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Funktionaler Analphabetismus in Deutschland

Titel: Funktionaler Analphabetismus in Deutschland

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 28 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Daniel Hey (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Es ist ein Sozialspot der unter die Haut geht: Eine junge Frau wacht morgens neben ihrem Freund auf und geht ins Bad. Dort angekommen erblickt sie im Spiegel die mit rotem Lippenstift geschriebene Frage: „Willst du mich heiraten?“. Doch die Reaktion der Frau ist verstörend. Sie streicht mit ihren Fingern über die einzelnen Buchstaben, gerät zusehends in Panik und bricht schließlich in Tränen aus. Im Schlafzimmer wartet schon aufgeregt ihr Freund, der nicht weiß wie ihm geschieht, als seine Freundin zurückkommt und seine hoffnungsvolle Frage „Und, was sagst du?“ nur mit einem weinenden „Ich weiß nicht!“ beantwortet.
Der kurze aber aufsehenerregende Clip ist vom Verein „Alphabetisierung e.V.“ und wirbt im Anschluss an die kurze Szene mit dem bekannten Slogan „Schreib dich nicht ab – Lerne lesen und schreiben“ für das „Alpha-Telefon“, einer Hotline für Analphabeten und deren Angehörige in Deutschland. Dieser und ähnliche Sozialspots des Vereines wurden mit ihrem Erscheinen nur zu gerne belächelt und oft, mal mehr und mal weniger gelungen, parodiert.
Analphabeten in einem Industrieland wie Deutschland? Dies schien lange Zeit unvorstellbar, aber die Medien berichten etwas anderes. Doch selbst wenn sie wirklich existieren, lohnt es sich dann für die Bildungspolitik und für Lehrer, sich mit diesem Phänomen auseinanderzusetzen?
In dieser Hausarbeit möchte ich mich zuerst mit der Entdeckung des Analphabetismus in Deutschland beschäftigen, diesen dann näher definieren, die neusten Studien vorstellen, Überlegungen zu möglichen Ursachen und Folgen für Betroffene anstellen und schließlich Präventionsmöglichkeiten und Förderungsalternativen aufzeigen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entdeckung des funktionalen Analphabetismus

3. Definitionen

4. Größenordnung und aktuelle Statistiken

5. Ursachen

6. Folgen für Betroffene

7. Prävention und Förderung

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Phänomen des funktionalen Analphabetismus in Deutschland auseinander, beleuchtet dessen geschichtliche Entdeckung sowie die aktuellen statistischen Dimensionen und leitet daraus notwendige pädagogische Förderansätze ab.

  • Historische Entwicklung der Wahrnehmung von Analphabetismus in Deutschland
  • Differenzierte Definitionen des Begriffs funktionaler Analphabetismus
  • Analyse aktueller Studien zur Literalität der Bevölkerung
  • Ursachenforschung im Kontext von Elternhaus, Schule und Selbstbild
  • Soziale und psychische Folgen für betroffene Individuen
  • Präventionsmöglichkeiten und Förderalternativen für die pädagogische Praxis

Auszug aus dem Buch

2. Die Entdeckung des funktionalen Analphabetismus

Spätestens nach Einführung der allgemeinen Schulpflicht und der Industrialisierung in Westeuropa galt der Analphabetismus offiziell als ausgestorben. Eine Heiratsstatistik aus Preußen aus dem Jahre 1899 belegt, dass nur etwa 1% der verheirateten Bürger und Bürgerinnen der Schriftsprache nicht mächtig waren. Als Analphabeten galten damals aber auch nur diejenigen, die nicht mit ihrem Namen sondern mit drei Kreuzen auf der Heiratsurkunde unterschrieben hatten.

Die vorerst letzte Studie über Analphabetismus in Deutschland gab es 1912 im Deutschen Reich mit identischem Ergebnis wie 1899 in Preußen: Etwa 1% der Bevölkerung war nicht in der Lage, mit vollem Namen zu unterschreiben. Seitdem gab es bis in die 70er-Jahre offiziell keine Analphabeten in Deutschland mehr. Menschen, die der Schriftsprache nicht mächtig waren, wurden als tragische Einzelfälle betrachtet, denen ein Zugang zur Schrift aufgrund der zwei Weltkriege verwehrt wurde. Ansonsten war man sich sicher, dass die damals schon vor 150 Jahren eingeführte Schulpflicht keine weiteren Analphabeten zulassen würde. (vgl. Kainz 1998:29)

Ein Grund dafür, dass Analphabeten als Einzelschicksale abgetan wurden, lag auch in der gesellschaftlichen Dimension des Lesens und Schreibens in der Vergangenheit. Besonders die untere Schicht und die Bevölkerung auf dem Land benötigte kaum die Schriftsprache, da die meisten alltäglichen Prozesse mündlich geregelt wurden. So wurden bis in die 50er-Jahre hinein Bekanntmachungen auf dem Land öffentlich ausgerufen. Dies erleichterte es Betroffenen, sich im gesellschaftlichen Leben Nischen zu suchen und den Schein, des Lesens und Schreibens mächtig zu sein, aufrechtzuerhalten. Auch die Arbeitswelt verlangte für einfache Arbeiter keine oder nur bedingte Fähigkeiten. Verantwortliche Vorarbeiter lernten sie an den Maschinen oder auf den Feldern ein und sagten ihnen zu Beginn jeder Schicht, was sie zu tun hatten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt anhand eines eindrücklichen Beispiels in das Thema ein und umreißt die Struktur der Arbeit, die von der Entdeckung des Phänomens bis hin zu Förderstrategien reicht.

2. Die Entdeckung des funktionalen Analphabetismus: Dieses Kapitel erläutert, wie Analphabetismus lange als gesellschaftlich ausgestorben galt und erst durch den Einfluss internationaler Entwicklungen und veränderte Anforderungen der modernen Arbeitswelt wieder in den Fokus rückte.

3. Definitionen: Hier werden verschiedene Abstufungen wie der natürliche, totale und funktionale Analphabetismus differenziert, um die Komplexität des Phänomens jenseits des reinen „Nicht-Lesen-Könnens“ zu verdeutlichen.

4. Größenordnung und aktuelle Statistiken: Das Kapitel vergleicht verschiedene Schätzungen und Studien, darunter die IALS-Studie und die leo-Studie, um ein Bild der tatsächlichen Verbreitung des funktionalen Analphabetismus in Deutschland zu zeichnen.

5. Ursachen: Die Ursachensuche konzentriert sich auf das Zusammenspiel von negativen Erfahrungen im Elternhaus, schulischen Defiziten und der daraus resultierenden Beeinträchtigung des individuellen Selbstbildes.

6. Folgen für Betroffene: Dieses Kapitel beschreibt die sozialen Isolationsmechanismen sowie gesundheitliche und berufliche Konsequenzen, die aus der Angst vor Enttarnung und dem damit verbundenen Vermeidungsverhalten resultieren.

7. Prävention und Förderung: Hier werden pädagogische Ansätze diskutiert, die durch lebensnahe Themen und ein unterstützendes Lernklima helfen sollen, die Schriftsprachkompetenz zu stärken und eine Identifikation mit dem Lernstoff zu ermöglichen.

8. Fazit: Das Fazit fasst die alarmierenden Ergebnisse der Studien zusammen und fordert ein Umdenken in der Bildungspolitik sowie einen respektvolleren Umgang mit Betroffenen ein.

Schlüsselwörter

Funktionaler Analphabetismus, Schriftsprachbeherrschung, Bildungspolitik, Literalität, leo-Studie, PISA, Lernbiografie, Selbstbild, Alphabetisierung, Pädagogik, soziale Isolation, Bildungsbenachteiligung, Schulsystem, Fördermaßnahmen, Lebenslanges Lernen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik des funktionalen Analphabetismus in Deutschland, untersucht dessen Ursachen und zeigt die schwerwiegenden gesellschaftlichen Folgen für die Betroffenen auf.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Wahrnehmung des Analphabetismus, der methodischen Abgrenzung von Definitionen, der Auswertung empirischer Daten sowie pädagogischen Ansätzen zur Prävention.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das Phänomen des funktionalen Analphabetismus in seinem gesellschaftlichen Kontext verständlich zu machen und Lehrkräften Wege aufzuzeigen, wie sie betroffene Schülerinnen und Schüler besser unterstützen können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien und fachwissenschaftlicher Konzepte, um ein aktuelles Gesamtbild des Themas zu erstellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben der Begriffsdefinition auch statistische Erhebungen, die Ursachenforschung in Schule und Elternhaus sowie die konkreten Lebensumstände der Betroffenen detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben funktionalem Analphabetismus vor allem Literalität, soziale Ausgrenzung, Bildungsbenachteiligung sowie moderne pädagogische Förderstrategien.

Welche Rolle spielt die leo-Studie im Dokument?

Die leo-Studie wird als ein zentraler Beleg angeführt, der das Ausmaß des Analphabetismus in Deutschland verdeutlicht und die dringende Notwendigkeit für politisches und schulisches Handeln unterstreicht.

Wie gehen Betroffene laut Text mit ihrem Defizit im Alltag um?

Die Betroffenen entwickeln oft Tarnungsstrategien wie Vermeidung, Täuschung oder Delegation, um ihr Unvermögen im Lesen und Schreiben vor ihrem Umfeld zu verbergen.

Welchen Stellenwert hat das Selbstbild bei der Entstehung von Analphabetismus?

Das Selbstbild ist entscheidend: Negative Erfahrungen führen zu Ängsten und einem mangelnden Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten, was ein weiteres Lernen hemmt und einen Kreislauf der Bildungsbenachteiligung etabliert.

Welche pädagogische Empfehlung gibt der Autor für den Unterricht?

Der Autor plädiert dafür, das Lesen und Schreiben durch authentische, lebensnahe Themen zu fördern, ein positives Klassenklima zu schaffen und öffentliche Bloßstellungen bei Fehlern konsequent zu vermeiden.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Funktionaler Analphabetismus in Deutschland
Hochschule
Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau
Note
1,5
Autor
Daniel Hey (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
28
Katalognummer
V184023
ISBN (eBook)
9783656085140
ISBN (Buch)
9783656085393
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Analphabetismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Hey (Autor:in), 2011, Funktionaler Analphabetismus in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/184023
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  28  Seiten
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