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Zur Erzählstruktur in Heinrich von Kleists "Der Zweikampf"

Title: Zur Erzählstruktur in Heinrich von Kleists "Der Zweikampf"

Seminar Paper , 2009 , 19 Pages , Grade: 2

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

Das Geschehen in „Der Zweikampf“ folgt inhaltlich dem Modell, das auch die Handlung in anderen Werken von Kleist bereits bestimmt hat. Es erzählt „von einem unmissverständlich geäußerten Lebensplan, der hier als ‚letzter Wille‘ des sterbenden Herzogs erscheint, und zugleich von der Absicht, in der Unübersichtlichkeit der Welt Helligkeit und ‚Aufklärung‘ zu schaffen; also das Dunkle und Ungeklärte der irdischen Ereignisse ‚unmittelbar ans Tageslicht‘ […] zu bringen“ .
Und doch unterscheidet sich „Der Zweikampf“ auf bemerkenswerte Weise von den anderen Erzählungen Kleists. Lange hatte Kleists letzte Erzählung von 1811 den Ruf, aufgrund seiner besonderen Handlungsordnung zu undurchdacht und zu ungeordnet zu sein, da sich das Motiv des Textes immer wieder verliert. So fällt vor allem die besondere Erzählstruktur ins Auge, mit der auch ein Wechsel der jeweils im Vordergrund stehenden Themen verbunden ist. Es erscheint daher gerade interessant, die Erzählung im Hinblick auf einige markante Punkte der Erzähltheorie zu analysieren.
Die Forschung zog dieser Erzählung eher andere Erzählungen Kleists vor. Eine Analyse zu der Erzählung „Der Zweikampf“ ist meist nur Teil eines größeren Werkes im Hinblick auf einzelne Gesichtspunkte und wird teilweise bei der Untersuchung anderer Erzählungen, denen größere Aufmerksamkeit gewidmet worden ist, nur erwähnt. Ansonsten wird die Erzählung entweder vergleichend neben andere Werke gestellt oder man konzentriert sich beispielsweise auf den Zweikampf, das Duell an sich, seine Folgen und ihre Deutung und die Instanz „Gott“.
Eine genauere Untersuchung stellen u.a. auch in Bezug auf die besondere Erzählstruktur Gerhard Neumann und Walter Delabar in ihren Aufsätzen zu „Der Zweikampf“ an. Die Ordnung und die Distanz werden sowohl hier, als auch bei Carmen Pinilla Ballester angesprochen. Mit der Problematik der Erzählinstanz beschäftigen sich Peter Ensberg, Claudia Brors, Gerhard Neumann und ebenso Walter Delabar.
Bei der Analyse der Erzählung in Hinblick auf die Erzähltheorie wird in dieser Arbeit zuerst der Aufbau untersucht. Dabei wird zum einen auf das oben beschriebene besondere Erzählmuster und zum anderen auf die Ordnung von Handlungselementen eingegangen. Danach wird die Verknüpfung von Distanz und Dauer von hervorgehobenen Handlungsabschnitten beschrieben. Im Anschluss daran richtet sich das Augenmerk noch auf die gespaltene Erzählinstanz.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Aufbau des Geschehens

2.1 Das Erzählmuster

2.2 Die Ordnung des Geschehens

3. Das Zusammenspiel von Distanz und Dauer der Darstellung des Geschehens

4. Die Zersplitterung der Erzählinstanz

5. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Erzählstruktur von Heinrich von Kleists Novelle „Der Zweikampf“ unter narratologischen Gesichtspunkten. Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Strategien der Handlungsführung, Zeitgestaltung und Erzählerkonstitution zu analysieren, um die bisher in der Forschung weniger detailliert beleuchteten Besonderheiten des Textes aufzuzeigen.

  • Analyse des besonderen „Einrück-Erzählmusters“ von Kleist.
  • Untersuchung der narrativen Ordnung (Anachronien wie Analepsen).
  • Darstellung des Zusammenspiels von Erzählzeit, erzählter Zeit und Distanz.
  • Untersuchung der heterogenen und gespaltenen Erzählinstanz.
  • Diskussion der Bedeutung des Gottesurteils und dessen erzähltechnischer Vermittlung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der „‚komplizite‘ Erzähler“

Die „komplizite“ Erzählerrolle verkörpert den Erzähler als „Geschehenskomplizen“, also als eine Art „Mittäter“ des Geschehens. Er identifiziert sich nach dem „Selbsthelfermodell“ mit verschiedenen Figuren, die versuchen, ihr Schicksal selbst zu bestimmen: Die Kämpfer des Duells handeln improvisatorisch, indem sie beherzt und heroisch zu erlangen suchen, dass die eigene Wahrheit durch die kämpferische Unterlegenheit des Gegners ans Licht kommt.

Der Erzähler gibt einerseits gibt vor, Wirklichkeit auf berichtende Weise darzustellen und sich dabei auch getreu der erfolgten Ereignisse an diese zu halten. Er durchbricht den historischen Abstand zum Geschehen, um den medizinischen Fortschritt seiner eigenen Zeit der erzählten Zeit gegenüberzustellen: „Aber auch dies, als eine Radikalkur gepriesene Heilmittel vergrößerte nur, wie man heutzutage leicht eingesehen haben würde, statt ihm zu abhelfen, das Übel; […].“

Außerdem zeigt er sich durch wiederkehrendes überraschendes Einrücken in der Erzählstrategie. Wie auch der Kaiser in „Der Zweikampf“ am Ende „in die Statuten des geheiligten göttlichen Zweikampfs, überall wo vorausgesetzt wird, daß [!] die Schuld dadurch unmittelbar ans Tageslicht komme, die Worte […]: ,wenn es Gottes Wille ist‘.“ (ZK 261) einfügen lässt, so zeigt sich der Erzähler durch die Übernahme dieses durch den Kaiser erfolgten Nachtrages in sein eigenes Erzählmuster.

Durch das komplizite Erzählen kann die Distanz zum Erzählten verringert werden. Der reelle Hintergrund wird betont. Hierbei wird der Erzähler auch der Verbindung der Erzählung zur Anekdote Froissarts gerecht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Forschungsinteresse vor und ordnet die Novelle in den Kontext der Kleist-Forschung und der Erzähltheorie ein.

2. Der Aufbau des Geschehens: Der Abschnitt erläutert die besondere Erzählstrategie des unerwarteten „Einrückens“ neuer Erzählfelder sowie die narrative Ordnung durch Anachronien.

3. Das Zusammenspiel von Distanz und Dauer der Darstellung des Geschehens: Hier wird das Verhältnis von Erzählzeit zu erzählter Zeit analysiert und aufgezeigt, wie durch den Wechsel von Raffung und Szenen das Erzähltempo variiert wird.

4. Die Zersplitterung der Erzählinstanz: Dieses Kapitel beleuchtet die verschiedenen Rollen des Erzählers – den kompliziten, auktorialen und impliziten Erzähler – und deren Effekt auf die Perspektivierung des Geschehens.

5. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Forschung zur besonderen Komposition der Erzählung.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Der Zweikampf, Erzählstruktur, Erzähltheorie, Erzählinstanz, Gottesurteil, Anachronie, Analepse, Erzählzeit, erzählte Zeit, Distanz, narrativer Modus, Handlungsordnung, Literaturanalyse, Novelle

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Erzählstruktur der Kleist-Novelle „Der Zweikampf“ unter Anwendung narratologischer Kriterien.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Struktur des Geschehens, das Verhältnis von Erzählzeit und erzählter Zeit sowie die komplexe Beschaffenheit der Erzählinstanz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kleist durch formale Mittel wie Einrückungen, Anachronien und Instanzwechsel ein „befremdliches“ Erzählmuster erzeugt, das sich von konventionellen Modellen unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primär auf erzähltheoretischen Konzepten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des besonderen Erzählmusters, der Anachronien, des Tempos der Darstellung (Distanz/Dauer) und der Zersplitterung des Erzählers.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Kleist, Erzählstruktur, Erzählinstanz, Gottesurteil und narrative Anachronie charakterisiert.

Warum wird die Erzählweise von Kleist als „einrückend“ bezeichnet?

Der Begriff bezieht sich auf die von Kleist genutzte Strategie, laufende Erzählungen plötzlich zu unterbrechen und neue, unerwartete Erzählstränge oder Informationen „einzurücken“.

Welche Funktion hat die Zersplitterung der Erzählinstanz für den Leser?

Die ständigen Wechsel zwischen kompliziten, auktorialen und impliziten Erzählhaltungen verunsichern den Leser und verhindern, dass er sich auf eine einzige, verlässliche Perspektive verlassen kann.

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Details

Title
Zur Erzählstruktur in Heinrich von Kleists "Der Zweikampf"
College
LMU Munich  (Deutsche Philologie)
Course
Seminar
Grade
2
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2009
Pages
19
Catalog Number
V184918
ISBN (eBook)
9783656100522
ISBN (Book)
9783656100799
Language
German
Tags
Kleist Erzähltextanalyse Zweikampf Erzählstruktur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2009, Zur Erzählstruktur in Heinrich von Kleists "Der Zweikampf", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/184918
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