Einer der wohl bekanntesten, aber auch umstrittensten Journalisten der Nachkriegszeit ist der
gebürtige Rheinländer Günter Wallraff. Bekannt, weil niemand vor ihm so hartnäckig
Missstände in Betrieben und in der Politik aufdeckte. Umstritten, aufgrund seiner
Recherchemethoden und deren Nutzen. Hier soll die Hausarbeit ansetzen; welche Intention
verfolgt Günter Wallraff und vor allem, mit welchen Methoden berichtet er von seinen
Erfahrungen? Seine Arbeit und sein Wirken polarisiert, der Vorwurf der Nichtigkeit ist stetig
präsent. Steckt hinter dem Anspruch des investigativen Journalismus nichts weiter als ein
Boulevard-Reporter? Diese Fragestellung soll am Beispiel von Der Aufmacher behandelt
werden.
Dabei soll zunächst der Mensch und Journalist Günter Wallraff vorgestellt werden, um
anhand der Kritik an seiner Person die Fragestellung zu begründen. Anschließend erfolgt eine
Einführung in den die beiden Journalismen, um Wallraff hinsichtlich des Themas der Arbeit
einordnen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Günter Wallraff - Mensch und Journalist
2.1 Biographie
2.2 Methode
2.3 Kritik an Wallraff
2.4 Wieso geht Günter Wallraff zur Bild-Zeitung?
3. Boulevardpresse und Investigativer Journalismus
3.1.1 Einführung in die Boulevardpresse
3.1.2 Einführung in den investigativen Journalismus
3.2 Einordnung Wallraffs in die Boulevardpresse und den investigativen Journalismus
3.2.1 Recherche
3.2.2 Legitimation
3.2.3 Wer und was rückt in den Fokus der Berichterstattung?
3.2.4 Intention
3.3. Gegenüberstellung von Boulevardpresse und Wallraff
3.3.1 Sprache
3.3.2 Argumentation
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die journalistische Arbeitsweise von Günter Wallraff, insbesondere im Hinblick auf sein Werk "Der Aufmacher", um zu klären, ob sein Wirken eher dem investigativen Journalismus oder dem Boulevardjournalismus zuzuordnen ist.
- Charakterisierung der Methoden von Günter Wallraff
- Gegenüberstellung von investigativen Ansätzen und Boulevard-Strukturen
- Analyse der rechtlichen Legitimation journalistischer Undercover-Recherche
- Untersuchung der Zielsetzung und Intention in der Medienberichterstattung
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Einführung in die Boulevardpresse
Mit dem Aufkommen der Massenpresse am Ende des 19. Jahrhunderts etabliert sich zunehmend der Typus der Straßenverkaufszeitung, wobei die Art und Weise des Vertriebs ausschlaggebend für die Bezeichnung der Boulevardpresse ist. Dabei steht die ökonomische Komponente im Vordergrund, weshalb sich der Inhalt damals wie heute an der Sensationsgier der Menschen orientiert. Damit ist der Sensationsjournalismus ein gewichtiger Teil innerhalb der Boulevardpresse, die sich vor allem durch ihre Aufmachung auszeichnet. „Bilder [stehen] im Vordergrund und [verdrängen] vertiefende Analysen und Recherchen.“
Der Syntax wiederum ist geprägt von einfacher Grammatik und emotionaler Wortwahl, das Blatt an sich sticht mit seiner plakativen Gestaltung hervor. Thematisch hält sich die Boulevardpresse überwiegend zwischen Kategorien wie „Katastrophen, Kriminalität, Human Interest und Sex/Erotik“ auf. Durch diese Komponenten befindet sich die Boulevardzeitung stets auf einem schmalen Grad zwischen Pressefreiheit und Persönlichkeitsrechten, was im späteren Teil der Arbeit noch ausführlicher beleuchtet werden soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der zentralen Fragestellung bezüglich der journalistischen Einordnung von Günter Wallraff.
2. Günter Wallraff - Mensch und Journalist: Biografischer Abriss und Analyse der Arbeitsmethoden sowie der Kritik an der Person Wallraff.
3. Boulevardpresse und Investigativer Journalismus: Theoretische Definition beider Journalismusformen und vergleichende Einordnung der Arbeitsweise Wallraffs.
4. Schlussbetrachtung: Fazit der Untersuchung mit der Feststellung, dass Wallraffs Wirken im Sinne des investigativen Journalismus als gesellschaftlich notwendig zu bewerten ist.
Schlüsselwörter
Günter Wallraff, Investigativer Journalismus, Boulevardpresse, Der Aufmacher, Axel-Springer-Verlag, Bild-Zeitung, Undercover-Recherche, Pressefreiheit, Persönlichkeitsrechte, Sensationsjournalismus, Öffentliches Interesse, Journalistische Methode, Medienethik, Politische Meinungsbildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, ob Günter Wallraff als investigativer Journalist handelt oder lediglich Methoden des Boulevardjournalismus nutzt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Abgrenzung von investigativem Journalismus und Boulevardmedien, die Methode der Undercover-Recherche sowie rechtliche Aspekte der Pressefreiheit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine fundierte Einordnung von Wallraffs Arbeitsweise am Beispiel seines Buches „Der Aufmacher“.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt ein systematischer Vergleich journalistischer Kriterien sowie eine Literaturanalyse rechtlicher und medialer Definitionen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in beide Journalismusformen und eine detaillierte Gegenüberstellung anhand von Kriterien wie Recherche, Legitimation und Intention.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Investigativer Journalismus, Boulevardpresse, Undercover-Recherche und Öffentliches Interesse.
Wie bewertet der Autor die Rolle des „Redaktionsleiters“ im Werk?
Der Autor weist darauf hin, dass Wallraff sich durch die Denunzierung seines Vorgesetzten in den Bereich der Verletzung von Persönlichkeitsrechten begibt.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Boulevard und Investigation für Wallraff wichtig?
Die Unterscheidung ist entscheidend, da der investigative Journalismus laut Autor eine kontrollierende Instanz im Staat darstellt, während Boulevardpresse primär profitmaximierend agiert.
- Arbeit zitieren
- Christoph Groß (Autor:in), 2011, Günter Wallraff – Investigativer Journalist oder Boulevard-Reporter?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/184214