Diese Arbeit beschäftigt sich mit Bernhards Weg in ein monastisches Leben und seinem Stellenwert für die Ausbreitung des durch Robert von Molesme neugegründeten Ordens der Zisterzienser in Citeaux. Insbesondere wird dabei der Lebensabschnitt Bernhards bis zu seinem Eintritt ins Kloster und etwaige Beweggründe seiner Entscheidung für ein monastisches Leben untersucht. Darüber hinaus soll gezeigt werden, warum die monastische Reformbewegung zu Beginn des 12. Jahrhunderts entsprechenden Zuspruch fand und welchen Einfluss Bernhard von Clairvaux auf die relecture der regula benedicti genommen hat.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 Die Person Bernhard von Clairvaux
2.1 Die Kindheit Bernhards
2.2 Die Zeit der Jugend
2.3 Der Weg in ein monastisches Leben
2.4 Der endgültige Entschluss zum Eintritt ins Kloster
2.5 Die Auswahl der Mönchsgemeinschaft
3 Das Leben im Kloster
3.1 Die ersten Jahre in Citeaux
3.2 Die Gründung des Klosters Clairvaux
3.3 Der Aufstieg des Klosters im Wermuttal
3.4 Von Clairvaux in die Welt
4 Die Zisterzienser – Relecture der regula benedicti
4.1 Randbedingungen der monastischen Reformen
4.1.1 Die Gottesfriedensbewegung
4.1.2 Der Investiturstreit
4.2 Das einstige Vorbild Cluny
4.3 Citeaux und die Gründung der Zisterzienser
4.4 Die Rolle Bernhards für die Manifestierung des Ordens
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Lebensweg Bernhards von Clairvaux bis zu seinem Eintritt in das Kloster sowie seine entscheidende Rolle bei der Etablierung und expansionistischen Ausbreitung des Zisterzienserordens im 12. Jahrhundert. Dabei wird analysiert, inwieweit seine Motivation, seine asketische Lebenshaltung und seine Kritik an bestehenden klösterlichen Strukturen zur Neuausrichtung des Mönchtums gemäß der Regula Benedicti beitrugen.
- Biografie und prägende Lebensstationen Bernhards von Clairvaux
- Untersuchung der monastischen Reformbewegungen im Hochmittelalter
- Analyse des Einflusses von Bernhard auf die "Relecture" (Neuinterpretation) der Benediktsregel
- Die Transformation von Citeaux zur Keimzelle eines europaweiten Ordensnetzwerks
Auszug aus dem Buch
3.3 Der Aufstieg des Klosters im Wermuttal
Wie auch nach der Gründung Citeauxs dürften die ersten Jahre in Clairvaux sehr hart und schwierig und vor allem vom Aufbau der Klosteranlage selbst geprägt gewesen sein. Wie ehrgeizig und mutig ein solches Projekt gewesen sein muss – und wohl auch noch heute wäre – belegt Franz Winter: „Man darf es wahrlich nicht gering anschlagen, wenn eine Gemeinschaft von zwölf Mönchen und meist ebenso vielen Laienbrüdern, geleitet von einem mit gleicher Entsagungskraft erfüllten Abte, sich in einem unwirtlichen Sumpfwalde niederließen, um sich dort anzubauen.“ Auch für die Neugründung des Klosters Clairvaux im Wermuttal dürfte diese Laudatio durchaus zutreffend gewesen sein.
Da das Kloster gemäß der Vorgabe in großer Entfernung zu besiedelten Gebieten lag, mussten die Mönche mit den Rohstoffen auskommen, die sie in der näheren Umgebung zur Verfügung hatten, vorranging Holz und Wasser. So galt es zunächst neben der Entwicklung von Landwirtschaft, um autark leben zu können, den Bau einer Kapelle und der Unterkünfte voranzutreiben. Zudem litt Clairvaux unter finanziellen Schwierigkeiten, die nicht zuletzt daher rührten, dass die Mönche sich nur bedingt auf die Sicherung des Lebensunterhalts durch Handarbeiten konzentrieren konnten. Sie waren angewiesen auf Almosen, Spenden und Schenkungen. Durch letztere gelang es Clairvaux, die finanziellen Missstände innerhalb weniger Monate zu beseitigen und somit auch wirtschaftliche Probleme zu lösen, um sich fortan um den Ausbau des Klosters kümmern zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorwort: Einführung in die Thematik der monastischen Reformbewegung und die zentrale, zwiespältige Rolle von Bernhard von Clairvaux.
2 Die Person Bernhard von Clairvaux: Detaillierte Betrachtung der familiären Herkunft, der religiösen Erziehung und der Beweggründe Bernhards für den Eintritt in das monastische Leben.
3 Das Leben im Kloster: Darstellung der frühen Jahre in Citeaux, der Gründung von Clairvaux unter schwierigen Bedingungen und des massiven Wachstums des Ordens.
4 Die Zisterzienser – Relecture der regula benedicti: Analyse der kirchenpolitischen Hintergründe (Investiturstreit, Gottesfriedensbewegung) und der Abgrenzung zu Cluny als Grundlage für die zisterziensische Identität.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der maßgeblichen Anteile von Robert von Molesme, Stephan Harding und vor allem Bernhard von Clairvaux an der Ordensentwicklung.
Schlüsselwörter
Bernhard von Clairvaux, Zisterzienser, Regula Benedicti, Monastische Reform, Citeaux, Molesme, Cluny, Askese, Ora et labora, Mittelalter, Klöster, Investiturstreit, Vita evangelica, Filiation, Ordensgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entstehung des Zisterzienserordens im 12. Jahrhundert und die maßgebliche Rolle, die Bernhard von Clairvaux dabei spielte, das Mönchtum zu seinen ursprünglichen, asketischen Wurzeln zurückzuführen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die biografische Entwicklung Bernhards, die Entwicklung der monastischen Reformbewegung, der Vergleich mit dem Orden von Cluny sowie die Expansion der Zisterzienserklöster in Europa.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren die monastische Reformbewegung motivierten und welchen spezifischen Einfluss Bernhard von Clairvaux auf die Neuinterpretation (Relecture) der Benediktsregel genommen hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theologiegeschichtliche Untersuchung, die primär auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und Quellen zum monastischen Leben und den Reformen des 11. und 12. Jahrhunderts basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die persönliche Entwicklung Bernhards, das praktische Leben in der frühen Klosterzeit sowie die gesellschaftlichen und kirchenpolitischen Randbedingungen, die das Entstehen des neuen Ordens begünstigten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Bernhard von Clairvaux, Zisterzienser, Benediktsregel (regula benedicti), Askese, monastische Reform und Citeaux.
Warum wurde die "Relecture" der Regel so kritisch betrachtet?
Die Neuinterpretation war insofern brisant, da sie oft als scharfe Kritik an der bestehenden Praxis (insbesondere am mächtigen Orden von Cluny) verstanden wurde und einen radikalen Wandel in der Lebensführung der Mönche forderte.
Welche Bedeutung hatte der Tod der Mutter für Bernhards Entscheidung?
Der Tod der Mutter wird in der Arbeit als tiefer Einschnitt beschrieben, der einerseits zu einer Phase persönlicher Orientierungslosigkeit führte, ihn andererseits aber in seinem Wunsch bestärkte, ein gottgefälliges Leben im Sinne der von seiner Mutter vermittelten Ideale zu führen.
- Arbeit zitieren
- Stephan Baier (Autor:in), 2010, Bernhard von Clairvaux und die Relecture der regula benedicti, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/184636