Viele deutsche Universitäten befinden sich derzeit in einer Phase des Umbruchs. Eine Großzahl der Studiengänge soll in dieser Zeit an ein international vergleichbares Bachelor- und Mastersystem angepasst werden. Durch diese international ebenbürtigen Studiengänge und die einheitlichen Abschlüsse, soll für die Studenten ein leichteres Studieren oder ein Wechsel der Universität ermöglicht werden, ebenso soll die einheitliche Studienstruktur den Einstieg in das Berufsleben vereinfachen.
Auch das Lehramtsstudium soll im Zuge dieses Prozesses einer Umstrukturierung unterzogen werden.
In diesem Zusammenhang wurden an verschiedenen deutschen Universitäten Modellversuche gestartet, dabei entstanden viele Verbesserungen des bisherigen Studiums, aber auch Unklarheiten und Probleme.
Inhaltsverzeichnis
1. Lehrerbildungsmodelle in Bielefeld und Bochum
2. Auswirkungen des neuen Systems auf den Studienalltag
3. Lehrerbildung in Hamburg
4. Zweiter Teil der Lehrerbildung in Hamburg
5. Lehrerbildung in den neuen Bundesländern am Beispiel von Potsdam
6. Entwicklung der Lehrerbildung in Rheinland-Pfalz
7. Erziehungswissenschaft und Berufsbezug in der Lehrerbildung
8. Einbindung von praxisnaher Forschung in die Lehrerbildung
9. Defizite und neue Konzeptionen in der Lehrerbildung
10. Entwicklung der Lehrerbildung in Deutschland
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Rezension befasst sich mit dem Werk „Lehrerbildung in der Entwicklung“ und analysiert die historische sowie strukturelle Reform der Lehrerausbildung im Kontext der Umstellung auf das Bachelor-Master-System an deutschen Universitäten.
- Strukturwandel der Lehramtsstudiengänge
- Modellversuche an verschiedenen deutschen Hochschulen
- Rolle der Erziehungswissenschaft und Praxisbezug
- Qualitätsstandards in der modernen Lehrerbildung
- Herausforderungen der Modularisierung und Standardisierung
Auszug aus dem Buch
Lehrerbildung in der Entwicklung
Viele deutsche Universitäten befinden sich derzeit in einer Phase des Umbruchs. Eine Großzahl der Studiengänge soll in dieser Zeit an ein international vergleichbares Bachelor- und Mastersystem angepasst werden. Durch diese international ebenbürtigen Studiengänge und die einheitlichen Abschlüsse, soll für die Studenten ein leichteres Studieren oder ein Wechsel der Universität ermöglicht werden, ebenso soll die einheitliche Studienstruktur den Einstieg in das Berufsleben vereinfachen.
Auch das Lehramtsstudium soll im Zuge dieses Prozesses einer Umstrukturierung unterzogen werden. In diesem Zusammenhang wurden an verschiedenen deutschen Universitäten Modellversuche gestartet, dabei entstanden viele Verbesserungen des bisherigen Studiums, aber auch Unklarheiten und Probleme.
Sollte ein Lehramtsstudent bereits mit einem Bachelor-Abschluss an einer Schule unterrichten dürfen, oder muss es zusätzlich ein Master-Studium absolvieren um als Lehrer tätig sein zu dürfen?
In dem Prozess der Anpassung aller Studiengänge an die neue Struktur wurde die Entscheidung getroffen, dass die Medizin- und Jurastudiengänge nicht in die Umstrukturierung einbezogen werden können, denn welcher Arbeitgeber möchte einen „nur halb“ ausgebildeten Arzt, Anwalt oder Richter in seinem Unternehmen beschäftigen?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Lehrerbildungsmodelle in Bielefeld und Bochum: Die Autoren vergleichen die Grundlinien beider Modelle und diskutieren die spezifische Rolle der Erziehungswissenschaft bei der Spezialisierung auf das Berufsfeld Schule.
2. Auswirkungen des neuen Systems auf den Studienalltag: Dieses Kapitel thematisiert die durch das neue Modell vorgegebenen klaren Zeitpläne für Studenten sowie die Problematik zunehmender Großvorlesungen aufgrund knapper Kapazitäten.
3. Lehrerbildung in Hamburg: Es werden die Schritte auf dem Weg nach Bologna sowie die Erarbeitung von Kerncurricula und die notwendige Umstrukturierung der Praktika beschrieben.
4. Zweiter Teil der Lehrerbildung in Hamburg: Der Fokus liegt auf der Bachelor-Master-Struktur und der fachspezifischen Aufteilung der Erziehungswissenschaft je nach angestrebter Schulform.
5. Lehrerbildung in den neuen Bundesländern am Beispiel von Potsdam: Das Potsdamer Modell wird als Verknüpfung von Fachwissenschaft, Erziehungswissenschaft und Schulpraxis mittels eines modularen Aufbaus vorgestellt.
6. Entwicklung der Lehrerbildung in Rheinland-Pfalz: Das Kapitel erläutert die Reformziele der Standardisierung und Modularisierung sowie die Gründung von Zentren für Lehrerbildung.
7. Erziehungswissenschaft und Berufsbezug in der Lehrerbildung: Der Autor fordert eine Transformation der Erziehungswissenschaft zur Berufswissenschaft, um die Anschlussfähigkeit des Studiums an die Praxis zu erhöhen.
8. Einbindung von praxisnaher Forschung in die Lehrerbildung: Es wird erörtert, wie Studierende durch Forschung ihre Handlungs- und Reflexionskompetenz stärken können, um zu Pädagogen statt zu reinen Wissenschaftlern heranzuwachsen.
9. Defizite und neue Konzeptionen in der Lehrerbildung: Das Kapitel identifiziert die Beliebigkeit von Inhalten und den Bruch zwischen Ausbildung und Beruf als zentrale Probleme eines langwierigen Entwicklungsprozesses.
10. Entwicklung der Lehrerbildung in Deutschland: Uwe Sandfuchs analysiert die Dreiphasigkeit der Ausbildung und definiert fünf zentrale Qualitätsstandards, darunter das forschende Lernen.
Schlüsselwörter
Lehrerbildung, Bachelor-Master-System, Erziehungswissenschaft, Lehramtsstudium, Reformtendenzen, Hochschulstruktur, Didaktik, Praxisbezug, Modularisierung, Bologna-Prozess, Professionalisierung, Pädagogik, Studienalltag, Kerncurricula.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Rezension?
Die Arbeit rezensiert das Buch „Lehrerbildung in der Entwicklung“ und beleuchtet kritisch die verschiedenen Reformmodelle der deutschen Lehrerausbildung im Kontext der Bachelor- und Master-Struktur.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Buch?
Das Buch deckt ein breites Spektrum ab, von der historischen Entwicklung über die landesspezifischen Reformen in Städten wie Bielefeld, Bochum und Hamburg bis hin zu allgemeinen Qualitätsstandards.
Was ist das primäre Ziel der Rezension?
Ziel ist es, den Überblick des Buches über die aktuellen Umstrukturierungsprozesse an deutschen Universitäten zusammenzufassen und die inhaltliche Qualität der Autorenbeiträge einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird im rezensierten Werk primär diskutiert?
Diskutiert werden insbesondere modulare Studienaufbauten, die Verzahnung von Theorie und Praxis sowie die Einbindung forschenden Lernens zur Steigerung der Handlungskompetenz von angehenden Lehrern.
Was steht im Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der verschiedenen regionalen Modellversuche (Bielefeld, Bochum, Hamburg, Potsdam, Rheinland-Pfalz) und eine methodische Reflexion der Erziehungswissenschaft.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Lehrerbildung, Bachelor-Master-System, Reform, Erziehungswissenschaft und Professionalisierung der Lehrkräfte.
Warum wird die Reihenfolge der Kapitel im Buch kritisiert?
Die Rezensentin schlägt vor, das letzte Kapitel als Einleitung zu nutzen, da dort die grundlegenden Qualitätsstandards und der historische Kontext erläutert werden, was ein besseres Basiswissen für die nachfolgenden Beiträge schaffen würde.
Wie steht die Autorin zur Rolle der Erziehungswissenschaft?
Sie hebt die Forderung hervor, die Erziehungswissenschaft stärker als Berufswissenschaft auszurichten, um die Lücke zwischen theoretischem Studium und der realen Schulpraxis zu schließen.
- Arbeit zitieren
- Juliane Berger (Autor:in), 2008, Buchrezension: Lehrerbildung in der Entwicklung , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/184512