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Die Stimmung in „Wie wenn am Feiertage...“ von Friedrich Hölderlin und in „Melancholie“ von Gottfried Benn

Stimmungslyrik

Title: Die Stimmung in „Wie wenn am Feiertage...“ von Friedrich Hölderlin und in „Melancholie“ von Gottfried Benn

Seminar Paper , 2010 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Vukan Mihailovic de Deo (Author)

Literature - Comparative Literature

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Stimmungen gehören zu Empfindungen. Im Gegensatz zu Gefühlen sind sie jedoch nicht konkret auf einen Gegenstand gerichtet. Anders gesagt stehen Stimmungen in Verbindung zu Kognitionen, während Gefühle zu Handlungen führen. Ein in diesem Zusammenhang immer wieder aufgegriffenes Beispiel für den Unterschied zwischen Gefühl und Stimmung ist der Unterschied zwischen Furcht und Angst. Obwohl wir sprachlich mit beiden Begriffen das Gleiche ausdrücken können, ist die Angst per definitionem objektunbestimmt. Angst kann man haben, während man sich vor etwas fürchten muss. Diesen Gedankengang weiterführend, kann man sagen, dass Gefühle Stimmungen präzisieren. Eine Stimmung der Feierlichkeit schließt womöglich mehrere Gefühle ein, wie Stolz, Glück, Hoffnung, sogar Müdigkeit.
Gleichzeitig sind Stimmungen mit Atmosphären verbunden. Man kann über die Atmosphäre vor einem Sturm berichten oder die Stimmung auf einer Versammlung als verlogen oder skeptisch verstehen. Auf eine gewisse Weise „gestimmt“ oder gelaunt kann man sowohl alleine sein und dadurch die Umgebung entsprechend wahrnehmen, als auch in Gesellschaft, wobei die Stimmung da eine kommunikative, sozial vereinigende Rolle spielen kann. Abgesehen von pathologischen Ausnahmen wie zum Beispiel Schizophrenie kann man feststellen, dass Stimmungen vereinheitlichend wirken. Sie sind wie emotionale Glocken, die eine Landschaft, eine Gruppe von Subjekten oder eine Einzelperson umschließen.
Wenn man wissen will, auf welche Weise Stimmungen entstehen, muss man vor allem deren Eigenschaften festlegen. Mit dem Erkennen dieser Charakteristika sind wir als Künstler oder als Wissenschaftler in der Lage, eine Stimmung zu produzieren oder genau zu definieren. Was sind also die Regeln, nach denen eine bestimmte Stimmung entsteht?
Um diese Frage zu beantworten, empfiehlt es sich, zunächst die unterschiedlichen theoretischen Ansätze zum Stimmungsbegriff kurz darzustellen.
Das Wort „Stimmen“ stammt ursprünglich aus der Musiktheorie, wo es ein „In-Verhältnis-Setzen von Teilen“ mit dem Ziel der Harmonisierung von Instrumenten bezeichnet. Diese Tatsache versetzte den Begriff der Stimmung in der deutschen Lyrik für immer in den unendlichen Raum der Metapher.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung

Der Stimmungsbegriff im Diskurs der ästhetischen Theorie

Die Stimmung in Hölderlins „Wie wenn am Feiertage...“

Die Stimmung in Benns „Melancholie“

Das Spiel mit dem Mythos

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht das Konzept der Stimmung in der deutschen Dichtung, indem sie das unvollendete Gedicht „Wie wenn am Feiertage...“ von Friedrich Hölderlin und das Spätwerk „Melancholie“ von Gottfried Benn gegenüberstellt. Ziel ist es, die Entwicklung und Wandelbarkeit des Stimmungsbegriffs über die Jahrhunderte zu analysieren und zu prüfen, inwieweit die These vom „Tod“ der Stimmungslyrik als Epoche oder als poetisches Phänomen haltbar ist.

  • Historische und philosophische Diskursanalyse des Stimmungsbegriffs (von Kant bis Heidegger).
  • Strukturelle und hermeneutische Untersuchung der Gedichte von Hölderlin und Benn.
  • Die Rolle des Mythos und der Inspiration im Schaffensprozess.
  • Der Einfluss von Medium und Sprache auf die Erzeugung poetischer Stimmung.

Auszug aus dem Buch

Die Stimmung in „Wie wenn am Feiertage...“

Das unvollendete Gedicht „Wie wenn am Feiertage...“ entstand um 1800 und gilt als die „erste Hymne des Spätwerks und somit als Paradigma der Gesänge“. Das neunstrophige Gedicht setzt sich aus drei längeren Strophentriaden zusammen. Im Aufbau ist es daher an Pindars Siegeslieder angelehnt, bei denen eine Triade aus einer Strophe, einer Antistrophe und einer abschließenden Epode, die metrisch von den ersten beiden Strophen abweicht, besteht. Hölderlins Strophengruppen in „Wie wenn am Feiertage...“ sind allerdings formal komplizierter und metrisch alle voneinander unterscheidbar, so dass das Gedicht minutiös durchstrukturiert und äußerst hermeneutisch wirkt.

Die Einleitung und Einstimmung des Lesers erfolgt in der ersten Triade: Wie wenn am Feiertage, das Feld zu sehn / Ein Landmann geht, des Morgens, wenn / Aus heißer Nacht die kühlenden Blitze fielen / Die ganze Zeit und fern noch tönet der Donner, / In sein Gestade wieder tritt der Strom, / Und frisch der Boden grünt / Und von des Himmels erfreuendem Regen / Der Weinstock trauft und glänzend / In stiller Sonne stehn die Bäume des Haines: / So stehn sie unter günstiger Witterung / Sie die kein Meister allein, die wunderbar / Allgegenwärtig erzieht in leichtem Umfangen / Die mächtige, die göttlichschöne Natur.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Kritik an starren literaturgeschichtlichen Epocheneinteilungen und Darlegung der These, dass Stimmung ein integraler, wandelbarer Bestandteil lyrischer Dichtung ist.

Der Stimmungsbegriff im Diskurs der ästhetischen Theorie: Überblick über die philosophische Entwicklung des Begriffs von der Musiktheorie über Kant und Schiller bis hin zu Heidegger und Binswanger.

Die Stimmung in Hölderlins „Wie wenn am Feiertage...“: Untersuchung der enthusiastischen Grundstimmung, des Einflusses des Mythos und der zunehmenden Ohnmacht des lyrischen Ichs im Fragment.

Die Stimmung in Benns „Melancholie“: Analyse des Gedichts als Musterbeispiel für Stimmungslyrik, geprägt durch Melancholie, Entfremdung und die Suche nach einer zeitlosen, zirkulären Form.

Das Spiel mit dem Mythos: Reflexion über die Ergebnisse der Analyse, die die Diffusität des Stimmungsbegriffs betont und dessen wissenschaftliche Fassbarkeit kritisch hinterfragt.

Schlüsselwörter

Stimmungslyrik, Friedrich Hölderlin, Gottfried Benn, Melancholie, Ästhetik, Dichtung, Mythos, Enthusiasmus, Philosophie, Heidegger, Literaturwissenschaft, Interpretation, Gedichtanalyse, Subjektivität, Epoche.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Wesen der „Stimmung“ in der deutschen Lyrik durch eine vergleichende Analyse von Gedichten Hölderlins und Benns.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die philosophische Herleitung des Stimmungsbegriffs, die Analyse lyrischer Texte und die kritische Auseinandersetzung mit Epochenbegriffen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die These vom „Tod“ der Stimmungslyrik zu hinterfragen und aufzuzeigen, wie Stimmung über verschiedene Epochen hinweg als poetisches Phänomen existiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine hermeneutische Gedichtanalyse in Kombination mit einer diskursanalytischen Betrachtung philosophischer Schriften verwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt zunächst die theoretische Herleitung des Begriffs und anschließend die detaillierte Untersuchung der Gedichte „Wie wenn am Feiertage...“ und „Melancholie“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Stimmungslyrik, Mythos, Subjektivität und ästhetische Theorie charakterisiert.

Warum wählt der Autor ausgerechnet Hölderlin und Benn für den Vergleich?

Trotz eines zeitlichen Abstands von 150 Jahren weisen ihre Gedichte überraschende thematische Ähnlichkeiten auf, die den Wandel und die Persistenz von Stimmung illustrieren.

Welche Rolle spielt der „Mythos“ im Kontext der Stimmung?

Der Mythos dient den Dichtern oft als Ankerpunkt oder als Medium, um das Unerklärliche und die Schwierigkeiten des Dichtens in einer entzauberten Welt darzustellen.

Was bedeutet das „Fehlen einer Definition“ für die wissenschaftliche Arbeit?

Da der Stimmungsbegriff diffus bleibt, lässt er sich nicht präzise wissenschaftlich „beweisen“, weshalb die Arbeit eher das „Wie“ des Stimmungs-Ausdrucks in den Vordergrund stellt.

Was ist das Fazit zur Stimmungslyrik als Epoche?

Das Fazit legt nahe, dass der Begriff der Stimmungslyrik als abgeschlossene Epoche wissenschaftlich fragwürdig ist, da Stimmung ein zeitloses poetisches Element darstellt.

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Details

Title
Die Stimmung in „Wie wenn am Feiertage...“ von Friedrich Hölderlin und in „Melancholie“ von Gottfried Benn
Subtitle
Stimmungslyrik
College
Free University of Berlin  (Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft)
Course
Perspektiven der Forschung: Stimmungen, Stimmungskunst, Stimmungslyrik. Eine Einführung
Grade
1,3
Author
Vukan Mihailovic de Deo (Author)
Publication Year
2010
Pages
21
Catalog Number
V184331
ISBN (eBook)
9783656091097
ISBN (Book)
9783656091295
Language
German
Tags
stimmung feiertage friedrich hölderlin melancholie gottfried benn stimmungslyrik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vukan Mihailovic de Deo (Author), 2010, Die Stimmung in „Wie wenn am Feiertage...“ von Friedrich Hölderlin und in „Melancholie“ von Gottfried Benn, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/184331
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