Welchen Beitrag Produktionsschulen zur sozialen und beruflichen Integration von Jugendlichen mit Verhaltensstörungen leisten können, stellt diese Arbeit unter Berücksichtiung der Besonderheiten dieser Zielgruppe vor. Nach Erläuterungen zur Spezifik von Produktionsschulen (Ziele und Grundsätze werden vorgestellt) werden Jugendliche mit emotional-sozialem Förderbedarf in ihrer besonderen Situation zwischen Schule und Berufsausbildung vorgestellt. Abschließend werden die theoretischen Erkenntnisse zu Produktionsschulen und zu Jugendlichen mit Verhaltensstörungen zusammengefügt und hinsichtlich der Passung bewertet.
Inhaltsverzeichnis
1. Prolegomenon
2. Theoretische Grundlagen
2.1.1 Zur Begrifflichkeit, Entstehung und Zielgruppe der Produktionsschule
2.1.2 Grundsätze und Ziele von Produktionsschulen
2.2.1 Charakteristika der Zielgruppe im Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung hinsichtlich der Berufsausbildung
3. Zusammenführung der Erkenntnisse
4. Konklusion
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Semesterarbeit untersucht, ob Produktionsschulen als wirksame Übergangslösung und Sprungbrett für die berufliche und soziale Integration von Jugendlichen mit emotionalem und sozialem Förderbedarf dienen können. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Eignung der spezifischen methodischen und organisatorischen Konzepte dieser Schulen für die genannte Zielgruppe.
- Grundlagen, Entstehung und Zielgruppendefinition von Produktionsschulen
- Grundsätze der Produktionsschularbeit (insb. in Mecklenburg-Vorpommern)
- Besonderheiten und Problemlagen Jugendlicher mit emotional-sozialem Förderbedarf beim Übergang in die Berufsausbildung
- Analyse des didaktischen Konzepts der Verbindung von Arbeiten und Lernen
- Die Rolle der sozialen Betreuung und Strukturgebung für die Persönlichkeitsentwicklung
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Zur Begrifflichkeit, Entstehung und Zielgruppe der Produktionsschule
Nach Johanssen und Gentner (2008) lassen sich Produktionsschulen als „ein pädagogisches Konzept, das benachteiligte junge Menschen durch die Kombination von Arbeiten und Lernen zur beruflichen und sozialen Integration führt“ (S. 1), beschreiben. Daraus ergibt sich, dass „Produktionsschulen [als] [...] Einrichtungen der arbeitsorientierten und beruflichen Bildung, in denen Arbeiten und Lernen kombiniert werden“ (Koch, 2002, S. 32), gekennzeichnet sind.
Da die Entwicklung der Produktionsschulen nicht unmittelbarer Gegenstand dieser Semesterarbeit ist, soll nur erwähnt werden, dass neben Herzog Francois-Alexander-Frederic de la Rouchefoucauld-Linacour (1747-1827), Napoleon Bonapart, Victor Karlowitsch Della Vos (1829-1890) und Don Bosco (1815-1888) mehrere Reformpädagogen um 1920 zur Entstehungsgeschichte beigetragen haben (vgl., ebd.). Zum historischen Ursprung der Produktionsschulen äußert Greinert (1992): „Im deutschen Sprachraum ist der Begriff „Produktionsschule“ allerdings erst heimisch geworden durch Paul Oestreich (1878-1959), dessen Bund Entschiedener Schulreformer das Schulmodell einer Einheits-, Lebens- und Produktionsschule propagierte“ (S. 9). Ab 1990 entstanden in der Bundesrepublik Deutschland Produktionsschulen, die sich am Erfolgsmodell des dänischen Nachbarn orientierten (vgl., Schaub, 2006, S. 6. f.). Die deutschen Produktionsschulen unterscheiden sich grundsätzlich von dänischen Produktionsschulen, da die gesetzliche Grundlage und Finanzierung sowie „einheitliche Rahmenbedingungen“ (ebd., S. 8) deutscher Produktionsschulen nicht langfristig sichergestellt sind. Zur Finanzierung sind Produktionsschulen häufig vom Wohlwollen der Kommunen, Landkreise und Trägerschaften abhängig (vgl., Arbeitsverbund Produktionsschule Nord, S. 6).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Prolegomenon: Das Kapitel führt in die Problematik des deutschen, auf Selektion ausgerichteten Schulsystems ein und stellt Produktionsschulen als notwendige Alternative für benachteiligte Jugendliche vor.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden Definitionen, Entstehungskontexte sowie die zentralen Grundsätze und Ziele von Produktionsschulen erläutert, ergänzt durch eine Charakterisierung der Zielgruppe mit emotionalem und sozialem Förderbedarf.
3. Zusammenführung der Erkenntnisse: Dieses Kapitel prüft die Eignung der pädagogischen Konzepte (z.B. Produktorientierung, Strukturgebung) hinsichtlich der spezifischen Bedürfnisse und Motivationsproblematiken der Zielgruppe.
4. Konklusion: Die Arbeit resümiert, dass Produktionsschulen ein effektives Modell zur beruflichen Orientierung darstellen, betont jedoch den weiteren Forschungsbedarf hinsichtlich der genauen Wirkungsmechanismen bei unterschiedlichen Jugendlichen.
Schlüsselwörter
Produktionsschule, Berufliche Integration, Soziale Integration, Förderbedarf, Emotionale und soziale Entwicklung, Übergangssystem, Schulabbruch, Berufsausbildung, Arbeitsorientierung, Lernbiographie, Jugendhilfe, Sonderpädagogik, Kompetenzfeststellung, Strukturgebung, Arbeitslosigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Rolle von Produktionsschulen als Bildungs- und Übergangseinrichtungen für Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Produktionsschulen, die spezifischen Problemlagen der Zielgruppe beim Übergang in das Berufsleben sowie die methodischen Ansätze zur Förderung dieser Jugendlichen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Prüfung, ob die besonderen pädagogischen Konzepte der Produktionsschulen (Arbeitsorientierung, Strukturgebung) ein wirksames Sprungbrett für die berufliche und soziale Integration der Zielgruppe bilden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin wählt einen hermeneutischen Zugang, bei dem durch die Untersuchung bestehender Fachliteratur und Berichte der Einfluss von Produktionsschulen auf die Zielgruppe geklärt werden soll.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Prinzipien der Produktionsschulen analysiert, die Charakteristika der Zielgruppe definiert und eine Zusammenführung dieser Aspekte vorgenommen, um die Eignung des Modells zu bewerten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Produktionsschule, berufliche und soziale Integration, sonderpädagogischer Förderbedarf und Übergangssystem definiert.
Warum spielt die Strukturgebung in Produktionsschulen eine so große Rolle?
Die Strukturgebung ist für Jugendliche mit emotionalem und sozialem Förderbedarf essenziell, da sie äußere Stabilität bietet, um fehlende innere Sicherheit zu kompensieren und Orientierung im Lern- und Arbeitsprozess zu geben.
Welche Bedeutung haben reale Arbeitsaufträge für die Teilnehmer?
Reale Aufträge fördern die Motivation, da die Jugendlichen den unmittelbaren Sinn und Wert ihrer Arbeit erfahren, was dem häufig erlebten "Scheitern" in der Regelschule entgegenwirkt.
- Quote paper
- Marie-Elisabeth Wöhlbier (Author), 2011, Produktionsschulen als Übergangslösung und Sprungbrett für die berufliche und soziale Integration von Jugendlichen mit emotional-sozialem Förderbedarf, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/186836