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Interviewsituation in der Biografieforschung

Darstellung und Analyse von Missinterpretationen oder: „Ein kleiner Leitfaden zur Fehlervermeidung“

Title: Interviewsituation in der Biografieforschung

Scientific Essay , 2009 , 15 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Sascha Wandhöfer (Author)

Sociology - Methodology and Methods

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Ob Helmut Kohl, Dieter Bohlen oder Joschka Fischer: Biografien erfreuen sich großer Beliebtheit und werden von Millionen Lesern gekauft.
Sie stellen Lebensgeschichte dar – allerdings nicht nur wie in den obigen Beispielen auf einer literarischer Ebene, sondern auch auf einer wissenschaftlichen. Immer aber ist sie eins :Eine subjektive Darstellung.
Die wissenschaftliche Biografieforschung befasst sich daher mit der sozialen Wirklichkeit, wie der einzelne Mensch selbst sie wahrnimmt.
Sie möchte erforschen, wie das Individuum, wie eine Gruppe einzelne Passagen seines bzw. ihres Lebens selbst einordnet.
Wie stark hat der Aufenthalt im Heim das Leben geprägt? Was war es, was den Drogenabhängigen vom Drogenkonsum abgebracht hat? Wie erlebt der Studierende seine Studienzeit? Zeigt sich ein Unterschied zwischen Bachelor- und Magister-Studierenden?
Das alles wären Fragen für biografische Untersuchungen. Dabei soll allerdings nicht vom Einzelfall her verallgemeinert werden. Vielmehr soll die unterschiedliche Lebensgeschichte analysiert werden und Rückschlüsse darauf zulassen, welche Rolle die Sozialisation des Menschen in seinem Leben gespielt hat und spielt – aber auch, wie Institutionen in die Lebensgestaltung des Einzelnen mit einwirken.

Bei diesen Untersuchungen ist jedoch mit Vorsicht vorzugehen. Biographien sind in der Regeln nicht gradlinig, sie sind nicht einfach anhand eines Lebenslaufs ablesbar. Biografien werden in vielen Stunden von Menschen erzählt und von Menschen analysiert. Dabei kann es zu Missverständnissen kommen. Vielleicht hat der Interviewpartner etwas ganz anders gemeint, als der Forscher es auffasst. War seine Kindheit wirklich so schön, wie er sie jetzt darstellt? Ist sein Eheleben so glücklich wie es scheint? Oft ist Biografieforschung ein Lesen zwischen den Zeilen. Doch dabei kann es leicht zu Fehlinterpretationen kommen. Dieses Risiko so weit wie möglich zu minimieren - dazu soll diese Arbeit ihren Beitrag leisten.
Sie soll zuerst darstellen, wie der Forscher Zugang zu seinem Untersuchungsfeld bekommen und wie er sich auf die Befragungssituation vorbereiten kann. Anschließend werden die verschiedenen Formen des Interviews vorgestellt und möglichen Fehler untersucht, um abschließend mögliche Lösungsansätze anbieten zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Gruppe und der Zugang zum Feld

2. Der direkte Kontakt

3. Das Interview

3.1. Das Leitfaden-Interview

3.2. Das narrative Interview

3.3. Das problemzentrierte Interview

4. Der Interviewbericht

Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen und potenziellen Fehlerquellen in der Interviewsituation der biografischen Forschung. Das primäre Ziel ist es, Forschenden einen Leitfaden an die Hand zu geben, um den Zugang zum Feld, die Kontaktaufnahme sowie die Durchführung verschiedener Interviewformate methodisch fundiert und reflexiv zu gestalten, um Fehlinterpretationen zu minimieren.

  • Zugang zum Forschungsfeld und Aufbau von Vertrauensverhältnissen
  • Einfluss der räumlichen und situativen Rahmenbedingungen auf die Befragung
  • Vergleichende Analyse von Leitfaden-, narrativen und problemzentrierten Interviews
  • Vermeidung von Fehlern in der Gesprächsführung und Interpretation
  • Professionalisierung der Nachbereitung durch strukturierte Interviewberichte

Auszug aus dem Buch

3.2. Das narrative Interview

Das narrative Interview wird durch einen einfachen Erzählstimulus in Gang gesetzt. Dabei wird die Aufgabe für den Befragten genannt und es wird erklärt, dass das Interview kein Frage-Antwort-Spiel ist.

Eine Themeneinschränkung ist für die biografische Forschung nicht nötig. Dies könnte nur dazu führen, dass der Befragte wichtige Aspekte auslässt, weil er sie für das Thema als unwichtig erachtet.

Wichtig dabei ist noch mehr als bei anderen Interviewformen, dass der Interviewer Interesse zeigen muss, um den Befragten zu ermuntern, weiter zu erzählen. Dies kann durch zustimmende Gesten (Nicken) und Geräusche erfolgen – daraus sollte aber keine Bewertung erkennbar sein (das verwunderte Hochziehen einer Augenbrauche oder ein erstauntes Räuspern z.B. sind unangebracht und können den Befragten aus dem Konzept bringen).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Relevanz der Biografieforschung und Darlegung der Notwendigkeit einer reflexiven Interviewführung zur Vermeidung von Fehlinterpretationen.

1. Die Gruppe und der Zugang zum Feld: Erörterung der Problematik des Feldzugangs und der Bedeutung von Vertrauensverhältnissen zwischen Forscher und Probanden.

2. Der direkte Kontakt: Analyse der räumlichen Rahmenbedingungen sowie der ersten Begegnung zwischen Interviewer und Interviewpartner.

3. Das Interview: Detaillierte Betrachtung der methodischen Besonderheiten und Herausforderungen in der Interviewsituation.

3.1. Das Leitfaden-Interview: Untersuchung der Vor- und Nachteile strukturierter Gesprächsleitfäden zur Steuerung des Interviewverlaufs.

3.2. Das narrative Interview: Erläuterung der Bedeutung von Erzählstimuli und der Rolle des Interviewers bei der Aufrechterhaltung des Erzählflusses.

3.3. Das problemzentrierte Interview: Vorstellung eines Ansatzes, der offene Erzählphasen mit gezielten Interpretationen und Nachfragen kombiniert.

4. Der Interviewbericht: Bedeutung einer zeitnahen Nachbereitung der Interviews durch Protokolle und interpretative Berichte.

Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Reflexion über die Anforderungen an die Konzentration des Forschers und den Umgang mit unvorhersehbaren Schwierigkeiten im Interviewverlauf.

Schlüsselwörter

Biografieforschung, Interviewsituation, Qualitative Sozialforschung, Leitfaden-Interview, Narratives Interview, Problemzentriertes Interview, Fehlinterpretation, Vertrauensverhältnis, Sozialisation, Forschungsfeld, Interviewtechnik, Datenerhebung, Subjektivität, Feldzugang, Interviewbericht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Gestaltung der Interviewsituation innerhalb der biografischen Forschung und dem Ziel, Fehler in der Gesprächsführung zu vermeiden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Aspekte sind der Zugang zum Forschungsfeld, die Gestaltung der Interviewsituation, spezifische Interviewformen sowie die fachgerechte Nachbereitung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Fehleranfälligkeit bei lebensgeschichtlichen Interviews zu reduzieren und einen Leitfaden für eine professionelle und distanzierte Gesprächsführung zu bieten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine methodenreflexive Arbeit, die auf der Analyse qualitativer Erhebungsmethoden wie dem narrativen und problemzentrierten Interview basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Prozess von der Kontaktaufnahme über die Wahl des Ortes bis hin zur Durchführung verschiedener Interviewtypen und deren spezifische Probleme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Biografieforschung, Interviewführung, qualitative Methoden und Fehlinterpretation charakterisieren.

Warum ist die Wahl des Ortes bei einem Interview wichtig?

Die Umgebung beeinflusst die Erinnerung des Befragten und dessen Bereitschaft, sich zu öffnen; ein vertrauter Ort kann die Erzählqualität steigern, erfordert aber zugleich professionelle Distanz.

Was ist ein "Grundvertrag" im Kontext der Forschung?

Ein Grundvertrag regelt das Vertrauensverhältnis durch Absprachen zu Anonymität, Einspruchsrechten und den Schutz der Daten, was besonders bei schwer erreichbaren Zielgruppen essenziell ist.

Wie unterscheidet sich das narrative vom Leitfaden-Interview?

Während der Leitfaden den Prozess durch vorgegebene Themen steuert, setzt das narrative Interview auf einen Erzählstimulus, um einen freien Erzählfluss ohne inhaltliche Vorgaben zu ermöglichen.

Wie geht man mit "Störungen" durch Dritte beim Interview um?

Der Forscher sollte sicherstellen, dass der Befragte alleine interviewt wird, da die Anwesenheit von Ehepartnern oder Kindern die freie Darstellung von Lebenserfahrungen behindern kann.

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Details

Title
Interviewsituation in der Biografieforschung
Subtitle
Darstellung und Analyse von Missinterpretationen oder: „Ein kleiner Leitfaden zur Fehlervermeidung“
College
University of Münster
Grade
2,7
Author
Sascha Wandhöfer (Author)
Publication Year
2009
Pages
15
Catalog Number
V183589
ISBN (Book)
9783656080107
ISBN (eBook)
9783656080220
Language
German
Tags
Biografie Biografieforschung Methodenlehre Interview Interviewführung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sascha Wandhöfer (Author), 2009, Interviewsituation in der Biografieforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/183589
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