Die Verfassung
Parlament - Nationalrat und Bundesrat
Die Bundesregierung
Gesetzgebung
Föderalismus - Länder und Gemeinden
Das Schulsystem Österreichs
Entwicklung des Schulsystems
Probleme und Trends
PISA und Bildungsausgaben
Entwicklungsperspektiven
Einleitung:
Die beiden Schwerpunkte dieser Ausarbeitung sind die politischen Rahmenbedingungen Österreichs sowie die Entwicklung, Probleme und Verortung des Schulsystems. Das Schulsystem neigt zur Deregulierung und es existieren große Unterschiede zwischen den Regionen Stadt und Land. Eine Ursache könnte die gesetzlich festgelegte Schulautonomie sein, welche Probleme in der Kompetenzverwaltung auslöst. Schlechte Ergebnisse in der PISA-Studie und vergleichsweise hohe Bildungskosten bestätigen, dass Änderungsbedarf besteht. Die Hauptprobleme finden sich in der Sekundarstufe 1 (bis Schulstufe 8), welche aus der allgemeinbildenden höheren Schule (AHS) und der Hauptschule (HS), bestehen.
Diese Umstände werfen einige Fragen auf und geben Anlass zur Kritik. Eine BVG-Novelle von 2005 könnte positive Veränderung versprechen. Doch um bestimmte Probleme zu erkennen und darstellen zu können, müssen erst einmal die politischen Rahmenbedingen erläutert werden. In der folgenden Ausarbeitung werde ich die Abläufe innerhalb des Parlamentes und der Regierung erklären, den besonderen Einfluss der öffentlich-rechtlichen Organisation darstellen und auf den Föderalismus mit seinen Problemen eingehen. Nachdem ich die Entwicklung des Schulsystems dargestellt habe, lassen sich daraus auch die Probleme in der Bildungspolitik herleiten.
Zwei Merkmale prägen die Politik Österreichs, einerseits die Proporzdemokratie und zum anderen die Konkordanzdemokratie. In einer Proporzdemokratie entspricht die Zusammensetzung der Parteien in der Regierung der Zusammensetzung im Parlament. Somit gibt es keine Opposition. In der Konkordanzdemokratie, die im Gegensatz zur Konkurrenzdemokratie nicht die Mehrheitsentscheidung zur Konsensfindung präferiert, sondern die Meinung von Verbänden, Minderheiten und sonstigen Akteuren in den Prozess der Entscheidungsfindung einbindet.
Die verfügbare Literatur zur Organisation des Bildungssystems von Österreich (z.B. „Das österreichische Bildungswesen“, herausgegeben vom Bundespressedienst von 1984), ist nicht auf dem aktuellsten Stand. Gründe dafür sind die Ergebnisse der PISA-Studie, wodurch viele Probleme erkannt wurden und es zu Umstrukturierungen kam. Diese Änderungen hat das 2007 gegründete Bunde...
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Verfassung
3. Parlament - Nationalrat und Bundesrat
4. Die Bundesregierung
5. Gesetzgebung
6. Föderalismus - Länder und Gemeinden
7. Das Schulsystem Österreichs
7.1 Entwicklung des Schulsystems
7.2 Probleme und Trends
8. PISA und Bildungsausgaben
9. Entwicklungsperspektiven
10. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die politischen Rahmenbedingungen Österreichs und deren Einfluss auf das Bildungssystem, wobei insbesondere die strukturellen Herausforderungen und die Reformbemühungen analysiert werden.
- Politische Organisation und Verfassung Österreichs
- Funktionsweise von Nationalrat und Bundesregierung
- Struktur und Entwicklung des österreichischen Schulsystems
- Analyse von PISA-Ergebnissen und Bildungsausgaben
Auszug aus dem Buch
7.1. Entwicklung des Schulsystems
Bis 1962 herrschte zwischen den beiden Parteien ÖVP und SPÖ Uneinigkeit und erst die Schulgesetze aus o.g. Jahr beendeten die Auseinandersetzungen. Man einigte sich hier zum Beispiel auf das System der Polytechnischen Schule, um international konkurrenzfähig zu bleiben. Zu den wichtigsten Gesetzen gehört das Schulorganisationsgesetz, welches 1974 durch das Schulunterrichtsgesetz ergänzt wurde. Dieses Gesetzt brachte dem österreichischen Bildungssystem erstmals eine organisierte Grundordnung. Man bemühte sich, die Qualität der Schulen zu verbessern, die Qualifizierung der Lehrer zu steigern und den Schülern die Möglichkeit zu geben, nach der Sekundarstufe verschieden organisierte Schulen zu besuchen (Vgl. Döbert 2004, S.373).
Die beiden Hauptmöglichkeiten des schulischen Werdegangs sind von nun an die allgemeinbildende höhere Schule (AHS) und die Hauptschule (HS). Obwohl sich die Lehrpläne der beiden Schulen nach einer Reform Mitte der 1980er glichen, präferierte man die AHS, da diese als „höherwertig“ galt und zusätzlich wurde die entsprechende Aufnahme-Prüfung abgeschafft. Daraus resultierte das Problem einer Überfüllung und Unterfinanzierung der AHS. Über 50% der Schüler in den Ballungsräumen und über 80% der Schüler in Wien besuchen die AHS (Vgl. Döbert 2004, S.374). In gesamt Österreich hat sich die Anzahl der AHS fast verdoppelt und in der Praxis sind diese fernab von einer „höherwertigeren“ Schule und die Hauptschulen werden bereits als „Restschulen“ bezeichnet (Vgl. Döbert 2004, S. 385).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die politische Ausgangslage und die Herausforderungen im österreichischen Bildungssystem.
2. Die Verfassung: Erläutert die historischen und demokratischen Grundlagen der österreichischen Bundesverfassung.
3. Parlament - Nationalrat und Bundesrat: Analysiert die Struktur und Funktion des österreichischen Zweikammersystems.
4. Die Bundesregierung: Beschreibt die Kompetenzen und die Zusammensetzung der österreichischen Bundesregierung.
5. Gesetzgebung: Erklärt den Prozess der Gesetzgebung im Kontext der Konkordanzdemokratie und der Sozialpartnerschaft.
6. Föderalismus - Länder und Gemeinden: Untersucht die Rolle der Bundesländer und Gemeinden bei der Verwaltung und den Strukturen.
7. Das Schulsystem Österreichs: Beleuchtet die Entwicklung sowie bestehende Probleme und Trends im Schulwesen.
8. PISA und Bildungsausgaben: Vergleicht österreichische PISA-Ergebnisse mit den aufgewendeten finanziellen Mitteln.
9. Entwicklungsperspektiven: Diskutiert Ansätze zur Verbesserung der Schulqualität und notwendige Reformschritte.
10. Fazit: Fasst die Erkenntnisse über die Problematik der Schulstruktur und die Zukunftsaussichten zusammen.
Schlüsselwörter
Österreich, Bildungspolitik, Schulsystem, Föderalismus, AHS, Hauptschule, PISA-Studie, Konkordanzdemokratie, Gesetzgebung, Bildungsreform, Schulautonomie, Sozialpartnerschaft, Bildungsausgaben, Schulorganisationsgesetz, Verfassung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den politischen Rahmenbedingungen in Österreich und analysiert deren Auswirkungen auf das Bildungssystem sowie dessen Entwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Verfassung, das parlamentarische System, die Rolle des Föderalismus und die spezifischen Herausforderungen im Bildungswesen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die politischen Ursachen für die Strukturprobleme und die Ineffizienz im österreichischen Schulwesen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Studien, Gesetzesgrundlagen und statistischer Daten zur Bildungssituation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die gesetzgebenden Institutionen, die Rolle der Länder und Gemeinden sowie die differenzierte Entwicklung der Schularten AHS und Hauptschule.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Bildungspolitik, Schulsystem, Föderalismus, PISA-Studie, Bildungsreform und Sozialpartnerschaft.
Warum gibt es in Österreich laut dem Autor Bildungsprobleme trotz hoher Kosten?
Der Autor führt dies auf Ineffizienzen durch den Föderalismus, eine überbordende Bürokratie und die starke Differenzierung der Schulzweige zurück.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Sozialpartnerschaften?
Der Autor schätzt die Beteiligung von Verbänden und Kammern an der politischen Entscheidungsfindung grundsätzlich als positiv ein.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Arts Michael Estel (Autor:in), 2010, Rahmenbedingungen für die Bildungspolitik in Österreich, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/186882