Projekte gibt es schon seit Jahrtausenden. Bereits vor 4500 Jahren erbauten die Ägypter Pyramiden, Projekte von beachtlicher Größe und enormem Aufwand (Litke 2007, S. 7). Auch heute gibt es Projekte mit enormen Ausmaßen wie z. B. das 2005 in Deutschland eingeführte LKW-Mautsystem. Es gibt aber auch zahlreiche kleinere Projekte, deren Ergebnisse sich z. B. als Software in Motorsteuergeräten moderner Autos, DVD-Player, Handys, Digitalkameras, Kassensysteme im Supermarkt, gmx.de, google.com, facebook.com und vielen weiteren Produkten wiederfinden, die für unser alltägliches Leben von Bedeutung sind.
Für die erfolgreiche und effiziente Abwicklung solcher und anderer Projekte bedarf es einer klaren und systematischen Vorgehensweise (Bea et al. 2008, S. 30). In der Literatur und in der Praxis finden sich hierfür eine Reihe von Methodiken und Vorgehensweisen. Eine davon ist Scrum, das als De-Facto-Standard für agiles Projektmanagement gilt (Gloger 2010, S. 195). Aber was genau ist Scrum, wie funktioniert es, worin unterscheidet es sich von anderen Methodiken und macht der Einsatz überhaupt Sinn? Zur Beantwortung dieser Fragen sind eine umfassende Vorstellung und eine Bewertung von Scrum notwendig. Hilfreich ist auch ein Blick über den Tellerrand der wissenschaftlichen Theorie hinaus in die Praxis, was diese Arbeit leisten wird.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG UND MOTIVATION
1.1 MOTIVATION
1.2 ZIEL
1.3 VORGEHENSWEISE
2. PROJEKTMANAGEMENT
2.1 GRUNDLAGEN
2.2 METHODIKEN IM IT-PROJEKTMANAGEMENT
2.2.1 Wasserfall-Modell
2.2.2 V-Modell XT
2.2.3 Extreme Programming
2.3 AGILES PROJEKTMANAGEMENT
2.3.1 Einführung
2.3.2 Das Agile Manifest
2.3.3 Prinzipien des agilen Manifest
3. SCRUM
3.1 GRUNDLAGEN UND GESCHICHTE
3.2 ROLLEN
3.2.1 Scrum Master
3.2.2 Product Owner
3.2.3 Team
3.2.4 Weitere Rollen
3.3 ANFORDERUNGSMANAGEMENT IN SCRUM
3.3.1 Product Backlog
3.3.1.1 Einführung
3.3.1.2 Beschreibung
3.3.1.3 Priorisierung
3.3.1.4 Aufwandsabschätzung
3.3.1.5 Definition of Done
3.3.1.6 Entwicklung
3.3.1.7 Verantwortlichkeit und Hilfsmittel
3.3.2 Sprint Backlog
3.3.3 Burn Down Chart
3.4 SPRINTS
3.5 MEETINGS
3.5.1 Release-Planung
3.5.2 Sprint Planning Meeting
3.5.3 Daily Scrum
3.5.4 Scrum of Scrums
3.5.5 Sprint Review
3.5.6 Retrospektive
4. EINFÜHRUNG UND PRAXIS
4.1 EINFÜHRUNG VON SCRUM
4.1.1 Motivatoren
4.1.2 Vorgehensweisen
4.1.3 Gefahren
4.2 PRAXISBEISPIEL: TELEGATE MEDIA AG
4.2.1 telegate Media vor der Einführung von Scrum
4.2.2 Idee, Einführung und Umsetzung
4.2.2.1 Idee
4.2.2.2 Einführung und Umsetzung
4.2.3 Wirkungen der Einführung
4.2.3.1 Eingetretene Verbesserungen
4.2.3.2 Probleme und Herausforderungen
4.2.3.3 Weitere Konsequenzen
5. BEWERTUNG
5.1 KRITERIEN EINES GEEIGNETEN IT-PROJEKTMANAGEMENTS
5.2 EIGNUNG VON SCRUM FÜR DAS MANAGEMENT VON IT-PROJEKTEN
5.3 WEITERE EINSATZMÖGLICHKEITEN
5.4 GRENZEN DER ANALYSE
6. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit ist eine umfassende Beschreibung und Bewertung von Scrum als Methode für das IT-Projektmanagement. Dabei wird untersucht, wie Scrum in der Praxis eingeführt werden kann, welche Herausforderungen dabei entstehen und inwieweit die Methode dazu beiträgt, typische Probleme in IT-Projekten zu vermeiden.
- Grundlagen des klassischen Projektmanagements und Abgrenzung zu agilen Ansätzen
- Detaillierte Erläuterung des Scrum-Frameworks (Rollen, Artefakte, Meetings)
- Analyse der Einführung und praktischen Umsetzung von Scrum am Beispiel der telegate Media AG
- Kriterienbasierte Bewertung der Eignung von Scrum für IT-Projekte
- Diskussion von Grenzen der Analyse und Ausblick auf weitere Einsatzmöglichkeiten
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Scrum Master
Die erste hier vorgestellte Rolle ist der Scrum Master, deren Zweck es ist, das Funktionieren von Scrum sicherzustellen. Welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten damit verbunden sind, folgt in diesem Abschnitt.
Zunächst sei angemerkt, dass es sich beim Scrum Master nicht um einen Projektleiter oder Teamleiter handelt. Sollte er eine solche Rolle einnehmen, wäre das keine korrekte Umsetzung von Scrum, da z. B. dem Product Owner ( 3.2.2) die Möglichkeit genommen würde, das Team direkt zu steuern. Um ein nachhaltiges Funktionieren von Scrum sicherzustellen, müssen die Inhaber der Rollen diese richtig verstanden haben und sie entsprechend leben. (Pichler 2009, S. 24)
Einen wesentlichen Punkt, der einen Scrum Master von einem Projektleiter oder Teamleiter unterscheidet, sehen WIECZORREK UND MERTENS (2010, S. 127) darin, dass sich der Scrum Master zurücknehmen muss und auf keinen Fall in die Arbeit des Teams eingreifen darf. TIM LISTER (2007) veranschaulicht dies mit einem Bild von marschierenden Küken. Der Scrum Master, oder von LISTER allgemeiner als agile leader bezeichnet, entspricht in diesem Bild nicht dem vordersten Küken, das den Weg vorgibt. Dieses bezeichnet er lediglich als Scout, während er das hinterste Küken, welches stets das Ziel und die Gruppe im Auge hat, als tatsächlichen Leader betrachtet. Von dieser Position aus, so EICKMANN (2009a, S. 122–123), ist es dem Scrum Master möglich, sicherzustellen, dass sich das Team an die Scrum Regeln hält und keine Gefahren die Arbeit des Teams bedrohen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG UND MOTIVATION: Die Einleitung gibt einen Überblick über die historische Entwicklung von Projekten und führt in die Notwendigkeit von agilem Projektmanagement ein, wobei Scrum als Fokus der Arbeit definiert wird.
2. PROJEKTMANAGEMENT: Dieses Kapitel erläutert Grundlagen des Projektmanagements, stellt verschiedene traditionelle und agile Methoden (wie Wasserfall oder XP) vor und leitet zum agilen Manifest über.
3. SCRUM: Der Hauptteil beschreibt das Scrum-Framework detailliert, von den Rollen und dem Anforderungsmanagement bis hin zu den Sprints und den verschiedenen Meetings.
4. EINFÜHRUNG UND PRAXIS: Dieser Abschnitt thematisiert die Einführung von Scrum in Organisationen und illustriert dies anhand des konkreten Praxisbeispiels der telegate Media AG.
5. BEWERTUNG: Hier werden Kriterien für ein erfolgreiches IT-Projektmanagement diskutiert und Scrum hinsichtlich seiner Eignung, Stärken und Schwächen bewertet.
6. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und hebt hervor, dass Scrum bei korrekter Anwendung maßgeblich zur Bewältigung der Komplexität in IT-Projekten beitragen kann.
Schlüsselwörter
Scrum, Projektmanagement, Softwareentwicklung, Agile Softwareentwicklung, Product Owner, Scrum Master, Sprint, Sprint Backlog, Product Backlog, Anforderungsmanagement, IT-Projekte, Prozesssteuerung, empirische Prozesssteuerung, Teamentwicklung, telegate Media AG
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das agile IT-Projektmanagement mit dem Fokus auf das Framework Scrum.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen des Projektmanagements, die Beschreibung der Scrum-Mechanismen sowie die praktische Einführung und Bewertung dieser Methodik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Scrum umfassend zu beschreiben und anhand definierter Kriterien hinsichtlich seiner Eignung für das Management von IT-Projekten zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einem Praxisteil, in dem eine Fallstudie (telegate Media AG) beobachtet und analysiert wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil wird Scrum detailliert erläutert, inklusive Rollen, Anforderungsmanagement (Backlogs), Sprints und Meetings sowie der praktischen Einführung und deren Auswirkungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Scrum, Projektmanagement, Softwareentwicklung, Agile Entwicklung, Product Owner und Scrum Master beschreiben.
Welche Rolle spielt die telegate Media AG in diesem Dokument?
Die telegate Media AG dient als konkretes Praxisbeispiel, an dem die Einführung und Umsetzung von Scrum sowie die dabei aufgetretenen Probleme und Verbesserungen illustriert werden.
Wie unterscheidet sich laut Arbeit ein Scrum Master von einem klassischen Projektleiter?
Der Scrum Master agiert nicht als weisungsbefugter Vorgesetzter, sondern als Servant Leader, der das Team coacht, Regeln sicherstellt und Hindernisse (Impediments) beseitigt, anstatt in die operative Arbeit einzugreifen.
- Quote paper
- Jonas Tewolde (Author), 2011, Agiles IT-Projektmanagement mit Scrum, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/183805