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Überwachen und Strafen - Disziplinierung auf Kosten der Freiheit?

Eine soziologische Analyse auf der Basis von Michel Foucault

Title: Überwachen und Strafen - Disziplinierung auf Kosten der Freiheit?

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 34 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Studierender Arian Sahitolli (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology

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Summary Excerpt Details

Das Leben innerhalb eines sozialen Gefüges scheint irgendwie paradox zu sein: Zum einen holt sie den einzelnen Menschen aus der Einsamkeit, zum anderen entwickeln wir uns scheinbar zu Einzelgängern, wenn der Vorwurf laut wird, dass traditionelle Sozialgefüge wie die Familie auseinanderzubrechen drohen. Während der Mensch über Jahre hinweg das Gefühl hat, im Leben auf sich allein gestellt zu sein, so merkt er bei unvorhergesehenen Schicksalsschlägen (wie Krankheit oder Todesfälle) ganz rasch, dass der ,,Sozialstaat“.ihn rasch unter die Arme greift. Im Alltag dagegen wird auch oft der Vorwurf an bestimmten Menschen laut, dass sie sich in der Öffentlichkeit verstellen würden und förmlich ein zweites Gesicht auflegen. Ist da etwa eine unscheinbare Kraft am Werk, die den Menschen zu solchen Verhaltensweisen beziehungsweise Handlungen leitet?
Zwänge in der Gesellschaft sind nichts Neues und kein Produkt der Moderne.Man hat oftmals das Gefühl, dass alles auf einer strengen Hierarchie basiert, die den Menschen mit allen möglichen Disziplinierungstechniken eine strikte Ordnung auferlegt. Diese Techniken bestehen gar nicht so sehr aus physischer Gewalt, sondern vielmehr aus undurchlässiger Überwachung und regelmäßiger Prüfung. Nicht nur Arbeitsleistung und Fortschritte in der Ausbildung werden überprüft. Ebenso wird im Schulwesen regelmäßig die durchgenommene Thematik überprüft und zensiert. Mittels Leistungsbescheinigungen an den Universitäten erhält jeder Student einen Nachweis über die Qualität seines Potentials. Die Qualitätssiegel bestimmen dann ähnlich wie bei Tieren kurz vor der Schlachtung über das Prädikat. Erreicht man die festgelegten Normen nicht, so drohen oftmals Strafen und Sanktionen. Die ,,Sozialkontrolle" scheint seit Menschengedenken allgegenwärtig zu sein. Welchen Einfluss üben aber die Kontrollmittel Überwachen und Strafen aus? Disziplinieren sie oder verbreiten sie nur temporäre Angstzustände und Schrecken? Und welche Auswirkungen hat eigentlich ein Disziplinierungsvorgang auf die Freiheit des Menschen?

Letztere Frage, die bereits im Titel dieser wissenschaftlichen Hausarbeit vorformuliert und bewusst mit einem Offenheit markierenden Fragezeichen versehen ist, wird im Folgenden nachgegangen. Im Allgemeinen gelten die Werke Foucaults als sehr anspruchsvolle Arbeiten, die an Aktualität bis zum heutigen Tage nichts eingebüßt haben.Focaults provokante Thesen werden in dieser Arbeit berücksichtigt und der Leser zum kritischen Denken animiert!

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Die moderne Disziplinargesellschaft

2. Der Körper als Objekt einer politischen Machtstrategie

2.1 Die Marter- und Folterstrafen- Befriedigung einer Sehlust?

2.2 Der menschliche Körper als Zielscheibe der Züchtigung

3. Von der öffentlichen Peinigung hin zur Disziplinierung

3.1 Das Panoptikum- ein architektonisches Meisterwerk zur Disziplinierung?

3.2 Die Zurichtung der Seele

4. Fazit: Das Verschwinden der Freiheit ,,wie am Meeresufer ein Gesicht im Sand“

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den historischen Wandel von der physischen Bestrafung des Körpers hin zur modernen, psychologisch ausgerichteten Disziplinierung. Dabei analysiert der Autor die Mechanismen von Überwachung und Macht am Beispiel des Panoptikums und hinterfragt, inwieweit diese Disziplinierungsprozesse die individuelle Freiheit in der modernen Gesellschaft einschränken.

  • Historische Analyse von Strafpraktiken der frühen Neuzeit
  • Machtbegriff und Disziplinierung bei Michel Foucault
  • Funktionsweise und Bedeutung des Panoptikums
  • Verhältnis von Macht, Kontrolle und individueller Freiheit

Auszug aus dem Buch

Der menschliche Körper als Zielscheibe der Züchtigung

,,In der Rache des Souveräns demonstriert sich eine unüberwindliche Macht, die in maximierten Quälereien auf dem Schafott ihren Terror als Abschreckung inszeniert.“ Foucault beschreibt in diesen Zeilen bereits mehrere Gesichtspunkte, die auf die Hintergründe und Folgewirkungen einer Marter- und Folterstrafe hindeuten. Die unüberwindliche Macht, die der Monarch als Souverän repräsentierte, offenbart sich in keinem Leitsatz besser als in dem Ausdruck des Sonnenkönigs Ludwig XIV ,,L´État c´est moi!“ Folglich war das Strafrecht während des Ancien Régime mit der persönlichen Gewalt des Monarchen verknüpft. Der König war also ,,fons iustitiae“, so dass jedes gesetzliche Fehlverhalten als ein Angriff auf den König selbst aufgefasst wurde. Dieses gesetzeswidrige Verhalten verlangte direkt nach Wiedergutmachung, wodurch mit Hilfe der Ausführung des Strafmaßes zugleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden konnten: zum einen verhalf die Marter- und Folterstrafe dem Souverän zur Offenbarung seiner absoluten Macht, die jede fehlerhafte Handlung mit aller Gewalt bestrafen würde.

Die Art der Bestrafung war hierbei am Verbrechen orientiert und sollte dies am Körper des Straftäters wiederholen: ,,wer die öffentliche Freiheit missbraucht, wird seiner Freiheit beraubt; wer die Wohltaten des Gesetzes und die Vorrechte der öffentlichen Funktionen missbraucht, verliert seine Bürgerrechte; Erpressung und Wucher werden mit Geldbuße bestraft, Diebstahl mit Einziehung des Vermögens; auf das Vergehen der ,eitlen Ruhmsucht´ steht Entehrung, auf Mord Tod und auf Brandstiftung Scheiterhaufen.“ Auch das Ausmaß der Bestrafung war also demzufolge an das jeweilige Delikt geschnürt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die moderne Disziplinargesellschaft: Der Autor führt in die Thematik der gesellschaftlichen Kontrollmechanismen ein und hinterfragt den Einfluss von Disziplinierungstechniken auf die Freiheit.

2. Der Körper als Objekt einer politischen Machtstrategie: Dieses Kapitel erläutert die Rolle des Körpers in der frühen Neuzeit als Zielscheibe souveräner Machtausübung durch grausame Bestrafungsrituale.

2.1 Die Marter- und Folterstrafen- Befriedigung einer Sehlust?: Der Abschnitt beleuchtet die historische Funktion der Marterstrafen als öffentliches Spektakel zur Machtdemonstration.

2.2 Der menschliche Körper als Zielscheibe der Züchtigung: Hier wird die Verbindung zwischen der Macht des Monarchen und der körperlichen Bestrafung als Akt der Wiedergutmachung analysiert.

3. Von der öffentlichen Peinigung hin zur Disziplinierung: Es wird der Wandel der Strafjustiz im Zuge der Aufklärung und der industriellen Moderne hin zu einer disziplinierenden Machtform beschrieben.

3.1 Das Panoptikum- ein architektonisches Meisterwerk zur Disziplinierung?: Anhand von Jeremy Benthams Entwurf wird die Wirksamkeit von ständiger, unsichtbarer Überwachung als Disziplinierungsinstrument analysiert.

3.2 Die Zurichtung der Seele: Das Kapitel thematisiert den Übergang zur Haftstrafe, bei der nicht mehr nur der Körper, sondern die Psyche (Seele) des Individuums adressiert wird.

4. Fazit: Das Verschwinden der Freiheit ,,wie am Meeresufer ein Gesicht im Sand“: Der Autor fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Disziplinierung und dem Verlust individueller Freiheit.

Schlüsselwörter

Disziplinierung, Überwachen und Strafen, Macht, Foucault, Panoptikum, Freiheit, Ancien Régime, Körper, Seele, Haftstrafe, Resozialisierung, Subjekt, Kontrolle, Souveränitätsmacht, Selbstdisziplinierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den historischen Wandel der Strafsysteme und der damit einhergehenden Machtformen, basierend auf Michel Foucaults Überlegungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung von körperzentrierten Strafen der frühen Neuzeit hin zu modernen, disziplinierenden Kontrollsystemen und deren Auswirkungen auf das Individuum.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, wie sich Disziplinierungstechniken auf die menschliche Freiheit auswirken und warum die moderne Gesellschaft Kontrollmechanismen nutzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine Literatur- und Diskursanalyse durch, primär basierend auf Michel Foucaults Werk "Überwachen und Strafen" sowie soziologischen Ergänzungen von Norbert Elias.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Transformation der Strafe, die Funktion des Panoptikums als Überwachungsinstrument und die zunehmende Ausrichtung der Disziplinierung auf das Innere, die Seele des Menschen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Disziplinierung, Machtgeflechte, Panoptikum, Freiheitsbeschneidung und Selbstdisziplinierung.

Wie unterscheidet sich die Bestrafung im Ancien Régime von der Moderne?

Während im Ancien Régime der Körper durch öffentliche, grausame Rituale als Zielscheibe der Macht gedient hat, setzt die Moderne auf die Einsperrung und "Umerziehung" der Seele hinter verschlossenen Mauern.

Warum ist das Panoptikum für die Argumentation des Autors so wichtig?

Das Panoptikum verdeutlicht das Prinzip der automatisierten, unsichtbaren Überwachung, die ohne ständige physische Gewalt auskommt, da das Individuum lernt, sich selbst zu kontrollieren.

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Details

Title
Überwachen und Strafen - Disziplinierung auf Kosten der Freiheit?
Subtitle
Eine soziologische Analyse auf der Basis von Michel Foucault
College
Technical University of Darmstadt  (Institut für Pädagogik und Allgemeine Pädagogik)
Course
Bildung und Geschlecht in der Postmoderne
Grade
1,3
Author
Studierender Arian Sahitolli (Author)
Publication Year
2011
Pages
34
Catalog Number
V183748
ISBN (eBook)
9783656082750
ISBN (Book)
9783656083061
Language
German
Tags
Michel Foucault Marterstrafen Körper als politische Machtstrategie Folterstrafen Absolutismus und Ancien Regime Platons Seelenlehre Disziplinierung Benthams Panoptikum Freiheit Determination
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Studierender Arian Sahitolli (Author), 2011, Überwachen und Strafen - Disziplinierung auf Kosten der Freiheit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/183748
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