Der durch die USA und die sogenannte „Koalition der Willigen“ 2003 geführte Angriffskrieg gegen den Irak bedeutete eine tiefe Zäsur in den transatlantischen Beziehungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten. Der US-amerikanische Verteidigungsminister, Donald Rumsfeld, prägte in diesem Zusammenhang den Begriff vom „alten Europa“ und bezog sich dabei besonders auf die kriegsunwilligen Staaten Frankreich und Deutschland. Die loyalen Staaten, die sogenannte Koalition der Willigen, bezeichnete er als das vorbildliche „neue Europa“; welches treu zu Amerika und seinen Werten steht. Dazu zählte er u. a. die Staaten Mittel- und Osteuropas, Großbritannien, Spanien und Italien. Seit den Angriffen auf Washington und New York im September 2001 schuf die Bush-Administration eine u. a. präemptiv und unilateral ausgerichtete Militärstrategie, die zum Ziel hatte, die Ausbreitung des weltweiten Terrors, sowie Proliferation von Nuklearwaffen durch sogenannte Schurkenstaaten (Iran, Irak, Nordkorea) einzudämmen oder gänzlich zu verhindern. Dabei sollten die aus US-amerikanischer Sicht ungeliebten Vereinten Nationen außen vor bleiben. Die Vereinigten Staaten bestimmten von nun an – noch stärker als in der Vergangenheit - wer und was eine Gefahr für ihre Sicherheit darstellt.
Vor diesem Hintergrund ist das Verhältnis Deutschlands zu den USA zu bewerten. Bis zum Irakfeldzug war Deutschland bei Unstimmigkeiten und Auseinandersetzungen zwischen den europäischen Hauptstädten und Washington ein allseits respektierter Vermittler und Partner. Nach dem kategorischen „Nein“ von Bundeskanzler Schröder und seinem „deutschem Weg“ in der Frage eines militärischen Eingreifens im Irak, haben sich die bilateralen Beziehungen der transatlantischen Partner merklich abgekühlt. Vorab soll ein kurzer Abriß des Irakkonflikts, sowie die Rolle der Vereinten Nationen und die Resolutionen des Sicherheitsrats die neue nationale Sicherheitsstrategie (NSS) der Bush-Administration besser einordnen helfen.
Inhaltsverzeichnis
1. DIE USA UND DER KRIEG GEGEN TERROR
1.1 DIE AUßENPOLITISCHE SITUATION DER BUSH-ADMINISTRATION
1.2 DIE SICHERHEITSPOLITISCHE AUSGANGSLAGE VOR DEM IRAKFELDZUG
1.3 DER NAHE OSTEN UND DIE ERDÖLVERSORGUNG DER USA
1.4 USA UND DAS „ALTE EUROPA“
2. DEUTSCHLAND NACH DEM 11. SEPTEMBER 2001
2.1 KANZLER SCHRÖDER UND SEINE LEITLINIEN ZUR AUßENPOLITIK
2.2 DIE BUNDESWEHR IM AFGHANISTAN-EINSATZ
2.3 DEUTSCHLANDS INTERESSEN IM NAHEN UND MITTLEREN OSTEN
3. AUSWIRKUNGEN AUF DIE AUßENPOLITISCHEN BEZIEHUNGEN ZWISCHEN DEUTSCHLAND UND DEN USA
3.1 INTERNATIONALE MILITÄRISCHE ZUSAMMENARBEIT
3.2 VERHÄLTNIS AUF DIPLOMATISCHER EBENE UND IN DEN VEREINTEN NATIONEN
3.3 BILATERALE WIRTSCHAFTSBEZIEHUNGEN
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Auswirkungen des Irakkrieges 2003 auf die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Dabei wird analysiert, wie sich der politische Dissens zwischen der Bundesregierung unter Gerhard Schröder und der Bush-Administration auf die diplomatische, militärische und ökonomische Kooperation zwischen den beiden transatlantischen Partnern ausgewirkt hat.
- Analyse der US-Sicherheitsstrategie und der Rolle des Irakkonflikts
- Untersuchung der deutschen Außenpolitik und der Leitlinien von Kanzler Schröder
- Evaluierung der militärischen Zusammenarbeit und internationaler Mandate
- Beurteilung der wirtschaftlichen Verflechtungen und Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den USA
Auszug aus dem Buch
1. Die USA und der Krieg gegen Terror
Vorab möchte ich bemerken, daß der Kampf gegen den Terrorismus nicht erst an jenem tragischen 11. September 2001 unter der Präsidentschaft von George W. Bush begann. Mit Terroranschlägen hatten die USA schon in den 90er Jahren im Inland (Sprengung eines Regierungsgebäudes in Oklahoma City) und in den 80er Jahren in Europa; der Anschlag auf PanAm-Flug Nr. 103 über Lockerbie 1988; im Nahen und Mittleren Osten (Libanon) zu tun, um hier nur einige Beispiele anzuführen. Die Anschläge auf die US-Botschaften in den ostafrikanischen Hauptstädten Nairobi und Darasselam bildeten die nächste Eskalationsstufe, wie auch der Angriff auf den US-Zerstörer „USS Cole“ 2000 im Hafen von Aden von Seiten der Terrororganisation Al Qaida.
Nicht zu vergessen ist der Bombenanschlag von islamistischen Kreisen 1993 auf die Tiefgarage des World Trade Centers und der damalige Versuch das Gebäude zum Einsturz zu bringen. Die Täter und Hintermänner konnten gefaßt und zu teilweise lebenslangen Haftstrafen verurteilt werden. Al Qaida geriet schon Mitte der 90er Jahre ins Visier der Ermittler von FBI und Auslands-Geheimdienste. Die Organisation des aus Saudi-Arabien stammenden Osama Bin Laden hatte die USA und ihr Wertesystem zum Hauptfeind erkoren, und es in ihrer Rechtfertigung als einen Verteidigungskampf gegen das Böse im Auftrag Gottes formuliert. Auf der anderen Seite waren die Vereinigten Staaten nicht in der Lage die schon gesammelten Informationen innerhalb ihrer Aufklärung zu einem großen Ganzen zusammenzusetzen und den geplanten Anschlag abzuwehren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. DIE USA UND DER KRIEG GEGEN TERROR: Diese Einleitung in die sicherheitspolitische Lage beleuchtet die Entwicklung des Terrorismus sowie die daraus resultierende neue US-Sicherheitsstrategie.
2. DEUTSCHLAND NACH DEM 11. SEPTEMBER 2001: Hier werden die deutschen Reaktionen auf die Anschläge, die Neuausrichtung der rot-grünen Außenpolitik und die Beteiligung an internationalen Einsätzen dargestellt.
3. AUSWIRKUNGEN AUF DIE AUßENPOLITISCHEN BEZIEHUNGEN ZWISCHEN DEUTSCHLAND UND DEN USA: Dieses Kernkapitel untersucht die konkreten Folgen des Irakkonflikts auf die militärische Zusammenarbeit, diplomatische Kanäle und die Handelsbeziehungen.
Schlüsselwörter
Irakkrieg 2003, transatlantische Beziehungen, Außenpolitik, Bundesregierung, USA, George W. Bush, Gerhard Schröder, Krieg gegen den Terror, Vereinte Nationen, Sicherheitspolitik, NATO, Wirtschaftsbeziehungen, Weltordnung, Diplomatie, Terrorismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie der Irakkrieg 2003 und die unterschiedlichen politischen Positionen das Verhältnis zwischen Deutschland und den USA beeinflusst haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der US-Sicherheitsstrategie, den außenpolitischen Leitlinien der deutschen Regierung sowie der militärischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Es soll untersucht werden, ob und in welchem Maße der Irakkonflikt zu einer langfristigen Verschlechterung der deutsch-amerikanischen Partnerschaft geführt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf Literaturrecherche und der Auswertung außenpolitischer Strategiepapiere und Handelsdaten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der US-Interessen, die deutsche Positionierung im transatlantischen Kontext sowie eine detaillierte Untersuchung militärischer und wirtschaftlicher Interaktionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Irakkrieg, transatlantische Beziehungen, Sicherheitsstrategie, internationale Kooperation und die Rolle der Vereinten Nationen.
Welche Rolle spielt der Begriff "Altes Europa" im Dokument?
Der Begriff wurde von US-Verteidigungsminister Rumsfeld geprägt, um die kriegsunwilligen Staaten Frankreich und Deutschland abwertend zu charakterisieren.
Wie bewertet der Autor die wirtschaftlichen Beziehungen?
Der Autor stellt fest, dass trotz politischer Dissonanzen weiterhin eine hohe wirtschaftliche Verflechtung besteht und die Handelszahlen nicht allein auf politische Verstimmungen zurückzuführen sind.
Was bedeutet "nation building" im Kontext der Arbeit?
Es bezeichnet den deutschen Schwerpunkt der Unterstützung beim Aufbau von staatlichen Strukturen und Infrastruktur nach militärischen Konflikten.
Wie lautet das Fazit zur Zukunft der Beziehungen?
Der Autor betont, dass jeder politische Prozess umkehrbar ist und beide Seiten ein Interesse an einer Normalisierung des Verhältnisses haben, um globale Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.
- Arbeit zitieren
- Sascha Beljanski (Autor:in), 2005, Welche Auswirkungen hatte der Irakkrieg 2003 auf das außenpolitische Verhältnis Deutschlands zu den USA?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/187096