Im Gegensatz dazu steht die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre. Die Menschen erfuhren einen nie da gewesenen Verlust ihres Wohlstandes bis hin zum Verlust ihrer kompletten Existenzgrundlage. Eine Intervention des Staates, wie es heute üblich ist, war nach damaligen Vorstellungen nicht möglich. In den USA aber auch vor allem in Deutschland waren die Auswirkungen der Krise demnach verheerend. Zudem wird sich zeigen, dass Deutschland besonders schwer von der Krise erfasst wurde, weil eine Vielzahl von krisenverstärkenden Ereignissen gleichzeitig zusammenkam.
Warum es zu dieser wirtschaftlichen Katastrophe in Deutschland gekommen ist und welche Auswirkungen sie auf die einzelnen Wirtschaftsbereiche hatte, soll in dieser Arbeit dargestellt werden. Neben den Ursachen und dem Verlauf der Krise wird untersucht, welche wirtschaftspolitischen Reaktionen unternommen wurden, um der Krise entgegenzuwirken.
Dazu wird zu Beginn im Kapitel 2 die wirtschaftliche Ausgangsituation in den drei Wirtschaftssektoren dargestellt. Im Kapitel 3 werden die exogenen und endogenen Ursachen der Wirtschaftskrise präsentiert. Kapitel 4 gibt einen Überblick über den Verlauf der Krise anhand von ausgesuchten Wirtschaftsindikatoren. Die wirtschaftspolitischen Reaktionen und deren Auswirkungen werden in Kapitel 5 vorgestellt. Den Abschluss dieser Arbeit stellt Kapitel 6 dar. Es fast die gesammelten Ergebnisse zusammen und gibt eine abschließende Schlussbetrachtung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wirtschaftliche Ausgangssituation
2.1 Landwirtschaft
2.2 Industrie
2.3 Banken- und Kreditwesen
2.4 Zwischenfazit
3. Ursachen der Wirtschaftskrise
3.1 Exogene Ursachen
3.2 Endogene Ursachen
4. Verlauf und Auswirkungen der Krise
4.1 Bankenkrise
4.2 Preisentwicklung
4.3 Entwicklung der Produktion
4.4 Entwicklung der Zinssätze
4.5 Weitere Daten zur konjunkturellen Entwicklung
5. Wirtschaftspolitische Reaktionen
5.1 Die Politik des Kabinetts Brüning
5.2 Überwindung der Krise
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen, den Verlauf und die wirtschaftspolitischen Reaktionen auf die Weltwirtschaftskrise in Deutschland in den 1930er Jahren. Es soll analysiert werden, warum es zu dieser wirtschaftlichen Katastrophe kam, welche Auswirkungen sie auf die verschiedenen Wirtschaftsbereiche hatte und inwieweit die staatlichen Maßnahmen zu deren Bewältigung beitrugen.
- Analyse der wirtschaftlichen Ausgangssituation in Deutschland vor der Krise
- Identifikation exogener und endogener Ursachen der Wirtschaftskrise
- Untersuchung des Verlaufs und der ökonomischen Auswirkungen auf Deutschland
- Evaluation der wirtschaftspolitischen Maßnahmen des Kabinetts Brüning sowie der darauffolgenden Konjunkturförderung
Auszug aus dem Buch
3.1 Exogene Ursachen
Die Auswirkungen politischer Ereignisse, allen voran die des ersten Weltkrieges, stellen exogene Krisenursachen dar. Der Krieg hatte sowohl die internationale Arbeitsteilung massiv gestört als auch zu erheblichen Produktionsverzerrungen geführt. Deutschland und große Teile Europas fielen während des Krieges als Produzent für den Weltmarkt aus, zugleich stieg deren Importbedarf immens an. Dies hatte zur Folge, dass vor allem die Agrar- und Rohstoffproduktion in den übrigen Teilen der Welt beträchtlich erhöht wurde. Nach dem Krieg stand die ausgedehnte Produktion einem geringen Friedensbedarf gegenüber. Die Agrarproduktion der europäischen Länder erholte sich, auch auf Grund einer angestrebten Autarkiepolitik bei den Nahrungsmitteln, ebenfalls sehr rasch. Die Produktionsverzerrung führte demnach zu einer Überproduktionskrise und einem Preisverfall. Als Konsequenz entstand weltweit ein binnenwirtschaftliches System des Agrarprotektionismus, um die eigenen Agrarprodukte zu schützen. Die Folge war ein, im internationalen Vergleich, sehr hoher Preis für Getreideprodukte in Deutschland. Zudem beschleunigte und intensivierte sich die Industrialisierung während des Krieges in anderen Ländern, sodass sich die abermals führenden europäischen Industrienationen nach der Beendigung des Krieges einer neuen starken Konkurrenz gegenüber sahen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung kontextualisiert die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre und legt das Ziel der Arbeit fest, die Ursachen, den Verlauf und die politischen Gegenmaßnahmen in Deutschland zu untersuchen.
2. Wirtschaftliche Ausgangssituation: Dieses Kapitel beschreibt die wirtschaftliche Lage in der Landwirtschaft, der Industrie sowie im Banken- und Kreditwesen vor Ausbruch der Krise, wobei insbesondere die hohe Verschuldung und die Abhängigkeit von Auslandsanleihen hervorgehoben werden.
3. Ursachen der Wirtschaftskrise: Das Kapitel analysiert sowohl exogene Faktoren, wie die Folgen des Ersten Weltkriegs, als auch endogene Faktoren, wie den Rückgang der Investitionen und die mangelnde Anpassung der Produktion.
4. Verlauf und Auswirkungen der Krise: Es wird der wirtschaftliche Niedergang durch die Bankenkrise, Preisentwicklungen, Produktionsrückgänge und die Zinsentwicklung anhand von Wirtschaftsindikatoren detailliert dokumentiert.
5. Wirtschaftspolitische Reaktionen: Das Kapitel befasst sich mit der Deflationspolitik des Kabinetts Brüning und der anschließenden Entwicklung aktiver Konjunkturförderung zur Überwindung der Krise.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Deutschland besonders hart getroffen wurde, die Krise durch die damalige Wirtschaftspolitik verschärft wurde und erst späte antizyklische Maßnahmen den Weg aus der Krise ebneten.
Schlüsselwörter
Weltwirtschaftskrise, Deutschland, 1930er Jahre, Wirtschaftsgeschichte, Weimarer Republik, Bankenkrise, Deflationspolitik, Konjunktur, Investitionen, Agrarpolitik, Arbeitslosigkeit, Reparationen, Kabinett Brüning, Wirtschaftspolitik, Inflation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung ihrer Ursachen, ihres Verlaufs und der politischen Reaktionen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen zählen die wirtschaftliche Ausgangssituation, die Auswirkungen der Krise auf verschiedene Sektoren, die Geld- und Kreditpolitik sowie die verschiedenen Phasen der Krisenbekämpfung durch die Regierung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Gründe für die wirtschaftliche Katastrophe in Deutschland zu identifizieren und die Effektivität der unternommenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen und wirtschaftswissenschaftlichen Analyse von Primärdaten, Wirtschaftsindikatoren und Fachliteratur zur Wirtschaftsgeschichte der Weimarer Republik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der wirtschaftlichen Ausgangslage, die Analyse der exogenen und endogenen Ursachen, die Dokumentation des Krisenverlaufs sowie die Evaluation der politischen Maßnahmen des Kabinetts Brüning und der späteren Konjunkturprogramme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Weltwirtschaftskrise, Weimarer Republik, Deflationspolitik, Bankenkrise, Arbeitslosigkeit, Investitionsrückgang und Reparationszahlungen.
Warum war das deutsche Banken- und Kreditwesen besonders krisenanfällig?
Es bestand ein gefährliches Verhältnis zwischen Fremd- und Eigenkapital, und viele Kredite waren kurzfristig aus dem Ausland finanziert, was bei Kapitalabflüssen schnell zu einer Liquiditätskrise führen konnte.
Welchen Einfluss hatte das Kabinett Brüning auf den Krisenverlauf?
Brüning verfolgte eine prozyklische Deflationspolitik, die durch Lohn- und Preissenkungen den Krisenverlauf ungewollt beschleunigte und die Arbeitslosigkeit erhöhte, anstatt die Wirtschaft zu beleben.
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- Bachelor of Arts Thorsten Daub (Author), 2009, Deutschland in der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/183177