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Schillers Dramen für uns heute gelesen und interpretiert

Titel: Schillers Dramen für uns heute gelesen und interpretiert

Essay , 2011 , 24 Seiten

Autor:in: Prof. Dr. Erwin Leibfried (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details


Warum wieder Schiller? Es geht darum, ein Denkmal zu restaurieren, das mit Recht noch da steht Es geht darum, die Patina und den Dreck der Zeit abzuschmirgeln; denn was die Texte sagen, ist so gesagt, als sei es eigens uns gesagt. Brechts polemisch-hybrides Wort von den Klassikern, die im Krieg gestorben seien, ist halt schon im Literalsinn falsch : gestor¬ben sind faktisch auf dem Felde jene, die nicht in der Lage waren, die Lehre der Klassiker zu realisieren. Nicht die Klassiker haben versagt, sondern die, welche mit ihnen hätten etwas anfangen müssen.
Lehren ziehen aus dem Klassiker? Etwa diesen Kalibers: Die Mehrheit? Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn. Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen . Antidemokratisch; monarchistisches, präfaschistisches Bewußt¬sein. Und nicht zu entschuldigen als Frühwerk, Jugendsünde. Spätestes Pro¬dukt, Unwiderrufbar. Ohne Kommentar ist dazuzusetzen: Gegenwärtiges. E. Wiedemann, 'Spiegel'-Reporter, schreibt am Ende eines Berichts über die Ereignisse im Iran:
"Wahr ist allerdings auch: Die Massen stehen trotz allem hinter Cho¬meini. Die Linken und Liberalen bringen zusammen selten mehr als 50 000 Demonstranten auf die Straße. Wenn aber Chomeini ruft, marschieren immer noch Millionen "
Prämisse der vorgelegten Analysen ist, daß - Autonomie hin, Form her - Dichtung in sich - geschichtliche Erfahrung hat, daß, erkennt man Dich¬tung, man erkennt, was der Mensch sei und was Geschichte. Wobei, schlimm daß man es sagen muß, Geschichte nicht die Zeitgeschichte des Autors ist: so als habe Schiller im 'Wallenstein' nacherzählt, was der französische Gene¬ral Dumouriez trieb, als er die Revolutionstruppen verließ und zum deutschen Feind überlief. Deshalb sind auch kluge Sätze, daß Schillers Dichtungen sich mit der Revolution auseinandersetzen, so klug wiederum nicht. Der Karis¬schüler brauchte die Revolution nicht, um zu merken, was Sache ist: die mundane, gesellschaftliche Verfassung der Menschheit, im Blick auf das, was die zeitgenössische Philosophie Kants als einen der Schlußsteine ihres Systems erarbeitet hatte: Freiheit Der 'Karlos', ebenso wie die anderen frühen Stücke, lange vor der Großen Revolution konzipiert und aufgeführt, verhandeln dies Problem poetisch vor dem Forum der Humanität.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Selbstbewußtwerdung und Glückswechsel

Macht und Herz

Selbstverständnis, Rechtsanspruch

Schöne Menschlichkeit

Deutungen

Personen

Boris - Romanow - Marfa

Marina

Demetrius

Intereßante Parthien sind

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das unvollendete Dramenfragment „Demetrius“ von Friedrich Schiller, um die darin thematisierte Koexistenz gegensätzlicher Zustände sowie die tragische Struktur des Werkes zu analysieren und kritisch einzuordnen.

  • Die Analyse der zentralen Motive wie Selbstbewusstwerdung, Glückswechsel und Machtanspruch.
  • Die Untersuchung der psychologischen und politischen Dimensionen der Hauptfiguren (Demetrius, Boris, Marina, Romanow).
  • Die Auseinandersetzung mit der literaturwissenschaftlichen Rezeptionsgeschichte des Fragments.
  • Die Reflexion über Schillers Geschichtsauffassung und die „Schöne Menschlichkeit“ im Kontext des Dramas.

Auszug aus dem Buch

Macht und Herz

Wichtig ist zudem anderes, was nur leise anklingt. Als Antwort erhält es der Leser, der fragt: was für ein Geist ist es, von dem Demetrius da begeistet ist, welcher Enthusiasmus wofür? Die Aufmerksamkeit wird geweckt, wenn man die schon angeführte Rede der Marina (zu Odowalsky) weiterliest: Aber was ihn nicht beschäftigen darf [wie die Absicht, Zar zu werden, das vermeintliche, durch Geburt gesicherte Recht, realisierbar ist], das muß uns beschäftigen. Das muß mein Werk seyn. Er giebt nur den Namen, die Begeisterung, das Glück ... wir müssen die Klugheit für ihn haben. Wir müssen die Mittel herbeischaffen, wir müssen auf alles denken. Zusammen gesehen mit dem Charakter der Marina ist dies Programm deutlich: es heißt Eroberung der Zarenmacht, ohne alle Rücksichten. Wer an den Faust des fünften Aktes denkt, der von den drei Gesellen hintergangen wird, assoziiert nicht falsch.

Aber der Keim des Bösen liegt auch in Demetrius selbst, er ist nicht nur der blank positive Held, der nur am Widerstand der Welt scheiterte, an den Gewalt der Umstände. Wohl gehört dies zum Bild des Tragischen seit der Antike. Die Helden müssen auch schuldlos sein; aber nur auch. Die Schuld des Demetrius, noch vor aller Handlung, wird im Gespräch mit Lodoiska deutlich. Sie, die einfache Magd, die ihn liebt und durch seine Erkennung als Zarensohn verloren hat, holt es aus ihm für den Leser heraus. Und dieses kurze Gespräch ist eines der bedeutendsten, die Schiller geschrieben hat:

Lodoiska

. . .

Du gehst, um eine Krone zu erkämpfen?

Demetrius

Erkämpfen will ich sie, und dann

Lodoiska (mit steigender Bewegung)

Und dann?

Demetrius

Mit Ruhm und Sieg besizen was mir ward.

Zusammenfassung der Kapitel

Inhalt: Eine Einführung in die historische Stoffgrundlage des Demetrius-Fragments und die Ausgangslage der Handlung.

Selbstbewußtwerdung und Glückswechsel: Analyse der zentralen Motive des Glückswechsels und der Identitätsfindung des Helden zu Beginn des Dramas.

Macht und Herz: Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Machtstreben und menschlicher Moral bei Demetrius und Marina.

Selbstverständnis, Rechtsanspruch: Erörterung der unterschiedlichen Begründungsmuster für den Herrschaftsanspruch des Demetrius.

Schöne Menschlichkeit: Analyse der Differenz zwischen rhetorischen Idealen der Aufklärung und der harten Realität des Eroberungskrieges.

Deutungen: Ein kritischer Überblick über die verschiedenen wissenschaftlichen Interpretationsansätze des Stückes.

Personen: Detaillierte Charakteranalyse der Figurenkonstellationen, unterteilt in Boris-Romanow-Marfa, Marina und Demetrius.

Intereßante Parthien sind: Diskussion politischer Nebenmotive und der Rolle des Volkes im Kontext der Konsensfindung.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Demetrius-Fragment, Glückswechsel, Selbstbewusstsein, Macht, russische Geschichte, Tragik, Marina, Boris Godunow, Schuld, Aufklärung, Schöne Menschlichkeit, Rechtsanspruch, Literaturanalyse, Geschichtsauffassung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Schillers unvollendetes Drama „Demetrius“ und beleuchtet die komplexen Verflechtungen von Machtstreben, persönlicher Identität und geschichtlichem Schicksal.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Begriffe „Glückswechsel“ und „Selbstbewusstsein“ sowie die Dialektik von Schein und Wirklichkeit in der politischen Handlung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die tragische Struktur des Fragments herauszuarbeiten und aufzuzeigen, wie Schiller die „Koexistenz gegensätzlicher Zustände“ als gestalterisches Prinzip nutzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor verwendet eine textanalytische und ideologiekritische Herangehensweise, um das vorhandene Textkorpus zu deuten und wissenschaftliche Rezeptionen zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der zentralen Motive, die Interpretation der wichtigsten Figuren und die Reflexion politischer Aspekte innerhalb des Dramas.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Demetrius, Glückswechsel, Macht, Schuld, tragisches Schicksal und die historische Einordnung des Fragments.

Welche Rolle spielt die Figur der Marina für das Stück?

Marina wird als moderne, ehrgeizige Figur gezeichnet, die Demetrius lediglich als Mittel zum Zweck der Erlangung der Zarenmacht nutzt, was sie als Gegenpol zu humanen Idealen markiert.

Wie bewertet der Autor Schillers Geschichtsverständnis?

Der Autor argumentiert, dass Schiller Geschichte nicht als zielgerichteten Fortschritt, sondern als Ungewissheit und „ewige Wiederkehr“ darstellt, was die Negativität des Schlusses unterstreicht.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Schillers Dramen für uns heute gelesen und interpretiert
Autor
Prof. Dr. Erwin Leibfried (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
24
Katalognummer
V184372
ISBN (eBook)
9783656091684
ISBN (Buch)
9783656091813
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schiller Drama Tragödie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Prof. Dr. Erwin Leibfried (Autor:in), 2011, Schillers Dramen für uns heute gelesen und interpretiert, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/184372
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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