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Kollaboration und Widerstand in Dänemark und Norwegen während der deutschen Besetzung im 2. Weltkrieg

Title: Kollaboration und Widerstand in Dänemark und Norwegen während der deutschen Besetzung im 2. Weltkrieg

Examination Thesis , 2011 , 78 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Hermann D. Janz (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II

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Diese wissenschaftliche Arbeit innerhalb des Ersten Staatsexamens für das Lehramt Gymnasium soll die Thematik der Kollaboration und des Widerstandes in Dänemark und Norwegen während der deutschen Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg komplex darstellen und dem Leser veranschaulichen, welche unterschiedlichen Formen der erzwungenen Zusammenarbeit existierten, wie sich der Widerstand formierte und letztendlich welches Verhältnis diese beiden gegensätzlichen Pole zueinander entwickelten.
Dass der Untersuchungsgegenstand dieser Examensarbeit auf das einleitend genannte Thema fiel, hatte verschiedene Motive: Zum einen stieß ich in einer Tageszeitung auf einen Artikel über die von der Simon-Wiesenthal-Stiftung meistgesuchten Kriegsverbrecher, unter denen sich auch ein dänischer Angehöriger der Waffen-SS Division ,,Wiking’’ befand, der frühere SS-Obersturmführer Soeren Kam. Dies weckte mein Interesse daran, wie hoch denn eigentlich die Kollaborationsbereitschaft in den traditionell neutralen skandinavischen Ländern während der deutschen Besatzungszeit war, stand doch auch der Norweger Vidkun Quisling in der Nachkriegszeit stellvertretend für den Begriff des Kollaborateurs. Weiterhin wollte ich mehr über die deutsche Besatzungszeit in Dänemark und Norwegen an sich erfahren, nicht zuletzt weil der frühere deutsche Bundeskanzler Willy Brandt diese Länder während seiner Flucht ins Exil aufsuchte. Schließlich konnte ich mir während einer Studienexkursion nach Nordjütland einen Eindruck davon machen, wie den Widerstandskämpfern gegen die deutschen Besatzer noch heute höchste Ehrbekundungen entgegengebracht und ihr Wirken in Erinnerung gehalten wird. Es warf sich bei mir Frage auf, wer diese Männer waren, die auch den Verlust des eigenen Lebens riskierten, damit ihr Vaterland von dem nationalsozialistischen Joch befreit wird.
In der Geschichtswissenschaft haben sich international bereits zahlreiche Historiker mit der deutschen Besatzungszeit in Dänemark und Norwegen und deren Folgen beschäftigt. Für den Themenkomplex ,,Reichskommissariat Norwegen’’ gingen die wichtigsten Impulse für die Forschung von den skandinavischen Historikern Ole Kristian Grimnes und Magne Skodvin, sowie dem deutschen Geschichtswissenschaftler und Dozenten der Christan-Albrechts-Universität zu Kiel, Dr. Robert Bohn, aus. Im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen die deutschen Besatzer sind die Publikationen der Historiker Terje Halvorsen, Aage Trommer und Joergen Haestrup zu nennen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die politische Situation bis zum deutschen Angriff 1940

2.1 Die Vorgeschichte der ,,Weserübung’’

3. Unternehmen ,,Weserübung’’

4. Die Zeit während der deutschen Besatzung

4.1 Dänemark

4.2 Das ,,Reichskommissariat’’ Norwegen

5. Kollaboration mit der Besatzungsmacht

5.1 Faschistische Bewegungen vor 1940

5.2 Kollaboration auf staatlicher Ebene

5.3 Dänische und norwegische Freiwillige in der Waffen-SS

6. Widerstand gegen das deutsche Okkupationsregime

6.1 Der Widerstand in Dänemark

6.2 Der Widerstand in Norwegen

6.2.1 Ziviler Widerstand

6.2.2 Widerstand in Verwaltung und Produktion

6.2.3 Militärischer Widerstand

6.2.4 Widerstand aus dem Exil

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht komplex die Thematik der Kollaboration und des Widerstandes in Dänemark und Norwegen während der deutschen Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg, um die verschiedenen Formen der erzwungenen Zusammenarbeit, die Formierung des Widerstandes und das Verhältnis dieser gegensätzlichen Pole zu analysieren.

  • Vergleich der Besatzungsmodelle in Dänemark und Norwegen
  • Analyse der Kollaborationsbereitschaft in den skandinavischen Ländern
  • Untersuchung der nationalsozialistischen Einflussnahme auf politische und wirtschaftliche Akteure
  • Darstellung der verschiedenen Phasen und Linien des Widerstandes in beiden Ländern
  • Evaluierung der Rolle von Freiwilligen in der Waffen-SS

Auszug aus dem Buch

3. Unternehmen ,,Weserübung’’

Noch vor der praktischen Umsetzung des Militärschlags kam man zu der Erkenntnis, dass ein Erfolg des Unternehmens wohl nur über die Besetzung Dänemarks, insbesondere Jütlands, möglich sei. Hierfür waren mehrere Gründe ausschlaggebend: Die Luftwaffe benötigte für einen schnellen Zugriff auf Norwegen Flugplätze in Nordjütland, der Nachschub konnte über Eisenbahnverbindung von Deutschland nach Aalborg gewährleistet werden und letztlich wollte die Kriegsmarine die Passierwege durch die dänischen Hoheitsgewässer langfristig sichern. Außerdem sollte ein möglicher Zugriff Großbritanniens auf Dänemark präventiv unterbunden werden.

Am 9.April 1940 begann um 5.15 Uhr, der sogenannten ,,Weserzeit’’, der deutsche Angriff auf Dänemark. Während die 170.Infanteriedivision und die 11.Schützenbrigade die dänische Grenze vom Festland aus überschritten, wurde eine Kampfgruppe der 198.Infantriedivision im Hafen von Kopenhagen abgesetzt. Diese setzte sich umgehend zur strategisch wichtigen Einnahme der Zitadelle Kopenhagens ab, in welcher sich der dänische Generalstab aufhielt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die wissenschaftliche Zielsetzung der Arbeit, die Motive des Verfassers und den Forschungsstand zur deutschen Besatzungszeit in Skandinavien.

2. Die politische Situation bis zum deutschen Angriff 1940: Dieses Kapitel analysiert die europäische Kriegssituation, die nationalsozialistische Expansionspolitik und die Vorgeschichte des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes.

3. Unternehmen ,,Weserübung’’: Hier wird der deutsche Militärschlag gegen Dänemark und Norwegen beschrieben, einschließlich der strategischen Erwägungen für die Besetzung Jütlands.

4. Die Zeit während der deutschen Besatzung: Dieser Teil befasst sich mit den unterschiedlichen Besatzungsformen in Dänemark (sogenanntes ,,Musterprotektorat’’) und Norwegen (,,Reichskommissariat’’).

5. Kollaboration mit der Besatzungsmacht: Dieses Kapitel analysiert faschistische Bewegungen, die staatliche Zusammenarbeit und die Rekrutierung von Freiwilligen für die Waffen-SS.

6. Widerstand gegen das deutsche Okkupationsregime: Hier werden die verschiedenen Formen des zivilen und militärischen Widerstandes, die Rolle der Exilregierungen und die Sabotageaktivitäten in beiden Ländern detailliert untersucht.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, hinterfragt kritisch die unterschiedlichen Ausprägungen von Kollaboration und Widerstand und zieht ein Resümee über die langfristigen Folgen der Besatzung.

Schlüsselwörter

Dänemark, Norwegen, Zweiter Weltkrieg, Besatzung, Kollaboration, Widerstand, Weserübung, Vidkun Quisling, Reichskommissariat, Waffen-SS, Nationalsozialismus, Sabotage, Besatzungspolitik, Militärische Operation, Skandinavien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Kollaboration und Widerstand in Dänemark und Norwegen während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die unterschiedliche Besatzungspolitik, die politische und wirtschaftliche Kollaboration der jeweiligen Regierungen und Akteure sowie die Entwicklung des zivilen und militärischen Widerstandes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die unterschiedlichen Formen der Zusammenarbeit sowie die Formierung des Widerstandes in beiden Ländern komplex darzustellen und das Verhältnis dieser gegensätzlichen Pole zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung historischer Primärquellen und einschlägiger geschichtswissenschaftlicher Fachliteratur zur Besatzungsgeschichte Skandinaviens.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Vorgeschichte des deutschen Angriffs, das Unternehmen ,,Weserübung’’, die spezifischen Besatzungsregime sowie detailliert die verschiedenen Facetten der Kollaboration und des Widerstandes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Besatzungszeit, Dänemark, Norwegen, Kollaboration, Widerstand, Waffen-SS, Quisling, Reichskommissariat, Sabotage und nationale Souveränität.

Warum unterscheidet sich die Besatzungssituation in Dänemark und Norwegen?

Dänemark konnte durch ein rasches Akzeptieren der deutschen Forderungen den Schein eines souveränen Staates bewahren, während in Norwegen ein nationalsozialistisches Reichskommissariat installiert wurde.

Wie lässt sich die Rolle von Vidkun Quisling charakterisieren?

Quisling gilt als Synonym für Kollaboration und Landesverrat; er versuchte vergeblich, mit deutscher Unterstützung ein faschistisches Regime in Norwegen zu etablieren.

Welche Rolle spielte der zivile Widerstand im Vergleich zum militärischen?

Der zivile Widerstand war für die Bevölkerung die breiteste Form des Ausdrucks gegen die Besatzer, während der militärische Widerstand (z.B. Sabotage) vor allem gegen Ende des Krieges an Bedeutung gewann.

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Details

Title
Kollaboration und Widerstand in Dänemark und Norwegen während der deutschen Besetzung im 2. Weltkrieg
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Historisches Institut)
Course
1.Staatsexamen
Grade
1,5
Author
Hermann D. Janz (Author)
Publication Year
2011
Pages
78
Catalog Number
V183779
ISBN (eBook)
9783656082262
ISBN (Book)
9783656082408
Language
German
Tags
kollaboration widerstand dänemark norwegen besetzung weltkrieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hermann D. Janz (Author), 2011, Kollaboration und Widerstand in Dänemark und Norwegen während der deutschen Besetzung im 2. Weltkrieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/183779
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