In der vorliegenden Arbeit werden aktiv gemanagte Fonds im Vergleich zu Indexzertifikaten untersucht. Dabei wird die Hypothese der Überlegenheit eines dieser Produkte untersucht. Es stellt sich die Frage, ob es durch aktives Management möglich ist, eine höhere Performance, als bei passiven Investmentprodukten zu erzielen.
Weiterhin wird geklärt, ob es nach der Theorie der effizienten Märkte überhaupt möglich ist, dass ein aktiv gemanagtes Investmentprodukt besser abschneidet, als der Markt selbst. Dazu wird zunächst ein Vergleich auf Basis der bereits vorhandenen Literatur durchgeführt, der geeignet ist, um sämtliche Unterschiede zwischen aktivem und passivem Management darzustellen. Anschließend wird eine empirische Analyse auf dem deutschen Kapitalmarkt durchgeführt, in der die Renditen von aktiv gemanagten Fonds mit der Performance des Index dargestellt und verglichen werden. Die Daten bestehen aus 68 Aktienfonds von 31 verschiedenen Finanzinstituten und wurden für die Jahre von 1998 bis 2008 erhoben. Der Vergleich umfasst die Zeiträume von einem, drei, fünf und zehn Jahren. Im Rahmen der Untersuchung finden sich deutliche Hinweise auf eine Überlegenheit der Performance des Index, gegenüber dem Durchschnitt aller Aktienfonds. Speziell im langfristigen Vergleich (10 Jahre), schneiden einzelne Fonds deutlich schlechter als der Index ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Managementstile
2.1 Aktives Management
2.1.1 Ziel des aktiven Managements
2.1.2 Selektion / Stock-Picking
2.1.3 Timing
2.2 Passives Management
2.2.1 Ziel des passiven Managements
2.2.2 Definition der Benchmark
2.2.3 Strategien zur Indexnachbildung
3 Theoretische Annahmen zu aktiven und passiven Managementstrategien
3.1 Aktives Management im Kontext des Capital Asset Pricing Model (CAPM)
3.1.1 Die Bedeutung des CAPM für das aktive Portfoliomanagement
3.1.2 Kritische Würdigung des CAPM
3.2 Passives Management im Kontext der Theorie der effizienten Märkte
3.2.1 Die Bedeutung der Theorie für das passiven Portfoliomanagement
3.2.2 Kritische Würdigung der Theorie der effizienten Märkte
4 Investitionsmöglichkeiten und deren Vor- und Nachteile
4.1 Aktiv gemanagte Investmentprodukte, speziell Aktienfonds
4.2 Passiv gemanagte Investmentprodukte
4.2.1 klassische Indexfonds
4.2.2 Exchange Traded Funds (ETFs)
4.2.3 Indexzertifikate
5 Theoretische Betrachtung der Performance als Vergleichsgrundlage
5.1 Betrachtung der relativen Performance
5.2 Betrachtung der risikoadjustierten Performance
5.2.1 Sharpe-Ratio
5.2.2 Treynor-Ratio
6 Empirischer Performancevergleich: Indexzertifikate vs. aktiv gemanagte Fonds
6.1 Erläuterung der verwendeten Aktienfonds und Indexzertifikate
6.2 Betrachtung der Wertentwicklung der ausgewählten Anlagen
6.2.1 Im 1-Jahres-Vergleich
6.2.2 Im 3-Jahres-Vergleich
6.2.3 Im 5-Jahres-Vergleich
6.2.3 Im 10-Jahres-Vergleich
6.3 Analyse der Ergebnisse
6.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
7 Zusammenfassung und weiterführende Überlegungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen aktiv gemanagten Investmentfonds und passiven Anlageformen wie Indexzertifikaten. Ziel der Arbeit ist ein Performancevergleich, um zu prüfen, ob aktives Management nach der Theorie der effizienten Märkte eine höhere Rendite erzielen kann oder ob passive Anlagestrategien systematisch überlegen sind.
- Vergleich von aktivem und passivem Management
- Theoretische Fundierung (CAPM und Markteffizienzhypothese)
- Analyse verschiedener Investmentprodukte (Aktienfonds, ETFs, Indexzertifikate)
- Empirische Untersuchung anhand des deutschen Kapitalmarktes (DAX)
- Bewertung von risikoadjustierten Performancemaßen
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Selektion / Stock-Picking
Die Selektivität oder Selektion beschreibt laut Spremann (2006), „(...)die Fähigkeit des Portfoliomanagers, aus der Vielzahl der vorhandenen Anlagemöglichkeiten die Besten herauszufinden und auszuwählen, um somit eine überdurchschnittliche Rendite des Portfolios zu erreichen.“ Bei dieser Methode wird der Value-Ansatz verfolgt, wonach substanzstarke, aber unterbewertete Aktien mit Restrukturierungspotential, im sog. Stock-Picking-Verfahren ausgewählt werden.
Bei der Titelauswahl wird daher besonderes Augenmerk auf ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis, eine attraktive Dividendenrendite sowie gute Wachstumsaussichten der Einzeltitel gelegt. Um herauszufinden, welche Aktien nach Ansicht des Portfoliomanagers überbewertet oder unterbewertet sind, werden alle Aktien ständig analysiert. Diese Analyse kann mit Hilfe der Fundamentalanalyse oder der technischen Analyse erfolgen. Es ist auch eine Kombination beider Methoden möglich.
Nach den Arbeiten von Benjamin Graham und David Dodds (1934) „Security Analysis“ sowie J.B. Williams „The Theory of Investment Value“ aus dem Jahr 1938, nimmt man an, dass der aktuelle Kurs Kt eines Wertpapiers, als Gegenwartswert des auf ihn entfallenden zukünftigen Zahlungsstroms V aufzufassen sei.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung des Vergleichs zwischen aktiv gemanagten Fonds und passiven Indexinstrumenten ein und definiert das Ziel sowie den Aufbau der Untersuchung.
2 Managementstile: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des aktiven Managements (Selektion und Timing) sowie des passiven Managements und deren methodische Ausrichtung.
3 Theoretische Annahmen zu aktiven und passiven Managementstrategien: Hier werden das CAPM und die Markteffizienzhypothese als theoretisches Fundament für die Bewertung von Anlagestrategien detailliert analysiert.
4 Investitionsmöglichkeiten und deren Vor- und Nachteile: Das Kapitel vergleicht die spezifischen Eigenschaften von Aktienfonds, klassischen Indexfonds, ETFs und Indexzertifikaten hinsichtlich ihrer Kosten und Vorzüge.
5 Theoretische Betrachtung der Performance als Vergleichsgrundlage: Hier wird der Performancebegriff definiert und Methoden zur risikoadjustierten Erfolgsmessung, wie die Sharpe- und Treynor-Ratio, erläutert.
6 Empirischer Performancevergleich: Indexzertifikate vs. aktiv gemanagte Fonds: Dieser Hauptteil präsentiert die empirische Untersuchung zur Wertentwicklung von 68 Aktienfonds gegenüber dem DAX über unterschiedliche Zeiträume.
7 Zusammenfassung und weiterführende Überlegungen: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt eine Handlungsempfehlung für Investoren sowie Ausblicke auf weitere Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Aktives Management, Passives Management, Performancevergleich, Indexzertifikate, Aktienfonds, Markteffizienz, CAPM, Sharpe-Ratio, Treynor-Ratio, ETFs, Indexnachbildung, Tracking Error, Rendite, Kapitalmarkt, Diversifikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Performance von aktiv gemanagten Aktienfonds im Vergleich zu passiven Indexinstrumenten auf dem deutschen Markt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Definition von Managementstilen, die Theorie effizienter Märkte, die Kostenstruktur verschiedener Fondsgattungen und die empirische Messung von Anlageerfolgen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob aktives Management dem Markt (repräsentiert durch einen Index) dauerhaft überlegen ist oder ob passive Strategien rentabler sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autor setzt auf eine Literaturanalyse und eine empirische quantitative Untersuchung, bei der die Renditen von 68 deutschen Aktienfonds mit der Performance des DAX über Zeiträume von einem bis zehn Jahren abgeglichen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Einbettung (CAPM, Markteffizienz), der Produktvorstellung und der detaillierten empirischen Performance-Auswertung inklusive Berechnung der Sharpe- und Treynor-Kennzahlen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Performancevergleich, Markteffizienz, aktives vs. passives Management und Kostenstruktur (TER) geprägt.
Wie schneiden aktiv gemanagte Fonds im Vergleich zum Index ab?
Die Daten zeigen, dass die Mehrzahl der untersuchten aktiven Fonds den Index über die betrachteten Zeiträume in der Regel nicht schlägt, insbesondere aufgrund der Kostenstruktur.
Warum sind Indexzertifikate oder ETFs für Anleger oft vorteilhafter?
Die Autoren argumentieren, dass die geringeren Kosten (TER) und die passive Ausrichtung bei effizienten Märkten langfristig eine höhere Wahrscheinlichkeit bieten, keine Underperformance zum Markt zu erzielen.
- Arbeit zitieren
- Matthias Hagel (Autor:in), 2008, Aktiv gemanagte Fonds versus Indexzertifikate, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/187130