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Die Reichskrone - Welche Allegorie verbirgt sich in ihr?

Titel: Die Reichskrone - Welche Allegorie verbirgt sich in ihr?

Seminararbeit , 2011 , 29 Seiten , Note: 1

Autor:in: Ida Smierzchalski (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Reichskrone steht in enger Verbindung zur abendländischen und byzantinischen Geschichte. Unter der Krone Karls des Großen, wie sie genannt wurde, verbeugten sich seit achthundert Jahren die Frankenkönige des Imperium Christianum. An ihrer christlichen Intention begannen Wissenschaftler erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu forschen. Aufgrund der Arbeiten von Hans Decker-Hauffs und Albert Bühlers im Jahre 1952, sie suchten nach einer alttestamentarischen Bedeutung der Reichskrone, fing man an, sich mit der Theologie der Reichskrone intensiv auseinander zu setzen. Die Geschichte dieser Reichinsignie ist nur im Zusammenhang mit ihrer theologischen Bedeutung zu erfassen. Die Kirche und das Christentum beeinflussten das damalige gesellschaftliche Leben enorm.
Nur ein Fragment der Reichskrone befindet sich heute noch in der Wiener Hofburg. Ihr ursprüngliches Aussehen änderte sich im Laufe der Jahrzehnte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Geschichte der Reichskrone

3. Die Symbolik der Reichskrone

3.1. Das Oktogon

3.2. Die Bildplatten

3.2.1. Platte II. (Salomon)

3.2.2. Platte IV. (David)

3.2.3. Platte VI. (Christus)

3.2.4. Platte VIII. (Ezechias)

3.3. Die Edelsteinplatten

3.3.1. Platte I. (Stirnplatte) und Platte V. (Nackenplatte)

3.3.2. Platte III. (linke Seitenplatte) und Platte VII. (rechte Seitenplatte)

3.3.3. Reichskronenbügel

3.3.4. Stirnkreuz

3.4. Der „Waise“

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Reichskrone als zentrales Herrschafts- und Legitimationssymbol des Heiligen Römischen Reiches. Ziel ist es, die tiefere theologische Allegorie hinter der materiellen Beschaffenheit der Krone zu entschlüsseln und zu analysieren, wie diese das frühmittelalterliche Selbstverständnis von Königtum und Priestertum widerspiegelt.

  • Theologische und historische Einordnung der Reichskrone
  • Analyse der Symbolik von Oktogon, Bild- und Edelsteinplatten
  • Bedeutung und Funktion des legendären Steins „der Waise“
  • Zusammenhang zwischen ottonischer Herrschaftsauffassung und biblischen Bezügen
  • Ikonographische Untersuchung der Insignien

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Oktogon

Acht goldene Platten formen den Reif der Reichskrone. Die Zahl Acht in der Krone ist mit Absicht gewählt. Es ist eine „kaiserliche“ und theologische Zahl. Die Form der Reichskrone ist sehr ungewöhnlich für eine Herrscherkrone. Sie ist weltweit die einzige Krone, die ein Achteck statt eines Kreises aufweist. So ungewöhnlich die Form für eine Krone ist, so gewöhnlich ist sie in der altchristliche Tradition und Kunstgeschichte. Die christliche Hochachtung vor der Zahl Acht findet sich in der Zeit kurz nach Christus im Judenchristentum Alexandriens wieder. Sie symbolisiert die Wiederauferstehung Christi und den Beginn von Gottes Reich. Die Form des Oktogons ist eng mit dem achten Tag, dem Welttag, verbunden, an dem Christus auferstand und der vor allem in der altkirchlichen Literatur verbreitet ist. Er symbolisiert das Weltgericht und die Seligkeit des himmlischen Jerusalem, das die Gläubigen erfahren werden. Im Bereich der geschichtlichen Architektur ist die Acht auch bekannt. Sie zeigt sich in der Aachener Pfalzkapelle und in Ravenna in der San Vitale. Sie symbolisiert die Vollkommenheit, Vollendung und geht so über das Irdische hinaus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Verbindung der Reichskrone zur abendländischen Geschichte und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihrer theologischen Intention.

2. Die Geschichte der Reichskrone: Dieses Kapitel erörtert die weltliche Bedeutung der Krone als Legitimationssymbol im geschichtlichen Kontext und problematisiert die schwierige Datierung der Entstehung.

3. Die Symbolik der Reichskrone: Der Hauptteil analysiert detailliert die Bestandteile der Krone – Oktogon, Bildplatten, Edelsteinplatten, Bügel, Stirnkreuz und den „Waisen“ – hinsichtlich ihrer theologischen Symbolsprache.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der Reichskrone als Spiegel des mittelalterlichen Herrschaftssystems zusammen, in dem sich königliche und priesterliche Ämter vereinen.

Schlüsselwörter

Reichskrone, Ottonen, Heiliges Römisches Reich, Oktogon, Bildplatten, Christus, Hoherpriester, Waise, Edelsteine, Perlen, Theologie, Herrschaftssymbolik, Mittelalter, Kaisertum, Ikonographie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der materiellen und spirituellen Beschaffenheit der Reichskrone und deren Bedeutung als zentrales Herrschaftssymbol des Heiligen Römischen Reiches.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die ikonographische Analyse der einzelnen Kronelemente sowie deren theologische Verankerung im christlichen Weltbild des Mittelalters.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Entschlüsselung der „mystischen Allegorie“ der Krone, um zu verstehen, wie sie das Herrschaftsverständnis der ottonischen Zeit legitimierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historisch-theologische Analyse, die kunstgeschichtliche Forschungsergebnisse mit biblischen Bezügen und zeitgenössischen Quellen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des oktogonalen Aufbaus, der einzelnen Bild- und Edelsteinplatten sowie der speziellen Rolle des verloren gegangenen Steins „der Waise“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Reichskrone, Ottonen, Symbolik, Theologie, Herrschaftssymbolik und Ikonographie.

Warum wird die Form des Oktogons als so bedeutend hervorgehoben?

Die Achtzahl gilt als „kaiserliche“ und theologische Zahl, die das Weltgericht, die Wiederauferstehung Christi und die Vollkommenheit symbolisiert und über das Irdische hinausweist.

Welche Rolle spielt der Stein namens „der Waise“?

Er gilt als der bedeutendste Stein der Krone und wird als Leitstein oder Leitstern für die Reichsherrschaft und als Symbol der göttlichen Gnade interpretiert.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Reichskrone - Welche Allegorie verbirgt sich in ihr?
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1
Autor
Ida Smierzchalski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
29
Katalognummer
V183950
ISBN (Buch)
9783656085478
ISBN (eBook)
9783656085645
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Reichskrone Wiener Reichskrone Allegorie der Reichskrone Reichskrone Allegorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ida Smierzchalski (Autor:in), 2011, Die Reichskrone - Welche Allegorie verbirgt sich in ihr?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/183950
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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