Diese Arbeit durchleuchtet nach einem allgemeinen und historischen Einstieg die globale Entwicklung der Schiffbauindustrie mit ihren Ursachen, sowie den Verschiebungen der Schwerpunktregionen und den dazugehörigen Intensivierungs- und Anpassungsstrategien. Des Weiteren wird beschrieben, wie sich die Nachfrage bis zum Jahr 2009 entwickelt hat und welches die Bestimmungsfaktoren und Gründe für eine etwaige Dynamik bei Bestellungen von Schiffen waren. Nachdem die weltweite Verflechtung zwischen Angebot und Nachfrage diskutiert wird, bildet ein Exkurs über die Abwrackindustrie den Abschluss dieser Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Schiffbau
2.1 Geschichte
2.2 Schiffstypen
2.3 Produktionsprozess
3. Standortentwicklung
3.1 Entwicklung der Marktanteile
3.2 Entwicklung der Schwerpunktregionen
3.2.1 Japan
3.2.2 Südkorea
3.2.3 China
3.2.4 Wichtige Schiffbauländer Europas
3.3 Internationalisierung
4. Nachfrageentwicklung
4.1 Nachfrageentwicklung bis 2006
4.2 Handelsströme
4.3 Kapazität und Nachfrage
4.4 Schiffstypbezogene Nachfrage
4.4.1 Ablieferungen nach Schiffstypen
4.4.2 Bevorzugte Standorte
4.5 Schiffbau in der aktuellen Finanz- und Weltwirtschaftskrise
5. Exkurs: Abwrackindustrie im Schiffbau
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die globalen Verschiebungen in der Schiffbauindustrie unter besonderer Berücksichtigung der Standortentwicklung und der Nachfragefaktoren. Ziel ist es, die Gründe für die Verlagerung von Produktionsschwerpunkten sowie die Auswirkungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf die Branche zu analysieren.
- Historische Entwicklung des globalen Schiffbaus
- Analyse der Standortverlagerungen (Japan, Südkorea, China, Europa)
- Strukturwandel durch Internationalisierung und Produktlebenszyklen
- Untersuchung der nachfragebestimmten Faktoren und Handelsströme
- Diskussion der Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf die Kapazitätsauslastung
- Exkurs zur ökonomischen und ökologischen Bedeutung der Schiffsabwrackindustrie
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Südkorea
In Südkorea wurde auch die industrial targeting Strategie angewandt, jedoch unter anderen Anfangsbedingungen. Historisch betrachtet hatte sich der Schiffbau immer in den Ländern entwickelt, wo die Nachfrage im Inland aufgrund der Beteiligung am internationalen Handel recht hoch war. Südkorea wollte jedoch nicht eine eigene Flotte aufbauen, sondern anhand von Deviseneinnahmen die Industrialisierung der Nation einleiten. Angefangen hat der Aufbau der Branche mit dem dritten Fünfjahresplan (1972) zu Zeiten der Schiffbaukrise in den 1970er Jahren. Vor diesem Zeitraum gab es dort so gut wie keinen Schiffbau (HASSINK 2006, S. 62f.).
Der durch den „Entwicklungsstaat“ erzwungene Prozess führte durch die Identifizierung des Schiffbaus als Schlüsselindustrie in Zeiten geringer Nachfrage zu enormen Überkapazitäten. Nach japanischem Vorbild wurden Mischkonzerne erzeugt, die mit 60-70% eine hohe Abhängigkeit an der Sparte Schiffbau aufweisen. Dabei produzieren heute fünf Werften 95% des gesamten Schiffstoßes. Das Kapital zum Aufbau wurde am internationalen Kapitalmarkt aufgenommen, wozu auch Entwicklungsgelder zählen sollten. Zudem galten wie in Japan günstige Zinsbedingungen und Exportkredite als Motor der Entwicklung, die zunächst nicht Profit und Rentabilität stärkten, sondern im Gegenteil „nur“ den Ausbau von Marktanteilen beschleunigen sollten. Diese aggressive Investitionspolitik wurde bis in die 1990er Jahre betrieben. Neben der finanziellen Begünstigung verhalfen auch der Technologie-Import aus der ganzen Welt, die Abschottung des Binnenmarktes und die niedrigen Lohnkosten dazu, die Entwicklung voranzutreiben (EICH-BORN 2005b, S. 109f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die globale Bedeutung des Schiffbaus ein und umreißt die methodische Herangehensweise an die Themenbereiche Standortentwicklung und Nachfragefaktoren.
2. Schiffbau: Dieses Kapitel liefert eine grundlegende Beschreibung der Geschichte, der verschiedenen Schiffstypen sowie der technischen Einzelschritte im Produktionsprozess.
3. Standortentwicklung: Hier werden die Verschiebungen der globalen Marktanteile sowie die spezifischen Entwicklungen in Japan, Südkorea, China und Europa analysiert.
4. Nachfrageentwicklung: Dieses Kapitel befasst sich mit der historischen Nachfrageentwicklung, den Handelsströmen und den Auswirkungen der aktuellen Finanz- und Weltwirtschaftskrise auf die Branche.
5. Exkurs: Abwrackindustrie im Schiffbau: Dieser Abschnitt beleuchtet die ökologischen und ökonomischen Herausforderungen bei der Demontage alter Schiffe in den betroffenen Ländern.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über den globalen Strukturwandel zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Schiffbaunationen.
Schlüsselwörter
Schiffbauindustrie, Standortentwicklung, Marktanteile, Globalisierung, Industrialisierung, Schiffsneubau, Nachfrageentwicklung, Kapazitätsauslastung, Weltwirtschaftskrise, Produktlebenszyklus, Abwrackindustrie, Containerverkehr, Handelsströme, industrielle Fertigung, Technologietransfer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die globale Entwicklung der Schiffbauindustrie, insbesondere die Verlagerung von Produktionskapazitäten und die Dynamik der internationalen Nachfrage.
Welche Regionen stehen in der Analyse im Zentrum?
Die zentralen untersuchten Regionen sind Japan, Südkorea, China und Europa, die jeweils unterschiedliche Phasen und Strategien in ihrer schiffbaulichen Entwicklung durchlaufen haben.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Ursachen für die globale Marktverschiebung sowie die Zusammenhänge zwischen staatlicher Industriepolitik, Nachfragefaktoren und technologischem Fortschritt darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Datenanalyse, die historische Entwicklungen und aktuelle Marktdaten (z.B. GT-Werte) in Bezug zur Produktlebenszykustheorie setzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den technischen Grundlagen des Schiffbaus die Standortfaktoren in Asien und Europa, die volkswirtschaftliche Bedeutung von Handelsströmen sowie die Folgen der Finanzkrise für die Branche detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Schiffbauindustrie, Standortentwicklung, Marktanteile, Globalisierung, Nachfrageentwicklung, Kapazitätsauslastung und Abwrackindustrie.
Warum spielt Südkorea eine so zentrale Rolle im modernen Schiffbau?
Südkorea hat durch eine aggressive, staatlich geförderte "Industrial Targeting"-Strategie und den Aufbau effizienter Mischkonzerne (Chaebols) eine führende Position bei komplexen Schiffstypen wie Containerschiffen erlangt.
Welche Rolle spielt die Abwrackindustrie für die Branche?
Die Abwrackindustrie ist essenziell für die Entsorgung veralteter Tonnage und bietet in Zeiten wirtschaftlicher Rezession eine Möglichkeit, durch gesteigertes Recycling von Altmaterial Kapazitäten auf den Märkten zu regulieren.
- Arbeit zitieren
- Christian Kubat (Autor:in), 2010, Internationalisierung, Nachfrage- und Standortentwicklung in der Schiffbauindustrie, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/184796