Es ist für die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus von Belang, die Literatur, die entstand zur Kenntnis zu nehmen. Annelise Canavarro gibt dazu vielfältige Hinweise. Sie ordnet dabei die verschiedenen Erscheinungsformen und Ausprägungen ein. Die Autorin bringt dabei als Brasilianerin einen Blick ein, der von außen auf Deutschland gerichtet ist. [...]
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Zum historischen Kontext
Zu neuen - und alten - politischen Strategien
Zu neuen politischen Konzepten
Zu Organisationsformen
Zusammenfassung
Bibliografie
Musik
Fußball
Internet
Globalisierung
Skinheads
Frauen
Frauen und Rechtsextremismus heute
Frauen im Dritten Reich
Gewalt
Jugendkultur
Parteien, Gewerkschaften, Bürgerinitiativen
Armut
Europa - Länder
Prävention
Ideologie
Rassismus
Holocaust
Ausländerfeindlichkeit
Antisemitismus
Ost West Vergleich
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, einen fundierten Überblick über den aktuellen Forschungsstand zum Thema Rechtsextremismus im Zeitraum von 2000 bis 2010 zu geben. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die verschiedenen Erscheinungsformen, ideologischen Entwicklungen und Interventionsmöglichkeiten in einer sich wandelnden rechtsextremen Szene.
- Analyse der Transformation rechtsextremer Strategien und politischer Konzepte.
- Untersuchung von Organisationsstrukturen und modernen Rekrutierungsweisen.
- Erfassung von spezifischen Themenfeldern wie Musik, Internet, Jugendkultur und Antisemitismus.
- Darstellung der Rolle von Geschlechterverhältnissen innerhalb der Szene.
- Aufarbeitung von pädagogischen Ansätzen und Interventionsstrategien gegen Rechtsextremismus.
Auszug aus dem Buch
Zum historischen Kontext
Nach der Wiedervereinigung kamen west- und ostdeutsche Rechtsextreme, die deutlich unterschiedliche Vorstellungen hinsichtlich ihrer politischen Kultur und Geschichte hatten, zum ersten Mal nach dem Krieg zusammen.
Das Ergebnis dieser Reunion der deutschen Rechtsextremen kann in der Gewaltwelle in den 90er Jahren beobachtet werden. Die durch starke Ausländerfeindlichkeit - mehrere schwere Übergriffe gegen Ausländer in diesem Zeitraum beweisen es - geprägte und in Freien Kameradschaften organisierte Bewegung ging zweifelsohne einem Prozess der Radikalisierung entgegen, der aber nicht lange dauern konnte.
Eine Adaptation an den Zeitgeist des neuen Millenniums war notwendig. Gewalt war selbstverständlich nicht auszuschließen, allerdings mussten die Rechtsextremisten das Image der Schläger und Biedermänner loswerden, um sich politisch behaupten zu können. Arbeitslosigkeit, Sozialabbau, Agenda 2010 und hohe Einwanderungszahlen sind einige der vielen gesellschaftlichen Herausforderungen, die Rechtsextremen zu Gunsten der national-sozialistischen Ideologie missbrauchten. Im Zuge der Globalisierung ist der Rechtspopulismus, der sich als Sprachrohr des einfachen Volkes versteht, letztendlich durchsetzungsfähiger als der reine, stigmatisierte Rechtsextremismus, der mit seinem realen Gesicht im konservativen Bürgertum nicht anschlussfähig ist.
Man kann es nicht leugnen: die rechtsextremen Parolen modernisierten sich - zumindest nach außen -, um gesellschaftliche Akzeptanz gewinnen zu können. Eine Anpassung an die herkömmliche Denkweise der Gesellschaft war erforderlich, um deren normale Zurückweisung der rechtsextremen Ideologie zu vermeiden. Dafür war es notwendig, sich von der Hitlerschen Diktatur und dem Nazismus der 30er Jahre zu distanzieren.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die inhaltliche Ausrichtung der Arbeit und skizziert die methodische Aufarbeitung der Fachliteratur zum Rechtsextremismus.
Zum historischen Kontext: Hier wird die Entwicklung der rechtsextremen Szene nach der Wiedervereinigung bis hin zur notwendigen Modernisierung ihrer Strategien im neuen Millennium beschrieben.
Zu neuen - und alten - politischen Strategien: Das Kapitel analysiert, wie Rechtsextreme versuchen, durch Anpassung ihres öffentlichen Auftretens und das Ausnutzen gesellschaftlicher Ängste anschlussfähig zu bleiben.
Zu neuen politischen Konzepten: Hier werden theoretische Grundlagen wie der Ethnopluralismus und die ideologische Neuorientierung der extremen Rechten untersucht.
Zu Organisationsformen: Dieser Abschnitt behandelt die Vielfalt rechtsextremer Strukturen, von freien Kameradschaften bis hin zur wachsenden Bedeutung des Internets für die Vernetzung.
Zusammenfassung: Das Fazit fasst das aktuelle Gefahrenpotenzial zusammen und betont die Notwendigkeit einer wachen, gesellschaftlichen Auseinandersetzung.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, Neonazismus, Gewaltprävention, politische Strategien, Interventionsmodelle, Ideologie, Globalisierung, Jugendkultur, Antisemitismus, Rassismus, Ethnopluralismus, Radikalisierung, Rechtspopulismus, Kameradschaften, Extremismusforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Publikation bietet eine umfassende Bibliografie und Analyse zum Thema Rechtsextremismus im Zeitraum 2000 bis 2010 und beleuchtet dabei sowohl die Ideologien als auch Interventionsmöglichkeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt ein breites Spektrum ab, darunter Musik, Fußball, das Internet, Frauenrollen in der Szene, Gewalt, Armut sowie die Ideologien von Antisemitismus und Rassismus.
Was ist das primäre Ziel dieser Veröffentlichung?
Das Ziel ist es, Interessierten und Fachleuten einen strukturierten Zugang zu relevanter Literatur zu ermöglichen und die Transformationen der rechtsextremen Szene transparent zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich primär um eine literaturbasierte Analyse und systematische Aufarbeitung des Forschungsstandes, die durch deskriptive Erläuterungen der Szenenentwicklungen ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der historische Kontext der deutschen Rechtsextremenszene nach 1990, moderne politische Strategien, neue Organisationsformen und die Auseinandersetzung mit der Ideologie der extremen Rechten analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Rechtsextremismus, Prävention, Strategiewandel, Neonazismus und gesellschaftliche Interventionsmodelle definieren.
Wie hat sich das Auftreten der Rechtsextremisten nach 2000 verändert?
Die Szene hat versucht, sich vom Image der reinen Schläger zu lösen und durch den Rechtspopulismus sowie eine Modernisierung ihrer Parolen eine höhere gesellschaftliche Anschlussfähigkeit im bürgerlichen Spektrum zu erreichen.
Welche Rolle spielt das Internet laut den Ausführungen?
Das Internet wird als zentrales Mittel zur Vernetzung der heutigen Szene beschrieben, das einen geschützten Raum für Kommunikation bietet und gleichzeitig die Verbreitung rechtsextremer Inhalte erleichtert.
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- Bernd Wagner (Herausgeber) (Author), Anneliese Canavarro (Author), 2011, Bibliographie zur analytischen Literatur zum Rechtsextremismus und Aspekte von Interventionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/184070