Um einen Überblick über unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten von Immigrationspolitiken zu erhalten, sollen die Politiken von Australien, Kanada und den USA als exemplarische Beispiele dienen und näher analysiert werden. Während Kanada mit dem „Humankapitalmodell“ und die USA mit dem „marktorientieren Modell“ jeweils ein Extrem der Steuerung darstellt, hat Australien mit dem Neo-Corporatist Model eine Mischung aus beiden Systemen umgesetzt (Vgl. Doomernik/Koslowski/Thränhardt (2009), S. 8). Ziel dieser Arbeit ist es, die unterschiedlichen Modellansätze der Politik der drei angelsächsischen Staaten zu analysieren, um aufzuzeigen, wie die Migrationsströme Hochqualifizierter gesteuert werden und ob sie auch in der praktischen Umsetzung den gewünschten Erfolg erzielen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG
1.2 ZIELSETZUNG UND VORGEHENSWEISE
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2.1 HOCHQUALIFIZIERTE
2.2 MIGRATION
3 UNTERSUCHUNG
3.1 ÜBERBLICK
3.2 KANADA
3.2.1 Aufbau und Bestandteile
3.2.2 Analyse
3.3 USA
3.3.1 Aufbau und Bestandteile
3.3.2 Analyse
3.4 AUSTRALIEN
3.4.1 Aufbau und Bestandteile
3.4.2 Analyse
3.5 VERGLEICH DER UNTERSCHIEDLICHEN ANSÄTZE
4 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Immigrationspolitiken von Kanada, den USA und Australien im Kontext des globalen Wettbewerbs um hochqualifizierte Arbeitskräfte, um aufzuzeigen, wie diese Staaten Migrationsströme steuern und ob sie damit ökonomisch erfolgreich sind.
- Vergleich der Immigrationsmodelle (Humankapital- vs. marktorientierte Ansätze)
- Analyse der nationalen Auswahlkriterien für Hochqualifizierte
- Untersuchung des "War for Talent" und demographischer Einflüsse
- Gegenüberstellung von staatlich regulierten Systemen und marktwirtschaftlichen Komponenten
- Evaluierung der politischen Effektivität anhand von Migrationsstatistiken
Auszug aus dem Buch
3.1 Überblick
Grundsätzlich kann zwischen zwei verschiedenen Arten von Migrationspolitiken unterschieden werden. Bei der sogenannten „demand-“ oder auch „employer-driven migration“, handelt der Migrant zusammen mit seinem zukünftigen Arbeitgeber einen Arbeitsvertrag aus, bevor er ein Visum beantragt. Ohne Arbeitsangebot ist eine Einreise nicht möglich, denn dies ist Voraussetzung für eine Einreisegenehmigung bei diesem Modell (Vgl. Chaloff/Lemaitre (2009), S. 19). Dadurch wird sichergestellt, dass der Bewerber die von der Wirtschaft geforderten Qualifikationen und Berufserfahrung erfüllt. Dies garantiert jedoch nicht, dass Immigranten mit äquivalenten Qualifikationen gegenüber den Einheimischen auch die gleichen Chancen am Arbeitsmarkt, insbesondere im Bezug auf das Einkommen, haben. Meist werden im Inland ausgebildete Immigranten bevorzugt, bzw. jene, deren im Ausland erworbenen Qualifikationen zu den inländischen äquivalent sind (Vgl. OECD (2009), S. 168). Um die Arbeitslosigkeit im Land möglichst gering zu halten, bevorzugt der Staat die einheimische Erwerbsbevölkerung, bevor er Ausländer für spezielle Arbeitsplätze immigrieren lässt. In den meisten Staaten wird dies über einen Arbeitsmarkttest erreicht. Das Unternehmen muss nachweisen, dass die Stelle nicht von einer national bzw. regional verfügbaren Arbeitskraft besetzt werden kann. Dazu gibt es je nach Staat unterschiedliche Vorschriften, die in der Regel eine öffentliche Stellenausschreibung über einen gewissen Zeitraum sowie eine Meldung an öffentliche Arbeitsagenturen oder -vermittlungen beinhaltet (Vgl. Chaloff/Lemaitre (2009), S. 19). Alternativ erstellen manche Staaten auch eine Mangelliste, welche die zur Einreise zugelassenen Berufe auflistet (Vgl. Bonin (2008), S. 92-93).
Bei der „immigrant-driven migration“ muss meist kein Jobangebot vorliegen, um eine Einreiseerlaubnis zu erhalten. Zur Einreisegenehmigung werden die einzelnen Charakteristika des Bewerbers beurteilt um sein Humankapitalwert für den jeweiligen Arbeitsmarkt zu bestimmen. Meist findet dazu ein Punktesystem Anwendung, welches Hochqualifizierte identifizieren und deren Immigration genehmigt (Vgl. Chaloff/Lemaitre (2009), S. 21-22).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Problematik des Fachkräftemangels durch demographischen Wandel und Definition der Zielsetzung dieser Arbeit.
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Definition der zentralen Begriffe "Hochqualifizierte" und "Migration" als theoretisches Fundament der weiteren Untersuchung.
3 UNTERSUCHUNG: Detaillierte Analyse der Immigrationspolitiken von Kanada, den USA und Australien sowie ein abschließender Vergleich der unterschiedlichen Steuerungsansätze.
4 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Erfolge der betrachteten Immigrationsmodelle und Einordnung der Ergebnisse in den größeren politisch-wirtschaftlichen Kontext.
Schlüsselwörter
Hochqualifizierte, Migration, Migrationspolitik, Punktesystem, Arbeitsmarkt, Humankapital, War for Talent, Kanada, USA, Australien, Fachkräftemangel, Green Card, Employer-driven, Immigration
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Kanada, die USA und Australien durch ihre jeweilige Immigrationspolitik versuchen, hochqualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen, um dem globalen Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen den demographischen Wandel, den globalen "War for Talent", die Funktionsweise von Punktesystemen sowie die Steuerung durch marktorientierte versus staatlich regulierte Modelle.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Analyse der unterschiedlichen nationalen Modellansätze, um aufzuzeigen, wie erfolgreich diese Staaten bei der Steuerung von Migrationsströmen Hochqualifizierter agieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, die auf vorhandener Literatur, OECD-Daten und nationalen Migrationsstatistiken (Stand 2008) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung und eine systematische Untersuchung der drei Länder, inklusive Aufbau, Auswahlkriterien und einem abschließenden Vergleich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Hochqualifizierte, Migrationspolitik, Punktesystem, Arbeitsmarkttest, Humankapital und War for Talent.
Warum spielt das Punktesystem in Kanada eine so zentrale Rolle?
Kanada nutzt das Punktesystem, um objektiv die Qualifikationen der Bewerber (wie Bildung und Sprache) zu bewerten, da dieses Modell für eine staatlich gelenkte, weitgehend planbare Einwanderungsstrategie steht.
Wie unterscheidet sich die US-Politik von den anderen Ländern?
Die USA folgen einem stärker marktorientierten "demand-driven"-Modell, bei dem die Nachfrage der Unternehmen und der Arbeitsmarkttest dominieren, statt einer primär staatlichen Steuerung über Punktesysteme.
Welche Rolle spielt die "Skilled Occupation List" in Australien?
Sie dient als kritisches Instrument, um den Bedarf an speziellen Berufsfeldern zu identifizieren, für die in Australien selbst nicht genügend inländische Fachkräfte vorhanden sind.
- Arbeit zitieren
- Sven Wilde (Autor:in), 2010, Der Wettbewerb um Hochqualifizierte am Beispiel der Immigrationspolitiken angelsächsischer Staaten, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/183944