Einleitung
Mann und Frau sind in unserem Staat gleichberechtigt, so zumindest lautet Artikel 3 Absatz 2 Grundgesetz. Ein interessanter Aspekt ist in diesem Zusammenhang die Rollenverteilung im Hinblick auf die Kindererziehung. Bislang wurde am althergebrachten Familienmodell festgehalten: Der Vater als Familienoberhaupt und Geldverdiener, die Mutter als treusorgende Hausfrau und Hauptbezugsperson der Kinder.
Schritt für Schritt wurde per Gesetz beiden Eltern mehr bezahlte Freizeit zur Betreuung ihrer Kinder eingeräumt. Seit 1982 durften auch Familienväter den Erziehungsurlaub nutzen. Zum 1. Januar 2001 trägt das Bundeserziehungs¬geldgesetz der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau Rechnung und verbessert die Kinderbetreuung maßgeblich. Ein Auszug aus dem Familienhandbuch bestätigt: „Die Elternzeit gibt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die Möglichkeit, sich ihrem Kind zu widmen und gleichzeitig den Kontakt zum Beruf aufrecht¬zuerhalten. Durch den Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit erhalten verstärkt auch Väter die Chance, sich an der Erziehung ihres Kindes zu beteiligen.“
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Erziehungsurlaub / Elternzeit
1.1 Erziehungszeiten in der BRD
2. Die Rolle des Vaters
2.1 Begriff „Rolle“
2.2 Väter im Wandel der Zeit
2.2.1 Der Vater in der Antike
2.2.2 Der Vater im Mittelalter
2.2.3 Der Vater im 17. und 18. Jh.
2.2.4 Der Vater im 19. Jahrhundert
2.2.5 Die Rolle der Väter während der beiden Weltkriege
2.2.6 Der Vater in der Nachkriegszeit
2.2.7 Der Vater in den 70er Jahren
2.3 Der moderne Vater im familiären Umfeld
3. Der Vater im familiären Konflikt
3.1 Der Vater im beruflichen Umfeld
Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Vereinbarkeit von Elternzeit und Karriere für Väter und beleuchtet die historische Entwicklung sowie die aktuellen gesellschaftlichen Barrieren, die Männer daran hindern, ihre Rolle in der Kinderbetreuung stärker wahrzunehmen.
- Historische Wandel der Vaterrolle von der Antike bis heute
- Gesetzliche Rahmenbedingungen der Elternzeit in der BRD
- Konfliktlinien zwischen beruflichem Anspruch und familiärer Teilhabe
- Psychologische und strukturelle Gründe für die zögerliche Inanspruchnahme von Elternzeit durch Väter
Auszug aus dem Buch
2.2 Väter im Wandel der Zeit
2.2.1 Der Vater in der Antike
Die Begriffe „Vater“ (lat. pater) und Familienvater (lat. pater familia) bezeichnen bereits in der Antike das Familienoberhaupt. Der Familienvater war ein Patriarch; sein Ansehen innerhalb der Familie war unantastbar, sein Wort ein Gesetz. Der Vater als Oberhaupt und zentrale Figur in der Familie regelte das innerfamiliäre Zusammenleben. Ebenso galt er als Repräsentant nach außen.
2.2.2 Der Vater im Mittelalter
Im Allgemeinen war die Familie in diesem Zeitalter von einem religiösen und wirtschaftlichen Gemeinschaftssinn geprägt. Der Vater als Stellvertreter Gottes auf Erden stand der Familie vor, auch er repräsentierte die Familie nach außen und regelte das Zusammenleben innerhalb dieser.
2.2.3 Der Vater im 17. und 18. Jh.
Im 17. und 18. Jh. festigte sich die Rolle des Vaters als Patriarch innerhalb der Familie abermals. Der Vater herrschte streng und traf innerhalb der Familie sämtliche Entscheidungen. Frauen hatten sich dem Manne zu unterwerfen. Ihre Aufgabe war es, sich um Heim und Herd zu kümmern, Kinder zu bekommen und diese aufzuziehen. Das Geld brachte der Ehemann nach Hause.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung führt in die verfassungsrechtliche Gleichberechtigung ein und stellt die Problematik der traditionellen Rollenverteilung in der Kinderbetreuung dar.
1. Erziehungsurlaub / Elternzeit: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der gesetzlichen Regelungen zum Erziehungsurlaub nach und thematisiert den Wandel hin zur heutigen Elternzeit.
1.1 Erziehungszeiten in der BRD: Hier wird der detaillierte Werdegang der gesetzlichen Änderungen von 1979 bis 2001 analysiert, die Eltern eine flexiblere Betreuung ermöglichen.
2. Die Rolle des Vaters: Dieser Abschnitt definiert das Rollenverständnis des Vaters im gesellschaftlichen Kontext und leitet zur Untersuchung seiner spezifischen Pflichten über.
2.1 Begriff „Rolle“: Es wird erläutert, welche Erwartungen an einen Familienvater gestellt werden und wie diese sich zwischen Familie und Beruf unterscheiden.
2.2 Väter im Wandel der Zeit: Ein Überblick über die historische Entwicklung der Vaterrolle von patriarchalen Strukturen der Antike bis zu den Emanzipationsbewegungen der 70er Jahre.
2.3 Der moderne Vater im familiären Umfeld: Eine Untersuchung des Konflikts zwischen dem Wunsch nach moderner Teilhabe und den verfestigten Rollenerwartungen innerhalb der Familie.
3. Der Vater im familiären Konflikt: Dieses Kapitel thematisiert die psychische und soziale Belastung von Vätern, die zwischen den Anforderungen des Berufes und der Familie stehen.
3.1 Der Vater im beruflichen Umfeld: Der Abschnitt diskutiert die beruflichen Risiken der Elternzeit, insbesondere im Hinblick auf Karriereknicks und den Verlust von Einflussmöglichkeiten.
Resümee: Die Zusammenfassung unterstreicht die Diskrepanz zwischen dem Wunsch nach mehr väterlicher Zuwendung und den realen Hindernissen durch die moderne Arbeitswelt.
Schlüsselwörter
Vaterrolle, Elternzeit, Erziehungsurlaub, Gleichberechtigung, Familienmodell, Kinderbetreuung, berufliche Konflikte, Patriarchat, Vaterschaft, Teilzeit, Rollenverständnis, Vereinbarkeit, Familienhandbuch, Vater-Kind-Bindung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den historischen und gesellschaftlichen Wandel der Vaterrolle in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Inanspruchnahme von Elternzeit.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf den gesetzlichen Neuerungen zur Elternzeit, dem historischen Wandel der Vaterrolle sowie den Konflikten zwischen Beruf und Familie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu klären, inwieweit eine gleichberechtigte Wahrnehmung der Elternzeit zwischen Mann und Frau in der heutigen Zeit praktisch umsetzbar ist und warum Väter dies oft nur zögerlich tun.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die rechtliche Rahmenbedingungen sowie soziologische Studien und zeitgeschichtliche Entwicklungen auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der Vaterrolle vom Patriarchen zum modernen Vater sowie die ökonomischen und beruflichen Barrieren, die eine gleichberechtigte Kinderbetreuung erschweren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Vaterrolle, Elternzeit, Gleichberechtigung, Vereinbarkeit und die daraus resultierenden familiären und beruflichen Konflikte.
Warum haben Väter heute Schwierigkeiten, sich für die Elternzeit zu entscheiden?
Laut der Arbeit spielt der finanzielle Aspekt sowie die Angst vor einem Karriereknick und dem Verlust von Einfluss am Arbeitsplatz eine zentrale Rolle.
Wie hat sich das Verständnis von "Erziehungsurlaub" zu "Elternzeit" gewandelt?
Die Begriffsänderung spiegelt eine Abkehr von der Vorstellung eines "Urlaubs" hin zur Anerkennung der intensiven familiären Betreuung wider, die nun auch flexiblere Arbeitsmodelle ermöglicht.
- Arbeit zitieren
- Dajana Geffken (Autor:in), 2011, Kulturelle Heterogenität als Aspekt der Zusammenarbeit mit Eltern, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/183680