes und der Religiosität in der klassischen Tragödie.
  • Der Vergleich mit anderen gattungshistorischen Werken wie Wielands „Lady Johanna Gray“.

Auszug aus dem Buch

(1)

Caroline Schlegel schreibt am 7. Mai 1801 an ihren Gatten August Wilhelm: Das Politische darin [in der Maria Stuart] hat auch die Deutlichkeit einer Deduktion nicht los werden können.2 Freilich läßt sie uns mit einer näheren Bestimmung dieses Politischen allein, sie geht darauf nicht weiter ein. Zu fragen bleibt also, was in dem Stück das deutlich deduzierte Politische sein könnte.

Dem germanistisch geschulten Ohr entgeht nicht bei der Lektüre das Rekurrente, wiederholt Auftauchende; es weist in der Form des Leitmotivs auf Zentrales hin: Paulet wirft gleich zu Beginn im Gespräch mit der Gesellschafterin Marias dieser vor,

die Fackel
Des Bürgerkrieges in das Reich zu schleudern (V. 65)

Bürgerkrieg erscheint wörtlich mindestens noch zweimal (V. 822, 841), auch wieder in Form des Vorwurfs gegen Maria, jetzt von Burleigh:

Da Ihr ... durch die Flammen
Des Bürgerkriegs zum Throne steigen wolltet. (V. 840 f.)

Nicht wörtlich, aber nur substituiert durch Zwietracht (in V. 834), wird dieses Motiv noch einmal verstärkt. Mit Bürgerkrieg ist ein ganz zentrales Moment der Thematik des Stückes getroffen. Poetisiert ist vom Dichter eine bestimmte Epoche der Geschichte der Menschheit, am Ende des Absolutismus dessen Anfang. Gezeigt wird, wie der eine absolut regierende Monarch, im Stück Elisabeth, aus einem Konkurrenzkampf entsteht, sich aus der Situation des religiösen Bürgerkriegs: nicht umsonst ist Maria katholisch und Elisabeth anglikanisch reformiert, als Garant der inneren Ordnung entwickelt. Und, um das vorweg zu nehmen: gezeigt wird, welch eine erbärmliche Figur dieser Monarch ist, der am Ende, reduziert auf die Ordnungsfunktion, völlig vereinsamt dasteht:

Der Lord läßt sich
Entschuldigen, er ist zu Schiff nach Frankreich. (V. 4032 f.)

Dies erhält Elisabeth zur Antwort, als sie menschlichen Trost suchend nach dem Geliebten fragt. Der pointierte Schluß des Stückes hat die Zeitkritik des klassischen Poeten in sich: er

Zusammenfassung der Kapitel

(1): Analyse der thematischen Dimensionen von „Maria Stuart“ mit Fokus auf die Entstehung des Absolutismus und die Rolle des Herrschers als deformierter Mensch.

(2): Untersuchung des Konflikts zwischen Staatsräson und persönlichem Herz, unter Einbeziehung barocker Anthropologie und aufklärerischer Theoreme.

(3): Darstellung des Scheiterns von Kommunikation und der Erschütterung des Herrscherbildes im Kontext des bürgerlichen Trauerspiels.

(4): Analyse der Nebenfiguren und ihrer Funktion, insbesondere der Rollen von Mortimer und Leicester, sowie der Problematik des Handelns.

(5): Untersuchung der barocken Weltsicht und der Bedeutung des Todes als Grenzsituation im Stück.

(6): Reflexion über „Maria Stuart“ als Poetisierung einer Phase der Menschheitsgeschichte und die methodische Lektüre contra legem.

(7): Einordnung des Werks in die Gattungsgeschichte durch den Vergleich mit Wielands „Lady Johanna Gray“ und die Analyse der metaphysischen Dimensionen.

Schlüsselwörter

Maria Stuart, Friedrich Schiller, Absolutismus, Staatsräson, Bürgerkrieg, Entmenschlichung, Klassik, Barock, Tragödie, Kommunikation, Reliogiosität, Macht, Herrschaft, Menschlichkeit, Gattungsgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Schillers „Maria Stuart“ als kritische ästhetische Auseinandersetzung mit dem Absolutismus und dem Spannungsfeld zwischen staatlicher Macht und menschlicher Existenz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Genese des Absolutismus, das Verhältnis von Staatsraison zu privatem Gefühl, das Scheitern menschlicher Kommunikation und die Problematik von Herrschaft und Unterdrückung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schiller durch die dramatische Gestaltung historischer Stoffe eine Analyse der Deformation des Menschen im absolutistischen Herrschaftssystem vornimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine werkimmanente Textanalyse, die den dramatischen Text historisch kontextualisiert und ideologiekritische sowie gattungstheoretische Ansätze integriert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Aspekte des Dramas: von der Analyse der Machtstrukturen über die Charakterisierung der Figuren bis hin zur Bedeutung religiöser Motive und des Todes als tragischem Abschluss.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Absolutismus, Staatsraison, Entmenschlichung, Kommunikation und das Spannungsfeld zwischen privatem und öffentlichem Handeln charakterisiert.

Wie bewertet der Autor Elisabeths Charakter?

Der Autor zeichnet Elisabeth als eine durch ihr absolutistisches Herrscheramt deformierte Figur, die an der Unvereinbarkeit ihrer öffentlichen Rolle und ihrer privaten Bedürfnisse scheitert.

Welche Rolle spielt der Tod Marias im Stück?

Der Tod wird nicht primär als religiöse Erlösung interpretiert, sondern als notwendige Konsequenz der politischen Verhältnisse und als Bruch mit der unauflösbaren Verstrickung in Machtzwänge.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Maria Stuart" - ein Trauerspiel: Ästhetische Reflexion einer Phase des Absolutismus
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
sehr gut
Autor
Prof. Dr. Erwin Leibfried (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1985
Seiten
28
Katalognummer
V187321
ISBN (eBook)
9783656107385
ISBN (Buch)
9783656107545
Sprache
Deutsch
Schlagworte
maria stuart trauerspiel ästhetische reflexion phase absolutismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Prof. Dr. Erwin Leibfried (Autor:in), 1985, "Maria Stuart" - ein Trauerspiel: Ästhetische Reflexion einer Phase des Absolutismus, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/187321
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  28  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum