Diese Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, die evaluative Suffigierung innerhalb der Sprache spanischer Jugendlicher zu untersuchen.
Hierzu soll zunächst in Kapitel 2 dieser Arbeit ein Überblick über die Charakteristik der Jugendsprache gegeben werden, welche für viele Jugendliche ein wichtiges Identi-tätssymbol darstellt. Noch bis vor ca. 30 Jahren gab es nur wenige Arbeiten zum Thema Jugendsprache, da erstens Jugendliche eine Randstellung innerhalb des sozialen Systems besaßen und zweitens man eine Analyse der linguistischen Besonderheiten aufgrund ihrer häufigen Kurzlebigkeit nicht für nötig hielt. Mittlerweile stellt diese Altersgruppe einen der interessantesten Forschungsgegenstände dar, weil deutlich wurde, dass erstens die Sprache der Jugendlichen einen bedeutenden Einfluss auf den Sprachwandel hat und zweitens die Sprachvarietät als Zeichen ihrer Identität ein wichtiges Merkmal der heutigen Jugend darstellt.1
Vor Beginn der Analyse soll zunächst in Kapitel 3.1 das Korpus COLAm vorgestellt werden. Dieses Korpus ist durch ein Forschungsprojekt der Universität in Bergen ent-standen und stellt die optimale Grundlage zur Erforschung der spanischen Jugend-sprache zu Beginn des 21. Jahrhunderts dar.
Außerdem scheint wichtig vorher zu klären, was wir unter dem Begriff Evaluativsuffixe verstehen und dass diese in drei Gruppen eingeteilt werden, also in Diminutive, Augmentative und Pejorative. Dieser Unterteilung wird dann auch die Analyse in den Kapiteln 3.2.1 – 3.2.3 folgen.
Zu beachten ist, dass die jugendsprachliche Evaluativsuffigierung kein innovatives Verfahren darstellt, sondern schon seit langer Zeit in der Umgangssprache in Gebrauch ist. Daher sind die Fragestellungen dieser Arbeit die folgenden: 1.Welche Suffixe werden von den Jugendlichen verwendet und sind diese besonders häufig zu finden? 2.In Zusammenhang mit welchen Wortarten werden die Suffixe von den Jugendlichen benutzt und werden sie besonders oft in einem bestimmten jugendlichen Themenbereich verwendet? 3.Warum benutzen die Jugendlichen die Verfahren der evaluativen Suffi-gierung, sprich worin liegt ihre Intention? Die dritte Fragestellung soll in dieser Arbeit am ausführlichsten behandelt und anhand zahlreicher Beispiele untersucht werden. Im Vordergrund stehen hierbei die Fragen, ob die verschiedenen Diminutivsuffixe Bedeu-tungsunterschiede besitzen und ob diese vorwiegend notionell oder affektisch gebraucht werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Charakterisierung der Jugendsprache
3 Analyse der Evaluativsuffixe in der Jugendsprache Spaniens
3.1 Korpus COLAm
3.2 Evaluative Suffigierung
3.2.1 Diminutive
3.2.1.1 Diminutivsuffixe
3.2.1.2 Anwendungsbereiche
3.2.1.3 Intention
3.2.2 Augmentative
3.2.2.1 Augmentativsuffixe
3.2.2.2 Anwendungsbereiche
3.2.2.3 Intention
3.2.3 Pejorative
3.2.3.1 Pejorativsuffixe
3.2.3.2 Intention
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Verwendung der evaluativen Suffigierung (Diminutive, Augmentative und Pejorative) in der Jugendsprache Spaniens anhand des Korpus COLAm. Ziel ist es, aufzuzeigen, welche Suffixe verwendet werden, in welchem Kontext sie auftreten und welche kommunikativen Intentionen – insbesondere im Hinblick auf affektive versus notionelle Bedeutungen – die Jugendlichen damit verfolgen.
- Charakterisierung der Jugendsprache als soziale Identitätsvarietät.
- Methodische Auswertung der Korpusdaten (COLAm).
- Analyse von Diminutivsuffixen und deren affektivem Gebrauch.
- Untersuchung von Augmentativen und Pejorativen als Ausdrucksmittel.
- Erkenntnisse zum Verhältnis von Sprachwandel und Jugendsprachgebrauch.
Auszug aus dem Buch
3.2.1.3 Intention
Im Folgenden sollen der Gebrauch der Diminutive und die damit verbundene Intention der Jugendlichen anhand einiger Beispiele untersucht werden. Im Vordergrund stehen hierbei die Fragen, ob die verschiedenen Diminutivsuffixe Bedeutungsunterschiede besitzen und ob diese vorwiegend notionell oder affektisch gebraucht werden. Natürlich wird hier vorwiegend auf die Suffixe eingegangen, die häufiger im Korpus zu finden sind.
Folgende Beispiele (1) bis (9) sollen zuallererst den Gebrauch des Diminutivs im Zusammenhang mit Substantiven verdeutlichen:
(1) MASHE3G01: que es el que te lleva el carrito
MASHE3G02: no tío tienes un cochecito eléctrico%
MASHE3G01: ya pero oye no puedes ir% no puedes meter el cochecito
eléctrico hasta el campo donde estás jugando sabes/
MASHE3G02: ah sí/
MASHE3G01: claro lo tienes que llevar por los caminitos oye un poquito
Es fällt auf, dass die beiden Sprecher in Beispiel (1) die Diminutivform bei den Substantiven carrito, cochecito und caminitos nicht nutzen, weil sie über ein entsprechend kleines Auto oder kleine Straßen sprechen wollen, sondern ihr Gebrauch muss hier definitiv affektischer Natur sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der evaluativen Suffigierung in der spanischen Jugendsprache ein und erläutert die Forschungsfragen sowie die Relevanz des Korpus COLAm.
2 Charakterisierung der Jugendsprache: Dieses Kapitel definiert Jugendsprache als eine bewusst gewählte Varietät, die der Abgrenzung von Erwachsenen und der Identitätsbildung dient.
3 Analyse der Evaluativsuffixe in der Jugendsprache Spaniens: Dieser Hauptteil analysiert die Verwendung von Diminutiven, Augmentativen und Pejorativen im Korpus COLAm unter Berücksichtigung von Anwendungshäufigkeit und Sprecherintention.
Schlüsselwörter
Jugendsprache, Evaluativsuffixe, Spanisch, Korpus COLAm, Diminutive, Augmentative, Pejorative, Sprachwandel, Generationenidentität, Affektive Bedeutung, Notionelle Bedeutung, Derivation, Soziolekt, Sprachvarietät, Kommunikative Intention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung der evaluativen Suffigierung (dem Anhängen von Suffixen zur Bedeutungsvariation) in der Sprache spanischer Jugendlicher.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die drei Kategorien der Evaluativsuffixe: Diminutive, Augmentative und Pejorative sowie deren Gebrauch im Kontext jugendsprachlicher Identität.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, welche Suffixe Jugendliche verwenden, in welchen Wortarten diese auftreten und ob die Intention hinter der Verwendung eher notionell (objektive Verkleinerung/Vergrößerung) oder affektisch (Ausdruck von Gefühlen/Haltung) ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer empirischen Korpusanalyse der Daten des Projekts COLAm ("Corpus Oral de Lenguaje Adolescente"), wobei Wortbildungen extrahiert und nach Häufigkeit und Gebrauch untersucht werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Korpus sowie die detaillierte, beispielbasierte Analyse der drei Suffix-Gruppen unter Berücksichtigung ihrer Anwendungsbereiche und semantischen Intentionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Jugendsprache, Evaluativsuffixe, Affektivität, Identitätsbildung und Sprachvarietät.
Welche Bedeutung hat das Korpus COLAm für die Ergebnisse?
Das Korpus ermöglicht eine Analyse realer, spontaner Konversationen unter Gleichaltrigen, wodurch die Untersuchung authentischer jugendsprachlicher Sprachmuster in einem natürlichen Kontext ermöglicht wird.
Zu welchem Schluss kommt die Autorin hinsichtlich der Pejorativa?
Die Arbeit stellt fest, dass pejorative Suffixe im untersuchten Korpus nur sehr selten vorkommen, was darauf hindeutet, dass Jugendliche zur Pejorativität eher auf andere Mittel wie Augmentativsuffixe zurückgreifen.
- Arbeit zitieren
- Lisa Elsner (Autor:in), 2011, Evaluative Suffigierung in der Jugendsprache Spaniens, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/183107