Spätestens seit der Finanzkrise stehen Manager unter ständiger Kritik der Öffentlichkeit, da sie trotz schlechter Geschäftsergebnisse ihrer Unternehmen überdurchschnittlich hoch vergütet werden. Die Machtverhältnisse seien ungleich verteilt und die Corporate Governance Systeme der Unternehmen deshalb ineffizient. Aus diesem Grund beschäftigen sich viele Studien damit, in wie weit Unternehmen in der Lage sind, das Prinzipal-Agent Problem zu lösen und somit eine effektive Corporate Governance zu realisieren. Diese Fähigkeit einer effektiv funktionierenden Unternehmensführung der Unternehmen wird unter anderem durch den Zusammenhang von Unternehmenserfolg und der Vergütung der Manager repräsentiert. Aber nicht nur die Effektivität der erfolgsorientierten Vergütung, auch die Sanktionsmöglichkeiten des Aufsichtsrats gegenüber dem Top-Managements in Form einer Entlassung können möglicherweise Aufschluss über die Effektivität der Corporate Governance Systeme geben. Viele Studien haben sich deshalb damit beschäftigt, ob es eine Korrelation zwischen der Entlassung eines Managers und dem Erfolg bzw. Misserfolg seines Unternehmens gibt. Diese Ausarbeitung soll deswegen durch eine strukturierte Auswertung der empirischen Arbeiten bezüglich dieser Thematik aufzeigen, ob man aufgrund der bisherigen Forschungsergebnisse von einem signifikanten Zusammenhang zwischen Entlassungswahrscheinlichkeit und Unternehmenserfolg sprechen kann.
“The threat of dismissal if the return to shareholders is low will stimulate managers and all board members to take decisions in the interest of shareholders.” Das heißt Manager könnten durch die Gefahr einer drohenden Entlassung dazu motiviert werden, den Unternehmenserfolg zu optimieren, um die Aktionäre zufriedenzustellen. Wenn also ein starker Zusammenhang zwischen der Entlassungswahrscheinlichkeit und dem Unternehmenserfolg existiert, könnte man dies in ein Anreizsystem integrieren. Somit würde man außerhalb bereits integrierter Anreize wie z.B. variabler Vergütung möglicherweise einen weiteren Anreiz schaffen, die Interessen der Manager denen der Aktionäre anzugleichen und damit dem Prinzipal-Agent Problem entgegenwirken. Die Forschungsfrage dieser Arbeit ist deshalb, ob es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Entlassung eines Managers und dem Erfolg seines Unternehmens gibt und ob man die Tatsache einer möglichen Entlassung als Komponente in ein Anreizsystem integrieren kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2. Definitionen
2.1. Entlassung
2.2 Unternehmenserfolg
2.2.1 Aktienrendite
2.2.2 Gesamtkapitalrendite
2.2.3 Umsatzwachstum
3. Korrelation zwischen Unternehmenserfolg und Entlassungswahrscheinlichkeit
3.1 Korrelation zwischen Aktienrendite und Entlassungswahrscheinlichkeit
3.2 Korrelation zwischen Gesamtkapitalrendite und Entlassungswahrscheinlichkeit
3.3 Korrelation zwischen Umsatzwachstum und Entlassungswahrscheinlichkeit
4. Entlassung als Komponente eines Anreizsystems
5. Fazit
Zielsetzung und zentrale Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung, ob ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Erfolg eines Unternehmens und der Wahrscheinlichkeit einer Managerentlassung besteht und ob das Instrument der Entlassung effektiv als Komponente in ein Anreizsystem integriert werden kann, um Interessenkonflikte zwischen Managern und Aktionären zu lösen.
- Analyse des Prinzipal-Agent-Problems und der Rolle der Corporate Governance.
- Empirische Untersuchung der Korrelation zwischen Unternehmenserfolg und Entlassungswahrscheinlichkeit.
- Einsatz verschiedener Performancemaße wie Aktienrendite, Gesamtkapitalrendite und Umsatzwachstum.
- Bewertung der Eignung von Entlassungsdrohungen als Anreizmechanismus für das Management.
- Diskussion der Grenzen und Nebenwirkungen dieses Sanktionsmechanismus.
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Spätestens seit der Finanzkrise stehen Manager unter ständiger Kritik der Öffentlichkeit, da sie trotz schlechter Geschäftsergebnisse ihrer Unternehmen überdurchschnittlich hoch vergütet werden. Die Machtverhältnisse seien ungleich verteilt und die Corporate Governance Systeme der Unternehmen deshalb ineffizient. Aus diesem Grund beschäftigen sich viele Studien damit, in wie weit Unternehmen in der Lage sind, das Prinzipal-Agent Problem zu lösen und somit eine effektive Corporate Governance zu realisieren.
Diese Fähigkeit einer effektiv funktionierenden Unternehmensführung der Unternehmen wird unter anderem durch den Zusammenhang von Unternehmenserfolg und der Vergütung der Manager repräsentiert. Aber nicht nur die Effektivität der erfolgsorientierten Vergütung, auch die Sanktionsmöglichkeiten des Aufsichtsrats gegenüber dem Top-Managements in Form einer Entlassung können möglicherweise Aufschluss über die Effektivität der Corporate Governance Systeme geben. Denn Aufgabe des Aufsichtsrates ist es, durch Kontrolle des Managements die Interessen der Aktionäre zu wahren. Werden Manager also bei Erbringung einer schlechten Leistung (gemessen durch Misserfolg ihres Unternehmens) entlassen, ist das ein starkes Indiz dafür, dass der Aufsichtsrat durch eine solche Aktion das Management dafür bestraft, nicht im Interesse der Aktionäre gehandelt zu haben. Das Vorhandensein eines derartig funktionierenden Sanktionsmechanismuses spiegelt also die Effektivität des jeweiligen Corporate Governance Systems wieder. Viele Studien haben sich deshalb damit beschäftigt, ob es eine Korrelation zwischen der Entlassung eines Managers und dem Erfolg bzw. Misserfolg seines Unternehmens gibt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel begründet die Relevanz des Themas im Kontext von Corporate Governance und definiert die zugrundeliegende Forschungsfrage.
2. Definitionen: Hier werden die zentralen Begriffe „Entlassung“ sowie die Erfolgskennzahlen Aktienrendite, Gesamtkapitalrendite und Umsatzwachstum definiert und eingegrenzt.
3. Korrelation zwischen Unternehmenserfolg und Entlassungswahrscheinlichkeit: In diesem Kapitel werden empirische Studien ausgewertet, um den Zusammenhang zwischen verschiedenen Erfolgskennzahlen und der Wahrscheinlichkeit einer Managerentlassung zu prüfen.
4. Entlassung als Komponente eines Anreizsystems: Dieses Kapitel diskutiert, ob die Entlassung bei Misserfolg als gezielter Anreizmechanismus zur Lösung des Prinzipal-Agent-Konflikts geeignet ist.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Forschungsergebnisse und einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen ab.
Schlüsselwörter
Managerentlassung, Unternehmenserfolg, Corporate Governance, Prinzipal-Agent-Theorie, Aktienrendite, Gesamtkapitalrendite, Umsatzwachstum, Anreizsystem, Sanktionsmechanismus, Aufsichtsrat, Performancemessung, Finanzkrise, Unternehmensführung, Empirische Studien, Vorstandsvergütung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und inwieweit Manager bei Misserfolg ihrer Unternehmen tatsächlich häufiger entlassen werden als bei Erfolg.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind Corporate Governance, Anreizsysteme für Manager und die empirische Messung von Unternehmenserfolg im Verhältnis zu Entlassungsentscheidungen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird gefragt, ob ein signifikanter Zusammenhang zwischen Entlassungswahrscheinlichkeit und Unternehmenserfolg besteht und ob man die Entlassung als Komponente in ein Anreizsystem integrieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Auswertung und Analyse existierender empirischer Studien, die nationale und internationale Daten zu Managemententlassungen untersucht haben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Erfolgskennzahlen, die Analyse der Korrelation zu Entlassungen sowie die Diskussion der Entlassung als Anreizinstrument.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Managerentlassung, Corporate Governance, Prinzipal-Agent-Problem, Unternehmenserfolg und Anreizsysteme.
Wie unterscheidet sich die Aktienrendite von der Gesamtkapitalrendite bei der Beurteilung von Entlassungen?
Die Aktienrendite ist stärker von externen Marktfaktoren beeinflusst, während die Gesamtkapitalrendite als weniger marktabhängiger, finanzbasierter Indikator oft eine ergänzende, objektivere Sichtweise bietet.
Warum stellt die Arbeit die Eignung der Entlassung als Anreiz in Frage?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Manager nur in extremen Krisenfällen entlassen werden; dadurch verliert das Instrument als kontinuierlicher Anreiz für das Tagesgeschäft an Motivationskraft.
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- Bachelor of Science Philip Tilhein (Author), 2011, Entlassung als Komponente eines Anreizsystems, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/183509