Jeder stellt sich irgendwann einmal die Frage, auf welchen Sinn er eher verzichten könnte, auf den Sehsinn oder auf den Hörsinn. Ich habe mir diese Frage natürlich auch schon gestellt und habe spontan den Hörsinn genannt. Der Sinn des Sehens war mir spontan wichtiger als der Sinn des Hörens, da ich mich über meine Augen orientiere. Doch nach längerer Überlegung und Diskussion mit einer Freundin, stellte ich fest, dass ich auf meinen Hörsinn auf keinen Fall verzichten könnte. Das Argument der Orientierung war nicht stark genug, zumal man sich zu einem großen Teil über das Gehör orientiert. Die Augen sind nach vorn gerichtet und nehmen Objekte detailliert war, die sich in einem bestimmten Winkel des Sichtfeldes befinden. Mit dem Auge nehmen wir nur das war, was vor uns ist, doch was hinter uns ge-schieht vernehmen wir mit unseren Augen nicht. Anders verhält es sich bei unseren Ohren, mit ihnen sind wir dazu in der Lage uns rundherum, in alle Richtungen räumlich zu orientie-ren.
Um das System Ohr zu begreifen und genauer kennen zu lernen, wäre es natürlich erforderlich über den Aufbau und die Funktion der einzelnen Elemente des Ohres mehr zu erfahren.
Eine weitere Frage wäre, wie bedeutend der Sinn des Hörens für die pädagogische Arbeit mit Kindern ist. Mit welchen Höraufgaben, Experimenten und Klangübungen kann der Hörsinn sensibilisiert werden? Diesbezüglich kann die Musikalische Gruppenimprovisation als bedeutende Methode nützlich sein.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Vorwissen über den Sinn des Hörens
3 Vorstellung von dem Seminar
4 Erwartungen an das Seminar
5 Kommunikationsmodelle
5.1 Anxiome im Kommunikationsmodell von Paul Watzlawick
5.1.1 Begründung der Wahl des Theorieelements
5.1.2 Darstellung der fünf Axiome und eigener Lernprozess
5. 2 Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun
5.2.1 Begründung der Wahl des Theorieelements
5.2.2 Darstellung Kommunikationsmodell von Friedrich Schulz von Thun und eigener Lernprozess
5.3 Praktische Erfahrung im Seminar
6 Musikalischen Gruppenimprovisation
6.1 Begründung der Wahl des Theorieelements
6.2 Darstellung der musikalischen Gruppenimprovisation
6.2.1 Experimentelles Improvisieren mit Klängen und Geräuschen
6.2.2 Metrisch-rhythmische Improvisation einschließlich Melodiespiel
3.2.3 Beschreibung des Lernprozesses
7 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung des Hörsinns im pädagogischen Kontext und analysiert, wie dieser durch Kommunikationstheorien und musikalische Gruppenimprovisation sensibilisiert und für die schulische Praxis nutzbar gemacht werden kann.
- Kommunikationspsychologische Grundlagen (Watzlawick & Schulz von Thun)
- Der Hörsinn als Basis für soziale Interaktion und Konzentration
- Praktische Erprobung musikalischer Improvisation in der Grundschule
- Rollenverständnis angehender Lehrkräfte bei der Anleitung musikalischer Prozesse
- Verknüpfung von nonverbaler Kommunikation und musikalischem Handeln
Auszug aus dem Buch
3.2.3 Beschreibung des Lernprozesses
Im Seminar machten wir mehrere interessante Übungen zur musikalischen Gruppenimprovisation. Es fällt mir sehr schwer mich für eine zu entscheiden, da ich einige Favoriten habe. Doch mein größter Favorit war das melodische phantasieren.
Ich hatte ein paar Bedenken bezüglich dieser Übung, da ich kein Instrument spiele. Ich wusste nicht so recht was auf mich zukommt, ob meine Melodie gut klingt, ob sie zu dem Rhythmus und zu den anderen Melodien passt, das alles stimmte mich etwas unsicher. Doch als ich mit meiner Melodie einsetzte, waren alle Hemmungen wie weggeblasen, es machte mir riesengroßen Spaß, ich fühlte mich als ein Teil des Ganzen. Ich steigerte mich so sehr in diese Musik hinein, dass ich schon fast in einen tranceartigen Zustand kam, wie es mir zum Beispiel beim Tanzen passiert. Es war einfach ein überaus positives Gefühl, ich hätte noch stundenlang weitermachen können. Es war so erstaunlich wie kreativ wir alle waren, obwohl die meisten von uns weder ein Instrument spielten, noch Gesangsunterricht hatten oder sonstige musikalische Erfahrungen mitbrachten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Ausgangslage und die Zielsetzung der Arbeit, die sich aus der Auseinandersetzung mit dem Seminartitel "Vom Sinn des Hörens" ergibt.
2 Vorwissen über den Sinn des Hörens: Das Kapitel reflektiert die persönliche Bedeutung des Hörsinns im Vergleich zum Sehsinn und beleuchtet dessen evolutionäre sowie entwicklungspsychologische Relevanz.
3 Vorstellung von dem Seminar: Hier werden die ursprünglichen Erwartungen des Autors sowie die Verknüpfung des Hörsinns mit pädagogischen Themen wie Kommunikation und Entspannung dargestellt.
4 Erwartungen an das Seminar: Die Autorin formuliert ihre spezifischen Fragen zur Rolle des Hörsinns in der Pädagogik und ihr Bedürfnis nach einem hohen Praxisanteil.
5 Kommunikationsmodelle: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Aufarbeitung der Axiome nach Watzlawick und des Kommunikationsquadrats nach Schulz von Thun, ergänzt um eigene Reflexionen und praktische Übungen.
6 Musikalischen Gruppenimprovisation: Der theoretische Rahmen und die verschiedenen methodischen Teilbereiche der Gruppenimprovisation werden erläutert, inklusive einer persönlichen Reflexion über den Lernprozess beim melodischen Phantasieren.
7 Resümee: Das Resümee fasst die gewonnenen Erkenntnisse aus der praktischen Anwendung mit Grundschulkindern zusammen und zieht ein Fazit über die Bedeutung des Seminars für die angehende Lehrerrolle.
Schlüsselwörter
Hörsinn, Kommunikation, Paul Watzlawick, Friedemann Schulz von Thun, Kommunikationsquadrat, musikalische Gruppenimprovisation, Grundschule, Pädagogik, Lernprozess, Rhythmus, Melodie, nonverbale Kommunikation, Selbstwahrnehmung, Lehrerrolle, Kreativität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert die Reflexionen einer Lehramtsstudierenden über ein Seminar zum Thema "Vom Sinn des Hörens", wobei der Fokus auf Kommunikationstheorien und musikalischer Gruppenimprovisation liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit behandelt die Bedeutung des Gehörs, die Anwendung der Kommunikationsmodelle nach Watzlawick und Schulz von Thun sowie die Umsetzung musikalischer Gruppenimprovisation in der pädagogischen Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die theoretische Durchdringung und praktische Erprobung von Methoden zur Sensibilisierung des Hörsinns und deren Relevanz für die spätere Lehrertätigkeit.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden kommunikationswissenschaftliche Theorien als Grundlage genutzt, ergänzt durch reflektierte Seminarerfahrungen (aktive Übungen) und eine Fallstudie zur Anleitung von Kindern in der musikalischen Improvisation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der fünf Axiome nach Watzlawick, das Vier-Ohren-Modell von Schulz von Thun sowie verschiedene Spielformen der musikalischen Gruppenimprovisation inklusive der Reflexion des persönlichen Lernfortschritts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch die Begriffe Hörsinn, Kommunikation, Kommunikationsmodelle, pädagogische Praxis und musikalische Gruppenimprovisation.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der nonverbalen Kommunikation in der Gruppe?
Die Autorin hebt hervor, dass nonverbale Signale wie Mimik, Gestik und Blickkontakt essenziell für das Gelingen der Gruppenimprovisation sind, da sie das gegenseitige Verständnis und die Abstimmung jenseits der Sprache ermöglichen.
Welche konkrete Erfahrung machte die Autorin beim "melodischen Phantasieren"?
Trotz anfänglicher Bedenken als Nicht-Musikerin erlebte sie durch die gemeinsame Improvisation ein positives Gefühl der Zugehörigkeit ("Teil des Ganzen") und eine tranceartige Entspannung, die sie in ihrer Selbsteinschätzung bezüglich musikalischer Kompetenz bestärkte.
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- Myriam Eichinger (Author), 2010, Vom Sinn des Hörens, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/184027