Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › German Studies - Comparative Literature

Das Verbergen der Emotion in der Konstruktion

Oulipo und Georges Perec

Title: Das Verbergen der Emotion in der Konstruktion

Seminar Paper , 2011 , 29 Pages , Grade: 2

Autor:in: Julia Rosenkranz (Author)

German Studies - Comparative Literature

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details


Die Auseinandersetzung mit starken emotionalen Inhalten und Erfahrungen gestaltet sich oft schwierig und ist ein langwieriger Prozess. Besonders wenn es um die Verbalisierung von traumatischen Erlebnissen geht, ist es oft nicht möglich diese in angemessener Form auszudrücken. Große Leiderfahrungen resultieren meist in Verstummen aus der Unfähigkeit heraus diese angemessen zu artikulieren und sichtbar zu machen. Selbst Schriftsteller, die den gekonnten Umgang mit Sprache gewöhnt sind, fällt es in solchen Fällen schwer die passenden Worte zu finden.
Der Autor George Perec wurde 1936 als Kind jüdischer Einwanderer in Paris geboren, und verlor kurze Zeit darauf beide Eltern durch die Folgen des Krieges. Der Vater fiel 1940, die Mutter wurde 1942 in das Konzentrationslager Ausschwitz deportiert und umgebracht. Diese traumatischen Erfahrungen verarbeitete Perec auf literarischer Ebene in vielen seiner Werke, jedoch auf unkonventionelle Weise. Als Mitglied der Gruppe OuLiPo, die es sich zum Ziel macht Literatur mittels formaler Zwänge herzustellen, konnte er auf diverse Techniken zurückgreifen, die es ihm ermöglichten seine Erfahrungen niederzuschreiben.
Die zentrale Aufgabenstellung dieser Arbeit ist es nun, ausgewählte Werke von George Perec hinsichtlich der Konstruktionen und den dahinter verborgenen Emotionen und Inhalten zu untersuchen. Die Romane „W ou le souvenir d´enfance“ und „la vie mode d´emploi“ sind für eine Analyse besonders gut geeignet, da sie einerseits unterschiedlichste Formzwänge aufweisen und andererseits einige inhaltliche Verknüpfungen untereinander aufweisen. Davor muss jedoch eine Einführung in die Gruppe OuLiPo und die dahinter stehenden Ideen und Mitglieder geboten werden, um die Grundlage für weitere Untersuchungen zu schaffen. Es soll zu-dem erörtert werden, inwiefern sich die Arbeitsweisen und Methoden eignen um Text zu schaffen bzw. zu verändern. Die formalen Konstruktionen werden anhand des Lipogramms und dem Beispielwerk „La Disparition“ veranschaulicht, um schließlich auf Perecs persönliche Geschichte und sein Schaffen näher einzugehen.
„W ou le souvenir d´enfance“ und „La vie mode d´emploi“ bilden den Rahmen zur Analyse bezüglich Inhalt, Struktur, Motiv und Konstruktion. Beide Werke werden veranschaulichen, wie die traumatischen Erlebnisse in Perecs Kindheit sein Oeuvre beeinflussten, und wie es mittels formaler Zwänge möglich war diese sichtbar zu machen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. VORWORT

2. OULIPO – eine Einführung

2.1. Mitglieder

2.2. der Zwang als Befreiung – die contraintes

2.3. ein Beispiel – das Lipogramm

2.4. Beispielwerk – la Disparition

3. GEORGES PEREC

3.1. Leben

3.1.1. der Verlust der Eltern

3.1.2. Mitgliedschaft bei Oulipo

3.2. Schreibweise

4. W OU LE SOUVENIR D`ENFANCE

4.1. Inhalt und Struktur

4.1.1. der fiktionale Teil

4.1.2. der autobiografische Teil

4.2. Motiv und Konstruktion

5. LA VIE MODE D`EMPLOI

5.1. Inhalt und Struktur

5.2. Motiv und Konstruktion

5.2.1. das Motiv der Absenz

6. INTERTEXTUELLE RELATIONEN

6.1. Gaspard Winckler

6.2. Buchstabensymbolik

7. RESÜMEE

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie der Autor Georges Perec formale literarische Konstruktionen und Zwänge nutzt, um traumatische Kindheitserfahrungen – insbesondere den Verlust seiner Eltern im Holocaust – literarisch zu verarbeiten, ohne diese direkt benennen zu müssen. Im Zentrum steht die Analyse des Zusammenspiels von Struktur, Inhalt und verborgenen Emotionen in seinen Werken.

  • Die Entstehungsgeschichte und methodische Arbeitsweise der literarischen Gruppe Oulipo.
  • Die Analyse der Romane "W ou le souvenir d'enfance" und "La vie mode d'emploi" hinsichtlich ihrer Konstruktionsprinzipien.
  • Die Bedeutung intertextueller Bezüge und der Symbolik (Buchstaben, Zahlen, das Puzzle) für die Themen Absenz und Identitätsverlust.
  • Die psychologische Dimension der "contraintes" als Mittel zur Befreiung der Kreativität trotz oder gerade wegen formaler Einschränkungen.
  • Die Identifikation Perecs mit seinen Protagonisten als fiktionalen Alter Egos.

Auszug aus dem Buch

4.1.1.Der fiktionale Teil

Der Erzähler Gaspard Winckler, ein französischer Deserteur, der nun in Deutschland lebt und durch eine Organisation einen neuen Pass erhalten hatte, wird von einem gewissen Otto Apfelstahl dazu beauftragt ein vermisstes Kind zu finden, das bei einem Schiffsunglück verschwunden ist, und dessen Identität er übernommen hatte. Alle anderen Personen, die sich an Bord befanden, unter anderem auch die Mutter Caecilia Winckler, wurden tot aufgefunden.

Gaspard willigt schließlich ein sich auf die Suche zu begeben. Mit dieser Entscheidung endet der erste Teil des fiktionalen Teils. Der Bruch wird durch das Auslassungszeichen (…) markiert, genau in der Mitte des Buches. Schon hier zeigt sich eine starke Symbolik im Bezug auf das Fehlen bzw. dem Sichtbarmachen von Abwesenheit. Im Zuge dieser Suche stößt er nun im zweiten Teil auf die Insel W., benannt nach einem Mann namens Wilson, der von der olympischen Idee so eingenommen war, dass sich die Bewohner der Insel völlig dem Sport hingeben und ihr Leben widmen.

Die Insel ist in 4 Dörfer aufgeteilt, deren Bewohner regelmäßig in verschiedenen Disziplinen gegeneinander antreten. Während die Gewinner belohnt werden und zahlreiche Privilegien genießen, werden die Verlierer diskriminiert und bestraft. Abgesehen davon herrschen barbarische Gesellschaftsstrukturen vor, Mädchen werden oft schon kurz nach der Geburt getötet, Frauen werden zu bestimmten Anlässen öffentlich vergewaltigt. Die Spiele selbst werden manipuliert, es gibt keine Gerechtigkeit, jegliche Sabotagen werden geduldet und als Beweis für Zugehörigkeit zum Volk gesehen. Kinder werden getrennt von ihren Eltern aufgezogen, erst mit 14 Jahren werden sie in das Leben als ewiger Sportler eingeführt. Es gibt keine Selbstbestimmung, ihr Schicksal ist besiegelt und jeder Tag gleicht dem nächsten, ist bestimmt von Aggression, Härte und einem ewigen Kampf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. VORWORT: Einleitende Darlegung der Schwierigkeit, traumatische Erlebnisse zu verbalisieren, und Einführung in Perecs Ansatz, diese mittels Oulipo-Methoden zu verarbeiten.

2. OULIPO – eine Einführung: Erläuterung der Entstehungsgeschichte, Philosophie und Arbeitsweise der Gruppe Oulipo sowie der Bedeutung von "contraintes" (Formzwängen).

3. GEORGES PEREC: Darstellung der Biografie Perecs mit Fokus auf den Verlust der Eltern und seine darauffolgende Mitgliedschaft bei Oulipo als prägende Faktoren für seinen Schreibstil.

4. W OU LE SOUVENIR D`ENFANCE: Analyse des Romans, der durch die Verschränkung von fiktionaler Abenteuergeschichte und autobiografischer Kindheitserinnerung ein komplexes Netz der Identitätskonstruktion bildet.

5. LA VIE MODE D`EMPLOI: Untersuchung des Meisterwerks, das durch mathematische Verfahren (Rösselsprung) und eine akribische Struktur ein ganzes Mietshaus und seine Bewohner zu einem "totalen Roman" zusammenfügt.

6. INTERTEXTUELLE RELATIONEN: Analyse der wiederkehrenden Motive, Figuren wie Gaspard Winckler und der Buchstabensymbolik, die die Werke Perecs zu einem kohärenten System verbinden.

7. RESÜMEE: Abschließende Betrachtung, wie die experimentellen Konstruktionen und Sprachspiele Perecs als Werkzeug dienen, um traumatische Erfahrungen kollektiv manifest zu machen.

Schlüsselwörter

Georges Perec, Oulipo, Contraintes, Trauma, Absenz, Literaturwissenschaft, W ou le souvenir d'enfance, La vie mode d'emploi, La Disparition, Gaspard Winckler, Formzwang, Autobiografie, Intertextualität, Identität, Sprachspiel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das literarische Schaffen von Georges Perec und wie er formale Beschränkungen nutzte, um seine traumatischen Kindheitserfahrungen während des Zweiten Weltkriegs zu thematisieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die "Oulipo"-Methodik, die Konstruktion von Identität in der Literatur, die Verarbeitung von Holocaust-Traumata sowie die Rolle der Leere (Absenz) in Perecs Werken.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Perec durch "contraintes" (formale Zwänge) eine indirekte Sprache fand, um das Unsagbare – den Verlust seiner Eltern – in seinen Werken sichtbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse angewandt, die formale Strukturen (wie mathematische Matrizen, Lipogramme oder Rösselsprünge) mit biographischen Hintergründen in Verbindung setzt.

Welche Romane stehen im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden schwerpunktmäßig die Werke "W ou le souvenir d'enfance" und "La vie mode d'emploi" detailliert analysiert.

Was charakterisiert die Sprache und Struktur der Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch einen analytischen Blick auf die Verbindung von Textkonstruktion und emotionaler Tiefe aus, gestützt durch Fachliteratur zu Perec und Oulipo.

Wie beeinflusste der Verlust der Eltern Perecs Schreibstil?

Der frühe Verlust führte dazu, dass Perec eine Vorliebe für Leerräume, Fragmentierung und Rätsel entwickelte, da er die traumatischen Ereignisse nicht direkt, sondern nur durch Umwege und Symbole ausdrücken konnte.

Warum spielt das "Puzzle" eine so zentrale Rolle in "La vie mode d'emploi"?

Das Puzzle dient als Metapher für die Wiederherstellung aufgelöster Identität und verdeutlicht gleichzeitig die Unmöglichkeit, Vollkommenheit im menschlichen Dasein zu erreichen, da selbst bei Perec jedes System durch das Scheitern bedroht ist.

Excerpt out of 29 pages  - scroll top

Details

Title
Das Verbergen der Emotion in der Konstruktion
Subtitle
Oulipo und Georges Perec
College
University of Vienna  (Vergleichende Literaturwissenschaften)
Course
Seminar Pathos vs. Ironie
Grade
2
Author
Julia Rosenkranz (Author)
Publication Year
2011
Pages
29
Catalog Number
V183798
ISBN (eBook)
9783656082637
ISBN (Book)
9783656082941
Language
German
Tags
emotion konstruktion oulipo perec; la disparition; la vie mode d´emploi; w ou le souvenir d´enfance;
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Rosenkranz (Author), 2011, Das Verbergen der Emotion in der Konstruktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/183798
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  29  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint