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Die Erforschung des Alltags

Ein volkskundliches Forschungsgebiet an der Schnittstelle der gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen

Title: Die Erforschung des Alltags

Seminar Paper , 2005 , 12 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sascha Wandhöfer (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology

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In der Öffentlichkeit findet man den Begriff "Alltag" heutzutage meist mit einer negativen Konnotation vor. „Endlich raus aus dem Alltag“ versprechen Reisegesellschaften und Zeitschriften werben mit Sprüchen wie „So versüßen Sie sich ihren Alltag“ o.ä.
Folglich scheint das Alltägliche als Belastung empfunden zu werden, aus der man zu entfliehen versucht.
Umgangssprachlich meint „Alltag“ dabei eigentlich das Gegenteil zu „Fest- und Feiertagen“ oder sonstigen, außergewöhnlichen Zeiten. Er wird in zahlreichen Zusammensetzungen gebraucht, in denen man das nicht Besondere, nicht Eigentümliche betonnen will.

Hinzu kommen kulturell unterschiedliche Sichtweisen: Im Christentum stellt der Sonntag den Gegensatz zum Alltag dar, im jüdischen Kulturkreis der Sabbat, im Islam Freitag (jeweils ergänzt durch spezifische zusätzliche Feiertage) und im Buddhismus unterbrechen nur spezielle Feste den Alltag.
Alltag stellt eine Wirklichkeit dar, die akzeptiert, relativ problemfrei und sich wiederholend ist – anders ausgedrückt: Routine.

Eine wissenschaftliche Betrachtung des Begriffs – im genaueren die Erforschung von Alltagsgeschichte und Alltagskultur – geht indes weiter. Jedoch soll an dieser Stelle darauf verzichtet werden, auf die zahlreichen verschiedenen wissenschaftlichen Ansätze einzugehen, sondern es soll vielmehr erst um die Geschichte des Alltags und der Alltagsforschung gehen, bevor ein beispiel – das Politische im Alltag – die interdisziplinären Ansätze dieses Faches deutlicher machen soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Alltag im allgemeinen Sprachgebrauch

2. Die Entwicklung des Alltags

2.1. Historische Entwicklung des Alltags

2.2. Entwicklung der Alltagsforschung

3. Interdisziplinäre Forschung

3.1. Das Politische im Alltag und in der Alltagsgeschichte

4. Schlussbetrachtung: Volkskunde und Alltagsforschung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Begriff „Alltag“ aus volkskundlicher Perspektive und analysiert dessen Entwicklung sowie die Bedeutung im interdisziplinären Kontext, mit einem besonderen Fokus auf die Politisierung alltäglicher Lebensbereiche.

  • Begriffsbestimmung und Abgrenzung von Alltag und Fest
  • Historische Wandlungsprozesse des Alltagsbegriffs
  • Entwicklung der volkskundlichen Alltagsforschung
  • Das Politische als Einflussfaktor im alltäglichen Leben
  • Wechselwirkungen zwischen Macht, Kultur und Alltag

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Politische im Alltag und in der Alltagsgeschichte

Das Politische fand seinen Einzug in ehemals private, alltägliche Vorgänge gegen Ende der 60er Jahre. Ausschlaggebend dafür war ein Wandel von einer Staats- zu einer Gesellschaftsorientierung, hervorgerufen durch verschiedene gesellschaftliche Bewegungen wie die Studentenbewegung, aufkommender Antiimperialismus und – in der BRD – der ersten sozialliberalen Koalition 1969 unter Bundeskanzler Willy Brandt. Bereiche wie die Wohnung, Arbeit, Erholung und Familie wurden aus dem Privaten herausgeholt und als politische Tätigkeitsfelder erkannt. Ausdruck findet diese Entwicklung in einer Reihe staatlicher (v.a. steuerpolitischer) Maßnahmen wie der Eigenheimzulage, der Bereitstellung von Kindertagesstätten, Ganztagsschulen, Kindergeld u.ä.

Der Staat existierte nicht mehr im konventionellen Sinne des Regierens, sondern wirkte durch genannte Interventionen und Regulierungen bei der Bildung sozialer Beziehungen mit. Mittlerweile wird der Alltag zudem durch die Internationalisierung der Politik (nicht erst seit dem 11. September) beeinflusst, sowie durch Multireligiösität, Milieuvielfalt, Multiethnizität und Lebensstilinflationen.

Dabei schützt uns das „Schild des Alltags“ vor der Überwältigung durch den ständigen Wandel. Seine Routinen versprechen uns die Sicherheit, dass wir morgen auf die gleichen Regeln, Werte, Normen und Aufgaben treffen, die auch schon gestern unseren Alltag bestimmt haben. Daher widmen wir beispielsweise dem Autokauf mehr Aufmerksamkeit als neuen Gesetzen oder der Regierungswechsel tritt in den Hintergrund, wenn wir uns im Augenblick mit einem Partnerwechsel zu beschäftigen haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Alltag im allgemeinen Sprachgebrauch: Dieses Kapitel klärt den umgangssprachlichen Begriff „Alltag“ als Routine und Abgrenzung zu Festtagen und leitet zur wissenschaftlichen Betrachtung über.

2. Die Entwicklung des Alltags: Hier werden die historischen Wandlungen des Alltags von der feudalen Zeit über das Bürgertum bis hin zur Industrialisierung und der Bedeutung der Lohnarbeit dargestellt.

2.1. Historische Entwicklung des Alltags: Der Fokus liegt auf der Verflechtung von Arbeitsbedingungen, gesellschaftlicher Schichtung und der daraus resultierenden Gestaltung des alltäglichen Lebens.

2.2. Entwicklung der Alltagsforschung: Dieses Kapitel zeichnet den Weg der Volkskunde von einer anfänglichen Konzentration auf das bäuerliche Leben hin zu den Konflikten und theoretischen Neuausrichtungen nach der Industrialisierung nach.

3. Interdisziplinäre Forschung: Es wird die Zusammenarbeit der Volkskunde mit anderen Disziplinen wie Geschichte und Soziologie bei der Erforschung alltäglicher Phänomene beleuchtet.

3.1. Das Politische im Alltag und in der Alltagsgeschichte: Das Kapitel analysiert, wie politische Einflüsse seit den späten 60er Jahren private Bereiche durchdrungen haben und welche Rolle politisierte Alltagsrituale, insbesondere im Nationalsozialismus, spielten.

4. Schlussbetrachtung: Volkskunde und Alltagsforschung: Die Arbeit resümiert den Wert der Volkskunde als Fach mit langjähriger Alltagsexpertise und betont die Eigenständigkeit der Disziplinen trotz inhaltlicher Überschneidungen.

Schlüsselwörter

Alltag, Alltagsforschung, Volkskunde, Alltagsgeschichte, Politische Alltag, Routine, Interdisziplinarität, Industrialisierung, Lebensgestaltung, Gesellschaftsorientierung, Macht, Herrschaft, Arbeiterkultur, Sozialgeschichte, Kulturwissenschaften

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Erforschung des Alltags als volkskundliches Forschungsgebiet und untersucht, wie sich der Begriff historisch und fachwissenschaftlich gewandelt hat.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Alltagswahrnehmung, die Geschichte der volkskundlichen Alltagsforschung und die Politisierung des Privaten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die interdisziplinäre Schnittstelle der Alltagsforschung aufzuzeigen und zu verdeutlichen, wie verschiedene gesellschaftliche Einflüsse den Alltag prägen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Herangehensweise, die historische Entwicklungen mit kulturwissenschaftlichen Ansätzen verknüpft.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die historische Genese des Alltagsbegriffs, die institutionelle Entwicklung der Alltagsforschung und die Rolle des Politischen im Alltag.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Alltag, Volkskunde, Interdisziplinarität, Alltagsgeschichte und die Wechselwirkung zwischen Machtstrukturen und dem täglichen Leben.

Welche Bedeutung hatte die Industrialisierung für den Alltag?

Die Industrialisierung führte zu einer Trennung von Arbeits- und Lebenswelt, wodurch der Alltag zunehmend von Lohnarbeit, Entfremdung und ökonomischen Zwängen bestimmt wurde.

Inwiefern beeinflusste das NS-Regime den Alltag?

Das NS-Regime integrierte ein System aus Ritualen und Zeremonien in den Alltag, um die Arbeiterschaft zu beeinflussen und Gegenpositionen zu unterwandern.

Warum wird der „Alltag“ als politisch bezeichnet?

Der Alltag wird politisch, sobald staatliche Definitionsansprüche in private Handlungsspielräume eingreifen oder Individuen durch ihr Verhalten – bewusst oder unbewusst – ein politisches Signal setzen.

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Details

Title
Die Erforschung des Alltags
Subtitle
Ein volkskundliches Forschungsgebiet an der Schnittstelle der gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen
College
University of Münster  (Seminar für Volkskunde)
Grade
2,0
Author
Sascha Wandhöfer (Author)
Publication Year
2005
Pages
12
Catalog Number
V183674
ISBN (eBook)
9783656080909
ISBN (Book)
9783656081241
Language
German
Tags
Alltag NS-Regime politischer Alltag Volkskunde Gesellschaftswissenschaften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sascha Wandhöfer (Author), 2005, Die Erforschung des Alltags, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/183674
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