Bibliotheken haben in der heutigen Zeit einen schweren Stand. Sie sind mit dem Image behaftet, ein Ort für Streber zu sein an dem die Mitarbeiter unfreundlich und nicht gerade hilfsbereit sind. Die Technik die dort angeboten wird sei veraltet und überhaupt sind Bibliotheken mit zu strengen Regeln verknüpft.
Das Internet, eBooks und Podcasts, kommen vielen bei der Suche nach Informationen als erstes in den Sinn.
Laut Deutscher Bibliotheksstatistik nahm die Zahl der Bibliotheken in den letzten 11 Jahren um fast 16 % von 12.704 (1999) auf 10.705 (2010) ab. Auch die Anzahl aktiver Benutzer sank von 11,51 Mio. (1999) auf 10,86 Mio. (2010), das entspricht einem Rückgang von fast 6 %. Im Gegensatz dazu steigen aber die Besucherzahlen und finanziellen Ausgaben der Büchereien.
Obwohl man auf den ersten Blick dazu verleitet wird anzunehmen, dass die Bibliotheken aussterben, wurden in den letzten Jahren einige bemerkenswerte moderne Bibliotheksbauten errichtet. In der folgenden Arbeit wird die Problematik der die „Moderne Bibliothek“ ausgesetzt ist beleuchtet und dargestellt welche Konzepte zukünftig an Bedeutung gewinnen werden. Zudem werden einige der faszinierendsten neuen Bibliotheksbauten vorgestellt und auf deren Bedeutung und Symbolik untersucht.
Ein Teil der Arbeit beruht auf den Eindrücken und Informationen, die der Verfasser in der Ausstellung des Architekturmuseums der Technischen Universität München „Die Weisheit baut sich ein Haus“, (Pinakothek der Moderne / 14.07.2011 - 16.10.2011) gesammelt hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Bibliothek - Definition und Erläuterung
3. Die moderner Bibliothek
3.1 Einflussfaktoren auf die moderne Bibliothek
3.2 Was macht eine Bibliothek modern?
3.3 Vier Szenarien für „intelligente“ physische Bibliotheken
3.3.1 Das „Zentrum für offenes Lernen“
3.3.2 Das „Kulturcafe“
3.3.3 Das „Gemeindezentrum“
3.3.4 Die „Info-Tankstelle“
4. Architektonische Merkmale von Bibliotheksbauten
4.1 Saalbauten
Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum als Beispiel für Saalbauten
4.2 Zentralbauten
Philologische Bibliothek der FU Berlin als Beispiel für Zentralbauten
4.3 Turmbauten
Das Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum der Universität Cottbus als Beispiel für Turmbauten
4.4 Freie Form
Rolex Learning Center in Lausanne als Beispiel für Freie Form
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Transformation und die anhaltende Relevanz physischer Bibliotheksbauten im 21. Jahrhundert. Trotz der zunehmenden Digitalisierung und Verfügbarkeit von Informationen im Internet analysiert der Verfasser, wie moderne Bibliotheken als Orte der Bildung, Kommunikation und architektonischer Symbolik fungieren und welche baulichen Konzepte diesen Wandel stützen.
- Entwicklung und Wandel der modernen Bibliothek
- Szenarien für „intelligente“ Bibliothekskonzepte
- Architektonische Typologien: Saalbauten, Zentralbauten, Turmbauten und Freie Form
- Fallbeispiele zeitgenössischer Bibliotheksarchitektur
- Symbolik und Bedeutung von Bibliotheksgebäuden im 21. Jahrhundert
Auszug aus dem Buch
3.2 Was macht eine Bibliothek modern?
„Bibliotheken drehen sich nicht länger um Bücher, sondern um Menschen“, behauptet die Direktorin der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), Claudia Lux. Laut Jonas Fansa (Planungsberater der ZLB seit 2008) genüge es nicht mehr die Räumlichkeiten einfach zu renovieren, da sich das Nutzerverhalten verändert. So bringen immer mehr Besucher ihre eigenen Materialien, beispielsweise Laptops und Smartphones mit in die Bücherei. Die einst geltenden „Kernfunktionen“ für Bibliotheken, nämlich Ausleihe, Informationsbeschaffung und Leseplätze, stünden nach Fansa nicht mehr im Mittelpunkt. Vielmehr müsse eine moderne Bibliothek ein Kommunikationszentrum der Zivilgesellschaft sein, wie es der Leiter der Kulturabteilung beim Berliner Senat, Volker Heller, vom geplanten Neubau in Tempelhof verlangt. Moderne Bibliotheken überzeugen neben einem umfassenden Angebot aller Medien durch bemerkenswerte Architektur, vielseitige Aufenthalts- und Arbeitsumgebungen sowie gastronomische Angebote.
Doch auch technologische Innovationen machen Bibliotheken zu modernen Einrichtungen. So glänzt beispielsweise das Orientierungssystem der Sächsischen Landesbibliothek -, Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden in 3D und hebt dem Benutzer die gesuchte Zielregion farblich hervor.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Wandel der Bibliothek im digitalen Zeitalter und stellt die Relevanz moderner Bibliotheksbauten trotz sinkender Besucherzahlen dar.
2. Die Bibliothek - Definition und Erläuterung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Bibliothek als Einrichtung zur Sammlung und Erschließung von Medien unter archivarischen und ökonomischen Aspekten.
3. Die moderner Bibliothek: Hier werden die Einflussfaktoren der Digitalisierung auf das Selbstverständnis der Bibliothek beleuchtet und technologische sowie soziale Entwicklungstendenzen diskutiert.
4. Architektonische Merkmale von Bibliotheksbauten: Dieser Hauptteil analysiert verschiedene architektonische Typologien wie Saal-, Zentral- und Turmbauten sowie die Freie Form anhand prominenter Beispiele.
5. Fazit: Das Kapitel schließt mit der Feststellung, dass Bibliotheken als Orte der Gemeinschaft und Wissensvermittlung weiterhin eine zentrale Rolle in der Stadtgesellschaft spielen.
Schlüsselwörter
Bibliothek, Bibliotheksbau, Architektur, Digitalisierung, Wissensvermittlung, Kommunikationszentrum, Saalbauten, Zentralbauten, Turmbauten, Freie Form, Nutzerverhalten, Informationszentrum, Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, Philologische Bibliothek, Rolex Learning Center
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung, Symbolik und baulichen Gestaltung von Bibliotheken im 21. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen den technologischen Wandel der Bibliothek, neue Nutzungsszenarien und die architektonische Typologie moderner Bibliotheksbauten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Bibliotheken an veränderte Informationsgewohnheiten anpassen und warum sie trotz Internet als Orte der Bildung relevant bleiben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Verfasser nutzt eine Analyse aktueller architektonischer Beispiele sowie eine theoretische Betrachtung von Einflussfaktoren auf das moderne Bibliothekswesen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der modernen Bibliothek und eine detaillierte Vorstellung architektonischer Bautypen anhand konkreter Gebäude.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bibliotheksarchitektur, Digitalisierung, Wissensgesellschaft und moderne Bautypen wie Zentral- oder Turmbauten.
Was macht das Rolex Learning Center architektonisch besonders?
Es zeichnet sich durch seine „freie Form“ aus, die einen fließenden Raum ohne Barrieren und Treppen schafft, was die Dynamik moderner Wissensvermittlung widerspiegelt.
Warum wird die Philologische Bibliothek als „Berlin Brain“ bezeichnet?
Der Name leitet sich von der gehirnähnlichen Form des Gebäudes ab, das von Lord Norman Foster entworfen wurde.
Was bedeutet das Szenario der „Info-Tankstelle“?
Dies beschreibt ein Konzept für eine leicht zugängliche, auf Selbstbedienung basierende Bibliothekseinheit, die eher von Stadtbewohnern und Laufkundschaft genutzt wird.
Warum sind Bibliotheken trotz Internet weiterhin erforderlich?
Laut Fazit bieten sie eine konzentrierte Atmosphäre zum Lernen und fungieren als wichtige soziale Orte des Austauschs und der Kommunikation.
- Arbeit zitieren
- Patrick Bäumler (Autor:in), 2011, Bibliotheksbauten im 21. Jahrhundert und ihre Bedeutung und Symbolik, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/183630