Thema der vorliegenden Arbeit ist es, den Stellenwert des Controllings in Theorie und Praxis zu betrachten. Dabei wird hauptsächlich auf den deutschsprachigen Raum fokussiert. Lediglich wo es notwendig erscheint, wird auch auf den angelsächsischen Sprachraum eingegangen. Dies betrifft v. a. chronologische Aspekte. Ist Controlling nur eine Modeerscheinung im weiten Feld der Wirtschaftswissenschaft und eine Eintagsfliege im unter-nehmerischen Alltag oder eine nachhaltige Disziplin im Fokus der For-schung und der praktischen Anwendung? So dichotom die Fragestellung auch anmuten mag – natürlich existieren viele Möglichkeiten, das Konstrukt „Controlling“ innerhalb dieser Extreme einzuordnen. Ziel der Ausführungen ist es darum, eine Eingrenzung vorzunehmen, um letztlich Aussagen dar-über treffen zu können, welche Relevanz dem Controlling beizumessen ist.
Als Maße für den Stellenwert des Controllings werden hier mehrere Aspek-te näher betrachtet werden: Die Herkunft und Geschichte, dann die Verbrei-tung sowie die Breite im Rahmen theoretischer Diskussionen und letztlich noch einige Stationen des Controllings in der Praxis und ihr aktueller Status in Unternehmen. Doch zunächst werden im zweiten Kapitel einige Begriffe erläutert und in Ihrer Bedeutung abgegrenzt. Das Kapitel drei wird sich u. a. mit dem ersten Aspekt befassen und die Historie des Controllings beleuch-ten. Im vierten Kapitel wird die Stellung des Controllings im Fokus theore-tischer Diskussion und seine Verbreitung in der deutschsprachigen Hoch-schullandschaft erörtert, um dann im fünften Kapitel einige Inhalte der prak-tischen Anwendung näher zu betrachten: Gibt es Controllinginstrumente erst, seit der Begriff sich etabliert hat, wie hat sich die Rolle des Controllers in der Praxis entwickelt und wie ist der Status quo im deutschen Sprach-raum? Abschließend wird im sechsten Kapitel ein Fazit gezogen und der Ausblick auf mögliche zukünftige Entwicklungen des Controllings gegeben werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung und Ziel
2. Begriffe und ihre Abgrenzung im Diskussionskontext
2.1. Controlling
2.2. Theorie, Praxis und Controllingkonzeption
3. Kurze Chronologie des Controllings als Begriff und Institution
4. Verbreitung und Stellenwert des Controllings im deutschsprachigen Raum in Theorie und Wissenschaft
4.1. Controllinglehrstühle im deutschsprachigen Raum als Indikator für die Relevanz des Fachs Controlling in der Wissenschaft
4.2. Controlling im Fokus theoretischer Diskussion und Ihres Nutzens
5. Controlling im Fokus praktischer Anwendung
5.1. Entwicklung in der Praxis – Von Instrumenten des Vorcontrollings und der Verbreitung des Controllings bis in die 90er Jahre
5.2. Der aktuelle Stand des Controllings – Daten einer empirischen Studie
6. Fazit dieser Arbeit und Ausblick auf mögliche Entwicklungen
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, den Stellenwert des Controllings im deutschsprachigen Raum zu analysieren und zu klären, ob es sich dabei um eine nachhaltige Disziplin oder lediglich um eine kurzlebige Modeerscheinung handelt. Dabei wird untersucht, wie sich das Controlling theoretisch und praktisch entwickelt hat, um eine fundierte Aussage über seine heutige Relevanz zu treffen.
- Historische Herleitung des Controlling-Begriffs und der Institution
- Analyse der wissenschaftlichen Verbreitung anhand von Controllinglehrstühlen
- Diskussion theoretischer Konzeptionen und Sichtweisen
- Untersuchung der praktischen Anwendung und empirischer Studienergebnisse
- Bewertung des Einflusses erfolgreichen Controllings auf den Unternehmenserfolg
Auszug aus dem Buch
3. Kurze Chronologie des Controllings als Begriff und Institution
Der Begriff des Controllings hat seinen Ursprung im angelsächsischen Sprachraum, wo er in – zum Teil abgewandelter Form – bereits seit dem 15. Jahrhundert im staatlichen Bereich vorzufinden ist. So existierte die Stelle des „Countroller“ in dieser Zeit am englischen Königshof. Andere Quellen berichten bereits im Jahr 1292 von einem Amt des „contre-rollour“. In den USA gab es bereits 1778 die Stelle des „Comptrollers“, ab 1863 den „Controller of the Currency“, der Leiter der staatlichen Bankenaufsicht war und den „Comptroller General“ der die oberste Rechnungsprüfungsbehörde ab 1921 anführte.
Im privatwirtschaftlichen Bereich gilt die Schaffung der Stelle des „Comptrollers“ im Jahre 1880 bei der Atchison, Topeka & Santa Fe Railway System als Geburtsstunde des Controllings. Die Tätigkeit war hauptsächlich finanzwirtschaftlich ausgerichtet. Weite Verbreitung fand das Controlling jedoch erst rund vierzig Jahre später. Mit dem ungezügelten Wirtschaftswachstum in den zwanziger Jahren in den USA wuchsen Unternehmen beträchtlich, wurden unüberschaubarer und schwerer zu kontrollieren. Gleichzeitig verschärfte sich die Situation in der Volkswirtschaft, die bekanntermaßen in der Großen Depression von 1929 endete.
Somit änderte sich das Aufgabenfeld des sich entwickelnden Berufsstands der Controller, weg von der Tätigkeit der vergangenheitsorientierten Betrachtung von Bewegungen im Finanzbereich, hin zu Betrachtungen, Sammlung von Informationen und Verfahren, die eine zukunftsorientierte Planung, Steuerung und Kontrolle ermöglichten. Im Jahre 1931 wurde schließlich das „Controller’s Institute of America“ gegründet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung und Ziel: Einführung in die Fragestellung zur Bedeutung des Controllings als nachhaltige Disziplin oder Modeerscheinung sowie Darlegung des methodischen Vorgehens.
2. Begriffe und ihre Abgrenzung im Diskussionskontext: Klärung der Begrifflichkeiten und Definition der zentralen Rollen von Theorie, Praxis und Konzeption im Controlling-Kontext.
3. Kurze Chronologie des Controllings als Begriff und Institution: Historischer Rückblick auf die Ursprünge des Controllings vom angelsächsischen Staatsdienst bis zur Etablierung in der Privatwirtschaft.
4. Verbreitung und Stellenwert des Controllings im deutschsprachigen Raum in Theorie und Wissenschaft: Analyse der wissenschaftlichen Relevanz durch die Zunahme von Lehrstühlen und die Vielfalt theoretischer Diskussionsansätze.
5. Controlling im Fokus praktischer Anwendung: Untersuchung der historischen und aktuellen praktischen Umsetzung des Controllings in Unternehmen sowie der Bedeutung von Controlling für den wirtschaftlichen Erfolg.
6. Fazit dieser Arbeit und Ausblick auf mögliche Entwicklungen: Synthese der Ergebnisse und Bestätigung des nachhaltigen Stellenwerts von Controlling als unverzichtbare Querschnittsfunktion.
Schlüsselwörter
Controlling, Theorie, Praxis, Unternehmensrechnung, Rationalitätssicherung, Controller, Controllinginstrumente, Wirtschaftswissenschaften, interdisziplinäre Wissenschaft, empirische Studie, Unternehmensführung, Planung, Steuerung, Controllingkonzeption, Historie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Stellenwert des Controllings in Theorie und Praxis, um zu prüfen, ob es sich um eine nachhaltige Disziplin oder eine kurzlebige Modeerscheinung handelt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Herleitung, der wissenschaftlichen Etablierung an Hochschulen, der theoretischen Diskussion verschiedener Konzeptionen sowie der empirisch belegten Anwendung in der Unternehmenspraxis.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, ob Controlling eine nachhaltige, fachübergreifende Disziplin darstellt, die einen messbaren Beitrag zum Unternehmenserfolg leistet, oder ob es eine flüchtige Erscheinung im Management ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine systematische Literaturanalyse sowie die Auswertung empirischer Studien zur Lehrstuhlsituation und zur Controlling-Praxis in Industrieunternehmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die historische Entwicklung des Controlling-Begriffs, die institutionelle Verbreitung in der deutschsprachigen Hochschullandschaft und die praktische Relevanz durch aktuelle Benchmarking-Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Controlling, Theorie, Praxis, Unternehmensrechnung, Controller, Rationalitätssicherung, empirische Studien und interdisziplinäre Wissenschaft.
Was zeigt der Vergleich der Controllinglehrstühle?
Die Untersuchung zeigt eine rasante Zunahme der Controllinglehrstühle seit den 1980er Jahren, was die Etablierung des Controllings als feste wissenschaftliche Disziplin in Deutschland unterstreicht.
Welchen Einfluss hat Controlling auf den Unternehmenserfolg?
Empirische Benchmarking-Daten belegen, dass zwischen einer erfolgreichen Controlling-Tätigkeit und dem wirtschaftlichen Erfolg des jeweiligen Unternehmens ein positiver Zusammenhang besteht.
- Quote paper
- Thorsten K. Fuhrmann (Author), 2011, Stellenwert des Controllings in Theorie und Praxis: Unablässig oder Modeerscheinung , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/183745